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Michael Walzers Pfad der Interpretation und die Frage der Zuwanderung in politische Gemeinschaften

Titel: Michael Walzers Pfad der Interpretation und die Frage der Zuwanderung in politische Gemeinschaften

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Andreas Wiedermann (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der sich globalisierenden Welt von heute stehen die Nationalstaaten vielen Problemen
gegenüber, die sie allein und innerhalb ihrer Grenzen nicht mehr lösen können.
Wirtschaftskrisen, Umweltprobleme oder Migrationsströme betreffen die ganze Welt. Da aber
die Nationalstaaten nach wie vor die bestimmende politische Instanz sind, die letztlich
Entscheidungen fällen und politisch handeln, hat es nach wie vor die höchste Bedeutung wie
sie mit diesen Problemen umgehen. Das heißt auch, dass die moralischen Vorstellungen der
Bürger und Bürgerinnen der einflussreichsten Staaten in der Welt in besonderer Weise
darüber entscheiden, wie und ob die globalen Problemlagen politisch bearbeitet werden.
Michael Walzer sieht als Kommunitarist auch gar keine Alternative dazu, so lange es noch
keinen Weltstaat gibt. Jede politische Gemeinschaft hat das Recht über alle sie betreffenden
Fragen selbst zu entscheiden. Und da diese Gemeinschaften zurzeit die Nationalstaaten sind,
ist ihre Perspektive die politisch entscheidende.
In dieser Hausarbeit wird Walzers moralphilosophischer Ansatz sowohl methodisch als auch
am Beispiel der Zuwanderungspolitik politischer Gemeinschaften inhaltlich kritisch
analysiert. Zunächst wird an Hand seines Werkes „Kritik und Gemeinsinn“ seine favorisierte
moralphilosophische Methode herausgearbeitet.
Für
ihn gibt
es drei Pfade der
Moralphilosophie, die Entdeckung, die Erfindung und die Interpretation. Letzteren hält er für
den angemessenen Weg, Moralphilosophie zu betreiben.
Nach der Zusammenfassung seiner Argumentation zur Methode werden einige von Walzers
Argumente aus dem Kapitel „Mitgliedschaft und Zugehörigkeit“ aus seinem Buch „Sphären
der Gerechtigkeit“ dargestellt und kritisch analysiert. In diesem Teil wird vor allem
herausgearbeitet, welche blinden Flecke und Probleme Walzers Behandlung der Immigration
aufweist.
Am Ende der Arbeit soll zum einen deutlich werden, ob Walzers moralphilosophischer
Umgang mit Immigration das kritische Potential seiner Methode der Interpretation ausschöpft,
und zum anderen, ob und inwieweit sein methodischer Ansatz, eine allein auf eine politische
Gemeinschaft bezogene Moralphilosophie zu betreiben, zu einem befriedigenden Umgang mit
Grenzen überschreitender Migration führt. So soll möglichst deutlich werden, wo die Grenzen
des kritischen Potentials von Walzers Methode der Interpretation liegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Walzers Wege der Moralphilosophie

2.1 Der Pfad der Entdeckung

2.2 Der Pfad der Erfindung

2.3 Der Pfad der Interpretation

2.4 Zwischenergebnis zur moralphilosophischen Methode Walzers

3. Mitgliedschaft und Zuwanderung in politischen Gemeinschaften

3.1 Faktische Zuwanderung und die Grenzen staatlicher Steuerung

3.2 Fremde und Gefährten

3.3 Kriterien der Mitgliedschaft in heterogenen liberalen Gesellschaften

4. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den moralphilosophischen Ansatz von Michael Walzer, insbesondere seine Methode der Interpretation, und wendet diesen auf das Thema der Zuwanderung in politische Gemeinschaften an. Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit Walzers Fokus auf die Binnenperspektive einer politischen Gemeinschaft bei globalen Herausforderungen wie Migration an methodische Grenzen stößt.

  • Analyse der drei moralphilosophischen Pfade Walzers (Entdeckung, Erfindung, Interpretation).
  • Untersuchung der Bedeutung von Mitgliedschaft und Zugehörigkeit in Walzers Theorie.
  • Kritische Beleuchtung der Analogien zwischen politischen Gemeinschaften und Vereinen oder Familien.
  • Diskussion der Grenzen staatlicher Steuerung bei faktischen Migrationsströmen.
  • Reflektion über die Herausforderung heterogener, liberaler Gesellschaften für Walzers Modell.

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Pfad der Interpretation

Wenn man vom minimalistischen Pfad der Erfindung absieht, haben alle bisher von Walzer ins Spiel gebrachten Methoden der Moralphilosophie gemeinsam, dass sie etwas radikal Neues entdecken oder erfinden und damit eine Opposition zur herrschenden Moral begründen. Außerdem ziehen beide Pfade ihre kritische Kraft aus der Distanz zur politischen Gemeinschaft.14

Der Pfad der Interpretation steht dem entgegen. Denn er geht von der herrschenden Moral aus und versucht aus einer innergesellschaftlichen Perspektive heraus das kritische Potential der Moralphilosophie auszuloten. Die These ist dabei:

„daß weder Entdeckung noch Erfindung notwendig sind, weil wir bereits über das verfügen, was sie uns zu beschaffen versprechen. […] Wir müssen die moralische Welt nicht erst entdecken, da wir immer schon in ihr gelebt haben. Wir brauchen sie nicht zu erfinden, weil sie bereits erfunden wurde – wenngleich nicht gemäß irgendeiner philosophischen Methode. Kein Konstruktionsverfahren wachte über ihren Aufbau, und das Ergebnis ist zweifellos unstrukturiert und ungewiß. Doch es ist auch ein sehr dichtes Ergebnis: Die moralische Welt hat eine bewohnte Qualität, so wie bei einem seit mehreren Generationen von einer einzigen Familie bewohnten Heim finden sich hier und da nachträgliche Anbauten, und der gesamte verfügbare Raum ist mit erinnerungsgeladenen Gegenständen und Gebilden gefüllt. […] In einem derartigen Milieu hat moralisches Argumentieren den Charakter einer Interpretation; es ähnelt der Arbeit eines Rechtsanwalts oder Richters, der sich abmüht, in einem Morast konfligierender Gesetze und Präzedenzfälle einen Sinn herauszufinden.“15

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Nationalstaaten trotz Globalisierung die maßgebliche politische Instanz bleiben, und stellt Walzers Ziel vor, moralphilosophische Methoden kritisch auf Zuwanderungsfragen zu untersuchen.

2. Walzers Wege der Moralphilosophie: In diesem Kapitel werden die drei von Walzer definierten Pfade der Moralphilosophie – Entdeckung, Erfindung und Interpretation – detailliert erläutert, wobei Walzer den Pfad der Interpretation für den angemessensten hält.

3. Mitgliedschaft und Zuwanderung in politischen Gemeinschaften: Hier wird Walzers Theorie der Zugehörigkeit und der distributiven Gerechtigkeit auf das Thema Immigration angewandt, wobei die Problematik der Ausschlusskriterien und der staatlichen Steuerung kritisch analysiert wird.

4. Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Walzers methodische Fixierung auf die Binnenperspektive einzelner Gemeinschaften zu Konflikten bei globalen Migrationsfragen führt und die Entwicklung für eine offenere Einwanderungspolitik erschwert.

Schlüsselwörter

Michael Walzer, Moralphilosophie, Pfad der Interpretation, Politische Gemeinschaft, Mitgliedschaft, Zuwanderung, Distributive Gerechtigkeit, Gesellschaftskritik, Liberalismus, Immigration, Fremde, Gefährten, Soziale Identität, Globalisierung, Staatliche Steuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den moralphilosophischen Ansatz von Michael Walzer und analysiert, wie seine Methode der Interpretation auf das aktuelle Thema der Zuwanderung und die damit verbundenen politischen Herausforderungen angewendet werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Methoden der Gesellschaftskritik, die Theorie der distributiven Gerechtigkeit, die Konzepte von Mitgliedschaft und Zugehörigkeit sowie die Spannungsfelder zwischen nationaler Identität und globaler Migration.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob Walzers interpretative Methode ausreicht, um ein überzeugendes moralphilosophisches Modell für den Umgang mit Zuwanderung in einer globalisierten Welt zu liefern, oder ob sie zu einer zu rigiden Abschottungspolitik führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor führt eine kritische Analyse des Werkes von Michael Walzer durch, indem sie/er seine theoretischen Grundlagen (insbesondere aus "Kritik und Gemeinsinn" und "Sphären der Gerechtigkeit") darstellt und diese anhand von praktischen Beispielen und Gegenpositionen (z.B. Joseph Carens) prüft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Grundlegung Walzers, die Anwendung auf Zuwanderungspolitik mittels Analogien sowie die kritische Reflexion über die Angemessenheit dieses Modells für moderne, heterogene Gesellschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Michael Walzer, Moralphilosophie, Interpretation, politische Gemeinschaft, Mitgliedschaft, Immigration und distributive Gerechtigkeit.

Wie bewertet Walzer den Pfad der Interpretation im Vergleich zu anderen Methoden?

Walzer bevorzugt den Pfad der Interpretation, da er im Gegensatz zur Entdeckung oder Erfindung nicht von außen an eine Gemeinschaft herantritt, sondern aus der bereits bestehenden, kulturell gewachsenen Moral der jeweiligen Gesellschaft argumentiert.

Warum sieht die Autorin bzw. der Autor Walzers Ansatz bei Zuwanderung kritisch?

Die Kritik entzündet sich daran, dass Walzers Zuweisung einer identitätsstiftenden Funktion an politische Gemeinschaften eine rigide Abschottung legitimieren kann, die den Herausforderungen moderner, pluralistischer Gesellschaften und der globalen Notwendigkeit von Migration kaum gerecht wird.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Michael Walzers Pfad der Interpretation und die Frage der Zuwanderung in politische Gemeinschaften
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Methodenfragen der politischen Theorie
Note
1,3
Autor
Andreas Wiedermann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V274242
ISBN (Buch)
9783656668947
ISBN (eBook)
9783656668961
Sprache
Deutsch
Schlagworte
michael walzers pfad interpretation frage zuwanderung gemeinschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Wiedermann (Autor:in), 2014, Michael Walzers Pfad der Interpretation und die Frage der Zuwanderung in politische Gemeinschaften, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/274242
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Leseprobe aus  22  Seiten
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