Die Hausarbeit beschäftigt sich zunächst damit, welche Rolle Frauen im NS-Staat zukam, welcher Ideologie diese Rolle entspricht und wie sich das in der Realität auswirkte, wobei der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 dafür von besonderer Bedeutung sein wird. Im Speziellen geht es danach um die Rolle der Frau im nationalsozialistischen Film, da dieser ein wichtiges Instrument darstellte, die Massen im Reich geschickt zu indoktrinieren und zu manipulieren. Dazu erfolgt eine kurze Einführung zum Thema, indem die Bedeutung der deutschen Bürgerin als Rezipientin nationalsozialistischer Filme verdeutlicht wird. Danach untersucht die Arbeit, wie die Beziehung Adolf Hitlers und Joseph Goebbels' zu den weiblichen Ufa-Stars waren, wie diese Frauen in der Realität in Szene gesetzt wurden, wer sie waren und vor allem, welche Charaktere sie in ihren Filmen verkörperten. Wichtig sind konkrete Beispiele, anhand derer gezeigt wird, wie die Nationalsozialisten ihre Botschaften in den Filmen verpackten, damit diese gleichzeitig erfolgreich, unterhaltsam und beeinflussend sein konnten.
Zuletzt geht es um die einzige Frau, die im ‚Dritten Reich‘ hinter der Kamera große Erfolge erzielen konnte: die Regisseurin Leni Riefenstahl. Die Arbeit verfolgt dabei ausschließlich, welche Rolle sie im NS-Staat und für den NS-Film spielte und wie sie als Frau im Reich so erfolgreich werden konnte. Durch ein abschließendes Fazit werden die Untersuchungen über die Rolle der Frau in NS-Staat und NS-Film beendet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Rolle der Frau im NS-Staat
3. Frauen und der NS-Film
3.1 Die Rolle der Frau als Kinogängerin
3.2 Die Rolle der Frau im NS-Film
4. Die Sonderrolle der Regisseurin Leni Riefenstahl
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das widersprüchliche Spannungsfeld zwischen der nationalsozialistischen Frauenideologie, die auf die häusliche Rolle der Frau fokussierte, und der realen gesellschaftlichen sowie filmischen Praxis während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs.
- Die Ideologie der Frauenrolle im NS-Staat und deren Auswirkungen in der Realität.
- Die Funktion des Kinos als Instrument der Indoktrination und Manipulation.
- Die Konstruktion weiblicher Rollenbilder in NS-Unterhaltungsfilmen.
- Die Sonderstellung von Leni Riefenstahl als Regisseurin in einem männerdominierten Machtgefüge.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Rolle der Frau im NS-Film
Adolf Hitlers favorisierte Schauspielerinnen waren Lil Dagover, Jenny Jugo, Zarah Leander und Olga Tschechowa, mit denen er sich gerne umgab, aber nicht sexuell nach ihnen verlangte.39 Hingegen Joseph Goebbels nutzte seine Macht als Reichspropagandaminister schamlos, um viele junge Frauen, die noch berühmt werden wollten, zu verführen. Je nachdem, wie ihm eine Schauspielerin gefiel, ließ er sie entsprechend auch für Rollen besetzen, wobei er nicht unbedingt darauf achtete, ob sie für den Film die passende Eignung besaß.40 Obwohl die typische Arierin dem Ideal nach blond und blauäugig zu sein hatte, präferierte Goebbels den slawischen Frauentyp und dessen vollkommene Schönheit wollte er auch gerne im Film sehen, solange er dessen Vorsteher war.41 Um diejenigen, die es geschafft hatten, im ‚Dritten Reich‘ zu Berühmtheiten zu werden, wurde ein regelrechter Hype veranstaltet. Sie waren die Frauen, die Hitler zu offiziellen Anlässen begleiteten, die an seinem Tisch saßen. Ihr Image wurde rein gehalten und im Krieg waren sie die Vorbilder, denen es nachzueifern galt. Damit sich die Leute auch wirklich mit den Filmstars identifizieren konnten, versuchte man aus diesen Frauen Kunstfiguren zu machen, indem man ihre filmischen Rollenschemata meist beibehielt.42 Entgegen der Realität spielten Frauen in Filmen einen viel wichtigeren Part als die Männer. Ihre Figuren vermitteln Selbständigkeit, Kraft, Ausdauer, Opferbereitschaft und Raffinesse. Sogar wenn sie sich den Männern unterordnen müssen, fokussiert sich die Filmhandlung permanent auf sie.43
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Ausgangslage der Frau im Nationalsozialismus und formuliert die Absicht, sowohl die ideologischen Vorgaben als auch die filmische Realität und die Sonderrolle Leni Riefenstahls zu untersuchen.
2. Die Rolle der Frau im NS-Staat: Dieses Kapitel analysiert, wie die Nationalsozialisten Frauen ideologisch auf die Mutterrolle reduzierten und welche Maßnahmen ergriffen wurden, um sie aus dem akademischen und beruflichen Umfeld zu verdrängen.
3. Frauen und der NS-Film: Hier wird beleuchtet, wie das Kino als Propagandainstrument die weibliche Rezipientenschaft ansprach und welche Rollenbilder – von der „arischen“ Opferfrau bis zur exotischen Diva – in den Filmen konstruiert wurden.
4. Die Sonderrolle der Regisseurin Leni Riefenstahl: Dieses Kapitel untersucht, wie Leni Riefenstahl es trotz der frauenfeindlichen Ideologie des NS-Regimes schaffte, unter Hitlers Protektion als einflussreiche Regisseurin in einer Männerdomäne Karriere zu machen.
5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die nationalsozialistische Frauenideologie praxisuntauglich war und betont, dass Frauen im NS-Staat nicht als homogene Masse, sondern als Individuen unter komplexen Einflüssen zu betrachten sind.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Frauenbild, NS-Film, Leni Riefenstahl, Propaganda, Ufa, Geschlechterrollen, Ideologie, Zweiter Weltkrieg, weibliche Stars, Volksgemeinschaft, Frauenemanzipation, Filmgeschichte, Unterhaltungsfilm, Machtstrukturen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Frau während der Zeit des Nationalsozialismus, sowohl im gesellschaftspolitischen Alltag als auch in ihrer spezifischen Funktion und Darstellung innerhalb des NS-Films.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die NS-Frauenideologie, die Maßnahmen zur Disziplinierung von Frauen, die Funktion des Kinos als Manipulationsinstrument sowie die Karriere von Leni Riefenstahl.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie widersprüchlich die nationalsozialistische Ideologie im Vergleich zur realen Lebenswirklichkeit der Frauen war und wie diese Diskrepanz medial verarbeitet wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie zeitgenössische Quellen, Filmbeispiele und fachliterarische Diskurse über die Rolle der Frau im „Dritten Reich“ auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der gesellschaftlichen Stellung von Frauen, die Analyse von Frauenrollen in der NS-Filmindustrie und eine biographische Betrachtung Leni Riefenstahls.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie NS-Staat, Frauenrolle, Propaganda, NS-Film, Leni Riefenstahl und Filmkunst charakterisiert.
Warum war Leni Riefenstahls Rolle innerhalb des NS-Regimes so ungewöhnlich?
Ihre Rolle war deshalb ungewöhnlich, da sie als Frau eine in der NSDAP als reine Männerdomäne geltende Führungsposition in der Filmproduktion einnahm, was nur durch die direkte Protektion Adolf Hitlers möglich war.
Wie reagierte die NS-Filmindustrie auf das weibliche Kinopublikum?
Da Frauen während der Kriegsjahre die Mehrheit der Kinobesucher stellten, fokussierte die NS-Filmindustrie die Handlungen ihrer Produktionen verstärkt auf Frauen, um diese zu unterhalten und ideologisch zu indoktrinieren.
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- Anna-Theresa Lienhardt (Author), 2012, Die Frau im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/273788