Bei der Analyse und der Reflexion des Textes von Imhof und den übrigen einbezogenen Texten aus den Präsentationen des Kurses sind spezifische Fragen jeweils mitzudenken, um diese Fragen im Schlussteil meiner Arbeit aufzugreifen und zu klären. Die zentralen, übergreifenden Fragestellungen des Kurses stehen bei Argumentation und Stringenz im Vordergrund. Hierbei sind folgende Fragen jeweils mit zu betrachten:
Wie verändert sich die öffentliche politische Kommunikation?
Was sind die Ursachen dieses Wandels?
Welche Effekte zeitigt er auf politische Akteure und auf den politischen Entscheidungsfindungsprozess?
Entscheidend für die Arbeit ist nun herauszufinden, ob und in welchem Ausmass der Text für diese grundlegenden themenübergreifenden Fragestellungen Antworten liefert und wie diese Antworten zu bewerten sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Funktionen der Öffentlichkeit
2.2. Arenen, Kommunikationsflüsse und Akteure
2.3. Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und Medialisierung
3. Schlussteil
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die zentralen Kernthesen aus Kurt Imhofs Werk „Theorie der Öffentlichkeit = Theorie der Moderne“ zu analysieren und kritisch mit anderen im Kurs behandelten Texten zu korrelieren. Dabei wird untersucht, wie sich die öffentliche politische Kommunikation unter den Bedingungen der Moderne verändert, welche Ursachen diesem Wandel zugrunde liegen und welche Auswirkungen dies auf politische Akteure sowie den Entscheidungsfindungsprozess hat.
- Analyse des deliberativen Modells von Öffentlichkeit nach Habermas und Imhof.
- Untersuchung der drei Dimensionen von Öffentlichkeit (deliberativ, politisch-rechtlich, sozialintegrativ).
- Reflexion über die Medialisierung und ökonomische Ausrichtung von Medienorganisationen.
- Diskussion von Skandalisierung, Kampagnenjournalismus und deren Folgen für die politische Deliberation.
- Bewertung von Demokratie- und Legitimitätsdefiziten im modernen politischen System.
Auszug aus dem Buch
2.1. Funktionen der Öffentlichkeit
Die Funktionen der Öffentlichkeit gliedert Imhof in die drei im obigen Abschnitt angedeuteten Dimensionen, wonach die öffentliche Kommunikation innerhalb des deliberativen Verfahrens einen Entdeckungs- und Validierungszusammenhang von Problematisierungen darstelle (vgl. Imhof 2006: 6-7), die politisch-rechtliche Dimension sichere in ihrer Funktion vor allem die Legitimation politischer Macht durch Wahlen (vgl. Imhof 2006: 7) und drittens stellt Imhof (2006: 7) klar, dass die Öffentlichkeit das einzige Zugangsportal für die Mitglieder darstelle und dahingehend für alle Problemlösungsansätze generiere. Peters (1993: 47) stellt aber grundsätzlich die berechtigte Frage, „wenn Demokratie kollektive Selbstregierung bedeuten soll, wie ist dann zu erreichen, dass es zu einer Einigung auf Entscheidungen kommt, die zugleich freiwillig und vernünftig ist“? und stellt dann gleichsam fest, dass die Gleichheit und Reziprozität in seiner Gesamtheit utopisch anmute und in einer vollumfänglichen Form nicht zu bewerkstelligen sei (vgl. Peters 1993: 51).
Die Unterscheidung zwischen einem Routineprozess innerhalb der Öffentlichkeit und gleichsam des politischen Verfahrens und der aktivierten Öffentlichkeit, die sich vor allem in Krisenperioden manifestiert, ist fundamental, weil „die Deliberation im Parlament wie deren öffentliche Berichterstattung auf die Meinungslandschaften rekurriert, die sich in inhaltlichen anschliessbaren Entscheidungsbildungen aktivierter öffentlicher Kommunikation konstituiert haben“ (Imhof 2006: 8). Mithin muss hier die allgemeinverbindliche Problemlösung in der Sprache des Rechts mit gemeint sein (vgl. Imhof 2006: 8), weil nach Habermas „der Bürger, der als Adressat staatlicher Praxis dem Recht unterworfen wird, gleichsam durch ein legitimationserzeugendes Verfahren der Rechtsschöpfung sich als Urheber des Rechts definieren können muss, nur dann sind jene rationalen Motive möglich, die bürgerlichen Rechtsgehorsam auch in Zweifelsfällen zu mobilisieren vermögen“ (Heming 1997: 172). Dies sei die Voraussetzung dafür, dass das politische System als Output auf legitime Weise allgemeinverbindliche Entscheidungen fällen könne (vgl. Imhof 2006: 8).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel legt den Fokus auf die Analyse der Kernthesen von Imhof (2006) und stellt diese in den Kontext der im Kurs behandelten Theorien sowie der übergeordneten Fragestellungen zur politischen Kommunikation.
2. Hauptteil: Der Hauptteil erläutert das theoretische Fundament der deliberativen Öffentlichkeit und diskutiert die Auswirkungen von Medialisierung und ökonomischen Zwängen auf demokratische Prozesse.
2.1. Funktionen der Öffentlichkeit: Hier werden die drei Grunddimensionen der Öffentlichkeit – deliberativ, politisch-rechtlich und sozialintegrativ – und ihre Bedeutung für die Legitimation politischer Macht dargelegt.
2.2. Arenen, Kommunikationsflüsse und Akteure: Dieses Kapitel analysiert das Abhängigkeitsverhältnis zwischen Medien, Politik und Gesellschaft sowie die Verschiebung hin zu einer moralisch-emotionalen Berichterstattung.
2.3. Neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und Medialisierung: Hier wird der Prozess der ökonomischen Ausrichtung der Medien und deren Folgen für die Qualität der politischen Deliberation und Partizipation kritisch beleuchtet.
3. Schlussteil: Im Schlussteil werden die Erkenntnisse des Hauptteils in Bezug auf die Eingangsfragen reflektiert und mögliche Forschungslücken sowie Kritikpunkte an Imhofs Theorie identifiziert.
Schlüsselwörter
Öffentlichkeit, Moderne, deliberative Demokratie, Medialisierung, politische Kommunikation, Habermas, Imhof, Deliberation, Legitimation, Strukturwandel, politisches System, Medien, Diskurs, Rechtsstaat, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch das Werk „Theorie der Öffentlichkeit = Theorie der Moderne“ von Kurt Imhof und setzt dessen Thesen in Bezug zu weiteren wissenschaftlichen Texten aus dem Kurs.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Konzept der deliberativen Öffentlichkeit, die drei Dimensionen der Öffentlichkeit (deliberativ, politisch-rechtlich, sozialintegrativ) und die Auswirkungen der Medialisierung auf die heutige Politik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu bewerten, inwiefern Imhofs Theorie Antworten auf grundlegende Fragen zur Veränderung der öffentlichen politischen Kommunikation und deren Auswirkungen auf Akteure und Entscheidungsprozesse liefern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor verwendet eine Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, um die Argumentationen verschiedener Autoren wie Imhof, Habermas und Peters miteinander in Korrelation zu setzen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen des deliberativen Modells, die Funktionen der Öffentlichkeit sowie die Effekte der ökonomischen Medialisierung und der Skandalisierung auf das politische System erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Öffentlichkeit, Deliberation, Medialisierung, politische Kommunikation und Legitimation beschreiben.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Öffentlichkeit im Ruhezustand und aktivierter Öffentlichkeit?
Die aktivierte Öffentlichkeit wird als eine in Krisen kontingente Periode verstanden, in der sich Zukunftsvisionen und gesellschaftliche Interpretationen neu entscheiden, während der Ruhezustand eher routinierte Prozesse beschreibt.
Welche Kritik äußert der Autor an Imhofs Theorie?
Der Autor bemängelt, dass Imhof zwar Problemfelder gut identifiziert, aber bei den konkreten Problemlösungsprozessen zu vage bleibt und die Veränderung des Rationalitätsgehalts in den modernen Medien nicht ausreichend thematisiert.
Warum spielt das Konzept des "Gemeinsamkeitsglaubens" eine so wichtige Rolle?
Der Gemeinsamkeitsglaube nach Max Weber gilt als notwendige Bedingung für die Akzeptanz demokratischer Entscheidungen und die soziale Integration im Nationalstaat, welche durch die Medialisierung zunehmend unter Druck gerät.
- Arbeit zitieren
- Master of Arts UZH Roman Weber (Autor:in), 2010, Imhofs "Theorie der Öffentlichkeit = Theorie der Moderne". Analyse und Kritik im Hinblick auf die grundlegenden Fragestellungen des Kurses, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/273584