Als theoretische Grundlage für diese Hausarbeit wird die Austauschtheorie von Peter M. Blau dienen, welche er in seinem Werk Exchange and Power in Social Life beschreibt. Blau beschäftigt sich darin sowohl mit sozialen menschlichen Beziehungen im Allgemeinen, als auch mit der konkreten Frage nach der Entstehung von Herrschaft. Vor diesem theoretischen Hintergrund wird meine Hausarbeit das Fallbeispiel des ugandischen Diktators Idi Amin analysieren und dabei die Fragestellung beantworten, inwiefern sich dessen diktatorische Herrschaft in Uganda von 1971 bis 1979 (Hansen und Twaddle 1998: 2) mithilfe der Austauschtheorie von Peter M. Blau erklären lässt.
Zu Beginn wird dabei auf Blaus Austauschtheorie im Allgemeinen eingegangen und grundsätzliche Annahmen bezüglich sozialer menschlicher Beziehungen erläutert. Darauf folgend werden die Begriffe Macht und Herrschaft im speziellen beleuchtet und schließlich die Entstehung von Herrschaft nach Peter M. Blau erklärt, um damit eine Grundlage für die Analyse der Herrschaft Idi Amins in Uganda zu schaffen. In der Analyse selbst werden schließlich verschiedene von Blau aufgeführte Aspekte der Entstehung von Herrschaft in Bezug auf die damalige politische Situation in Uganda untersucht und außerdem die Herrschaftsstabilität des Amin Regimes analysiert. Das darauf folgende Fazit wird schlussendlich die erarbeiteten Ergebnisse zusammenfassen und in diesem Zusammenhang einen Ausblick auf weiterführende relevante Forschungsfragen geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Austauschtheorie von Peter M. Blau
2.1 Grundsätzliche Annahmen
2.2 Macht und Herrschaft
2.3 Entstehung von Herrschaft
3. Uganda unter Idi Amin
3.1 Die Herrschaft Idi Amins
3.2 Kriterien des Herrschaftsverhältnisses
3.2.1 Einseitige Ressourcenverfügung
3.2.2 Ressourcenmonopol
3.2.3 Wehrlosigkeit des ugandischen Volkes
3.2.4 Bedürfnisstabilität
3.3 Stabilität der Herrschaft
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die diktatorische Herrschaft von Idi Amin in Uganda (1971–1979) unter Anwendung der Austauschtheorie von Peter M. Blau, um die Entstehung, Aufrechterhaltung und Stabilität politischer Machtverhältnisse theoretisch zu erklären.
- Grundlagen der Austauschtheorie von Peter M. Blau
- Definition und Entstehungsbedingungen von Herrschaft
- Analyse der politischen Zustände unter Idi Amin
- Kriterien für Herrschaftsverhältnisse im Fallbeispiel Uganda
- Zusammenhang zwischen kollektiver Anerkennung und Herrschaftsstabilität
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Ressourcenmonopol
Blaus zweites Kriterium für Herrschaftsverhältnisse besagt, dass der Geber der einzige seien muss, der über die gewünschten Ressourcen verfügt, so dass den Untergebenen die Möglichkeit genommen wird, sich die Ressourcen anderswo zu beschaffen (siehe 2.3). Dieses Kriterium scheint im Fall der Herrschaft Idi Amins offensichtlich zuzutreffen.
Wie bereits beschrieben kontrollierte Idi Amin während seiner Herrschaftszeit in seiner Funktion als Staatschef und Armeeführer sämtliche staatlichen Ressourcen, ohne dass andere Personen ernsthaften Einfluss auf seine poltischen Entscheidungen nehmen konnten (siehe 3.2.1). Dies wird besonders an der Tatsache deutlich, dass Amin für seine Regierung hauptsächlich Zivilisten und einige wenige Militärs rekrutierte, bei denen er sich jedoch sicher sein konnte, dass diese sich seiner Führung unterordnen würden (Listowel 1973: 79). Auf diese Weise war sichergestellt, dass Amin sich als der alleinige Herrscher in Uganda etabliert und er keine Machtkämpfe innerhalb seiner eigenen Regierung ausfechten musste.
Zwar gab es zur damaligen Zeit in Uganda einen geringfügigen politischen Einfluss verschiedener regionaler Stämme, die den Menschen zunächst in ihrem jeweilig eng begrenzten Einflussgeiet Sicherheit unabhängig von Amins Herrschaft bieten konnten (Listowel 1973: 89-103). Diese Stämme wurden von Amin jedoch sehr bald durch militärisches Vorgehen und zeitweiser Bündnispolitik in ihrem Einfluss so sehr begrenzt, dass diese nicht mehr in der Lage waren Menschen vor der Gewaltherrschaft Amins zu schützen (Listowel 1973: 89-103). Demzufolge kann auch das zweite Herrschaftskriterium nach Blau als erfüllt betrachtet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Macht- und Herrschaftsverhältnisse und Darlegung des Forschungsziels, das Beispiel Idi Amin mit der Austauschtheorie von Peter M. Blau zu analysieren.
2. Die Austauschtheorie von Peter M. Blau: Erläuterung der theoretischen Grundlagen, insbesondere des sozialen Austauschprozesses, des Prinzips der Reziprozität sowie der Begriffe Macht und Herrschaft.
3. Uganda unter Idi Amin: Anwendung der theoretischen Kriterien von Blau auf das historische Fallbeispiel der Diktatur Idi Amins, um die Mechanismen seiner Machtdurchsetzung und die Stabilität seines Regimes aufzuzeigen.
4. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung, dass sich die Herrschaft Idi Amins erfolgreich mit Blaus Theorie erklären lässt und die Bedeutung fehlender kollektiver Anerkennung für das Scheitern des Regimes.
Schlüsselwörter
Uganda, Idi Amin, Austauschtheorie, Peter M. Blau, Herrschaft, Machtverhältnisse, soziale Beziehungen, Ressourcenmonopol, politische Stabilität, Diktatur, Reziprozität, Staatsterror, Herrschaftsetablierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die diktatorischen Machtstrukturen in Uganda unter Idi Amin mithilfe soziologischer Theorieansätze.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Machttheorien, politische Herrschaftsmechanismen, soziale Austauschprozesse und die historische Fallstudie des Amin-Regimes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, inwiefern die Austauschtheorie von Peter M. Blau geeignet ist, die Entstehung und Stabilisierung von Herrschaft im Uganda der 1970er Jahre zu erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Fallstudie, bei der die Konzepte von Peter M. Blau auf historische Ereignisse in Uganda angewandt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Austauschtheorie und eine empirisch orientierte Analyse von vier spezifischen Herrschaftskriterien (Ressourcenverfügung, -monopol, Wehrlosigkeit, Bedürfnisstabilität).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Austauschtheorie von Blau, Herrschaftskriterien, Idi Amin sowie die Stabilitätsanalyse politischer Systeme.
Warum spielt das "Ressourcenmonopol" bei Amin eine so große Rolle?
Weil Amin als Staatschef die Kontrolle über staatliche Sicherheitsleistungen und andere wichtige Ressourcen an sich riss, wodurch die Bevölkerung in eine totale Abhängigkeit geriet.
Welchen Einfluss hatte die fehlende "kollektive Anerkennung" auf Amins Regime?
Laut Blau führt der Mangel an Anerkennung zu einer permanenten Instabilität, was bei Amin in wiederholten Widerstandsbewegungen und schließlich in seinem Sturz resultierte.
- Quote paper
- Lars Paulus (Author), 2014, Uganda unter Idi Amin, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/273341