In den 1980er Jahren lebten in der Bundesrepublik Deutschland rund 4,5 Millionen Menschen anderer Nationalität, die hier nicht nur arbeiteten, sondern nach und nach ihre Familie aus der Heimat nachzogen. Dabei war die Ausländerpolitik damals, aber auch heute noch, ein hochbrisantes Thema, das die Menschen bewegte und verschiedene Emotionen hervorrief. Nicht selten schlug in Krisenzeiten die Gastfreundschaft in blanken Ausländerhass um, welchen die Politik vergeblich versuchte zu bekämpfen, da sie selbst durch ihre Maßnahmen und kontroversen Stellungnahmen zu Ausländerbeschäftigung, beziehungsweise der Ausländersituation, die Situation weiter anheizte.
Die folgende Hausarbeit wird durch die Einbeziehung des historischen Kontexts in das Jahr 1982 einführen, wo der neugewählte Bundeskanzler Helmut Kohl eine neue Ausländerpolitik einschlug. Desweiteren werden die Kernpunkte seiner neuen Ausländerpolitik dargestellt und deren Auswirkung auf die Ausländersituation und Ausländerbeschäftigung beleuchtet. Im Schlussteil der Hausarbeit wird im Fazit die Frage beantwortet, inwiefern die neue Ausländerpolitik unter der liberal-konservativen Regierung die hier lebenden Ausländer integrieren und ihre Situation bessern konnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
3. Die Ausländerpolitik der Kohl-Regierung
4. Auswirkung auf Ausländerbeschäftigung und Wohnsituation
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ausländerpolitik der Bundesrepublik Deutschland in den 1980er Jahren, mit einem besonderen Fokus auf die Regierungszeit von Helmut Kohl ab 1982, um zu bewerten, inwiefern die getroffenen Maßnahmen zur Integration der ausländischen Bevölkerung beitragen konnten.
- Historischer Kontext der Anwerbepolitik und deren Folgen
- Die liberalkonservative Ausländerpolitik unter Helmut Kohl
- Wohnsituation und Entstehung von Ausländervierteln
- Strukturen der Ausländerbeschäftigung in der Industrie
- Analyse des Scheiterns integrativer Konzepte in den 80er Jahren
Auszug aus dem Buch
2. Historischer Kontext
Kennzeichnend für die deutsche Ausländerpolitik war seit jeher der Wunsch zusätzliche Arbeitskräfte für die heimische Wirtschaft zu beschaffen. Trotzdem war der Ausgangspunkt aller Ausländerpolitik in der Bundesrepublik der Grundsatz, dass Deutschland kein Einwanderungsland sei und auch nie eines werde.
Nach dem Anwerbestopp vom November 1973 ging die sozial-liberale Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt davon aus, dass damit zwar nicht alle Probleme mit den Gastarbeitern vom Tisch waren, dass es im Verlauf jedoch zu einer Besserung kommen würde. Die sozialliberale Koalition versuchte hierbei durch eine Doppelstrategie das Ausländerproblem zu entschärfen. Zum einen wollte man den Zuzug von weiteren Ausländern in die Bundesrepublik begrenzen, dabei auch die Rückkehr von Ausländern in ihre Heimatländer fördern und durch die Aufrechterhaltung der kulturellen Bindung der Ausländer an ihre Heimat eine Rückkehroption offen halten. Im Gegenzug aber wollte man auch die hier bereits lebenden Ausländer integrieren, was jedoch total widersprüchlich war, da man einerseits die Ausländer loswerden wollte aber andererseits sie auch integrieren wollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Ausländerpolitik der 1980er Jahre ein und skizziert die Fragestellung zur Effektivität der liberal-konservativen Regierung unter Helmut Kohl.
2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel beleuchtet die Grundsätze der deutschen Ausländerpolitik seit der Anwerbephase und analysiert das Scheitern der sozial-liberalen Strategien zur Begrenzung und Integration.
3. Die Ausländerpolitik der Kohl-Regierung: Hier wird der Fokus auf das Regierungsprogramm von 1982 sowie das Rückkehrhilfegesetz von 1983 und die gescheiterte Novellierung des Ausländergesetzes gelegt.
4. Auswirkung auf Ausländerbeschäftigung und Wohnsituation: Das Kapitel beschreibt die sozioökonomischen Bedingungen der Gastarbeiter, insbesondere die Konzentration in städtischen Wohnvierteln und die prekären Arbeitsverhältnisse in der Schwerindustrie.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Politik der 1980er Jahre in Bezug auf Integration und Steuerung des Zuzugs weitestgehend scheiterte und Parallelgesellschaften begünstigte.
Schlüsselwörter
Ausländerpolitik, Gastarbeiter, Kohl-Regierung, Integration, Anwerbestopp, Rückkehrhilfegesetz, Wohnsituation, Schwerindustrie, Familiennachzug, Bundesrepublik Deutschland, soziale Segregation, 1980er Jahre, Arbeitsmarkt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die deutsche Ausländerpolitik in den 1980er Jahren, insbesondere unter der Regierung Kohl, und deren gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Auswirkungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der historische Rückblick auf die Anwerbepolitik, die Ausländergesetzgebung der 80er Jahre, die Wohnsituation in Städten und die Beschäftigungsstruktur der Gastarbeiter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, inwiefern die Maßnahmen der liberal-konservativen Regierung zur Integration der in Deutschland lebenden Ausländer beigetragen oder deren Situation verbessert haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur und zeitgenössischer Dokumente zur Ausländer- und Sozialpolitik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt den historischen Kontext vor 1982, die speziellen politischen Initiativen der Regierung Kohl sowie die Auswirkungen dieser Politik auf Arbeitsmarkt und Wohnverhältnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Ausländerpolitik, Gastarbeiter, Integration, Rückkehrhilfegesetz und soziale Segregation.
Warum wird im Text von einer "Doppelstrategie" der sozial-liberalen Koalition gesprochen?
Die Doppelstrategie bestand aus dem Versuch, einerseits den weiteren Zuzug zu begrenzen (und die Rückkehr zu fördern), während andererseits die bereits in Deutschland lebenden Ausländer integriert werden sollten – ein in sich widersprüchliches Unterfangen.
Welche Rolle spielte das "Rückkehrhilfegesetz von 1983" für die Kohl-Regierung?
Es bildete den Kernpunkt der neuen Ausländerpolitik und zielte darauf ab, ausländische Arbeitnehmer durch finanzielle Anreize, wie die Auszahlung von Rentenbeiträgen, zur Rückkehr in ihre Heimat zu bewegen.
Was war der Grund für die Entstehung von "Ausländervierteln"?
Diese entstanden, da die Ausländer nicht gleichmäßig verteilt lebten, sondern bevorzugt in günstigen Wohnungen nahe der Industriegebiete oder in Sanierungsgebieten untergebracht waren, was die Abwanderung der deutschen Bevölkerung in diesen Vierteln förderte.
- Arbeit zitieren
- Mishel Marcus (Autor:in), 2013, Die Ausländerpolitik der Kohl-Regierung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/273002