Das Thema der Nachfolge im Unterricht muss immer auch vom persönlichen Standpunkt aus betrachtet werden. Die (neutrale) Rolle des Lehrers kann, muss aber nicht, mit der Rolle des individuellen Menschen im Konflikt stehen. Und besonders als Religionslehrer muss man sich darüber im Klaren sein, was man wie weit von sich selbst preisgeben möchte und darf.
"Nachfolge heute" bedeutet für mich vorallem das Leben des Christen in
der Welt, und ein Mitglied der christlichen Gemeinde zu sein. Sie beschreibt das Problem, wie wir als moderne Menschen heute noch "in Jesus Christus" leben können; was wir tun können, um unseren Glauben zu leben. Soziales Handeln am Menschen gehört unbedingt dazu und bietet einen wichtigen Anknüpfungspunkt für ökumenisches Handeln zwischen Konfessionen, aber auch mit Nicht-Konfessionellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Persönliche Begegnung
2. Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes
3. Theologische Orientierung
4. Didaktische Orientierung
5. Didaktische Entscheidungen
6. Methodische Entscheidungen
7. Verlaufsplanung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit entwickelt einen detaillierten Stundenentwurf zum Thema „Nachfolge heute“ für eine Religionsklasse der Oberstufe, mit dem Ziel, den Schülern eine Verknüpfung von theoretischem Glaubenswissen und konkretem, verantwortungsbewusstem Handeln in der modernen Welt aufzuzeigen.
- Reflexion des persönlichen Glaubensverständnisses und dessen öffentlicher Relevanz.
- Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes und der schulspezifischen Voraussetzungen.
- Theologische Grundlegung der Nachfolge Jesu und deren Bedeutung für das soziale Handeln.
- Entwicklung methodischer Ansätze zur Förderung der Diskussions- und Argumentationskompetenz.
- Konkrete Verlaufsplanung zur Anregung eines kritischen Austauschs zwischen konfessionellen und nicht-konfessionellen Schülern.
Auszug aus dem Buch
3. Theologische Orientierung
Zur Zeit der Anfänge der Frühen Kirche beinhaltete das Wort Nachfolge noch natürlicherweise den Aspekt der räumlichen Folgens. Die Menschen schlossen sich Jesus an und folgten ihm - manche nur im Sinne von sequi, viele verstärkt aber auch im Sinne von imitari: sie folgten Jesus, indem sie ihm ähnlich waren und das taten, was er auch tat. Diese Art der Nachfolge war aber nur möglich bis zur Kreuzigung und Erhöhung Jesu (auch wenn die weitere Mission noch hauptsächlich von Wanderpredigern ausging, die von Gemeinde zu Gemeinde zogen und dabei auf dem buchstäblichen Weg Jesu „nachfolgten“).
Gottfried Wenzelmann erkennt an der Wortwahl des Neuen Testaments aber vorallem, dass Nachfolge kein Zustand ist, sondern ein Vollzug (1994: 39). Weiter sagt er, dass der Grund für die Nachfolge die Berufung durch Jesus ist. Mit ihrer Annahme bindet man sich an Jesus Christus, er ist also nicht nur ein moralisches Vorbild, ein Lehrer, sondern die persönliche Bindung steht im Vordergrund der Nachfolge. Für die Zeit nach Himmelfahrt rückt bei Wenzelmann in den Vordergrund, dass Nachfolge vordergründig Erkenntnis Jesu ist und damit der Glaube an den Christus die Nachfolge bestimmt.
Dreh- und Angelpunkt der Nachfolge und Jüngerschaft ist eindeutig die Bergpredigt. In ihrer Auslegung findet man die theologischen Ansichten jeder historischen Epoche wieder: Während im Frühkatholizismus unterschieden wurde zwischen „Durchschnittschristen“, die sich nur an die mandata des Dekalog zu orientieren hatten, mussten sich „besonders Berufene“ nach der consilia der Bergpredigt richten (Gollwitzer 1981:92f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Persönliche Begegnung: Die Verfasserin reflektiert ihren eigenen Standpunkt zum Thema Nachfolge und die Herausforderungen einer authentischen Lehrerrolle zwischen Glauben und Neutralität.
2. Analyse des didaktischen Bedingungsfeldes: Es werden die soziale Zusammensetzung der Klasse sowie die Lernvoraussetzungen und Motivationen der Schüler im Kontext einer säkular geprägten Umgebung analysiert.
3. Theologische Orientierung: Das Kapitel bietet eine biblisch-theologische Herleitung des Nachfolge-Begriffs und beleuchtet dessen Bedeutung als aktiven Lebensvollzug im Sinne Jesu.
4. Didaktische Orientierung: Hier werden verschiedene thematische Schwerpunkte wie Biographien, Missionspraxis und diakonisches Handeln evaluiert, um den passenden Fokus für die Unterrichtseinheit zu finden.
5. Didaktische Entscheidungen: Es wird die Auswahl des gewählten Unterrichtsthemas begründet und die Lernziele für die geplante Stunde explizit formuliert.
6. Methodische Entscheidungen: Das Kapitel erläutert den didaktischen Aufbau der Stunde, insbesondere die Auswahl an Sozialformen zur Förderung eines offenen und konstruktiven Dialogs.
7. Verlaufsplanung: Dieses Kapitel präsentiert die tabellarische Struktur der Unterrichtseinheit mit den entsprechenden Zeitangaben, Phasen und Medieneinsatz.
Schlüsselwörter
Nachfolge, Jüngerschaft, Religionsunterricht, Bergpredigt, Glaube und Handeln, soziale Verantwortung, Diakonie, Caritas, Säkularisierung, christliches Lebenskonzept, Didaktik, Schülerpartizipation, Wertorientierung, Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Planung und methodischen Gestaltung einer Religionsstunde zum Thema „Nachfolge heute“ für die Oberstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Die Schwerpunkte liegen auf der theologischen Begründung von Nachfolge, der Analyse der Schülerzusammensetzung und der didaktischen Aufarbeitung für einen lebendigen Unterricht.
Was ist das primäre Ziel dieses Unterrichtsentwurfs?
Das Ziel ist es, Schüler zu befähigen, christliches Handeln im Alltag zu reflektieren und eine fundierte eigene Meinung dazu zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit stützt sich auf fachdidaktische Analysen, biblisch-theologische Exegesen sowie sozialwissenschaftliche Erkenntnisse zur Identitätsentwicklung Jugendlicher.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse, eine theologische und didaktische Herleitung sowie die methodische Planung und Verlaufsdarstellung.
Welche Schlüsselbegriffe prägen diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nachfolge, Diakonie, soziale Verantwortung, Säkularisierung und Diskursfähigkeit.
Wie geht die Lehrkraft mit der konfessionellen Vielfalt in der Klasse um?
Durch offene Unterrichtsgespräche und die bewusste Einbeziehung von Diakonie und Caritas werden Anknüpfungspunkte geschaffen, die sowohl konfessionelle als auch nicht-konfessionelle Schüler integrieren.
Warum spielt die Bergpredigt eine zentrale Rolle in der Arbeit?
Die Bergpredigt wird als „Dreh- und Angelpunkt“ der Nachfolge definiert, da sie ethische Orientierung für das Handeln von Christen in der Welt bietet.
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- Ulrike Briehm (Author), 2012, Kirche heute - Stundenentwurf, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272513