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Der Mutterkult im Nationalsozialismus

Title: Der Mutterkult im Nationalsozialismus

Term Paper , 2011 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Susanna Harper (Author)

History of Germany - National Socialism, World War II

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„´Hm . . . also, man sieht Ihnen ja mit einem Blick an, dass Sie nichts anderes sein können als eine reinblütige Arierin´, sagte er.
Unvermittelt knallte er mit lautem Ächzen seinen Stempel auf das Formular. >Deutschblütig< stand endlich in meinen Papieren." (Beer 2009, S.203-204)

Mit diesen Worten beschreibt Edith Hahn Beer ihren Auftritt beim Standesamt in Brandenburg, wo sie als untergetauchte Jüdin um die Heiratserlaubnis mit einem NS-Offizier bangte. Wie viel Angst und Leid diesem Ereignis vorausgegangen war, ist kaum fassbar; wie viel dieser Stempel zu jener Zeit in Deutschland verhindern oder dessen Abwesenheit an Schrecken herbei führen konnte, jenseits aller Vorstellungskraft. Edith Hahn Beer hatte Glück.

In kaum mehr als einem Jahr war [sie] von der niedrigsten Kreatur im Dritten Reich – einer gesuchten jüdischen Sklavin, die sich vor dem Transport nach Polen gedrückt hatte – zu einer der angesehensten Volksgenossinnen geworden, einer gebärenden arischen Hausfrau.

Dieser kurze Auszug aus Beers Autobiographie bringt die wichtigsten Elemente des NS-Mutterkults auf den Punkt: >Deutschblütigkeit< und >Mutterschaft< waren die entscheidenden Kriterien, die einer Frau im Dritten Reich Ansehen und Ehre verschaffen konnten. Sie brachten nicht nur soziale, sondern auch finanzielle Vorteile mit sich und wurden von der gesamten Bevölkerung anerkannt.

So wie der Antisemitismus, die Bevölkerungspolitik, die Eugenik und die Rassenhygiene bereits vor 1933 existierten, so auch der >Mutterkult<, der mit der Einführung des Muttertages 1923 an immer mehr überzeugter Anhängerschaft gewann. Während alle diese Richtungen vor der Nazi-Herrschaft mehr oder weniger eigenständig waren, so verschmolzen sie nun zu einer Gesamtideologie, die die bislang extremste Radikalisierung der einzelnen Teilaspekte in der deutschen Geschichte zur Folge hatte.
Die Vorstellung, Menschen könnten und müssten nach ihrem vermeintlichen >Erbwert< gegliedert werden, war weit verbreitet und führte letztlich zum Massenmord an den europäischen Juden sowie den Sinti und Roma. So nah bei einander lagen also Ehrung und Verachtung, Bevorzugung und Diskriminierung, Mutterkult und Massenmord.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Hauptteil

2.1 Frau und Politik

2.2 Der „ureigene Beruf der Mutterschaft“

2.3 „Mädchen von heute – Mütter von morgen“

2.4 Die >deutsche Frau< berichtet

2.5 Das Mutterkreuz

2.6 >Erbbiologische Maßnahmen<

2.7 Mutterschutz vs. Mutterschändung

III Reflexion und Kritik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Seminararbeit untersucht den nationalsozialistischen Mutterkult als ideologisches Instrument, das Frauen in eine traditionelle Rolle drängte, um rassenpolitische Ziele zu verfolgen. Dabei wird analysiert, wie durch Propaganda, Auszeichnungen und rechtliche Maßnahmen einerseits ein Bild der „deutschen Mutter“ geschaffen wurde und andererseits Diskriminierung sowie eugenische Maßnahmen legitimiert wurden.

  • Die Instrumentalisierung der Frau in der nationalsozialistischen Ideologie
  • Die Funktion und politische Bedeutung des Muttertages und des Ehrenkreuzes der deutschen Mutter
  • Die Rolle der Mädchenerziehung im Bund Deutscher Mädel
  • Der Zusammenhang zwischen staatlichem Mutterschutz und rassenhygienischer Auslese
  • Die Diskrepanz zwischen subjektiver Wahrnehmung der Zeitzeuginnen und der ideologischen Realität

Auszug aus dem Buch

Die deutsche Frau< berichtet

Besonders die damalige Jugend hat bis heute mit zwiespältigen Empfindungen über das Dritte Reich zu kämpfen, und das nicht nur wegen der Nazi-Verbrechen, die in den meisten Fällen erst nach dem Krieg bekannt wurden und noch bis heute durch das Lesen von Kriegsliteratur und Biographien aus jener Zeit versucht aufgearbeitet zu werden. Auch wenn es zu der aus heutiger Sicht diskriminierenden Frauenpolitik der Nationalsozialisten kommt, haben viele Zeitzeugen einen inneren Kampf mit sich zu kämpfen, denn diese widerspricht vehement den subjektiven Erfahrungen der meisten BDM-ler.

Befragt man Frauen der damaligen Zeit zu ihren Erlebnissen und Empfindungen, so erinnert sich die große Mehrheit vorangig an die zahlreichen Mütterehrungen, Feste und Sportveranstaltungen, die seit 1933 den nationalsozialistischen Alltag bestimmten, und an denen Frauen immer einen wichtigen Platz einnahmen. Sie fühlten sich dem Manne gleichwertig, denn sie hatten NS-Propaganda nach eine unersetzliche, dem Manne sogar höher gestellte Aufgabe, nämlich die der Sicherung des Weiterbestands des Volkes und die Aufzucht der nächsten Generation.

Auch wenn die >Welt der Frau< kleiner erschien als die des Mannes, so wurde doch immer wieder betont – nicht zuletzt vom Führer selbst – dass sich >die große Welt< des Mannes auf der kleineren Welt aufbaue, und diese somit das Fundament des Volkes bilde.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des NS-Mutterkults ein, beleuchtet die ideologische Verknüpfung von Mutterschaft und Rassenhygiene und erläutert die persönliche Motivation der Autorin für diese Recherche.

II Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die politische Marginalisierung der Frau, die Instrumentalisierung des Muttertages, die gezielte Erziehung junger Mädchen sowie die Einführung des Mutterkreuzes und rassenbiologischer Maßnahmen als Instrumente der NS-Ideologie.

2.1 Frau und Politik: Dieses Kapitel behandelt den Ausschluss der Frauen aus politischen Führungspositionen nach 1933 und die Vereinnahmung des ursprünglich kommerziellen Muttertages für staatliche Propaganda.

2.2 Der „ureigene Beruf der Mutterschaft“: Hier werden bevölkerungspolitische Anreize wie Ehestandsdarlehen und die Rolle der Frau als „Gebärmaschine“ zur Sicherung der sogenannten arischen Rasse erörtert.

2.3 „Mädchen von heute – Mütter von morgen“: Dieses Kapitel beschreibt, wie durch den Bund Deutscher Mädel und das Pflichtjahr junge Frauen frühzeitig auf ihre Rolle als Hausfrau und Mutter vorbereitet wurden.

2.4 Die >deutsche Frau< berichtet: Die Autorin geht hier auf die subjektive Wahrnehmung von Zeitzeuginnen ein, die sich trotz der ideologischen Einengung durch die NS-Propaganda oft aufgewertet fühlten.

2.5 Das Mutterkreuz: Fokus dieses Abschnitts ist die Auszeichnung „Ehrenkreuz der deutschen Mutter“, deren Kriterien und die soziale Stigmatisierung derer, die diese Auszeichnung nicht erhielten.

2.6 >Erbbiologische Maßnahmen<: Dieses Kapitel verdeutlicht den eugenischen Charakter des Mutterkults, inklusive der Zwangssterilisationen und der rassenhygienischen Auslese unter dem Vorwand der Volksgesundheit.

2.7 Mutterschutz vs. Mutterschändung: Abschließend wird der staatliche Mutterschutz als Instrument zur rassenpolitischen Lenkung analysiert, das nicht-deutschen Müttern und Zwangsarbeiterinnen gegenüber menschenverachtend agierte.

III Reflexion und Kritik: Die Reflexion fasst zusammen, dass der Mutterkult ein ideologisches Mittel zum Zweck der totalitären Kontrolle war und betont die Notwendigkeit kritischer Distanz trotz der subjektiven Begeisterung der damaligen Generation.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Mutterkult, deutsche Mutter, NS-Propaganda, Rassenhygiene, Eugenik, Muttertag, Ehrenkreuz der deutschen Mutter, BDM, Frauenbild, Bevölkerungspolitik, Ideologie, Zwangssterilisation, Pflichtjahr, Volksgemeinschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den nationalsozialistischen Mutterkult als politisches Instrument zur Umsetzung rassenideologischer Ziele und dessen Auswirkungen auf das Frauenbild und die Rolle der Frau in der Gesellschaft von 1933 bis 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Frauenpolitik der NSDAP, die Instrumentalisierung von Traditionen wie dem Muttertag, die Indoktrination im BDM, das System des Mutterkreuzes sowie die eugenischen Maßnahmen des NS-Staates.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Mutterkult nicht als Ehrung, sondern als Mittel zur rassenbiologischen Kontrolle und Mobilisierung für den Krieg instrumentalisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, basierend auf einer Auswertung zeitgenössischer Quellen, Biographien und Fachmonographien zur NS-Geschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte des Alltags und der Politik: von der politischen Entmachtung der Frau über die Ausbildung junger Mädchen bis hin zu den rigiden Auslesekriterien für Mutterehren und der menschenverachtenden rassenhygienischen Praxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Nationalsozialismus, Mutterkult, Rassenhygiene, Eugenik, Ehrenkreuz der deutschen Mutter und Volksgemeinschaft.

Wie unterschieden die Nazis „kinderreiche Familien“ von „Großfamilien“?

Die Nazis definierten eine „kinderreiche Familie“ als wertvoll für Volk und Staat, während der Begriff „Großfamilie“ propagandistisch zur Abwertung und Stigmatisierung von Familien genutzt wurde, denen man „erbbiologische Minderwertigkeit“ oder „Asozialität“ unterstellte.

Was war die Funktion des „Ehrenkreuzes der deutschen Mutter“?

Es diente als „sichtbares Zeichen des Dankes“, war jedoch in Wahrheit ein politisches Instrument, um die biologische Leistung einer Frau nach rassenhygienischen Kriterien zu bewerten und die Familie in das NS-System einzubinden.

Wie reagierten Zeitzeuginnen auf die ideologische Bevormundung?

Viele Zeitzeuginnen, die im BDM aufwuchsen, empfanden die Zeit rückblickend als nicht einengend, da sie durch die Propaganda das Gefühl erhielten, eine unersetzliche Rolle für das Volk zu spielen, was die Autorin in ihrer Reflexion kritisch einordnet.

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Details

Title
Der Mutterkult im Nationalsozialismus
College
University of Education Freiburg im Breisgau
Course
Erziehung und Schule im Nationalsozialismus
Grade
1,0
Author
Susanna Harper (Author)
Publication Year
2011
Pages
18
Catalog Number
V272284
ISBN (Book)
9783656638476
ISBN (eBook)
9783656638506
Language
German
Tags
Mutterkult Mütter Hausfrau Bund deutscher Mädel Hitler Jugend Edith Hahn Beer Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanna Harper (Author), 2011, Der Mutterkult im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272284
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