Die heutige Gesellschaft stellt die Menschen in den verschiedenen Lebensbereichen vor komplexe Anforderungen. Welche Kompetenzen sind notwendig, um auf die Herausforderung des Lebens vorbereitet zu sein? „Eine Kompetenz ist mehr als nur Wissen und kognitive Fähigkeiten. Es geht um die Fähigkeit die Bewältigung komplexer Anforderungen, indem in eimem bestimmten Kontext psychosoziale Ressourcen (einschließlich kognitive Fähigkeiten, Einstellungen und Verhaltensweisen) herangezogen und eingesetzt werden.“ (Definition and Selection of Competencies 2005, S.6). Der zentrale Ort, um wichtige Kompetenzen zu erwerben, ist die Schule.
Dadurch, dass unsere Gesellschaft sich grundsätzlich verändert hat, da die deutsche Gesellschaft multikulturell geworden ist, stellen wir neue Anforderungen an unserem Bildungssystem. Das Interesse an mehr bilingualen Unterricht nimmt seitdem stark zu. Der Kompetenzerwerb durch den bilingualen Unterricht soll helfen uns auf den sehr schnellen sozialen Wandel und somit auf die global vernetzte Gesellschaft einzustellen und mit den neuen Anforderungen zu Recht zukommen. Aber welche Kompetenzen können überhaupt durch den bilingualen Unterricht erworben werden und sind diese Kompetenzen wirklich hilfreich, um die Herausforderungen unsere Gesellschaft standzuhalten?
Im Rahmen dieser Hausarbeit soll herausgefunden werden, ob die Ziele des bilingualen Unterrichts für den Erwerb wichtiger Schüsselkompetzen für die heutige Gesellschaft erreicht werden können. Dabei geht es nicht nur um den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler, sondern auch um welche Kompetenzen die Lehrkräfte besitzen müssen, um bilingualen Unterricht zu erteilen.
Im ersten Teil der Hausarbeit werden wichtige Begriffe erläutert und im zweiten Teil, im Hauptteil, richtet sich der Fokus auf den Forschungsstand des bilingualen Unterrichts.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung, Ziel- und Fragestellung
2. Begriffserklärungen
2.1. Zum Begriffsnetz von Schlüsselkompetenzen
2.2. Zum Begriffsnetz von bilingualer Unterricht
3. Zum Forschungsstand von bilingualer Unterricht
3.1. Verbreitung der Schulmodelle in Deutschland
3.2. Apekte der Fächerauswahl beim bilingualen Unterricht
3.3. Zielsetzungen des bilingualen Unterrichts
3.3.1. Der Erwerb fremdsprachlicher Kompetenz
3.3.2. Der Erwerb sachfachlicher Kompetenz
3.3.3. Der Erwerb interkultureller Kompetenz
3.4. Die Ausbildung der Lehrkräfte und ihre Anforderungen für den bilingualen Unterricht
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie bilingualer Unterricht den Erwerb wichtiger Schlüsselkompetenzen fördert, die in einer multikulturellen und global vernetzten Gesellschaft für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unerlässlich sind. Zudem wird beleuchtet, welche speziellen Anforderungen dieser Unterricht an die Kompetenzen der Lehrkräfte stellt.
- Definition und Kategorisierung von Schlüsselkompetenzen nach der OECD
- Modelle und Ausprägungen bilingualen Unterrichts (CLIL, Immersion)
- Förderung fremdsprachlicher, sachfachlicher und interkultureller Kompetenzen
- Anforderungen an die Lehrerausbildung und didaktische Professionalität
- Die Rolle der Schule bei der Bewältigung sozialen Wandels und kultureller Diversität
Auszug aus dem Buch
3.1. Verbreitung der Schulmodelle in Deutschland
Der bilinguale Unterricht umfasst viele verschiedene Modelle, die auf unterschiedliche Vorstellungen und Konzeptionen beruhen. In Deutschland handelt es sich um folgende Schulmodelle: Gesonderte bilinguale Züge, Bilinguale Modelle mit kürzerer Laufzeit, Bikulturelle Schulen (vgl. Finkbeiner 2002, S.9).
Die am meisten verbreitete Typologie sind die bilingualen Züge. „Deren Besonderheit liegt in der Einsetzung einer Fremdsprache als Unterrichtssprache in einigen Sachfächern von Anfang bis zum Ende der jeweiligen Schulform, während die anderen Fächer nur in Deutsch unterrichtet werden.“ (Franceschini 2007, S.69). Bei den bilingualen Modellen mit kürzerer Laufzeit handelt es sich um ein Angebot, in denen eine Fremdsprache als Unterrichtssprache in Projektkursen oder in einzelnen Unterrichtssequenzen verwendet wird. Dieses Modell ist auf relativ kurze Zeit begrenzt (vgl. Franceschini 2007, S.69).
Die Bezeichnung bilingualer Unterricht für bikulturelle Schulen wird z.B. für die Staatliche Europaschule in Berlin und die Deutsch-Italienische Grundschule in Wolfsburg benutzt (vgl. Fehling 2008, S.23). „Dabei handelt es sich um Schulen, bei denen sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte aus zwei Sprachengemeinschaften stammen und der Unterricht in zwei Sprachen stattfindet.“ (Fehling 2008, S.24).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung, Ziel- und Fragestellung: Diese Einführung begründet die Relevanz bilingualen Unterrichts vor dem Hintergrund einer multikulturellen Gesellschaft und definiert das Ziel der Arbeit, den Kompetenzerwerb der Schüler und die Anforderungen an Lehrkräfte zu analysieren.
2. Begriffserklärungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem sowohl das Begriffsnetz der Schlüsselkompetenzen nach der OECD als auch verschiedene Definitionsansätze für bilingualen Unterricht und CLIL erläutert werden.
3. Zum Forschungsstand von bilingualer Unterricht: Dieses umfangreiche Kapitel gibt einen Überblick über die Verbreitung von Schulmodellen, die Fächerauswahl und die pädagogischen Zielsetzungen (fremdsprachlich, sachfachlich, interkulturell) sowie die erforderlichen Lehrerqualifikationen.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Resümee, dass bilingualer Unterricht ein fundamentales Instrument für den Erwerb von Schlüsselkompetenzen ist und ein weiterer Ausbau der Lehrerausbildung notwendig bleibt, um künftige Anforderungen zu erfüllen.
Schlüsselwörter
Bilingualer Unterricht, Schlüsselkompetenzen, CLIL, Immersion, Interkulturelle Kompetenz, Fremdsprachenerwerb, Sachfachunterricht, Multikulturelle Gesellschaft, Schulentwicklung, Lehrerausbildung, Sprachkompetenz, Globalisierung, Euroqualifikation, Bildungssystem, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert, inwiefern der bilinguale Unterricht als pädagogisches Modell dazu beitragen kann, Schülerinnen und Schüler mit den notwendigen Schlüsselkompetenzen für die Herausforderungen einer globalisierten und multikulturellen Gesellschaft auszustatten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Definition von Kompetenzen, den verschiedenen Modellen des bilingualen Unterrichts, den Zielsetzungen (fachlich, sprachlich, interkulturell) sowie den spezifischen Anforderungen an die Qualifikation von Lehrkräften.
Was ist das übergeordnete Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu evaluieren, ob die Ziele des bilingualen Unterrichts tatsächlich zur Stärkung wichtiger Schlüsselkompetenzen beitragen können und welche Kompetenzen Lehrkräfte benötigen, um diesen anspruchsvollen Unterricht erfolgreich durchzuführen.
Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Forschungsstand auf Basis einschlägiger Literatur (OECD-Studien, KMK-Beschlüsse, Fachliteratur) aufarbeitet und systematisiert.
Was sind die Hauptinhalte des zweiten Teils der Arbeit?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Verbreitung von Schulmodellen, der strategischen Auswahl von Sachfächern sowie der detaillierten Analyse, wie fremdsprachliche, sachfachliche und interkulturelle Kompetenzen im bilingualen Setting gefördert werden.
Welche Schlüsselwörter kennzeichnen die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie bilingualer Unterricht, Schlüsselkompetenzen, CLIL, interkulturelle Kompetenz und Lehrerausbildung charakterisiert.
Wie wird "bilingualer Unterricht" im Kontext der Arbeit definiert?
Die Arbeit bezieht sich auf die Definition der Kultusministerkonferenz, wonach es sich um Fachunterricht in nicht-sprachlichen Fächern handelt, bei dem eine Fremdsprache überwiegend als Arbeitssprache für den fachlichen Diskurs eingesetzt wird.
Warum spielt interkulturelle Kompetenz eine so zentrale Rolle?
Da Deutschland eine multikulturelle Gesellschaft geworden ist, stellt interkulturelle Kompetenz eine essenzielle Schlüsselqualifikation dar, um in sozialen Situationen effektiv zu interagieren und eigene Identitäten sowie die anderer zu reflektieren.
Welche Anforderungen werden an Lehrkräfte gestellt?
Neben sehr guten sprachlichen Kompetenzen auf C1-Niveau werden fachdidaktische Kenntnisse, die Fähigkeit zur Materialauswahl und ein sensibles Korrekturverhalten gefordert, um das fachliche und sprachliche Lernen der Schüler zu fördern.
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- Somaira Siddique (Author), 2014, Der Erwerb von wichtigen Schlüsselkompetenzen durch den bilingualen Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/272110