Sowohl in dem Konzept der Nachhaltigen Entwicklung, als auch beim Recht auf Entwicklung geht es um eine „Entwicklung“. Doch was bedeutet eigentlich der Begriff Entwicklung? Eine eindeutige Definition ist nicht schnell zu finden, stattdessen begegnen uns immer wieder Begriffe wie Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungsland oder Entwicklungspolitik. Sicherlich kann man sich schnell darauf einigen, dass es sich bei Entwicklung zunächst einmal um eine Veränderung des bestehenden Zustands handelt. Weiterhin begegnen einem aber auch Begriffe wie „Entfaltung“, „Ausbau“, „Modernisierung“, „Heranbildung“ oder „Weiterentwicklung“. All diese Begriffe beschreiben einen (anzustrebenden) Prozess. Sie implizieren jedoch zunächst einmal weder die Art und Weise, wie dieser aussehen sollte, noch wohin er verläuft.
Inhaltsverzeichnis
1. Was heißt Entwicklung?
Zielsetzung & Themen
Das Essay untersucht kritisch den Universalitätsanspruch westlicher Entwicklungskonzepte und hinterfragt deren Fokus auf ökonomisches Wachstum im Kontext des Menschenrechts auf Entwicklung sowie des Konzepts der Nachhaltigen Entwicklung.
- Kritische Analyse des Begriffs „Entwicklung“
- Untersuchung des Menschenrechts auf Entwicklung
- Diskussion des Konzepts der Nachhaltigen Entwicklung
- Kritik an der Dominanz westlicher, ökonomisch geprägter Modelle
- Hinterfragung des Universalitätsanspruchs globaler Entwicklungsideologien
Auszug aus dem Buch
Was heißt Entwicklung?
Sowohl in dem Konzept der Nachhaltigen Entwicklung, als auch beim Recht auf Entwicklung geht es um eine „Entwicklung“. Doch was bedeutet eigentlich der Begriff Entwicklung? Eine eindeutige Definition ist nicht schnell zu finden, stattdessen begegnen uns immer wieder Begriffe wie Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit, Entwicklungsland oder Entwicklungspolitik. Sicherlich kann man sich schnell darauf einigen, dass es sich bei Entwicklung zunächst einmal um eine Veränderung des bestehenden Zustands handelt. Weiterhin begegnen einem aber auch Begriffe wie „Entfaltung“, „Ausbau“, „Modernisierung“, „Heranbildung“ oder „Weiterentwicklung“. All diese Begriffe beschreiben einen (anzustrebenden) Prozess. Sie implizieren jedoch zunächst einmal weder die Art und Weise, wie dieser aussehen sollte, noch wohin er verläuft.
Im Jahr 1986 verfasste die Generalversammlung der Vereinten Nationen eine Erklärung über das Recht auf Entwicklung. Darin heißt es, dass Entwicklung ein umfassender wirtschaftlicher, sozialer, kultureller und politischer Prozess ist, der die ständige Steigerung des Wohls der gesamten Bevölkerung und aller Einzelpersonen auf der Grundlage ihrer aktiven, freien und sinnvollen Teilhabe am Entwicklungsprozess und an der gerechten Verteilung der daraus erwachsenen Vorteile zum Ziel hat.
Um ihre Lebensbedingungen und damit ihr Wohl langfristig zu verbessern, sollen die Menschen also selbst aktiv werden und sich selbst und andere entwickeln. Jedoch kann eine „freie Teilhabe“ an diesem Entwicklungsprozess auch eine Verweigerung jeglicher Teilhabe sein. In dem Fall wäre die Bevölkerung passiv und die anderen gefragt, aktiv zu werden und die Bevölkerung eines sich entwickelnden Landes in diese Entwicklung (sinnvoll) mit einzubinden. Das nennt man Entwicklungszusammenarbeit. Hier stellt sich die Frage, wie eine „sinnvolle Teilhabe“, bzw. Einbindung aussehen sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was heißt Entwicklung?: Das Kapitel beleuchtet die Schwierigkeit einer eindeutigen Begriffsdefinition und kritisiert, wie westlich dominierte, auf ökonomischem Wachstum basierende Konzepte global als universell gültig propagiert werden, obwohl sie oft nicht den tatsächlichen Bedürfnissen unterschiedlicher Gesellschaften entsprechen.
Schlüsselwörter
Entwicklung, Nachhaltige Entwicklung, Menschenrecht auf Entwicklung, Globalisierung, Kapitalismus, Westliche Konzepte, Ökonomie, Universalitätsanspruch, Lebensbedingungen, Partizipation, Wirtschaftswachstum, Profitmaximierung, Kulturelle Diversität, Globale Stratifikation, Entwicklungszusammenarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch das Verständnis von „Entwicklung“ im Kontext internationaler Abkommen und hinterfragt, inwieweit westliche, kapitalistisch geprägte Wachstumsmodelle als universelle Standards für globale Entwicklung geeignet sind.
Was sind die zentralen Themenfelder des Essays?
Die zentralen Themen sind das Menschenrecht auf Entwicklung, das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung sowie die Kritik an der Vorherrschaft ökonomischer Interessen in der globalen Entwicklungspolitik.
Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob der Universalitätsanspruch aktueller Entwicklungskonzepte gerechtfertigt ist oder ob diese Konzepte durch westliche Interessen verfälscht werden, die eine echte, lokale Selbstbestimmung erschweren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um einen essayistischen Ansatz, der eine kritische Diskursanalyse von Begriffen und Konzepten mit einer politologisch-theoretischen Reflexion über internationale Entwicklungspolitik verbindet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Diskrepanz zwischen den hehren Zielen der UN-Resolution zum Recht auf Entwicklung und der Realität einer globalen, oft zerstörerischen Wirtschaftsordnung, die lokale sozio-kulturelle Strukturen untergräbt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Essay?
Wichtige Begriffe sind Entwicklung, Nachhaltigkeit, Universalitätsanspruch, Kapitalismus, Partizipation und wirtschaftliche Dominanz.
Warum sieht die Autorin das Konzept der „Nachhaltigen Entwicklung“ kritisch?
Die Autorin argumentiert, dass das Konzept von der Wirtschaft vereinnahmt wurde und nun oft als bloßer Wettbewerbsfaktor dient, anstatt einen echten Bruch mit dem ökonomischen Wachstumszwang und der Profitmaximierung darzustellen.
Welche Rolle spielen außereuropäische Kulturen in dieser Betrachtung?
Sie dienen als Gegenmodell, da ihr tieferes, nicht-anthropozentrisches Bewusstsein für den Umgang mit natürlichen Ressourcen zeigt, dass nachhaltiges Leben außerhalb westlicher Industriekonzepte schon lange vor deren Entstehung existierte.
- Quote paper
- Sabine Forkel (Author), 2013, Was heißt Entwicklung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/271936