Was ist Positive Psychologie und woher kommt diese?
In den letzten 20 Jahren hat sich eine neue Denkrichtung der Psychologie entwickelt, die mit der bisher üblichen Ausrichtung der Psychologie bricht und versucht, einen neuen Fokus zu etablieren. Nachdem die Psychologie sich seit ihrer Entstehung schwerpunktmäßig mit psychischen Erkrankungen und den damit einhergehenden Problemen beschäftigt und nach Möglichkeiten gesucht hat, diese zu heilen und Beschwerden zu lindern, versteht sich die Positive Psychologie als die Wissenschaft von positiven Emotionen sowie positiven Charaktereigenschaften und Institutionen, die diese unterstützen und hervorbringen.
Obwohl diese Richtung der Psychologie noch jung ist und sie gerade in den letzten Jahren einen großen Interessensanstieg verzeichnen konnte, finden sich die Wurzeln für diese Ausrichtung schon bedeutend früher (Seligman, Steen, Park, & Peterson, 2005).
Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Wissenschaftler bekannt, der im Nachhinein als der erste positive Psychologe bezeichnet wurde: William James. Der Amerikaner, der 1984 und 1904 das Amt des Präsidenten der American Psychological Association bekleidete, etablierte die noch junge Wissenschaft der Psychologie. Seine zentralen Fragen an die psychologische Forschung suchten nach der menschlichen Energie und den Möglichkeiten, diese optimal zu nutzen und zu fördern (Froh, 2004). Diese Fokussierung auf die Stärken und Ressourcen der Menschen fand Mitte des 20. Jahrhunderts großen Anklang, besonders im Humanismus. In den 1950er Jahren entwickelte sich die humanistische Ausrichtung der Psychologie, die sich besonders in Abgrenzung zum Behaviorismus definierte, der – nach Meinung der Humanisten – mit seinem rein verhaltensorientierten Ansatz ein zu reduktionistisches Menschenbild hatte. Vertreter des Humanismus verfochten die Ansicht, dass Menschen ein Bedürfnis nach Entwicklung und Selbstverwirklichung haben und versuchten die Erkenntnisse der Psychologie zu nutzen, um den Menschen diese Verwirklichung zu ermöglichen. Der Einfluss von Wünschen und Zielen ist entscheidend, um eine Person verstehe zu können. Ein wichtiger Vertreter der Humanistischen Schule war Abraham Maslow (1908 – 1970). Von ihm stammt das folgende Zitat, welches bereits die meist genannte Kritik der Positiven Psychologie an bisheriger psychologischer Forschung formuliert: [...]
Inhaltsverzeichnis
Was ist Positive Psychologie und woher kommt diese?
Positive Psychologie - auf dem Weg zum Glück?
Konzepte der Positiven Psychologie
Ansätze der Positiven Psychologie im Coaching
PERMA - eine Theorie zur Steigerung des Wohlbefindens
Appreciative Inquiry Coaching
Das Resilienz-Konzept nach Reivich und Shatte (2002)
Aktuelle Forschungsergebnisse
Positive Emotions
Engagement
Relations
Meaning
Accomplishment
Feedback
Reflexion der Seminareinheit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die theoretischen Grundlagen der Positiven Psychologie darzulegen und deren praktische Anwendungsmöglichkeiten im Rahmen eines Life-Coachings für Führungskräfte aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie Interventionen zur Steigerung von Stärken und Wohlbefinden die berufliche Leistungsfähigkeit und Lebenszufriedenheit unterstützen können.
- Wurzeln und theoretische Konzepte der Positiven Psychologie
- Interventionsansätze wie PERMA, Appreciative Inquiry und Resilienz-Training
- Empirische Evidenz zur Wirksamkeit von Positive Psychology Interventions (PPI)
- Praktische Coaching-Übungen für den Führungsalltag
Auszug aus dem Buch
Was ist Positive Psychologie und woher kommt diese?
In den letzten 20 Jahren hat sich eine neue Denkrichtung der Psychologie entwickelt, die mit der bisher üblichen Ausrichtung der Psychologie bricht und versucht, einen neuen Fokus zu etablieren. Nachdem die Psychologie sich seit ihrer Entstehung schwerpunktmäßig mit psychischen Erkrankungen und den damit einhergehenden Problemen beschäftigt und nach Möglichkeiten gesucht hat, diese zu heilen und Beschwerden zu lindern, versteht sich die Positive Psychologie als die Wissenschaft von positiven Emotionen sowie positiven Charaktereigenschaften und Institutionen, die diese unterstützen und hervorbringen.
Obwohl diese Richtung der Psychologie noch jung ist und sie gerade in den letzten Jahren einen großen Interessensanstieg verzeichnen konnte, finden sich die Wurzeln für diese Ausrichtung schon bedeutend früher (Seligman, Steen, Park, & Peterson, 2005).
Zusammenfassung der Kapitel
Was ist Positive Psychologie und woher kommt diese?: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und definiert die Positive Psychologie als Gegenentwurf zur defizitorientierten klassischen Psychologie.
Positive Psychologie - auf dem Weg zum Glück?: Hier wird der Anstieg der wissenschaftlichen Literatur und die wachsende Bedeutung des Themas in der aktuellen Forschung diskutiert.
Konzepte der Positiven Psychologie: Es werden zentrale Begrifflichkeiten wie Happiness, Flow, Stärkenorientierung und Sinnhaftigkeit eingeführt und theoretisch verortet.
Ansätze der Positiven Psychologie im Coaching: Dieses Kapitel stellt spezifische Methoden wie das PERMA-Modell, Appreciative Inquiry Coaching und Resilienz-Konzepte vor.
Aktuelle Forschungsergebnisse: Hier werden Meta-Analysen und Studien präsentiert, welche die Wirksamkeit von Interventionen in klinischen, schulischen und Coaching-Kontexten belegen.
Reflexion der Seminareinheit: Die Autoren reflektieren ihre eigene Coaching-Sitzung, bewerten die verwendeten Methoden und leiten daraus Erkenntnisse für zukünftige Durchführungen ab.
Schlüsselwörter
Positive Psychologie, Coaching, Führungskräfte, Wohlbefinden, PERMA-Modell, Resilienz, Happiness, Flow, Stärken, Appreciative Inquiry, Achtsamkeit, Lebenszufriedenheit, Ressourcenorientierung, Sinnhaftigkeit, Interventionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Integration der Konzepte der Positiven Psychologie in die Praxis des Coachings von Führungskräften.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Felder sind die Steigerung des persönlichen Wohlbefindens, die Ressourcenaktivierung und die Anwendung psychologischer Modelle im Arbeitskontext.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu zeigen, wie durch Positive Psychologie eine Abkehr von der Defizitorientierung hin zu einer lösungsorientierten Entwicklung gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der praktischen Erprobung und Reflexion verschiedener Coaching-Interventionen.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte, spezifische Coaching-Ansätze und eine Analyse aktueller empirischer Forschungsergebnisse.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Die zentralen Schlagworte umfassen Positive Psychologie, Coaching, Resilienz, PERMA-Modell und Ressourcenorientierung.
Wie unterscheidet sich PERMA von klassischen Ansätzen?
Das PERMA-Modell fokussiert nicht auf die Behebung von Problemen, sondern auf fünf Faktoren, die menschliches Aufblühen aktiv fördern.
Welche Rolle spielt die Kritik an der Positiven Psychologie in diesem Dokument?
Die Kritik wird sowohl in einem eigenen Appendix-Teil als auch kritisch reflektiert im Fazit thematisiert, um einen wissenschaftlich ausgewogenen Blick zu gewährleisten.
- Arbeit zitieren
- Lisa Maria Hirschfelder (Autor:in), 2014, Life-Style-Coaching für Führungskräfte, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/271168