Die vorliegende Arbeit soll mittels einer empirischen Untersuchung der Fragestellung auf den Grund gehen, in welchen Fällen die unterschiedlichen Endungen für den Genitiv Singular verwendet werden. Hierbei liegt der Fokus auf den Fällen, in denen ein Diphthong im Auslaut steht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problematik der Endungsbildung
2.1. Zusammenhang von verbaler Sprache und Orthografie
2.2. Empfehlungen durch orthografische Wörterbücher
3. Die empirische Untersuchungsweise
4. Versuchsdurchführung
4.1. Auswertung Gruppe 1
4.1.1. Erwartungen
4.1.2. Ergebnisse
4.2. Auswertung Gruppe 2
4.2.1. Erwartungen
4.2.2. Ergebnisse
4.3. Auswertung Gruppe 3
4.3.1. Erwartungen
4.3.2. Ergebnisse
4.4. Gruppenvergleich
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht mittels einer empirischen Studie, in welchen Fällen verschiedene Genitiv-Endungen im Singular bei deutschen Substantiven mit einem Diphthong im Auslaut verwendet werden. Dabei soll insbesondere geklärt werden, wie Probanden die Endungsbildung wahrnehmen und ob Kontextfaktoren oder prosodische Strukturen die Wahl der Genitiv-Form beeinflussen.
- Analyse der Genitiv-Flexion bei Substantiven mit auslautendem Diphthong
- Untersuchung des Einflusses von Schriftbild und Kontext auf die Sprachproduktion
- Vergleich der Genitiv-Bildung bei einsilbigen, jambischen und trochäischen Wörtern
- Einfluss der Wortlänge und Komplexität bei Komposita auf die Endungswahl
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Kasussystem des Neuhochdeutschen wird von 4 Klassen beherrscht. Diese sind der Nominativ-, der Genitiv-, der Dativ- und der Akkusativfall. Am auffälligsten ist hierbei der Genitiv Singular, da seine Bildung selbst studierten Personen einige Schwierigkeiten bereitet. In einem Artikel über die telefonische Duden-Sprachberatung ist vermerkt, dass der Service meist für privatberufliche oder kommerzielle Zwecke wie zum Beispiel Quizshows genutzt wird. Die Ratsuchenden sind hierbei hauptsächlich Journalisten, Sekretariatsangestellte sowie Studenten. Täglich zählt die Sprachberatung um die 200 Anrufe, was zeigt, dass die Nachfrage nach korrekter Sprachanwendung sehr groß ist.
Im ersten Moment gehen viele Personen von dem Vorhandensein gewisser Regeln aus, die für seine Bildung gelten. Fragt man sie jedoch nach der Aufzählung einiger dieser Regeln, geraten viele bereits ins Stocken. Es ist nicht leicht, die Regeln für den Genitiv aufzuzeigen. Der für seine grammatischen und lexikalischen Schriften bekannte Germanist Johann Christoph Adelung sprach 1782 sogar von Willkür.
Seitdem hat sich zwar Einiges in der Forschung getan, jedoch ist die Nominalflexion für viele Personen immer noch problematisch. Dies kann auch daran liegen, dass der Genitiv (Singular sowie Plural) heutzutage mündlich kaum noch verwendet wird. Viele greifen stattdessen auf die Präpositionalphrase „von“ zurück, welche den Dativ fordert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert das Kasussystem des Deutschen, betont die Schwierigkeiten bei der Genitiv-Bildung und definiert den Fokus der Untersuchung auf Substantive mit Diphthong im Auslaut.
2. Problematik der Endungsbildung: Hier werden orthografische und lautliche Aspekte der Flexion beleuchtet sowie die oft widersprüchlichen Empfehlungen verschiedener Wörterbücher kritisch hinterfragt.
3. Die empirische Untersuchungsweise: Das Kapitel beschreibt die Auswahl der Testwörter, deren Einteilung in drei prosodische Gruppen sowie den methodischen Aufbau des Fragebogens und der Datenerhebung.
4. Versuchsdurchführung: Dieser Abschnitt präsentiert die detaillierte Auswertung der Ergebnisse für die drei Wortgruppen sowie einen vergleichenden Überblick über die bevorzugten Genitiv-Endungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die „-s“ Endung in allen getesteten Gruppen am häufigsten verwendet wurde und interpretiert dieses Ergebnis als Hinweis auf die einfache Markierung im Sprachgebrauch.
Schlüsselwörter
Genitiv Singular, Diphthong, Nominalflexion, deutsche Sprache, empirische Untersuchung, Sprachberatung, Endungsbildung, Kasussystem, Wortbildung, Probanden, Sprachgebrauch, Linguistik, Orthografie, Phonologie, Morphologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der empirischen Untersuchung zur Realisierung des Genitivs Singular bei deutschen Substantiven, wobei ein besonderer Fokus auf Wörtern mit einem Diphthong im Auslaut liegt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die Flexionsregeln des Genitivs, der Einfluss der prosodischen Struktur von Wörtern auf die Endungswahl sowie die Diskrepanz zwischen offiziellen orthografischen Empfehlungen und dem tatsächlichen Sprachgebrauch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es herauszufinden, in welchen Fällen Sprecher welche Genitiv-Endungen wählen und ob Faktoren wie Kontext, Bildvorlagen oder die Wortstruktur (Silbenanzahl) einen messbaren Einfluss auf die Sprachproduktion haben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine empirische Untersuchung, bei der Probanden Wörter anhand von Bildern erkennen oder in einem Lückentext in den Genitiv setzen mussten, um so spontane Sprachäußerungen zu analysieren.
Was wird im umfangreichen Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung und die detaillierte Auswertung von drei verschiedenen Wortgruppen, unterteilt nach ihrer prosodischen Struktur (einsilbig, jambisch, trochäisch), inklusive einer Analyse der Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Genitiv-Realisierung, Diphthong-Auslaut, Nominalflexion, empirische Datenerhebung und die Variation der Genitiv-Endungen (-s, -es, endungslos).
Warum stellt gerade die Endung „-es“ oder „-s“ bei Diphthongen eine Herausforderung dar?
Die Untersuchung zeigt, dass bei Wörtern mit Diphthong im Auslaut oft Unsicherheit besteht, ob eine Verlängerung durch ein „-es“ (E-Schwa) notwendig ist oder ob die kurze „-s“ Form ausreichend ist, um das Wort vom Nominativ abzugrenzen.
Gab es bei den Ergebnissen Auffälligkeiten bezüglich der Wortlänge?
Ja, bei komplexen Komposita zeigten die Probanden eine Tendenz, die „-s“ Endung zu wählen, um eine unnötige Verlängerung des bereits langen Wortes zu vermeiden.
Beeinflusst das Schriftbild die Genitiv-Bildung?
Die Studie deutet darauf hin, dass die schriftliche Vorgabe (z.B. in einem Lückentext) die Probanden zu bewussteren Entscheidungen verleitet als die rein bildliche, spontane Abfrage.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Talbot (Autor:in), 2011, Empirische Untersuchungen zur Realisierung des Genitiv Singular in der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270950