Seit Fünfjahrespläne in der Volksrepublik China im Jahr 1953 nach sowjetischem Vorbild
eingeführt wurden, waren sie stets ein bedeutendes Mittel chinesischer Zentralpolitik.
Fünfjahrespläne sind nicht nur ein einziges Dokument, sondern werden von einer Vielzahl
von Politischen Initiativen und weiteren Plänen, unterteilt in verschiedene Regionen und
Branchen, begleitet. Sie sind als „Baupläne“ und Richtlinien zur zukünftigen ökonomischen,
sozialen und industriellen langfristigen Entwicklung zu verstehen. Dabei werden diese in
Ziele für die einzelnen Sektoren und Regionen und in kürzere Zeiträume eingeteilt, an die
tatsächliche Entwicklung angepasst und zur Bewertung lokaler Entscheidungsträger
herangezogen. Der 12. Fünfjahresplan für die Jahre 2011-2015 wird in dieser Arbeit auf
die umweltpolitische Aspekte untersucht. Chinas Klimapolitik rückt zunehmend in das Blickfeld
der Weltöffentlichkeit. Seit China 2006 die Vereinigten Staaten als größten CO2-Emittenten abgelöst
haben und sich weiterhin der Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß steigert, hat China auch eine
wachsende Bedeutung in den Internationalen Klimaabkommen erlangt. Der 12. Fünfjahresplan
gibt die Möglichkeit die umweltpolitischen Pläne der chinesischen Regierung bis zum Jahr 2015
genauer zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Bedeutung von Fünfjahresplänen in der VRC
3. Umweltpolitik in der VRC
3.1 Überblick über Institutionen und gesetzgebende Organe der Umweltpolitik
3.2 Historischer Überblick: Umweltgesetze und -richtlinien in China
3.3 Probleme und Herausforderungen
4. Der 12. Fünfjahresplan in Bezug auf die Umweltpolitik
4.1 Der 12. Fünfjahresplan
4.2 Der 12. im Vergleich zum 11. Fünfjahresplan
5. China in internationalen Umweltabkommen und Klimaverhandlungen
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Implementierung der Umweltpolitik in der Volksrepublik China mit besonderem Fokus auf den 12. Fünfjahresplan. Dabei wird analysiert, wie sich die ökologischen Prioritäten innerhalb der zentralen Planungsstruktur Chinas gewandelt haben und welche Herausforderungen bei der Umsetzung dieser umweltpolitischen Ziele bestehen.
- Historische Entwicklung der chinesischen Fünfjahrespläne
- Institutioneller Rahmen und gesetzliche Grundlagen der Umweltpolitik
- Analyse der umweltrelevanten Ziele des 12. Fünfjahresplans
- Vergleich der umweltpolitischen Strategien zwischen dem 11. und 12. Fünfjahresplan
- Chinas Position in internationalen Klimaverhandlungen
Auszug aus dem Buch
4.1 Der 12. Fünfjahresplan
„In transforming the economic development mode, the importance of building a resource-saving and environment-friendly society should be stressed to save energy, reduce greenhouse emissions and actively tackle global climate change. We should develop circular economy and low carbon technologies. Through striking a balance between economic development and population growth, sustainable development will be enhanced.“
China bekennt sich hiermit nicht nur zu einer grünen, nachhaltigen Entwicklungspolitik für die Zukunft, sondern zu einer grundsätzlichen Transformation der Wirtschaft. In von der chinesischen Regierung herausgegebenen Dokumenten hat jedes einzelne Wort eine ganz bestimmte Bedeutung, selbst ähnliche Formulierungen können nicht als synonym verstanden werden. Hier fällt allerdings auf, dass „should“ nicht die gleiche Qualität wie beispielsweise „will“ oder „must“ besitzt, wie es in anderen Teilen des Fünfjahresplans die sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung beschäftigen verwendet wird. Umweltpolitische Ziele werden damit nur als Absichtserklärung und nicht als bindende Ziele formuliert, abgesehen von den bindenden Zielen zu Emissionen, Wald- und Farmland sowie Energie- und Wasserkonsum, welche in einer Graphik zusammengefasst wurden (Graphik 3).
Typischerweise sind die Ziele im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt formuliert, um zu vermeiden, dass durch zu starkes Wachstum die entsprechenden Ziele nicht einhaltbar wären. Dies ist auch der Grund, warum China sich weigert entsprechende Klimaschutzprotokolle, welche eine absolute Reduktion von Treibhausgas-Emissionen vorsehen, zu unterzeichnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Fünfjahrespläne als zentrales Steuerungsinstrument ein und skizziert die ökologische Problematik Chinas als Ausgangslage für die Arbeit.
2. Die Bedeutung von Fünfjahresplänen in der VRC: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung und die Funktion des Planungssystems, von den Anfängen unter sowjetischem Einfluss bis hin zur modernen marktwirtschaftlichen Ausrichtung.
3. Umweltpolitik in der VRC: Das Kapitel analysiert den institutionellen Aufbau der chinesischen Umweltbehörden, die historische Gesetzgebung sowie die strukturellen Probleme bei der Durchsetzung umweltpolitischer Maßnahmen.
4. Der 12. Fünfjahresplan in Bezug auf die Umweltpolitik: Hier wird der 12. Fünfjahresplan detailliert hinsichtlich seiner umweltpolitischen Zielsetzungen untersucht und mit dem vorangegangenen 11. Plan verglichen.
5. China in internationalen Umweltabkommen und Klimaverhandlungen: Dieses Kapitel erörtert Chinas Rolle in globalen Klimaverhandlungen und den Spagat zwischen nationalen Entwicklungszielen und internationaler Verantwortung.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die zukünftigen Erfolgsaussichten Chinas bei der Transformation zu einer nachhaltigeren Wirtschaft.
Schlüsselwörter
Fünfjahresplan, Umweltpolitik, Volksrepublik China, Nachhaltigkeit, Treibhausgasemissionen, Klimawandel, Umweltschutzorganisationen, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Ressourcenmanagement, Wirtschaftsplanung, 12. Fünfjahresplan, Emissionskontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Umweltpolitik innerhalb des chinesischen Planungssystems, insbesondere unter Berücksichtigung der im 12. Fünfjahresplan definierten Ziele.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Wirtschaftsplanung, die Institutionen der chinesischen Umweltverwaltung sowie die spezifischen ökologischen Zielsetzungen des 12. Fünfjahresplans.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel der Untersuchung ist es, aufzuzeigen, wie China versucht, ökonomisches Wachstum mit ökologischen Erfordernissen in Einklang zu bringen und welche Rolle dabei die Fünfjahrespläne spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Regierungsdokumenten, Fünfjahresplänen sowie aktueller Fachliteratur und Berichten internationaler Organisationen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Planungsinstitutionen, eine historische Einordnung der Umweltgesetzgebung sowie eine detaillierte Auswertung der umweltpolitischen Vorgaben des 12. Fünfjahresplans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fünfjahresplan, Umweltpolitik, nachhaltige Entwicklung, CO2-Intensität und Energieeffizienz.
Wie unterscheidet sich der 12. Fünfjahresplan vom 11. Plan hinsichtlich der Umweltziele?
Der 12. Fünfjahresplan zeichnet sich durch eine deutlich stärkere Gewichtung umweltrelevanter Ziele aus, wobei der Fokus verstärkt auf Qualitätswachstum und grünen Technologien liegt.
Welche Rolle spielt die Dezentralisierung für die Umsetzung der Umweltpolitik?
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Dezentralisierung oft zu Zielkonflikten führt, da lokale Behörden zwischen umweltpolitischen Vorgaben und der Priorität des Wirtschaftswachstums abwägen müssen.
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- Ralph Schechterle (Author), 2012, Der 12. Chinesische Jahresplan. Umweltpolitische Betrachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270711