Teil A: Die Studie wurde im Rahmen des Dissertationsstudiums der Wirtschaftspädagogik an der Johannes Kepler Universität, Linz im Wintersemester 2012/13 im Fach „quantitative Forschungsmethoden“ bearbeitet. Untersuchungsgegenstand waren Teilnehmer in Kursen zur Aktivierung und Orientierung im Rahmen arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen bei einem Bildungsinstitut in Wien. Sie untersucht den Zusammenhang zwischen einer belegten und von den Teilnehmern selbst gewählten Kursdauer und einer abschließend geäußerten Teilnehmerzufriedenheit. Es wird hinterfragt, ob ein Zusammenhang zwischen diesen Variablen besteht. Zur Anwendung kommen eine einfaktorielle Varianzanalyse (ANOVA) und entsprechende Hypothesentests. Die Daten wurden mittels des Statistikprogramms PSPP ausgewertet.
Teil B: Diese Arbeit wurde im Rahmen der Zertifizierung zum Fachtrainer nach ISO 17024 erstellt. Sie beschreibt in einem ersten Teil die makrodidaktische Planung der beschriebenen Fachkurse. In einem zweiten Teil wird die Planung und Umsetzung einer Trainingssequenz beschrieben.
Teil C: Das Essay beschreibt die kritische Auseinandersetzung mit einem Fachartikel sowohl bezüglich einer Genderperspektive als auch bezüglich den Zusammenhängen mit einer im Rahmen des didaktischen Handelns anzustrebenden erwachsenenbildnerischen Professionalität. Der diskutierte Artikel „Gender und Diversity gerechte Didaktik: ein intersektionaler Ansatz“ von G. Perko und C. Czollek erschienen 2008 im „Magazin erwachsenenbildung.at.“
Teil D: Diese wissenschaftliche Hausarbeit wurde im Wintersemester 2013/14 im Rahmen des Doktoratsstudiums der Wirtschaftspädagogik an der JKU Linz im Zusatzfach „Ausgewählte Aspekte der betrieblichen Bildung, Berufspädagogik u. Erwachsenenbildung“ zur Bewertung vorgelegt. Die Vorlesung beschäftigte sich zum einen mit der Fragestellung einer prinzipiellen Prüfbarkeit und Zertifizierbarkeit individueller (beruflicher) Kompetenzen. Zum anderen wurden Beratungsansätze im Rahmen der Erwachsenenbildungsberatung diskutiert und erläutert. Die vorliegende Hausarbeit beschreibt und diskutiert kritisch den Personenzertifizierungsprozess nach ISO 17024 zum/zur FachtrainerIn.
Inhaltsverzeichnis
Teil A - Lässt die Dauer einer Qualifizierungsmaßnahme Rückschlüsse auf die zu erwartende Teilnehmerzufriedenheit zu?
A.1. Einführung
A.1.1. Die Situation
A.1.1.1. Kurse zur beruflichen Qualifizierung - die Gruppe der Geringqualifizierten
A.1.1.2. Das Trainingsprogramm New Skills
A.1.2. Der Forschungsansatz
A.1.2.1. Voraussetzungen des Lernens
A.1.2.2. Teilnehmerzufriedenheit – Maß für eine Entschulung?
A.1.2.3. Kursevaluierung und Teilnehmerzufriedenheit aus quantitativer Perspektive
A.1.2.4. Hypothesen
A.2. Untersuchungsaufbau
A.2.1. Ziele der Untersuchung
A.2.2. Der Fragebogen
A.2.2.1. Art und Weise der Befragung
A.3. Statistische Auswertung
A.3.1. Durchschnittlichen TeilnehmerInnenzufriedenheit
A.3.1.1. Berechnung der durchschnittlichen Zufriedenheit
A.3.1.2. Vergleich der Mittelwerte
A.3.1.3. ANOVA unter PSPP – Betrachtung der durchschnittlichen Zufriedenheit
A.3.2. Hypothesentest
A.3.2.1. Formulierung der Hypothesen
A.3.2.2. Normalverteilung
A.3.2.3. Überprüfung der Varianzhomogenität
A.3.2.3.1. Levene Test zur Varianzgleichheit
A.3.2.3.2. T-Test – Gleichheit der Mittelwerte
A.4. Schlussbetrachtungen
A.4.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
A.4.2. Diskussion
Teil B - Planung und Umsetzung von Qualifizierungskursen zur Vorbereitung auf die Facharbeiterprüfung im anerkannten Ausbildungsberuf „Maschinen- und AnlagenführerIn – Fachrichtung Metall- und Kunststofftechnik“
B.1. Einleitung
B.1.1. Die Situation
B.1.2. Das Berufsbild „Maschinen- und AnlagenführerIn – Fachrichtung Metall und Kunststofftechnik“
B.1.3. Anforderungen und Ausnahmen zur beruflichen Nachqualifizierung zum/zur MAF unter Berücksichtigung der Umschulungsregelung
B.1.4. Koordination der Qualifizierungsmaßnahme sowie die Abschlussprüfung im Berufsbild MAF
B.2. Teil 1: Makrodidaktische Planung von Kursen zur Nachqualifizierung zum/zur MAF unter besonderer Berücksichtigung der Prüfungsgegenstände in den Prüfungsfächern Produktionstechnik und Produktionsplanung
B.2.1. Definition eines zur Anwendung kommenden Curriculums
B.2.1.1. Ermittlung der Prüfungsinhalte
B.2.1.2. Ergänzung der Prüfungsinhalte und Entwicklung von Lehr-/Lerninhalten
B.2.1.3. Definition zu vermittelnder Lehr-/Lerninhalte – Grobplanung und Übersicht geforderter Fachkompetenzen
B.2.2. Festlegung des zeitlichen Rahmens
B.2.3. Eckdaten zur weiteren Planung und der didaktisch-methodischen Trainingsvorbereitung
B.2.4. Persönliches Vorgehen im Hinblick auf die mikrodidaktische Umsetzung im Rahmen der Fachkurse
B.3. Teil 2: Mikrodidaktische Umsetzung – Trainingssequenz: Vielfalt der Werkstoffe unter Anwendung spezieller Moderationsformen (Memorytechnik)
B.3.1. Fachdidaktischer Hintergrund und Lernziele
B.3.2. Trainingssituation
B.3.3. Gestaltung und Ablauf der Trainingssequenz
B.3.3.1. Phase 1 - Einstieg und Definition
B.3.3.2. Phase 2 - Entwicklung der Baumstruktur als moderierter Prozess
B.3.3.3. Phase 3 – Die Memorytechnik als Kognitionshilfe und zur Lernerfolgskontrolle
Teil C - Textanalyse des Artikels: „Gender und Diversity gerechte Didaktik: ein intersektionaler Ansatz“
C.1. Der Artikel
C.1.1. Thema des Textes
C.1.2. Die Autorinnen
C.1.3. Textaussagen und Argumentationslinien
C.1.3.1. Gesetzliche Richtlinien als Grundlage einer gendergemäßen Didaktik
C.1.3.2. Erläuterungen zur Gleichheit und zur Gleichstellung
C.1.3.3. Der intersektionelle Ansatz
C.1.3.4. Handlungsempfehlungen und Checklisten
C.1.4. Zusammenfassung und Aussagen
C.2. Genderkompetenz als Merkmal erwachsenenbildnerischen Handelns?
C.2.1. Was bedeutet Gender und Diversity gerechte Didaktik also?
C.2.2. Genderkompetenz auf Seiten des Erwachsenenbildungspersonals
C.2.2.1. Die Situation in Österreich tätiger Trainerinnen und Trainer
C.3. Schlussbetrachtung
Teil D - Zertifizierung und Anerkennung von erworbenen Kompetenzen am Beispiel der Personenzertifizierung zum/zur „FachtrainerIn“ nach ISO 17024
D.1. Einführung
D.1.1. Die Berufsrolle als soziales Phänomen
D.1.2. Berufsbezeichnung – wer definiert diese Bezeichnung?
D.2. Erwachsenenbildung als Beruf
D.2.1. Berufsbezeichnungen in der Erwachsenenbildung
D.2.2. Systeme zur beruflichen Aus- und Weiterbildung
D.2.3. Das Subsystem beruflicher Bildung im Rahmen arbeitsmarktpolitische Maßnahmen in Österreich
D.3. Das Dilemma der Gleichwertigkeit und die Strategien zur Anerkennung erwachsenenbildnerischer Kompetenzen im Rahmen einer Kompetenzzertifizierung
D.3.1. Die Folgen dieser Definition
D.3.2. Die Personenzertifizierung nach ISO 17024
D.3.2.1. Der Zertifizierungsprozess
D.3.2.2. Zertifizierungsprozess zur/zum FachtrainerIn
D.3.2.3. Rezertifizierung
D.4. Zusammenfassung und kritische Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit beleuchtet verschiedene Aspekte der beruflichen Erwachsenenbildung, angefangen bei quantitativen Studien zur Teilnehmerzufriedenheit über die didaktische Planung und Umsetzung von Qualifizierungskursen für Facharbeiter bis hin zur kritischen Analyse von Konzepten wie "Gender und Diversity gerechte Didaktik" sowie der Personenzertifizierung für Trainer nach ISO 17024.
- Quantitative Evaluation der Teilnehmerzufriedenheit in Abhängigkeit von der Kursdauer
- Makro- und mikrodidaktische Gestaltung von Vorbereitungskursen zur Facharbeiterprüfung
- Kritische Reflexion intersektionaler Ansätze in der Erwachsenenbildung
- Untersuchung der Zertifizierung beruflicher Kompetenzen von Fachtrainern nach internationaler Norm
Auszug aus dem Buch
B.3.3.3. Phase 3 – Die Memorytechnik als Kognitionshilfe und zur Lernerfolgskontrolle
Ist die Moderation abgeschlossen und der Werkstoffbaum sozusagen vollendet, werden nach einer kurzen Pause (empfohlen) die Ergebnisse nochmals kurz zusammengefasst. Sämtliche Moderationskarten werden nun abgehängt, und der jetzt vorhandene Kartenstapel gemischt.
Die Moderationskarten werden nun wieder verdeckt an die freien Plätze des Strukturbaums in willkürlicher Abfolge angepinnt. Der Moderator bzw. die Moderatorin beginnt nun eine beliebige Moderationskarte innerhalb der Struktur auf zu decken. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden aufgefordert die Karte an den richtigen Platz (innerhalb der sichtbaren Struktur) zu hängen. Hierbei wird eine sich dort befindliche verdeckte Karte durch die jetzt richtig zu platzierende Karte ersetzt. Über dieses Verfahren werden jetzt alle Karten nach und nach aufgedeckt und (durch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer) an den richtigen Platz gehängt, bis die komplette Baumstruktur wieder sichtbar wird. Dieser Prozess kann mit verschiedenen Variationen und in beliebiger Häufigkeit wiederholt werden. Abb.5 soll die Vorgehensweise verdeutlichen.
Zusammenfassung der Kapitel
Teil A - Lässt die Dauer einer Qualifizierungsmaßnahme Rückschlüsse auf die zu erwartende Teilnehmerzufriedenheit zu?: Diese quantitative Studie untersucht anhand einer einfaktoriellen Varianzanalyse, ob die gewählte Kursdauer einen Einfluss auf die Teilnehmerzufriedenheit bei arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen hat.
Teil B - Planung und Umsetzung von Qualifizierungskursen zur Vorbereitung auf die Facharbeiterprüfung im anerkannten Ausbildungsberuf „Maschinen- und AnlagenführerIn – Fachrichtung Metall- und Kunststofftechnik“: Dieses Kapitel erläutert die makrodidaktische Kursplanung und die mikrodidaktische Umsetzung einer speziellen Trainingssequenz zur Werkstoffkunde mittels einer selbst entwickelten Memorytechnik.
Teil C - Textanalyse des Artikels: „Gender und Diversity gerechte Didaktik: ein intersektionaler Ansatz“: Diese Analyse setzt sich kritisch mit den Konzepten von Gender und Diversity in der Erwachsenenbildung auseinander und reflektiert die Notwendigkeit von Reflexionsprozessen im Bildungspersonal.
Teil D - Zertifizierung und Anerkennung von erworbenen Kompetenzen am Beispiel der Personenzertifizierung zum/zur „FachtrainerIn“ nach ISO 17024: Hier wird der Personenzertifizierungsprozess für Trainer nach ISO 17024 kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf die Prüfbarkeit von Kompetenzen und die Rolle der Zertifizierungsstellen.
Schlüsselwörter
Erwachsenenbildung, Qualifizierung, Teilnehmerzufriedenheit, Varianzanalyse, Facharbeiterprüfung, Maschinen- und Anlagenführer, Didaktik, Intersektionalität, Genderkompetenz, Diversity, Personenzertifizierung, ISO 17024, TrainerInnenausbildung, Kompetenznachweis, Reflexionsprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesen Beiträgen zur beruflichen Erwachsenenbildung?
Die Arbeit umfasst eine Sammlung von vier Beiträgen, die sich mit verschiedenen Facetten der beruflichen Erwachsenenbildung befassen – von der quantitativen Erfolgsmessung über methodische Kurskonzepte bis hin zu Zertifizierungsfragen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themenfelder sind die Evaluation von Weiterbildung, die didaktische Planung von Fachkursen, Gender- und Diversity-Ansätze in der Didaktik sowie die Zertifizierung von Fachtrainern nach ISO 17024.
Was ist das primäre Ziel der in Teil A vorgestellten Studie?
Das Ziel von Teil A ist es, zu untersuchen, ob es einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen der gewählten Kursdauer (Basic vs. Intensiv) und der abschließend geäußerten Teilnehmerzufriedenheit gibt.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es werden quantitative statistische Verfahren (einfaktorielle Varianzanalyse/ANOVA, Hypothesentests wie KS-Test und T-Test) sowie qualitative Ansätze zur Textanalyse und curricularen Planung verwendet.
Was steht im Fokus der didaktischen Planung in Teil B?
Im Fokus steht die strukturierte Vorbereitung arbeitsuchender Erwachsener auf die externe Facharbeiterprüfung zum Maschinen- und Anlagenführer unter Berücksichtigung fehlender Berufsschulbegleitung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Gesamtwerk am besten?
Die Arbeit wird am besten durch die Begriffe Erwachsenenbildung, Didaktik, Zertifizierung, Kompetenznachweis und Evaluation charakterisiert.
Warum ist die in Teil B beschriebene Memorytechnik für den Unterricht relevant?
Sie dient als kreative Kognitionshilfe, um komplexe Wissensstrukturen zur Werkstoffeinteilung nachhaltig zu verankern und den Lernerfolg auf spielerische Weise zu kontrollieren.
Welche kritische Schlussfolgerung zieht der Autor zur Zertifizierung nach ISO 17024?
Der Autor hinterfragt die Sinnhaftigkeit, Kompetenzen durch technische Normen zu zertifizieren, und sieht darin die Gefahr eines Formalismus, der die notwendigen individuellen Reflexionsprozesse bei den Bildungsakteuren eher behindert als fördert.
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- Dipl.-Ing.(FH); M.A. Uwe Schäfer (Author), 2014, Beiträge zur beruflichen Erwachsenenbildung 2013/14, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/270384