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Prävention von Gewalt an Schulen

Title: Prävention von Gewalt an Schulen

Presentation (Elaboration) , 2013 , 14 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan Seichter (Author)

Pedagogy - School Pedagogics

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Prävention bezieht sich nicht auf das tatsächliche Verhalten einer Person, sondern auf die Umstände, die zu einem unerwünschten Verhalten führen und die Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Der verwendete Gewaltbegriff dieses Kapitels ist dabei sehr weit gefasst. Sowohl körperlich als auch seelische Gewalt wie auch Aggressionen, die sich gegen Schuleigentum richten, werden hier als Gewalt verstanden. Sollte diese Definition in Einzelfällen noch mehr ausgeweitet oder aber eingeschränkt werden, wird dies explizit angesprochen.
Vom lateinischen prävenire stammend, bezeichnet die Prävention alle Maßnahmen, die zur Verhinderung oder Verminderung von Gewalt dienen. Dabei können entsprechend Caplan drei Varianten der Gewaltprävention unterschieden werden, die sich auf den Zeitpunkt des Eingreifens beziehen. Die primäre Gewaltprävention soll gewaltbereitschaft und gewalttätiges Verhalten erst gar nicht entstehen lassen und wendet sich damit an alle Schüler, während sich die sekundäre Prävention auf eine sich abzeichnende Gewaltentwicklung bezieht, die rechtzeitig erkannt werden soll, um ihr wirksam entgegenzutreten. Die tertiäre Gewaltprävention beschreibt die Verhinderung des Rückfalls bereits gewaltauffälliger Schüler. Das Ziel schulischen Handelns unter diesem Aspekt besteht also darin, pädagogisch Arbeit so zu gestalten, dass Gewalt gar nicht auftritt oder dass das bereits registrierte Gewaltniveau deutlich reduziert wird. Notwendig dafür ist der Aufbau prosozialen Verhaltens, denn die Abwesenheit von Aggression lässt sich nur an dem Vorhandensein von positivem Sozialverhalten wirklich sicher ausmachen. Allerdings unterliegt prosoziales Verhalten einer gewissen Veränderung, da sie ein gewisses Maß an Reife erfordert. Um es zu erreichen, muss der Lehrer und die Schule eine Atmosphäre schaffen, in der prosoziales Verhalten bemerkt und vor allem auch belohnt wird.
Die primäre und sekundäre Gewaltprävention soll in dieser Arbeit die Hauptrolle spielen, da sie dem hier gewählten definitorischen Verständnis noch am nächsten kommen. Beipiele für den Bereich der primären Gewaltprävention wäre das Programm „Faustlos“. Maßnahmen zur Gewaltprävention bergen jedoch immer die Gefahr aktionistisch, also ohne Konzept, vorzugehen, wodurch ihre Wirkung nicht anschlägt. Dies geschieht vor allem dann, wenn Gewaltereignisse eine Schule unter Handlungsdruck setzen. Um dieser Konzeptlosigkeit vorzubeugen, sollen im Folgenden einige Konzepte beschrieben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Täter-Opfer-Typologie – Erkennen um zu Handeln

3. Der Etikettierungsansatz

4. Regeln und Leitbilder

5. Lernen am Modell

6. Gewalt als eine Geschichte von Sekundengeschehnissen

7. Das Problem Schule – Gewalt „hausgemacht“

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, grundlegende Konzepte und Handlungsansätze zur effektiven Gewaltprävention im schulischen Kontext zu analysieren, wobei insbesondere die Rolle des Lehrpersonals und strukturelle Gegebenheiten beleuchtet werden.

  • Differenzierung der Gewaltprävention in primäre, sekundäre und tertiäre Ansätze.
  • Analyse der Täter-Opfer-Typologie und der zugrunde liegenden Dynamiken.
  • Bedeutung von Etikettierungsprozessen und der Lehrer-Schüler-Interaktion.
  • Einfluss von schulischen Regeln, Leitbildern und der räumlichen Architektur.
  • Psychologische Aspekte wie das Lernen am Modell und Resilienzförderung.

Auszug aus dem Buch

Die Täter-Opfer-Typologie – Erkennen um zu Handeln

Um Gewaltprävention direkt auf der Ebene des Schülers betreiben zu können, ist es wichtig für Lehrkräfte zu erkennen, von wem die Gewalt ausgeht in einer Auseinandersetzung ausgeht und vor allem wer von ihr betroffen ist. Jene Schüler, die Gewalttaten ausüben, werden von Wolfgang Melzer und Parviz Rostampour als „Täter“ begriffen (vgl. Rostampour/Melzer 1996). Jene die diesen Taten ausgesetzt sind hingegen als „Opfer“ (vgl. Rostampour/Melzer 1996).

Die Täter bilden den auffälligeren Part dieser Gruppierung. Sie zeichnen sich durch ein hohes Selbstwertgefühl auf und agieren oft in Gruppen. Dies zeigt sich durch eine Untersuchung von Wolfgang Melzer, Wilfried Schubarth und Frank Ehninger, in welcher nachgewiesen werden konnte, dass es mehr Schüler mit Täterstatus (8%) als Opferstatus (7%) gibt, was nahelegt, dass im Schulkontext mehrere Schüler gegen einen einzelnen vorgehen oder eine größere Anzahl an Tätern gegen eine kleinere Gruppe von Opfern (vgl. Melzer/Schubarth/Ehninger 2011: 115). Das dadurch gewonnene Peerkapital der Täter sorgt in der Regel für Anerkennung und damit zusätzliche Bestärkung in den verübten Taten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert den Gewaltbegriff und führt in die drei Varianten der Gewaltprävention nach Caplan ein.

2. Die Täter-Opfer-Typologie – Erkennen um zu Handeln: Analysiert die Rollenbilder von Tätern und Opfern sowie deren Dynamiken im schulischen Umfeld.

3. Der Etikettierungsansatz: Erläutert die Folgen der Rollenzuschreibung für Schüler und die Gefahr der „Self-fulfilling prophecy“.

4. Regeln und Leitbilder: Beschreibt die präventive Wirkung klar definierter Normen und eines partizipativen Schul- und Klassenkodex.

5. Lernen am Modell: Untersucht den Einfluss des Lehrerverhaltens als Vorbild und die Risiken abfälligen Verhaltens für die Schüler.

6. Gewalt als eine Geschichte von Sekundengeschehnissen: Betrachtet Gewalt als Kommunikationsprozess und betont die Bedeutung der eigenen Körperhaltung und Präsenz der Lehrkraft.

7. Das Problem Schule – Gewalt „hausgemacht“: Diskutiert strukturelle und räumliche Faktoren innerhalb der Schule, die gewaltfördernd wirken können.

8. Zusammenfassung: Führt die zentralen Erkenntnisse zu einem humanistischen Menschenbild und ganzheitlichen Präventionsstrategien zusammen.

Schlüsselwörter

Gewaltprävention, Schule, Täter-Opfer-Typologie, Etikettierungstheorie, Lehrerverhalten, Sozialverhalten, Resilienz, Schulklima, prosoziales Verhalten, Schularchitektur, Modelllernen, Gewaltprävention, pädagogische Verantwortung, Klassenkodex, Schulentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt verschiedene theoretische Konzepte und praktische Ansätze zur Gewaltprävention in Schulen, wobei der Fokus auf dem Einfluss des Lehrpersonals und der Schulstruktur liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Täter-Opfer-Dynamik, psychologische Ansätze wie Etikettierung und Lernen am Modell sowie strukturelle Faktoren der Schulumgebung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Lehrkräften fundierte Erkenntnisse an die Hand zu geben, um Gewaltphänomene besser zu verstehen und proaktiv sowie präventiv zu handeln.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden genutzt?

Es werden psychologische Konzepte (z.B. Etikettierungstheorie, Lernen am Modell, Resilienz) sowie pädagogische Erkenntnisse zur Schulentwicklung und Gewaltprävention verknüpft.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Gewalt im Schulalltag, die Bedeutung der Lehrer-Schüler-Interaktion, das Konzept der "hausgemachten" Gewalt durch Strukturen und die Wichtigkeit eines positiven Schulklimas.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Gewaltprävention, Täter-Opfer-Typologie, Etikettierungsansatz und Schulentwicklung.

Welche Rolle spielt die räumliche Umgebung für die Gewaltentwicklung?

Die Autorin weist darauf hin, dass bauliche Aspekte, wie die Gestaltung von Pausenräumen oder uneinsehbare Orte, das Verhalten beeinflussen und den "broken window approach" verstärken können.

Wie kann eine Lehrkraft präventiv gegen die "Self-fulfilling prophecy" wirken?

Durch regelmäßige Selbstreflexion, das Vermeiden von Vorurteilen und eine gerechte, wertschätzende Behandlung aller Schüler, um diese nicht in eine festgefahrene Rolle zu drängen.

Was bedeutet "Aging-out-Effect" in diesem Kontext?

Dies beschreibt die Beobachtung, dass die Beteiligung an Gewalt bei den meisten Schülern nur eine zeitlich begrenzte Episode bleibt und selten in eine dauerhafte "Täter-Karriere" mündet.

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Details

Title
Prävention von Gewalt an Schulen
College
Dresden Technical University  (Institut für Schulpädagogik)
Course
Integration von Schülern trotz heterogener Lernausgangslagen
Grade
1,0
Author
Jan Seichter (Author)
Publication Year
2013
Pages
14
Catalog Number
V269442
ISBN (eBook)
9783656605539
ISBN (Book)
9783656605560
Language
German
Tags
Gewalt Schule Pädagogik Lehrer Schüler Prävention Mobbing Schulforschung Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Seichter (Author), 2013, Prävention von Gewalt an Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/269442
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