Diese Ausarbeitung befasst sich mit der Türkei als Regionalmacht. Hierfür ist es von Nöten einen kurzen historischen Überblick zu geben. Gerade anhand der historischen Daten von der Auflösung des Osmanischen Reiches bis zur heutigen Erdogan Regierung zeigen auf, welchen Reformationsprozess die Türkei bereits hinter sich gebracht hat. Mustafa Kemal Atatürk wird eine separate Erwähnung finden, da er für die heutige kemalistische Regierungsform der Namenspatron war.
Im weiteren Verlauf der Arbeit geht es um die Wirtschaftsentwicklung der Türkei der vergangenen Jahre. Die Türkei, ein Land am Ende Europas, dessen Wirtschaft allein im Jahr 2010 um 11% anstieg muss näher beleuchtet werden. Dabei kann natürlich auch nicht die Frage zum EU-Beitritt außer Acht gelassen werden. Der Anstrengungsprozess von Seiten der Türkei wird seit dem Jahr 1959 dargestellt und soll aufzeigen, ob der EU-Beitritt von der Türkei selbst noch vorangetrieben wird, oder ob sich das Land evtl. neue Alternativen sucht. Hier kann als Beispiel die Bildung der „Union der Nahost-Staaten“ angebracht werden. Wer sind die Gründer der Union und aus welchen Gründen schlossen sich die Länder zusammen? Auch die Frage was dieses für Europa bedeuten könnte wird thematisiert.
Zum Schluss wird auf die Menschenrechtssituation in der Türkei eingegangen. Denn sie ist mit der Hauptgrund, warum die EU-Beitrittsverhandlungen bis heute stagnieren. Näher beleuchtet werden die Minderheiten wie Kurden und Christen, jedoch soll ebenfalls die Rolle der Frau gezeigt werden. Gerade der Dissens der Frau wird klar herausgestellt. Ist es tatsächlich eine Errungenschaft, wenn eine Anwältin ihr Kopftuch vor einem türkischen Gericht wieder tragen darf, oder sollte dieses kritisch betrachtet werden?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Türkei – Historischer Überblick
3. Wirtschaftsentwicklung und EU-Beitrittsgesuch
3.1 Der anhaltende Prozess des EU-Beitritts
3.2 Union der Nahost-Staaten
4. Blick auf die Menschenrechte
4.1 Minderheitenpolitik
4.2 Stellung der Frau
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Türkei in ihrer Rolle als aufstrebende Regionalmacht und untersucht die komplexen Dynamiken zwischen ihrer wirtschaftlichen Entwicklung, dem stagnierenden EU-Beitrittsprozess und der aktuellen menschenrechtlichen Situation im Land.
- Historische Entwicklung der modernen Türkei unter Atatürk
- Ökonomischer Aufstieg und Ambitionen im Nahen Osten
- Analyse der EU-Beitrittsverhandlungen und deren Hindernisse
- Menschenrechtliche Defizite und Minderheitenpolitik
- Emanzipation und gesellschaftliche Stellung der Frau
Auszug aus dem Buch
4. Blick auf die Menschenrechte
In der EU spielt die Europäische Menschenrechtskonvention des Europäischen Zentralrats die zentrale Rolle schlechthin. Diese enthält eine Aufstellung von Grundrechten und Menschenrechten, die in der „Konvention Nr. 005“ des Europarats verankert sind. Die Anwendung dieser überwacht der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Gerade für den Beitritt der Türkei in die EU wären diese dann bindend. Sicher haben die Menschrechte ihren Ursprung in den „Bill of Rights“, doch die für die Türkei verbindlichen wurden am 04. November 1950 im Rahmen des Europarats ausgeführt, in Rom unterzeichnet und traten am 03. September 1953 in Kraft. Um also in die EU eintreten zu können, ist die Unterzeichnung dieser Ratifikation von Seiten der Türkei zwingend erforderlich und nur eine der noch zu erfüllenden Bedingungen. Dabei spielen die folgenden Artikel bei der Aufnahme in der EU die wohl gewichtigste Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Rolle der Türkei als Regionalmacht, den historischen Kontext seit dem Osmanischen Reich und definiert den Fokus auf Ökonomie und Menschenrechte.
2. Die Türkei – Historischer Überblick: Dieses Kapitel betrachtet die Gründung der Republik Türkei unter Mustafa Kemal Atatürk und die Zäsur zur osmanischen Vergangenheit.
3. Wirtschaftsentwicklung und EU-Beitrittsgesuch: Das Kapitel beleuchtet das wirtschaftliche Wachstum der Türkei und die Herausforderungen sowie Hintergründe des langjährigen EU-Beitrittsprozesses.
3.1 Der anhaltende Prozess des EU-Beitritts: Hier wird der historische Verlauf des Beitrittswunsches seit 1959 sowie die aktuelle Skepsis auf beiden Seiten thematisiert.
3.2 Union der Nahost-Staaten: Dieser Abschnitt behandelt das ökonomische Interesse der Türkei an einer regionalen Union und die veränderte außenpolitische Orientierung.
4. Blick auf die Menschenrechte: Das Kapitel erörtert die Bedeutung der Europäischen Menschenrechtskonvention als Voraussetzung für eine EU-Mitgliedschaft.
4.1 Minderheitenpolitik: Hier werden die rechtlichen Einschränkungen und die Situation von Minderheiten wie Kurden und Christen kritisch hinterfragt.
4.2 Stellung der Frau: Dieser Teil analysiert die Emanzipation der Frau in der Türkei und die Spannungsfelder zwischen Säkularismus, Religion und Arbeitsmarkt.
5. Fazit: Das Fazit fasst den Konflikt zwischen wirtschaftlichem Erfolg und menschenrechtlichen Defiziten zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten für einen EU-Beitritt.
Schlüsselwörter
Türkei, Regionalmacht, EU-Beitritt, Menschenrechte, Wirtschaftsentwicklung, Atatürk, Kemalismus, Minderheitenpolitik, Frauenrechte, Union der Nahost-Staaten, Demokratisierung, Geopolitik, Osmanisches Reich, Laizismus, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die politische und wirtschaftliche Entwicklung der modernen Türkei im Kontext ihrer Ambitionen als Regionalmacht und der stagnierenden Beitrittsbemühungen zur Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die ökonomische Entwicklung, die Menschenrechtssituation, die Minderheitenpolitik sowie die gesellschaftliche Rolle der Frau in der Türkei.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Gründe für die Stagnation der EU-Beitrittsverhandlungen zu beleuchten und zu klären, wie die Türkei ihren Spagat zwischen Tradition und Moderne sowie die außenpolitische Neuorientierung bewältigt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Ausarbeitung basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Presseartikel, Fachbücher sowie Publikationen der Bundeszentrale für politische Bildung auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert den historischen Überblick, die wirtschaftlichen Kennzahlen der Jahre 1998-2012, die EU-Beitrittsdebatte und die Menschenrechtslage unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Frau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Türkei, EU-Beitritt, Menschenrechte, Regionale Macht, Wirtschaftsentwicklung und gesellschaftliche Transformation.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Frau in der türkischen Gesellschaft?
Die Arbeit stellt fest, dass trotz formaler Emanzipation durch Atatürk eine doppelte Diskriminierung (beruflich und religiös) sowie eine hohe Analphabetenrate unter Frauen weiterhin große gesellschaftliche Hürden darstellen.
Welche Bedeutung hat die „Union der Nahost-Staaten“ für die Argumentation des Autors?
Die Union dient als Beispiel für eine mögliche außenpolitische Alternative der Türkei, falls der EU-Beitritt dauerhaft ausbleibt, und unterstreicht die wachsende regionale Orientierung des Landes.
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- Gökcen Medik (Author), 2014, Regionalmacht Türkei. Wirtschaftsentwicklung und Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/269318