Vielen Unternehmen wird mit der Globalisierung klar, dass führende Industrienationen den Produktionsfaktor Wissen besser nutzen müssen, um nachhaltig wettbewerbsfähig zu sein. Verantwortlich dafür ist der Wandel von der arbeitsintensiven zu wissensintensiven Geschäftsfeldern, in denen Unternehmen zunehmend Wissen oder intelligente Produkte verkaufen. Kurze Produktlebenszyklen,
Preisverfall und individuelle Kundenbedürfnisse fordern von Unternehmen, schneller, besser und innovativer zu werden. Darüber hinaus wird von den Kapitalgebern eine möglichst hohe Wertschöpfung erwartet, wonach die
Unternehmen ausgerichtet werden. Das an vielen Stellen vorhandene Wissen in Unternehmen kann hierbei schon durch bessere Nutzung zu Produktivitäts- und Qualitätssteigerungen führen. Es wird ersichtlich, dass Produkte und Dienstleistungen sich schnell imitieren lassen, wobei Kommunikation und Informationen dagegen nachhaltig zur Differenzierung beitragen und so eine höhere Wertschöpfung ermöglichen. Kommunikation und Information erzeugen Aufmerksamkeit, schaffen Präferenz am Point of Sale, tragen zur Motivation von Mitarbeitern
bei, erweitern die Handlungsspielräume der Unternehmen und schaffen es Kosten zu reduzieren, sowie den Umsatz zu erhöhen. Das Wissen über Konkurrenten, über Kunden, über ihre (Konkurrenz) Produkte, über ihre Kompetenzen ist von besonderem Wert. Schließlich ist die Erkenntnis darüber,
wie all das Wissen in die Produkte und Dienstleistungen eingebaut werden kann, damit diese intelligent, unverwechselbar, nicht imitierbar und damit konkurrenzlos
werden, ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor. Dieses Wissen ist an Menschen gebunden und es gilt es verfügbar zu machen. Wissensmanagement hat somit
die Aufgabe, das Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter, auch für andere Mitarbeiter brauchbar zu machen. Der größte Teil dieses explizierten Wissens wird jedoch in persönlichen Ablagen auf dem lokalen PC oder aufgrund von enormer Komplexität in CMS (Dokumenten- oder Informationsmanagementsystemen) gespeichert und ist nicht allgemein zugänglich. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Hintergrund und Fragestellung
1.2 Aufbau und Vorgehensweise
1.3 Abgrenzung
2. Grundlagen des Wissensmanagements
2.1 Definition von Wissen
2.1.1 Die Wissenstreppe nach North
2.1.2 Wissensträger
2.1.3 Wissensarten
2.2 Der Wert des Wissens für Wirtschaft und Unternehmen
2.2.1 Der Wert für das Unternehmen
2.2.2 Der Wert für die Wirtschaft
2.3 Definition von Wissensmanagement
2.3.1 Die Aufgaben und Ziele des Wissensmanagements
2.3.2 Die Reifegrade wissensorientierter Unternehmensführung
2.4 Modelle zur Entwicklung des Wissensmanagements
2.4.1 Die Wissensspirale von Nonaka/Takeuchi
2.4.2 Die Bausteine des Wissensmanagements nach Probst/Raub/Romhardt
2.5 Zusammenfassung Kapitel 2
3. Virtuelle Communities
3.1 Was versteht man unter Communities
3.2 Arten virtueller Communities
3.2.1 Community of Practice (CoP)
3.2.2 Community of Interest (CoI)
3.2.3 Business Community
3.3 Zusammenfassung Kapitel 3
4. Die NSN Business Community als Wissensmanagement Instrument
4.1 Design der NSN Business Community
4.2 Der Web 2.0 Gedanke
4.2.1 Merkmale des Web 2.0
4.2.2 Erfolgsfaktoren des Web 2.0
4.3 Kommunikationsformen in der NSN Business Community
4.3.1 News
4.3.2 Forum
4.3.3 Synchronous Virtual University (SVU)
4.3.4 Event Kalender
4.3.5 Chat
4.3.6 Expertensuche
4.4 Karriere in der Business Community durch Rollenverteilung
4.4.1 Vom Visitor zum Mitglied
4.4.2 Potenzielle Nutzergruppen
4.4.3 Erfolgsfaktoren der Mitgliederentwicklung
4.5 Möglichkeiten des Mitglieder Supports als Unterstützungsprozess
4.5.1 Support durch Online Hilfen
4.5.2 Support durch Email und Telefon
4.5.3 Support durch Foren
4.5.4 Support durch Fehler- und Featuretracking
4.5.5 Automatische Benachrichtigung über Neuigkeiten
4.6 Zusammenfassung Kapitel 4
5. Wertschöpfung durch die Business Community bei NSN
5.1 Profit der virtuellen Communities aus Sicht der Unternehmen
5.1.1 Chancen aus Sicht der Unternehmen
5.1.2 Risiken aus Sicht der Unternehmen
5.2 Profit der virtuellen Communities aus Sicht der Mitglieder
5.2.1 Nutzen aus Sicht der Community Mitglieder
5.2.2 Probleme aus der Sicht der Community Mitglieder
5.3 Voraussetzung für den Erfolg der Business Community
5.3.1 Mitglieder
5.3.2 Funktionalitäten
5.3.3 Content
5.4 Zusammenfassung Kapitel 5
6. Schlussbetrachtung
6.1 Fazit
6.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit die globale Business Community bei Nokia Siemens Networks (NSN) als Wissensmanagement-Instrument einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob durch etablierte Kommunikationsmethoden die Zeit für die Informationssuche reduziert und die Mitarbeiter bei ihrer täglichen Arbeit durch einen effizienteren Wissensaustausch unterstützt werden können.
- Grundlagen des Wissensmanagements und Wissensmodelle
- Arten und Erfolgsfaktoren virtueller Communities
- Analyse der NSN Business Community Architektur
- Rollenverteilung und Wissensgenerierung im Web 2.0-Umfeld
- Methoden des Mitgliedersupports und Wertschöpfungspotenziale
Auszug aus dem Buch
4.3.2 Forum
Das Forum bildet das ‚Herzstück‘ der Business Community und bietet den Mitgliedern eine asynchrone Nachrichten- und Diskussionsumgebung um Fragen zu stellen, Probleme zu diskutieren oder Informationen zu verteilen, auf die ein Feedback gewünscht ist. Wie bei den News können hier Texte frei eingetragen oder aus anderen Quellen übernommen werden, sowie Anlagen angehängt werden. Ebenso besteht auch hier die Möglichkeit, dass sich das Mitglied Interessengebiete abonnieren kann, um per Email informiert zu werden. Der Unterschied zu den News liegt in der direkten und aktiven Kommunikation zwischen allen Beteiligten der Business Community und somit der Business Unit übergreifenden Freigabe. Mit dem Forum soll bei NSN ermöglicht werden, dass die Mitglieder auch an Diskussionen teilnehmen, die nicht nur das eigene Fachgebiet betreffen. Dadurch, dass viele Produkte in der Mobilfunkbranche nur einen Teil einer ganzen Einheit darstellen, ist es sinnvoll, dass die Mitglieder sich auch Themen übergreifend informieren und auch Probleme von Kunden ansprechen können (siehe Abbildung 11 und Anhang Abbildung I). Diese Vorgehensweise bietet dem Vertrieb die Möglichkeit schneller auf Produkt oder Problemanfragen des Kunden zu reagieren, indem diese direkt ins Forum eingetragen werden, auch wenn es nicht das eigene Fachgebiet betrifft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Wissensökonomie und die Bedeutung von Wissensmanagement zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit bei NSN.
2. Grundlagen des Wissensmanagements: Theoretische Herleitung von Wissenstypen, Modellen (wie die Wissensspirale) und Reifegraden einer wissensorientierten Unternehmensführung.
3. Virtuelle Communities: Klassifizierung virtueller Netzwerke und deren Bedeutung als Räume für soziale Interaktion und aktives Lernen.
4. Die NSN Business Community als Wissensmanagement Instrument: Praxisorientierte Analyse des Designs, der Web 2.0-Funktionalitäten, der Kommunikationsformen und der Support-Strukturen bei NSN.
5. Wertschöpfung durch die Business Community bei NSN: Bewertung der Chancen, Risiken und Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Nutzen der Community aus Sicht von Unternehmen und Mitgliedern.
6. Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit zur Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen wie Mobile Communities.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Business Community, NSN, Wissensspirale, Web 2.0, Virtuelle Communities, Wissensverteilung, Wissensgenerierung, Collaboration, Wissensarbeiter, Knowledge Management, Kommunikation, Support, User Generated Content, Wissensnutzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Wissensmanagement-Instrument der globalen Business Community bei Nokia Siemens Networks (NSN) und dessen Beitrag zum Unternehmenserfolg.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Zentrale Felder sind die theoretischen Grundlagen des Wissensmanagements, die Typologie virtueller Gemeinschaften sowie die praktische Anwendung von Web 2.0-Technologien in Unternehmensumgebungen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, ob die NSN Business Community durch etablierte Kommunikationsmethoden als Wissensmanagement-System einen messbaren Wertbeitrag zum Unternehmenserfolg leisten kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Untersuchung erfolgt durch eine theoretische Fundierung mittels Fachliteratur, kombiniert mit einer praxisorientierten Analyse der realen IT-Strukturen und Prozesse der NSN Business Community.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil?
Der Hauptteil behandelt neben der theoretischen Herleitung (Wissenstreppe nach North, Wissensspirale nach Nonaka/Takeuchi) vor allem die technische Architektur, die Rollenmodelle sowie die Support-Prozesse innerhalb der Business Community.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Dokument charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Wissensmanagement, Business Community, Web 2.0, Wissensverteilung, Collaboration, Wissensgenerierung und User Generated Content.
Wie unterstützt die Community das Wissensmanagement bei NSN konkret?
Durch verschiedene Kommunikationsformen wie News, Foren und eine SVU (Synchronous Virtual University) werden Experten vernetzt, Zeit bei der Informationssuche eingespart und der Erfahrungsaustausch über Fachbereichsgrenzen hinweg gefördert.
Welche Rolle spielt die Rollenverteilung in der Community?
Die Rollen (z. B. Visitor, Mitglied, Facilitator, Moderator) stellen sicher, dass Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Rechte klar definiert sind, was die Qualität der Beiträge und die administrative Steuerung der Community ermöglicht.
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- M.A. Andre Ullmann (Author), 2009, Wissensmanagement. Instrumente einer Business Community bei Nokia Siemens Networks, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/269245