„Der Vater erstellt es, der Sohn erhält es, dem Enkel zerfällt es“. Dies ist eine deutsche Volksweisheit im Bezug auf Familienunternehmen die verdeutlicht, dass
die Unternehmensnachfolge generationsübergreifend als schwierige Aufgabe angesehen werden kann. Dabei haben Firmen wie Schlecker gezeigt, wie schnell eine über Generationen aufgebaute Firmendynastie zerstört werden kann.
Aber es geht auch anders. Gerne als das „Gros der deutschen Unternehmen“ bezeichnet, können Familienunternehmen wie Steiff, Dr.Oetker oder Rittersport und deren Erfolgsgeschichten beweisen, dass Sprichwörter wie oben nicht auf alle Unternehmen dieser Art zutreffen. Dabei sind diese drei genannten nur einige von vielen weiteren Familienunternehmen, die in Deutschland über Jahre hinweg
erfolgreich agieren.
Es stellt sich die Frage, was diese Unternehmen über all die Jahre so erfolgreich gemacht hat. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit Prozess- und Erfolgsfaktoren Modellen der
Unternehmensnachfolge. Dabei wird das Augenmerk auf Familienunternehmen und der internen Unternehmensnachfolge gelegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.2 Einleitung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Unternehmen in Deutschland
2.1 Kleine und Mittlere Unternehmen
2.2 Familienunternehmen
2.3 Besonderheiten von Familienunternehmen und KMU
3. Volkswirtschaftliche Bedeutung der Unternehmensnachfolge nach IfM-Bonn
3.1 Klärung zentraler Begriffe
3.2 Anzahl der zur Übergabe anstehenden Unternehmen
3.3 Anzahl der von Übernahme berührten Beschäftigten
4. Formen der Unternehmensnachfolge
4.1 Die Übertragung innerhalb der Familie
4.2 Die Übertragung an Mitarbeiter (MBO)
4.3 Der Verkauf an außenstehende Existenzgründer (MBI)
5. Erfolgsfaktoren der familieninternen Nachfolge
5.1 Status quo der Erfolgsfaktorenforschung
5.2 Die Klassifizierung von Erfolgsfaktoren der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen
5.2.1 Klassifizierung nach Le Breton-Miller
5.2.2 Klassifizierung nach De Massis, Chua und Chrisman
5.3 Einflussfaktoren der familieninternen Unternehmensnachfolge
5.3.1 Individuelle Faktoren
5.3.2 Relationale Faktoren
5.4 Zusammenfassung
6. Prozessmodelle der familieninternen Unternehmensnachfolge
6.1 Prozessmodell nach Halter
6.2 Wittener Prozessmodell der internen Unternehmensnachfolge
6.3 Zusammenfassung
7. Fazit
8. Anhang
9. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Prozess- und Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensnachfolge in deutschen Familienunternehmen. Das primäre Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die kritischen Determinanten zu entwickeln, die über den Erfolg oder Misserfolg des Übergabeprozesses entscheiden, wobei der Schwerpunkt auf familieninternen Nachfolgelösungen liegt.
- Analyse der volkswirtschaftlichen Relevanz der Unternehmensnachfolge
- Differenzierung der verschiedenen Formen der Nachfolge (intern vs. extern)
- Klassifizierung zentraler Erfolgsfaktoren mittels etablierter wissenschaftlicher Modelle
- Untersuchung spezifischer individueller und relationaler Einflussfaktoren
- Darstellung und Vergleich von Prozessmodellen der familieninternen Nachfolge
Auszug aus dem Buch
4.1 Die Übertragung innerhalb der Familie
Wenn das Thema der Unternehmensnachfolge im Familienunternehmen angesprochen wird, dann folgt die Suche nach einem Nachfolger in erster Instanz fast automatisch innerhalb der Familie. Nach IfM Bonn übergeben im Jahr 2013 ganze 54 % der Alteigentümer, das Unternehmen an ihre eigenen Kinder. Für den Unternehmer besteht nämlich durch diese Art von Übertragung die Chance, dass seine Unternehmensphilosophie weiter geführt wird. Fast jeder zweite Unternehmer (48 %) würde eine familieninterne Unternehmensnachfolge als erste Wahl ansehen. Tatsächlich wird jedoch nur jede dritte (36 %) Nachfolge familienintern gelöst. Dabei gilt, dass die Nachfolgeperson ein verwandtschaftliches oder angeheiratetes Verhältnis zu der Familie haben muss, die vor der Nachfolge das Unternehmen beherrscht hat.
Grundsätzlich sind zwei Arten der internen Nachfolge zu differenzieren. Entweder erfolgt diese entgeltlich oder unentgeltlich. In erster Variante kommt ein Verkauf des Unternehmens an den Übernehmer infrage. In zweiter Variante wird das Unternehmen verschenkt oder vererbt. Bei einer Schenkung wird das Unternehmen vor der gesetzlichen Erbfolge, einem Erbvertrag oder dem Testament übertragen. Die Schenkung erfolgt entweder vollkommen oder teilweise unentgeltlich. Ein wesentlicher Vorteil der Schenkung ist, dass der komplexe Prozess der Unternehmensnachfolge zu Lebzeiten des Ist-Unternehmers besprochen werden kann. Eine erfolgreiche Übergabe ist somit besser durchzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Relevanz der Unternehmensnachfolge als generationsübergreifende Herausforderung und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2. Unternehmen in Deutschland: Hier werden KMU und Familienunternehmen definiert, ihre wirtschaftliche Bedeutung analysiert und ihre spezifischen Stärken sowie Schwächen gegenübergestellt.
3. Volkswirtschaftliche Bedeutung der Unternehmensnachfolge nach IfM-Bonn: Das Kapitel klärt zentrale Fachbegriffe und betrachtet die statistische Anzahl der zur Nachfolge anstehenden Unternehmen und betroffenen Beschäftigten.
4. Formen der Unternehmensnachfolge: Es erfolgt eine Differenzierung zwischen familieninternen Nachfolgemodellen sowie externen Formen wie MBO und MBI.
5. Erfolgsfaktoren der familieninternen Nachfolge: Dieses zentrale Kapitel analysiert aktuelle Forschungsstände und klassifiziert Erfolgsfaktoren durch die Modelle von Le Breton-Miller sowie De Massis, Chua und Chrisman.
6. Prozessmodelle der familieninternen Unternehmensnachfolge: Hier werden das Modell nach Halter sowie das Wittener Prozessmodell vorgestellt und als Leitfäden für den Nachfolgeprozess diskutiert.
7. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Wichtigkeit der Kommunikation und individueller Szenarioplanung.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Familienunternehmen, KMU, Erfolgsfaktoren, Prozessmodell, Nachfolgeplanung, Individuelle Faktoren, Relationale Faktoren, MBO, MBI, Generationswechsel, Unternehmertum, IfM-Bonn, Nachfolgemanagement, Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen und praktischen Analyse von Erfolgsfaktoren und Prozessmodellen bei der Unternehmensnachfolge, speziell innerhalb von Familienunternehmen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung verschiedener Nachfolgeformen, die Identifikation von Erfolgsindikatoren (z.B. individuelle und relationale Faktoren) sowie die strukturierte Zeitbetrachtung des Übergabeprozesses.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, welche kritischen Faktoren den Erfolg einer familieninternen Unternehmensnachfolge beeinflussen und wie dieser Prozess methodisch abgebildet werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Forschungsansätze, die Auswertung von Statistiken des IfM-Bonn sowie den Vergleich und die Diskussion verschiedener etablierter Erfolgsfaktoren- und Prozessmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die volkswirtschaftliche Einordnung, die Vorstellung von Nachfolgeformen (familienintern vs. extern), die detaillierte Klassifizierung von Erfolgsfaktoren und die Analyse von Prozessmodellen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Familieninterne Nachfolge, der Status quo der Erfolgsfaktorenforschung, die Prozessphasen der Übergabe und die Rolle des Unternehmers als Vorbild.
Wie unterscheiden sich die Modelle von Le Breton-Miller und De Massis et al.?
Während Le Breton-Miller einen sehr umfassenden, integrativen Ansatz in einer Prozessstruktur wählt, bietet das Modell von De Massis et al. eine deutlich übersichtlichere und leichter anwendbare Klassifizierung der Einflussfaktoren.
Warum ist Kommunikation bei der Nachfolge so entscheidend?
Die Kommunikation dient als Bindeglied zwischen den Generationen, um Vorstellungen und Erwartungen abzugleichen, Rivalitäten zwischen Geschwistern zu vermeiden und das Vertrauen der Stakeholder zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Friedrich Wacker (Autor:in), 2014, Prozess-und Erfolgsfaktoren Modelle der Unternehmensnachfolge, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268954