Der Verkauf von Konsolen- und Computerspiele, boomt vor allem seit es Online Shops gibt. Auf einmal besteht die Möglichkeit, die Ware gleich von Zuhause aus zu bestellen. Allerdings führen die Online Shops eine primäre Problematik mit auf: Die Alterskontrolle.
Bestellungen können über eBay, Amazon und Co. ohne Legitimation durchgeführt werden. Die rechtliche Frage die sich hier stellt ist, inwieweit die Online Shops haft-bar zu machen sind. Amazon hat es nun eingeführt, Artikel die nur an Käufer verkauft werden dürfen, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, eine Legitimation bei dem Empfang der Ware durchzuführen. In der Bestellung wird hierauf explizit hingewiesen, bei der Warenannahme den Personalausweis vorzuzeigen.
Damit hat Amazon sich soweit aus der Verantwortung gezogen, indem sie eine Altersüberprüfung anordnen. Die Frage ist jedoch; ist das ausreichend? Umgehen kann man diese Kontrolle auf vielerlei Wegen. Einer davon wäre, dass der Account bei den Online Shops auf die Eltern oder älteren Geschwister läuft und somit muss nur der Ausweis der jeweiligen Person vorgelegt werden.
Bei eBay ist die Situation nicht ganz so einfach. Laut eigenen Angaben soll eBay rund 280 Millionen Mitglieder aufweisen. 280 Millionen Möglichkeiten, welche es erlauben, Waren zu kaufen und zu verkaufen. Zwar dürfen indizierte Medien (Erläuterung in Kapitel 1) in Deutschland bei Minderjährigen weder beworben, zugänglich gemacht noch öffentlich zum Kauf angeboten werden, jedoch ist die Auslegung dieser Grundsätze von eBay unterschiedlich zu interpretieren. Beispielsweise löscht eBay keine indizierten Medien welche in britischem Pfund und auf den britischen Seiten angeboten werden.
In dieser Seminararbeit wird auf die Problematik von indizierten Spielen, sowie den Grauzonen im Bereich Online Verkauf näher eingegangen werden. Hierbei wird deutlich, welchen komplexen, rechtlichen Zwängen unsere Gesellschaft obliegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Indizierung
2. Einstufung USK
2.1 Ablauf
2.2 Kritik an der USK
3. Rechtliche Problematik
3.1 Versandhandel
3.1.1 Rechtliche Situation bei Amazon und eBay
3.2 Grauimport
4. Fallbeispiel
5. Ausblick
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die rechtliche Problematik beim Online-Vertrieb von jugendgefährdenden PC- und Konsolenspielen in Deutschland. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie Versandhändler und Auktionsplattformen ihrer Verantwortung bezüglich des Jugendschutzes gerecht werden und welche rechtlichen Konsequenzen sich aus Verstößen sowie Grauimporten ergeben.
- Rechtliche Grundlagen des Jugendschutzes (JuSchG) und BGB
- Prozesse und Kritik an der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)
- Haftungsfragen bei Versandhändlern wie Amazon und Auktionsplattformen wie eBay
- Problematik des Grauimports von nicht gekennzeichneten Medien
- Analyse der Wirksamkeit von Altersverifikationssystemen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Rechtliche Situation bei Amazon und eBay
Die rechtliche Situation, welche den Kauf von nicht indizierten PC und Konsolenspielen betrifft, ist bei beiden Plattformen gleich. Grundsätzlich besteht im Versandhandel ein Verbot für jugendgefährdende Produkte. Dies legt § 15 Absatz 1 Nr. 3 JuSchG fest. Dort heißt es:
„(1) Trägermedien, deren Aufnahme in die Liste jugendgefährdender Medien nach § 24 Abs. 3 Satz 1 bekannt gemacht ist, dürfen nicht (…)im Einzelhandel außerhalb von Geschäftsräumen, in Kiosken oder anderen Verkaufsstellen, die Kunden nicht zu betreten pflegen, im Versandhandel oder in gewerblichen Leihbüchereien oder Lesezirkeln einer anderen Person angeboten oder überlassen werden.“
Jedoch kann dieses Verbot umgangen werden, wenn nach § 1 Absatz 4 JuSchG sichergestellt wird, dass die Ware nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren fällt.
Amazon beispielsweise führt bei Erhalt der Ware, durch den Lieferanten, eine Altersverifikation, in Form der Vorlegung des Personalausweises, durch. Somit stellt Amazon sicher, dass jugendgefährdende Medien nur von Personen über 18 Jahren angenommen werden kann. Amazon ist in dieser Hinsicht auch der klassische Versandhandel.
eBay dagegen, ist mehr eine Auktionsplattform, auf der sowohl gewerbliche als auch private Verkäufer die Möglichkeit haben, ihre Ware zu vertreiben. Hierbei ist jedoch ein Urteil des Bundesgerichtshofs zu beachten (Az. VII ZR 375/03). Hiernach gelten Auktionen auf eBay nicht als klassische Auktionen, sondern als Kaufverträge, welche bei Annahme der Ware, rechtsgültig sind. Diese Bestimmung ist bezüglich des Widerrufsrechts relevant. In der Kritik steht eBay immer häufiger aufgrund ihrer Prinzipien, welche oft fadenscheinig auszulegen sind. Beispielsweise eliminiert die Auktionsplattform keine indizierten Medien, welche auf britischen Seiten in britischer Währung angeboten werden. Dennoch erfolgt der Versand aus der Bundesrepublik Deutschland. Dies bleibt jedoch, laut Kritiker Aussagen, unberücksichtigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die rechtliche Problematik des Verkaufs von PC- und Konsolenspielen ein und beleuchtet die relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen, insbesondere das Jugendschutzgesetz und das BGB.
1.1 Indizierung: Dieser Abschnitt erklärt den Begriff der Indizierung und erläutert, welche Anforderungen an Trägermedien gestellt werden, damit diese in den Index jugendgefährdender Medien aufgenommen werden.
2. Einstufung USK: Hier wird die Rolle der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) als zuständige Institution für Altersfreigaben in Deutschland beschrieben.
2.1 Ablauf: Dieser Teil schildert den Prozess des Prüfverfahrens zur Bestimmung der Alterseinstufung durch die USK.
2.2 Kritik an der USK: Hier wird auf die Kritik eingegangen, dass indizierte Medien trotz Einstufungen über Umwege wie Grauimporte weiterhin in Deutschland vertrieben werden können.
3. Rechtliche Problematik: Das Kapitel diskutiert die juristischen Herausforderungen beim Vertrieb von Spielen über verschiedene Netzwerke und die rechtliche Einordnung der Haftung.
3.1 Versandhandel: Hier wird der Versandhandel als spezieller Vertriebsweg definiert und die rechtliche Situation für Business-to-Customer (B2C) Transaktionen erörtert.
3.1.1 Rechtliche Situation bei Amazon und eBay: Dieser Unterpunkt vergleicht die unterschiedlichen Ansätze von Amazon und eBay bei der Umsetzung des Jugendschutzes und der Altersverifikation.
3.2 Grauimport: Dieser Abschnitt befasst sich mit dem gewerblichen Import von Spielen aus dem Ausland und den damit verbundenen Risiken für Händler bezüglich Abmahnungen.
4. Fallbeispiel: Anhand eines fiktiven Beispiels werden die rechtlichen Auswirkungen und die Grenzen verschiedener Altersverifikationssysteme detailliert aufgezeigt.
5. Ausblick: Dieses Kapitel betrachtet neuere Verwaltungsvorschriften zur Kennzeichnungspflicht und den Stand der richterlichen Rechtsprechung in diesem Bereich.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Problematik und der Rolle der Eltern bei der Überwachung der Spielgewohnheiten.
Schlüsselwörter
Jugendschutzgesetz, USK, Indizierung, Online-Shops, Versandhandel, Altersverifikation, Grauimport, PC-Spiele, Konsolenspiele, Haftung, BGB, Jugendschutz, Medienrecht, Auktionsplattform, E-Commerce.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen Problematiken und Herausforderungen beim Online-Verkauf von PC- und Konsolenspielen unter Berücksichtigung des Jugendschutzes in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind das Jugendschutzgesetz (JuSchG), die Funktion der USK, die rechtliche Haftung von Online-Versandhäusern und Auktionsplattformen sowie die Problematik von Grauimporten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Seminararbeit?
Das Ziel ist es, die rechtlichen Zwänge und Grauzonen beim Online-Handel von jugendgefährdenden Medien transparent zu machen und zu analysieren, wie effektiv verschiedene Altersverifikationsmaßnahmen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse relevanter Gesetze (JuSchG, BGB) und nutzt ein fiktives Fallbeispiel zur Veranschaulichung der praktischen rechtlichen Problematiken.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung durch die USK, die rechtliche Situation bei Amazon und eBay, die Problematik von Grauimporten und eine detaillierte Fallstudie zur Altersverifikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe umfassen Jugendschutzgesetz, USK, Indizierung, Online-Handel, Altersverifikation und Haftungsrecht.
Warum sind Auktionsplattformen wie eBay laut der Arbeit rechtlich schwerer zu kontrollieren als klassische Versandhändler?
Da eBay als Plattform oft nur Rahmenbedingungen setzt und der Verkauf häufig zwischen privaten Akteuren erfolgt, ist eine aktive Überwachung des gesamten Angebots und der Einhaltung des Jugendschutzes deutlich komplexer als bei einem zentralisierten Versandhaus wie Amazon.
Welche Schwachstellen identifiziert der Autor bei gängigen Altersverifikationsverfahren?
Der Autor zeigt auf, dass Systeme wie die einfache Altersabfrage, das eID-Verfahren des Personalausweises oder die Identifikationsnummern-Überprüfung entweder leicht von Minderjährigen umgangen werden können oder datenschutzrechtliche beziehungsweise praktische Hürden aufweisen.
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- Patrick Niedenführ (Author), 2011, Verkauf von Konsolenspielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268504