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Betrachtung der Heilsarmee in H. Brochs "Die Schlafwandler".

Titel: Betrachtung der Heilsarmee in H. Brochs "Die Schlafwandler".

Essay , 2012 , 15 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Melissa Grönebaum (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

"Solange Frauen weinen, wie sie es jetzt tun -
will ich kämpfen;
solange Kinder Hunger leiden müssen,
wie sie es jetzt tun -
will ich kämpfen;
solange Menschen ins Gefängnis müssen,
rein und raus, rein und raus -
will ich kämpfen;
solange es Mädchen gibt,
die auf der Straße unter die Räder geraten,
solange es eine Seele gibt,
in der das Licht Gottes noch nicht scheint -
will ich kämpfen.
Ich kämpfe bis zum letzten Atemzug!"
[heilsarmee.de]

Diese Worte ließ William Booth, Mitbegründer der Heilsarmee, in seiner letzten öffentlichen Rede in der Royal Albert Hall in London im Jahre 1912 verlauten. Die Heilsarmee kämpft. Sie kämpft gegen das Böse und für das Gute, kämpft im Namen Gottes und hilft Frauen, Kindern, Sozialschwachen und jenen, die durch ihre Sünden glauben, dem Teufel geweiht zu sein. Unternimmt man einen Spaziergang durch die Freiburger Innerstadt, so kommt man kaum umhin, einem Repräsentanten der Heilsarmee zu begegnen, welcher ruhig hinter seinem Stand steht, in seiner dunklen Uniform mit den ebenso dunklen Knöpfen und roten Aufsätzen und darauf wartet, dass die vorbeilaufenden Menschen ihn anhören. Doch was ist die Heilsarmee überhaupt? Welche Geschichte verbirgt sich hinter ihr und was ist ihr Ziel?
Hermann Broch lässt der Heilsarmee in seiner Romantrilogie „Die Schlafwandler“ besonders im 3. Teil eine große Rolle zukommen. Allerdings scheint dies nicht von Anfang an seine Absicht gewesen zu sein. Wie kommt es also, dass der Schriftsteller, Dichter und Philosoph, der in der Erstausgabe seines Romans der Heilsarmee keine weitere Beachtung schenkte, nach der Überarbeitung seines Werkes dem Heilsarmeemädchen aus Berlin ganze Kapitel widmet?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Heilsarmee – Gründung, Entwicklung und Absichten

3. Warum Broch die Heilsarmee in ‚Die Schlafwandler‘ integrierte

4. Heilsarmeemädchen

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Ziel dieses Essays ist es, die Beweggründe von Hermann Broch für die nachträgliche Integration der Heilsarmee in seine Romantrilogie „Die Schlafwandler“ zu untersuchen und die spezifische Rolle der Heilsarmeemädchen innerhalb des Werkes zu analysieren.

  • Historische Hintergründe und Absichten der Heilsarmee
  • Gründe für die nachträgliche Aufnahme des Themas in den Roman
  • Die literarische Darstellung der Heilsarmeemädchen
  • Die Funktion der Heilsarmee als Bindeglied in der Romantrilogie
  • Der Einfluss von Krieg und Religion auf das Handeln der Charaktere

Auszug aus dem Buch

4. Heilsarmeemädchen

Marie im Huguenau Roman stellt ein typisches Heilsarmeemädchen dar. Als ursprüngliche Prostituierte hat sie sich einem neuen Leben in der Heilsarmee zugewandt. Ihre „Uniform saß schlecht, der Strohhut tat nicht passen“ [Broch: 429]. Sie zieht „schamlos durch die Gassen“ [ebd: 429] um die Botschaft Gottes zu verbreiten, kümmert sich um jene, die krank, alt, sozial schwach oder alles zusammen sind. Ihre eigenen Lebensumstände sind sehr dürftig, so lebt sie selbst „in Hospizen“ [ebd: 429] und hat außer einem Holzbrett, dem Kruzifix und ihrem Glauben nicht viel Eigenbesitz.

Trotzdem „kniet sie und dankt für ihre Plage“[ebd: 429]. Als Bertrand Müller ihr das erste Mal begegnet, so ist er „fast überrascht als (…) (er) in einer der äußeren Straßen Schönebergs das Heilsarmeemädchen traf.“ [ebd: 416]. Wie auch die bereits erwähnte Anna Manna zieht Marie durch die Stadt und auch durch die verlassenste Gegend, immer auf der Suche nach Hilfesuchenden, welche sie mit den Worten ‚kommen Sie zu uns‘ zu sich einladen und bekehren kann. Bei ihrer ersten Begegnung wirkt Marie fast ein wenig verschüchtert, obwohl Marie ein „gefallene(s) Mädchen“ [ebd. 637] ist, aus welcher Formulierung sich schließen lässt, dass Marie, bevor sie sich bekehrte oder bekehren ließ, dem Geschäft einer Prostituierten nachging, ebenso wie es Rzuena im Pasenow Roman tat, bevor sie auf Joachim von Pasenow traf.

Trotzdem wird Marie mit keinem Wort als erotisch beschrieben. Auch erscheint sie Bertrand Müller weder aufdringlich noch selbstbestimmend, sondern vielmehr sehr folgsam, ruhig und gottergeben. Als sie sich verirrt haben und hinter ihnen „die Fabriken, die große Stadt Berlin“ [Broch: 417] lagen, überlegen sie, in das nächste Dorf zu wandern, doch als Bertrand Müller feststellt, dass sie sich „so (…) nirgends sehen lassen“ können, da“ klopfte sie ihren dunklen Uniformrock (folgsam) ab“ [ebd. 418]. Marie erfüllt damit voll und ganz das Klischee eines Heilsarmeemädchens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Heilsarmee vor und wirft die Frage auf, warum Hermann Broch dieses Thema erst nach der Erstfassung in seine Romantrilogie integrierte.

2. Die Heilsarmee – Gründung, Entwicklung und Absichten: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Heilsarmee als religiöse Freikirche mit sozialem Anspruch und betont ihre militärisch geprägte Organisationsstruktur.

3. Warum Broch die Heilsarmee in ‚Die Schlafwandler‘ integrierte: Hier werden verschiedene Theorien beleuchtet, darunter Einflüsse durch Zeitungen, Theaterstücke und persönliche Begegnungen, die Broch zur Aufnahme der Thematik bewegten.

4. Heilsarmeemädchen: Das Kapitel analysiert die Figur der Marie, ihre Rolle als bekehrte Prostituierte und ihre Wirkung als moralisches und platonisches Bindeglied auf andere Romanfiguren.

5. Schlussbetrachtung: Die Zusammenfassung reflektiert die Bedeutung von Religion in Krisenzeiten und Brochs ambivalente Haltung, die sowohl die rettende Funktion des Glaubens als auch dessen Potenzial zur Realitätsflucht zeigt.

Schlüsselwörter

Hermann Broch, Die Schlafwandler, Heilsarmee, Literaturanalyse, Religionsgeschichte, Marie, Huguenau, Esch, Bertrand Müller, Freikirche, Erlösung, Platonische Liebe, Identitätssuche, Weltkriege, Romantrilogie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Integration und Rolle der Heilsarmee in Hermann Brochs Romantrilogie „Die Schlafwandler“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Religion und Krieg, die soziale Arbeit der Heilsarmee sowie deren literarische Funktion als Sinnstifter und Bindeglied zwischen den Romancharakteren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Brochs Motivation für die nachträgliche Einarbeitung des Heilsarmee-Themas zu verstehen und zu analysieren, wie die Figuren durch den Kontakt mit der Heilsarmee charakterisiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit zeitgeschichtlichen Informationen und Sekundärliteratur zu Hermann Broch und der Heilsarmee kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden historische Fakten zur Heilsarmee, Inspirationsquellen für Broch sowie die Analyse der Romanfiguren, insbesondere der Figur Marie, detailliert ausgeführt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Hermann Broch, Die Schlafwandler, Heilsarmee, Erlösung, Identitätssuche und platonische Liebe.

Warum spielt die Figur der Marie eine so wichtige Rolle für die Analyse?

Marie dient als exemplarisches Beispiel für den Wandel von der Sünderin zur Heiligen und verdeutlicht Brochs Darstellung eines keuschen Frauenbildes, das den männlichen Protagonisten als Fluchtpunkt dient.

Wie bewertet der Autor Brochs Sicht auf die Heilsarmee?

Der Essay kommt zu dem Schluss, dass Brochs Darstellung ambivalent ist: Einerseits erkennt er die heilende Funktion der Gemeinschaft an, andererseits deutet er eine kritische Distanz zur „Scheinwelt“ und zum religiösen Kitsch der Heilsarmee an.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Betrachtung der Heilsarmee in H. Brochs "Die Schlafwandler".
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Note
2,3
Autor
Melissa Grönebaum (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V268381
ISBN (Buch)
9783656587590
ISBN (eBook)
9783656587620
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betrachtung heilsarmee brochs schlafwandler
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melissa Grönebaum (Autor:in), 2012, Betrachtung der Heilsarmee in H. Brochs "Die Schlafwandler"., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268381
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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