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Theorien zum Erwerb der Syntax

Ein Vergleich der Ansätze von Stephen Pinkers Theorie vom Sprachinstinkt und Michael Tomasellos Verb-Insel-Theorie

Title: Theorien zum Erwerb der Syntax

Term Paper , 2012 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Katharina Neuhaus (Author)

German Studies - Linguistics

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Summary Excerpt Details

Die Frage nach dem Spracherwerb des Kindes ist eines der zentralen Themen in der linguistischen Forschung. Im Fokus stehen dabei vor allem drei Fragestellungen: Das logische Problem des Spracherwerbs, die Repräsentation frühkindlicher Bedeutung und der Erwerb der Syntax. Diese Arbeit beschäftigt sich speziell mit dem Syntaxerwerb in der Erstsprache.
Der Erwerb der Erstsprache besitzt eine allgemeine Entwicklungslogik und lässt sich in verschiedene Stadien einteilen. Um den Spracherwerb zu erklären, finden sich in der linguistischen Forschung zahlreiche Ansätze, zu deren meistdiskutierten der Nativismus und der Kognitivismus zählen.
Für meine Arbeit habe ich daher zwei Modelle ausgewählt, von denen eines dem Nativismus und eines dem Kognitivismus zugerechnet wird. Es handelt sich dabei um die Theorie der Generativen Grammatik und ihre Erweiterung durch Stephen Pinkers Theorie vom Sprachinstinkt (Nativismus) auf der einen und um Michael Tomasellos Verb-Insel-Theorie (Kognitivismus/Interaktionismus) auf der anderen Seite. Diese Modelle sollen vergleichend gegenübergestellt werden.
Dazu gebe ich im ersten Teil dieser Arbeit zunächst einen Überblick über die Stadien des Spracherwerbs mit besonderer Berücksichtigung des Syntaxerwerbs, wie er im Regelfall bei Kindern zu beobachten ist. Im zweiten Teil stelle ich die beiden Modelle von Pinker und Tomasello, die jeweils eine Erklärung für den Verlauf des Syntaxerwerbs zu liefern versuchen, mit ihren wichtigsten Ideen vor. Da sich die beiden Theorien kritisch gegenüberstehen, sind sie für eine Gegenüberstellung somit gut geeignet. Im dritten Teil vergleiche ich diese Modelle daraufhin, welches meiner Ansicht nach geeigneter ist, um den Syntaxerwerb bei Kindern zu erklären und welche Kritikpunkte jeweils auszumachen sind, bevor ich meine Ergebnisse und Wertung im Schlussteil zusammenfasse. Interessant wäre daran anschließend eine empirische Studie, die die hier aufgestellten Thesen an konkreten Sprachdaten untersucht. Eine weiterführende Analyse ist mir jedoch im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Hauptteil

2.1 Erwerb von Sprache und Syntax bei Kindern

2.2 Die Generative Grammatik: Grundlegende Annahmen

2.2.1 Spracherwerb in der GG

2.3 Erweiterung der Generativen Grammatik durch Pinker: Die Theorie vom Sprachinstinkt

2.4 Tomasellos Verb-Insel-Theorie

2.5 Kritikpunkte an den beschriebenen Modellen

2.5.1 Kritik an der Generativen Grammatik

2.5.2 Kritik an Pinkers Modell

2.5.3 Kritik an Tomasellos Verb-Insel-Theorie

2.6 Vergleich der Modelle im Hinblick auf ihre Erklärung des Syntaxerwerbs

3 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den Syntaxerwerb in der Erstsprache durch eine vergleichende Analyse zweier prominenter linguistischer Ansätze zu beleuchten und deren Plausibilität kritisch zu bewerten.

  • Grundlagen des natürlichen Spracherwerbs bei Kindern
  • Die Generative Grammatik (GG) nach Noam Chomsky
  • Erweiterung der GG durch Stephen Pinkers Theorie vom Sprachinstinkt
  • Michael Tomasellos kognitivistische Verb-Insel-Theorie
  • Kritische Gegenüberstellung der Modelle hinsichtlich ihrer Erklärungsstärke

Auszug aus dem Buch

2.4 Tomasellos Verb-Insel-Theorie

Die Verb-Insel-Theorie von Michael Tomasello bezieht sich auf eine Beobachtung, in der er feststellte, „dass frühe Mehrwortäußerungen während des zweiten Lebensjahres spezifische, häufig wiederkehrende Verben oder prädikative Terme enthalten.“ Jedes der Verben erscheine wie eine Art Insel, „eine organisierte Komponente in einem noch unorganisierten Sprachsystem“.

Grundsätzlich geht Tomasello davon aus, dass Kinder durch grundlegende kognitive, sozio-kognitive und stimmlich-auditive Fertigkeiten biologisch auf das Erlernen einer Sprache vorbereitet sind, aber konkrete und abstrakte, für ihre Sprache spezifische Sprachkonstruktionen lernen –selbst wenn sie, wovon Tomasello nicht ausgeht, eine Universalgrammatik besitzen sollten. Tomasello setzt damit die kognitiven Fähigkeiten als wesentliche Voraussetzung für den Spracherwerb fest.

Zunächst unterscheidet Tomasello zwischen dem Wortlernen, i.e. dem „Isolieren und Extrahieren der einfachsten Konstruktionen einer Sprache“ und dem Erlernen komplexerer Formen. Es gibt nach Tomasello konkrete und abstrakte Sprachkonstruktionen, die von bestimmten Wörtern/Phrasen oder von allgemeinen Kategorien und Schemata abhängig sind. Er ist der Ansicht, dass bei einer Untersuchung des Spracherwerbs alle an einem Wort beteiligten Ereignisse und Sachverhalte berücksichtigt werden müssen, bezieht also im Gegensatz zu vielen Generativisten beispielsweise auch die Ebene der Semantik mit ein und betrachtet diese nicht als losgelöst von der Grammatik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Thematik des Syntaxerwerbs ein und stellt die gewählte Gegenüberstellung der nativistischen Theorie von Pinker und der kognitivistischen Verb-Insel-Theorie von Tomasello vor.

2 Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Stadien des Spracherwerbs, die detaillierte Vorstellung der Theorien von Pinker und Tomasello sowie eine kritische Auseinandersetzung mit beiden Modellen.

3 Schluss: Im Schlussteil werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst, wobei das Modell von Tomasello aufgrund seiner besseren Orientierung am tatsächlichen Sprachverlauf als plausibler bewertet wird.

Schlüsselwörter

Spracherwerb, Syntax, Nativismus, Kognitivismus, Generative Grammatik, Universalgrammatik, Sprachinstinkt, Verb-Insel-Theorie, Erstspracherwerb, Sprachkonstruktionen, Semantik, Spracherwerbsstadien, Kompetenzforschung, Sprachinput.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Kinder syntaktische Fähigkeiten in ihrer Erstsprache erwerben, indem sie zwei gegensätzliche linguistische Erklärungsansätze miteinander vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen den Nativismus, repräsentiert durch die Generative Grammatik und Stephen Pinker, sowie den Kognitivismus, vertreten durch Michael Tomasellos Verb-Insel-Theorie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine kritische, vergleichende Analyse der beiden Theorien, um zu bewerten, welcher Ansatz den Prozess des Syntaxerwerbs bei Kindern schlüssiger erklären kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine theoretische Analyse und einen wertenden Vergleich vorhandener linguistischer Modelle und Forschungsergebnisse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Neben den Entwicklungsstadien des Spracherwerbs werden die Kerngedanken der Generativen Grammatik, Pinkers Sprachinstinkt-Modell und Tomasellos Theorie sowie die jeweiligen Kritikpunkte detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Spracherwerb, Syntax, Universalgrammatik, Verb-Insel-Theorie und die kognitive Entwicklung des Kindes.

Warum hält die Autorin Tomasellos Theorie für überzeugender?

Die Autorin argumentiert, dass Tomasellos Modell den tatsächlichen Sprachverlauf bei Kindern besser abbildet und es für unzulässig hält, Grammatik vollständig von der Semantik zu trennen.

Welche Rolle spielt die Universalgrammatik in der Kritik?

Ein zentraler Kritikpunkt ist, dass die Existenz der Universalgrammatik biologisch nicht beweisbar ist und grundlegende Fragen zur Aktivierung und zum Sprachinput unbeantwortet lässt.

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Details

Title
Theorien zum Erwerb der Syntax
Subtitle
Ein Vergleich der Ansätze von Stephen Pinkers Theorie vom Sprachinstinkt und Michael Tomasellos Verb-Insel-Theorie
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
AufbauseminarSprachstruktur und Sprachgebrauch
Grade
2,0
Author
Katharina Neuhaus (Author)
Publication Year
2012
Pages
18
Catalog Number
V268076
ISBN (eBook)
9783656586456
Language
German
Tags
theorien erwerb syntax vergleich ansätze stephen pinkers theorie sprachinstinkt michael tomasellos verb-insel-theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Neuhaus (Author), 2012, Theorien zum Erwerb der Syntax, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/268076
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