Die Frage nach der Bedeutung der Interkulturellen Kompetenz betrifft heutzutage nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen und politischen Lebens in Deutschland. Ein Blick in die Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung macht deutlich, warum das so ist. Aus dem Bildungsbericht 2012 geht hervor, dass der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Deutschland im Jahr 2010 rund 19% betrug. Der Anteil jüngerer Menschen mit Migrationshintergrund an der gleichaltrigen Bevölkerung ist noch deutlich höher und steigt stetig. (vgl. AUTORENGRUPPE BILDUNGSBERICHTERSTATTUNG 2012). Diese Zahlen sind ein Beleg für die multikulturelle und damit auch moderne Gesellschaft, in der wir heute leben.
Besonders im Zusammenhang mit Bildung steht der Begriff der Interkulturellen Kompetenz oft im Fokus. „Eine kontinuierliche Erweiterung der Europäischen Union, Globalisierung und wachsender Zuzug haben in vielen europäischen Staaten eine moderne Gesellschaft hervorgebracht, in der ethnische und sprachliche Vielfalt zur Realität im Schulalltag geworden sind.“ (RINGEISEN et. al. 2008, S. 9).
Die vorliegende Arbeit richtet den Blick in diesem Kontext auf die berufliche Bildung und untersucht, welche Rolle der Begriff der Interkulturellen Kompetenz im Übergangssystem in NRW einnimmt. Die Betrachtung konzentriert sich dabei insbesondere auf die Interkulturelle Kompetenz im Hinblick auf die Lehrkraft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Thematische Einführung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Interkulturelle Kompetenz in Bildungsgängen des Übergangssystems in NRW
2.1 Begriffsbestimmung Interkulturelle Kompetenz
2.2 Charakteristik des Übergangssystems in NRW
2.3 Zusammensetzung der Schülerschaft in den Bildungsgängen BVJ und BGJ des Übergangsystems in NRW
2.4 Schlussfolgerung für die Rolle der Interkulturellen Kompetenz im Übergangssystem
3 Interkulturelle Kompetenz im Hinblick auf die Lehrkraft
3.1 Begriffsbestimmung Interkultureller Kompetenz für Lehrkräfte
3.2 „Standard-Curriculum“ zur Beschreibung Interkultureller Kompetenz für Lehrkräfte nach LANFRANCHI
3.2.1 Curriculumbereich A: Differenz
3.2.2 Curriculumbereich B: Kommunikation und Antirassismus
3.2.3 Curriculumbereich C: Didaktik, Integration und Schulerfolg
3.2.4 Curriculumbereich D: Mehrsprachigkeit
3.2.5 Curriculumbereich F: Übergang ins Berufsleben
4 Handlungsempfehlungen für das Übergangssystem im Hinblick Interkultureller Kompetenz von Lehrkräften
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung und Rolle des Begriffs der Interkulturellen Kompetenz innerhalb des Übergangssystems der beruflichen Bildung in Nordrhein-Westfalen, mit einem spezifischen Fokus auf die notwendigen Kompetenzen der Lehrkräfte.
- Multikulturalität und Bildungsrelevanz im Übergangssystem in NRW
- Analyse der Schülerschaft hinsichtlich ethnischer und kultureller Zusammensetzung
- Das „Standard-Curriculum“ zur Beschreibung interkultureller Lehrkräfte-Kompetenzen
- Dimensionen wie Differenz, Kommunikation, Didaktik und Mehrsprachigkeit
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Implementierung im Bildungssystem
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Curriculumbereich B: Kommunikation und Antirassismus
Interkulturelle Kommunikation, antirassistische Erziehung und psychosoziale Aspekte der Interkulturalität bilden den Kern des zweiten Curriculumbereichs. Hierbei sind der präventive Umgang mit Diskriminierung und Rassismus sowie die Fähigkeit, mit Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe kommunizieren zu können, die entscheidenden zu erlangenden Kompetenzen. Eine Auseinandersetzung mit seinen eigenen Wertvorstellungen und Orientierungen spielt dabei erneut eine wichtige Rolle. Nur wer sich selbst genau kennt und weiß wie er in Situationen der Konfrontation mit fremden und unbekannten Verhaltensweisen von Mitmenschen anderer Kulturen reagiert, kann im Schulalltag präventiv vor Diskriminierung und Rassismus schützen.
In Klassen des Übergangssystems sowie in allen anderen multikulturellen Klassenverbänden gilt diese Herausforderung tagtäglich. Es muss jedoch an dieser Stelle auf die besondere Situation des Übergangssystem verwiesen werden, weshalb die Forderung nach präventivem Handeln zum Schutz vor Diskriminierung und Rassismus besonders relevant ist. Zum einen ist die Anzahl der Schüler mit unterschiedlichen ethnischen und kulturellen Hintergründen besonders hoch und zum anderen kommt die Problematik hinzu, dass im Übergangssystem viele dieser Jugendlichen aus bildungsfernen Schichten stammen. (vgl. BAETHGE/ BAETHGE-KINSKY 2012, S. 30).
Neben der Selbstreflektion ist aber auch das Wissen über die Entstehungsmechanismen von Vorurteilen, Stereotypen, Diskriminierung und Rassismus wichtig. Z.B. stellt sich die Frage, wie die Angst vor „Fremden“ entsteht und wie sich daraus Fremdenfeindlichkeit entwickeln kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz interkultureller Kompetenz im deutschen Bildungssystem ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung im Kontext des Übergangssystems in NRW.
2 Interkulturelle Kompetenz in Bildungsgängen des Übergangssystems in NRW: Das Kapitel definiert den Begriff der interkulturellen Kompetenz und analysiert die spezifische, multikulturell geprägte Zusammensetzung der Schülerschaft in den Bildungsgängen des Übergangssystems.
3 Interkulturelle Kompetenz im Hinblick auf die Lehrkraft: Hier wird die Lehrerperspektive beleuchtet und ein Modell vorgestellt, welches Anforderungen an interkulturelle Lehrkräfte in verschiedene Curriculumbereiche unterteilt.
4 Handlungsempfehlungen für das Übergangssystem im Hinblick Interkultureller Kompetenz von Lehrkräften: Basierend auf den Ergebnissen werden konkrete Vorschläge zur Verankerung interkultureller Kompetenz im Bildungssystem und zur gezielten Lehrerfortbildung gemacht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentrale Notwendigkeit einer verbindlichen Definition und aktiven Auseinandersetzung mit dem Thema zusammen, um die berufliche Integration Jugendlicher zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Kompetenz, Übergangssystem, NRW, berufliche Bildung, Lehrkräfte, multikulturelle Gesellschaft, Migration, Didaktik, Mehrsprachigkeit, Antirassismus, Schulerfolg, Lehrerbildung, Heterogenität, Berufsvorbereitung, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle interkultureller Kompetenz bei Lehrkräften, die in Bildungsgängen des Übergangssystems in NRW tätig sind, wo ein hoher Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterrichtet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Charakteristika des Übergangssystems, die Anforderungen an interkulturell kompetente Lehrkräfte sowie die Prävention von Diskriminierung im Unterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die hohe Relevanz interkultureller Kompetenz im Übergangssystem aufzuzeigen und Strategien bzw. Handlungsempfehlungen für die Lehrerbildung und Praxis zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf aktueller Literatur, Bildungsberichten und dem Modell des „Standard-Curriculums“ nach Lanfranchi basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Schülerschaft im Übergangssystem und eine detaillierte Erläuterung der sechs Kompetenzdimensionen für Lehrkräfte gemäß Lanfranchi.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Interkulturelle Kompetenz, Übergangssystem, Lehrerbildung, Diversität, Multilingualität und berufliche Integration.
Warum spielt die Lehrkraft im Übergangssystem eine besondere Rolle?
Da viele Jugendliche im Übergangssystem aus bildungsfernen Schichten stammen und eine kulturelle Vielfalt mitbringen, muss die Lehrkraft als interkulturell kompetenter Akteur die Integration aktiv gestalten.
Was besagt das „Standard-Curriculum“ nach Lanfranchi?
Es bietet einen Kriterienkatalog für die Lehrerbildung, der Dimensionen wie Differenz, Kommunikation, Antirassismus und Didaktik umfasst, um Lehrkräfte auf die multikulturelle Schülerschaft vorzubereiten.
- Arbeit zitieren
- Master of Science Peter Lanig (Autor:in), 2012, Die Rolle der Interkulturellen Kompetenz in Bildungsgängen des Übergangssystems in NRW, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/267959