Die Sachverständigen des Handwerks haben durch ihren hohen Qualitätsstandard gute Chancen auf dem europäischen Markt. Die Masterarbeit macht deutlich, dass die Möglichkeiten für die Sachverständigen des Handwerks, im europäischen Raum tätig zu werden, in Zukunft steigen werden.
In den verschiedenen Ländern sind die Rechte und Pflichten für die Sachverständigen auf einem vergleichbaren Qualitätsstandard, wie die Umfrage der europäischen Organisation EuroExpert aufzeigt .
Die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen im Handwerk erfahren durch die Praxiserfahrung und das Fachwissen allgemein eine hohe Akzeptanz. Deshalb vertrauen deutsche Privatpersonen und Handwerksbetriebe bei Streitschlichtungen auch im Ausland auf die besondere fachliche Kompetenz.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung mit Ziel der Arbeit und der Master-These
1.1 Problemstellung
1.1.1 Das Ziel der Arbeit
1.2 Untersuchungsmethode
1.2.1 Untersuchung der Sachverständigentätigkeiten
1.2.2 Untersuchung der europäischen Marktaktivität
1.3 These der Masterarbeit und ihr Neuigkeitswert
1.3.1 These der Masterarbeit
1.3.2 Zusammenstellung der Arbeit
1.3.3 Erkenntnisse der Arbeit
1.3.4 Neuigkeitswert der Arbeit
2 Allgemeine Informationen über die Arbeit von Sachverständigen
2.1 Was ist ein Sachverständiger?
2.1.2 Wer darf sich als Sachverständiger bezeichnen?
2.1.3 Was sollte ein Sachverständiger können?
2.1.4 Für welche Sachgebiete werden Sachverständige gebraucht?
2.1.5 Weshalb werden Sachverständige benötigt?
2.2 Welche Aufgaben erledigen Sachverständige?
2.2.1 Überblick über die Aufgaben eines Sachverständigen
2.2.2 Auftraggeber von Sachverständigenleistungen
2.3 Zusammenfassung über die Arbeit von Sachverständigen:
3 Das Sachverständigenwesen in der Europäischen Union
3.1 Die Europäische Union
3.1.1 Die Bevölkerungszahlen der Europäischen Union
3.2 Ziele des Sachverständigenwesens in Europa
3.2.1 Unterschiede in der Organisation des Sachverständigenwesens
3.2.2 Anerkennung von Zertifizierungsstellen für Sachverständige
3.2.3 Bedürfnis nach gemeinsamen Standards
3.2.4 Das Institut für Sachverständigenwesen (IfS) und Europa
3.3 Die europäische Organisation für Sachverständige
3.3.1 Qualitätsstandards im Europäischen Vergleich
3.3.2 Anforderung an die Qualität von gerichtlichen Sachverständigenleistungen
3.3.3 Vergleich der Qualität der gerichtlichen Sachverständigenleistungen
3.4 Einheitliche Standards bei EuroExpert
3.4.1 Code of Practice
3.4.2 Association Standards
3.4.3 Mediation Standards
3.4.4 Report Standards
3.5 Ergebnis des Vergleichs
3.6 Zusammenfassung
3.6.1 Unterschiedliche Sachverständigenmodelle
3.6.2 Grenzüberschreitend ist festzustellen
4 Das Sachverständigenwesen in Deutschland
4.1 Deutschland in Europa
4.1.1 Deutschland und seine Bundesländer
4.2 Auswirkungen der europäischen Gesetzgebung
4.2.1 Struktur des deutschen Sachverständigenwesens
4.2.2 Unterschiedliche Modelle
4.3 Verschiedene Arten von Sachverständigen
4.3.1 Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige
4.3.2 Bestimmung gesetzlich geregelt
4.3.3 Unparteiliche Einrichtung
4.3.4 Nachweis der besonderen Sachkunde
4.3.5 Pflichten eines Sachverständigen
4.3.6 Wer bestellt die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen?
4.4 Ausländische Sachverständige und öffentliche Bestellung in Deutschland
4.4.1 Nachweisen der besonderen Sachkunde für Ausländer
4.4.2 Eignungsprüfung und Anpassungslehrgang für Ausländer
4.4.3 Dauer des Verfahrens
4.4.4 Wie findet man die öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen
4.5 Zertifizierte Sachverständige
4.5.1 Vorgegebene Standards
4.6 Durch staatliche Stellen anerkannte Sachverständige
4.7 Personen, die sich selbst als Sachverständige bezeichnen oder von Verbänden als Sachverständige anerkannt worden sind
4.8 Vergleich zwischen öffentlicher Bestellung und Zertifizierung
4.8.1 Die Unterschiede zwischen der öffentlichen Bestellung und Zertifizierung
4.8.2 Gemeinsamkeiten
4.8.3 Anerkennungen von Qualifikationen
4.8.4 Zusammenführen von öffentlicher Bestellung und Zertifizierung
4.9 Zertifizierungsaktivitäten des Instituts für Sachverständigenwesen - IfS Zert
4.9.1 Aufgaben und Ziele der IfS-Zertifizierungsgesellschaft
4.9.2 Aufgaben des Instituts für Sachverständigenwesen (IfS)
4.9.3 Verbindung zu Europa im Sachverständigenwesen
4.10 Zusammenfassend ist im deutschen Sachverständigenwesen festzustellen
5 Der Sachverständige im deutschen Handwerk
5.1 Das Handwerk
5.1.1 Vielfalt im Handwerk
5.1.2 Handwerksbetriebe auf dem europäischen Markt
5.1.3 Auslandsaktivitäten der Handwerksbetriebe
5.2 Handwerkskammern und Sachverständige
5.2.1 Für die Sachverständigen sind die Handwerkskammern zuständig.
5.2.2 Berufszulassungssystem und Sachverständigentätigkeit
5.3 Berufszulassungssystem und der Weg zum Sachverständigen
5.3.1 Hohe Akzeptanz
5.3.2 Sachverständiger des Handwerks und Rechtsfragen
5.4 Generalisierende Betrachtungsweise
5.4.1 Experte in seinem Bestellungsgebiet
6 Empirische Untersuchung bei den ö. b. u. v. Sachverständigen im Handwerk
6.1 Forschungsziel (research objectives)
6.1.1 Erreichung des Forschungszieles
6.1.2 Gütekriterien der empirischen Umfrage
6.1.3 Gütekriterien
6.2 Art des Forschungsdesign (research design)
6.3 Entwicklung des Forschungsplanes (research plan)
6.3.1 Bestimmung der Datenquelle (data sources)
6.3.2 Bestimmung der zeitlichen Dimension
6.3.3 Bestimmung der Datenerhebungsmethode (research approches)
6.3.4 Befragung (interview, survey research)
6.3.5 Datenerhebungsinstrument (research instrument)
6.4 Bestimmung des Auswahlverfahrens
6.4.1 Die Stichprobe (sampling)
6.5 Wissenstand und Datenerhebung für die Umfrage
6.5.1 Umfang der bewussten Auswahl
6.6 Pretest
6.6.1 Auswertung des Pretests
6.6.2 Modifizierung des Erhebungsinstrumentes
7 Datenerhebung wird umgesetzt
7.1 Die Wahl der Stichprobengröße
7.1.1 Das Auswahlverfahren
7.2 Ergebnisse der Umfrage
7.2.1 Allgemeines zur Umfrage
7.2.2 Indikator Rücklaufquote
7.2.3 Streuung der Stichprobe
7.2.4 Auswertung der Stichprobe
7.2.5 Auswertung der Sachverständigentätigkeit im Ausland
7.2.6 Europakonforme Regelung
7.2.7 Entwicklung der Qualität
7.2.8 Zusammenfassung
8 Marktentwicklung für Sachverständige
8.1 Entwicklung der Auslandstätigkeit
8.2 Potential für Sachverständige
8.3 Vorteile durch die Zertifizierung
9 Zusammenfassung und Ergebnis der Masterarbeit
9.1 Ergebnis der empirischen Untersuchung
9.2 Zusammenfassung der Masterthese
9.3 Europäische Entwicklung und Ziel
9.4 Weiterentwicklung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Bereitschaft und Fähigkeit öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger des Handwerks zu untersuchen, sich neue Märkte in der Europäischen Union zu erschließen. Dabei werden die Möglichkeiten der Internationalisierung, die Rolle von Qualitätsstandards und das Potenzial einer Personenzertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 17024 analysiert und kritisch hinterfragt.
- Strukturanalyse des Sachverständigenwesens in Deutschland und Europa.
- Untersuchung der Auswirkungen europäischer Richtlinien auf das Handwerk.
- Empirische Erhebung zur Auslandstätigkeit und Weiterbildungsbereitschaft von Sachverständigen.
- Vergleich zwischen staatlicher öffentlicher Bestellung und privater Zertifizierung.
- Ableitung von Marktpotenzialen für die zukünftige grenzüberschreitende Tätigkeit.
Auszug aus dem Buch
2.1 Was ist ein Sachverständiger?
Ein Sachverständiger ist eine unabhängige, unparteiische, sowie integere Person, die auf einem oder mehreren bestimmten und eng abgegrenzten Sachgebieten über besondere Kenntnisse und Erfahrungen verfügt. Diese Sachkunde stellt der Sachverständige anderen Personen oder Einrichtungen, einschließlich Gerichten, in der Regel gegen Entgelt zur Verfügung8.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird unter dem Begriff Gutachter häufig ebenfalls ein Sachverständiger verstanden, da der Sachverständige hauptsächlich Gutachten zu bestimmten Sachen oder Sachverhalten anfertigt. Allerdings kann der Sachverständige auch beratend tätig sein, oder bestimmte Prüf- und Überwachungsaufgaben durchführen.
2.1.2 Wer darf sich als Sachverständiger bezeichnen?
Der Begriff „Sachverständiger“ ist nicht geschützt. Es ist aber auch hier unter wettbewerbsrechtlichen Gesichtspunkten darauf zu achten, dass die behaupteten besonderen Fachkenntnisse und Erfahrungen tatsächlich vorhanden sind9.
Sachverständige sind dem Begriff nach Personen mit besonderer Sachkunde und Erfahrung auf einem bestimmten Fachgebiet. Ihre Gutachten sind im Wirtschafts- und Rechtsleben unentbehrlich. Die Berufsbezeichnung „Sachverständiger“ ist in Deutschland kein geschützter Titel. Das Bundesverwaltungsgericht sagt dazu:
„Es darf sich nur derjenige „Sachverständiger“ nennen, der den, von der durch diese Tätigkeit „angesprochenen Verkehrskreis“ überwiegend erhofften Erwartungen, entspricht. Diese sind insbesondere: Eine erforderliche Sachkunde, ein uneingeschränktes fundiertes Fach- und Erfahrungswissen (Berufserfahrung), sowie ein Nachweis darüber, wie er den erforderlichen Sachverstand erworben hat“10.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung mit Ziel der Arbeit und der Master-These: Diese Einleitung definiert das Forschungsziel und die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Marktchancen für Sachverständige.
2 Allgemeine Informationen über die Arbeit von Sachverständigen: Hier werden Definitionen und Aufgabenfelder von Sachverständigen erläutert sowie ihre Funktion als Vermittler zwischen Fachwelt und Laien beschrieben.
3 Das Sachverständigenwesen in der Europäischen Union: Dieses Kapitel analysiert die Strukturen, Ziele und Qualitätsstandards des Sachverständigenwesens im europäischen Kontext und bei EuroExpert.
4 Das Sachverständigenwesen in Deutschland: Es wird die Struktur der öffentlichen Bestellung, deren Abgrenzung zur Zertifizierung und die Auswirkungen der EU-Gesetzgebung in Deutschland dargestellt.
5 Der Sachverständige im deutschen Handwerk: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Handwerkskammern, das Berufszulassungssystem und die spezifischen Anforderungen im deutschen Handwerk.
6 Empirische Untersuchung bei den ö. b. u. v. Sachverständigen im Handwerk: Hier wird das Forschungsdesign, die Datenerhebungsmethode (Online-Umfrage) und die methodische Vorgehensweise der empirischen Studie dargelegt.
7 Datenerhebung wird umgesetzt: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der durchgeführten Online-Umfrage präsentiert, inklusive Rücklaufquote und statistischer Auswertung der Auslandstätigkeit.
8 Marktentwicklung für Sachverständige: Eine Analyse der künftigen Potenziale für Auslandstätigkeiten und die Relevanz der Zertifizierung für Sachverständige.
9 Zusammenfassung und Ergebnis der Masterarbeit: Die abschließende Synthese der Untersuchungsergebnisse sowie der Ausblick auf die europäische Entwicklung und den weiteren Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Sachverständiger, Handwerk, Europäische Union, Dienstleistungsrichtlinie, Zertifizierung, DIN EN ISO/IEC 17024, Qualitätssicherung, Sachkunde, Marktpotenzial, Berufszulassung, öffentliche Bestellung, EuroExpert, Auslandstätigkeit, Streitschlichtung, Marktentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, inwiefern öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige des deutschen Handwerks bereit und in der Lage sind, ihre Dienstleistungen verstärkt im europäischen Binnenmarkt anzubieten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt das Sachverständigenwesen in der EU und Deutschland ab, vergleicht das deutsche Modell der öffentlichen Bestellung mit Zertifizierungssystemen und analysiert die Potenziale innerhalb des Handwerks.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das aktuelle Marktpotenzial zu ermitteln und aufzuzeigen, wie sich die Auslandstätigkeiten von Sachverständigen des Handwerks künftig entwickeln könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine empirische Online-Umfrage, die durch eine vorherige Pretest-Phase validiert wurde, um Primärdaten bei öffentlich bestellten Sachverständigen zu erheben.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Unterschiede und Gemeinsamkeiten nationaler Sachverständigenmodelle, die Bedeutung von Qualitätsstandards (wie DIN EN ISO/IEC 17024) und die Rolle der Handwerkskammern.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe Europäisierung, Dienstleistungsfreiheit, Personenzertifizierung, Sachkunde und Marktpotenzial beschreiben.
Warum spielt die Norm DIN EN ISO/IEC 17024 eine so große Rolle für den Autor?
Sie gilt als international anerkannter Standard, der die Vergleichbarkeit der Qualifikation von Sachverständigen über Landesgrenzen hinweg ermöglicht, da das deutsche Modell der öffentlichen Bestellung im Ausland kaum verbreitet ist.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Handwerkskammern?
Der Autor schlussfolgert, dass die Handwerkskammern eine zentrale Rolle bei der europaweiten Anerkennung spielen könnten und eine europaweite Zertifizierung die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Sachverständiger fördern würde.
Wie bewerten die befragten Sachverständigen ihre Zukunft im europäischen Ausland?
Die Umfrage zeigt, dass ca. 12 % bereits international tätig sind und insgesamt etwa 24 % der Befragten sich eine solche Tätigkeit für die Zukunft vorstellen können.
- Arbeit zitieren
- MBA Ewald Finkbeiner (Autor:in), 2010, Der Markt in Europa. Ein Tätigkeitsfeld für Sachverständige des Handwerks, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/267886