In dieser Arbeit wird das Webportal des Deutschen Entwicklungsdienstes gGmbH
(DED) untersucht. Dabei liegt der Schwerpunkt der empirischen Untersuchung
darauf, die Nutzung des webbasierten Intranets seitens der Mitarbeiter innerhalb
der in aktuell 46 Ländern tätigen Organisation der EZ zu analysieren. Es muss
zunächst untersucht werden, ob es regionale Differenzen im Bezug auf die Nutzung
des Portals zwischen den einzelnen Ländern, in denen die Organisation sitzt, gibt.
Ausgehend davon stellt sich die Frage: Warum gibt es Unterschiede in der Nutzung?
Daraus ergibt sich zusammengefasst folgende Hauptfragestellung:
Gibt es regionale Differenzen der Nutzung des Webportals innerhalb der
Organisation und welche Gründe können für eine selektive Nutzung des Portals
ausgemacht werden?
Zur Beantwortung der Hauptfragestellung werden im Folgenden drei Unterfragen
formuliert. Zunächst muss die Frage beantwortet werden, ob es eine heterogene
Nutzung des Portals gibt. Die erste Unterfrage lautet:
1. Wird das Webportal in den einzelnen Ländern unterschiedlich genutzt? Wenn
ja, lässt sich das räumliche Muster der Nutzung auf divergierende
Zugangsbedingungen zum Internet zurückführen?
Die technischen Voraussetzungen, womit der Zugang zum Internet gemeint ist, sind
in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Das Webportal wird über das Internet
aufgerufen und damit besteht ein enger Zusammenhang zwischen Internetnutzung und Webportalnutzung. Am Beispiel des Webportals wird überprüft, ob sich
divergierende Zugangsbedingungen auf die Nutzung von IKT auswirken.
Zudem müssen die Funktionen und der Nutzen von Portallösungen diskutiert
werden, um nähere Erkenntnisse über den Untersuchungsgegenstand zu gewinnen.
Es muss gefragt werden (zweite Unterfrage):
2. Welche Funktionen erfüllt das webbasierte Unternehmensportal? Wird der
organisationsinterne Informationsaustausch verbessert?
Diese Unterfrage wird im Hinblick auf die Hauptfragestellung gestellt, um den Nutzen
einer medialen Interaktionsplattform allgemein zu erklären. Erfüllt das Portal nicht die
an es gestellten Anforderungen, können darin die möglichen Gründe für eine
uneinheitliche Nutzung innerhalb der Organisation liegen. Mit Hilfe dieser Unterfrage
sollen auch mögliche Barrieren oder Restriktionen von internetbasierten,
computergestützten Systemen aufgedeckt werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 HINTERGRUND DER ARBEIT
1.2 FRAGESTELLUNGEN
1.3 DER UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND- ONE SPACE OF INFORMATION
1.4 AUFBAU DER DIPLOMARBEIT
2. INTERNET UND RAUM – RÄUMLICHE STRUKTUREN UND FORMEN DER INTERNETNUTZUNG
2.1 DER „ANYTHING, ANYWHERE, ANYTIME – TRAUM“
2.2 RÄUMLICHE STRUKTUREN DES INTERNETS UND „DIGITAL DIVIDE“
2.2.1 RÄUMLICHE AUSPRÄGUNGEN DES INTERNETS UND DER „SPACE OF FLOWS“
2.2.2 LOKALISATION VON INTERNETINHALTEN UND INTERNETNUTZERN
2.2.3 DIGITAL DIVIDE – EIN ÜBERBLICK
2.3 INTERAKTION IM INTERNET
2.3.1 INFORMATION UND KOMMUNIKATION DURCH WEBTECHNOLOGIEN
2.3.2 SOZIALE LEISTUNGEN VON NEUEN TECHNOLOGIEN
2.3.3 SYNCHRONE UND ASYNCHRONE INTERAKTION IM INTERNET
3. INFORMATIONSTECHNOLOGIEN IN ORGANISATIONEN – FORMEN DER ZUSAMMENARBEIT UND DEREN GRENZEN
3.1 FUNKTIONEN VON WEBPORTALEN
3.1.1 DAS INTRANET IM INTERNET ALS KOOPERATIONSSYSTEM
3.1.2 KLASSIFIKATION VON KOOPERATIONS- UND WISSENSMANAGEMENTSYSTEMEN
3.1.3 FUNKTIONEN VON COMPUTER SUPPORTED COOPERATIVE WORK-SYSTEMEN
3.1.4 DOKUMENTENMANAGEMENT-SYSTEME UND KODIFIZIERTES WISSEN
3.1.5 „COMMUNITIES OF PRACTICE“ IM VIRTUELLEN RAUM
3.2 ZUSAMMENFASSUNG: NUTZEN VON WEBTECHNOLOGIEN UND GRENZEN DES „FLOW OF INFORMATION“
4. AKZEPTANZ VON TECHNISCHEN INNOVATIONEN
4.1 AKZEPTANZBEGRIFF UND AKZEPTANZFORSCHUNG – EIN ÜBERBLICK
4.1.1 BEGRIFF DER AKZEPTANZ
4.1.2 DIE KLASSISCHE AKZEPTANZFORSCHUNG
4.2 AKZEPTANZMODELLE ZU INFORMATIONSTECHNOLOGIEN
4.2.1 AKZEPTANZMODELLE VON DEGENHARDT, GOODHUE UND DAVIS
4.2.2 TECHNOLOGY-ACCEPTANCE-MODEL 2
4.3 KRITIK DER AKZEPTANZMODELLE UND WEITERE EINFLUSSFAKTOREN
5. ZWISCHENFAZIT UND HYPOTHESEN
6. METHODIK
6.1 QUANTITATIVES VERFAHREN – LOGFILEANALYSE
6.1.1 DIE LOGFILES
6.1.2 VORGEHENSWEISE: LOKALISIERUNG DER NUTZUNG
6.1.3 DURCHFÜHRUNG EINES „SPEED“-TESTS
6.2 QUALITATIVES VERFAHREN - LEITFADENGESTÜTZTE EXPERTENINTERVIEWS
6.3 DISKUSSION DER METHODISCHEN VORGEHENSWEISE
7. DIE NUTZUNG DES WEBPORTALS IN DER ORGANISATION – ERGEBNISSE DER ARBEIT
7.1 RÄUMLICHE STRUKTUREN DER NUTZUNG DES PORTALS
7.1.1 ÜBERBLICK - NUTZUNG DES PORTALS IN DER GESAMTORGANISATION
7.1.2 NUTZUNG DES PORTALS AUF EBENE DER REGIONEN
7.1.3 DIFFERENZEN IN DER QUALITÄT DER INTERNETANBINDUNG: DIE TECHNISCHEN RAHMENBEDINGUNGEN IN DEN LÄNDERN
7.2 FUNKTIONEN DES WEBPORTALS – UNTERSTÜTZUNG DES „FLOW OF INFORMATION“?
7.2.1 DAS WEBPORTAL ALS TECHNISCHES KOOPERATIONSSYSTEM
7.2.2 PORTALE DES WEBS - TÜR ZUM WELTWEITEN WISSEN DER ORGANISATION?
7.3 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE NUTZUNG - INDIVIDUELLE GRÜNDE FÜR SELEKTIVE NUTZUNG
7.3.1 RELEVANZ FÜR DAS BERUFLICHE AUFGABENFELD. PORTALS - USEFUL FOR EVERYONE?
7.3.2 AKZEPTANZ DURCH LERNANGEBOTE UND BENUTZERFREUNDLICHKEIT - NUTZEN VON SCHULUNGEN
7.3.3 AKZEPTANZ VON WEBPORTALEN – ZUSAMMENFASSENDE BETRACHTUNG DER FAKTOREN
8. SCHLUSSBETRACHTUNG
8.1 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
8.2 SCHLUSSFOLGERUNGEN
9. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die Arbeit untersucht die Nutzung des webbasierten Intranets des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) durch Mitarbeiter in 46 Ländern, um regionale Unterschiede in der Akzeptanz und Nutzung der Plattform sowie deren Ursachen – insbesondere im Hinblick auf technische Rahmenbedingungen und individuelle Nutzerfaktoren – zu analysieren.
- Räumliche Strukturen der Internetnutzung und der "Digital Divide"
- Funktionen und Nutzen von Webportalen in internationalen Organisationen
- Theoretische Ansätze der Akzeptanzforschung (TAM 2)
- Empirische Analyse mittels Logfile-Auswertung und Experteninterviews
- Identifikation von Einflussfaktoren auf das individuelle Nutzungsverhalten
Auszug aus dem Buch
1.3 Der Untersuchungsgegenstand- One Space of Information
„The metaphor of moving suggests a larger metaphor of space within one moves. We are familiar within all sorts of space. […] A hypertext system is one type of information space, which consists of a collection of pages connected by links. […] The pages are analogous to places, and the links to paths between the places” (Colomb 2002: 44, 45, 58).
Der Untersuchungsgegenstand dieser Diplomarbeit ist das über das Internet aufrufbare Intranet des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED). Mit Hilfe einer Microsoft Technologie, dem sogenannten Microsoft Office SharePoint Server 2007, stellt das Intranet eine webbasierte Plattform dar, in der verschiedene Anwendungen (wie Dokumentenmanagement, File-Sharing, Nutzung eines Gruppenkalenders, Austausch von Audio- und Videodateien, Diskussionsforen, etc.) unter einer einheitlichen Weboberfläche integriert sind. Als ein Instrument des Wissensmanagements wird es seit dem Jahr 2004 in der Organisation eingesetzt. Die Mitarbeiter können das Intranet weltweit wie eine Webseite über das Internet aufrufen und sich mit Hilfe von Benutzernamen und Passwort einloggen, um auf die internen Informationen und Daten der Organisation zu zugreifen. Zudem bietet die Webplattform weitergehende Funktionen, wie den Abruf der Geschäftsemails und den Zugang zu virtuellen Communities of Practice (CoP) (vgl. Kapitel 3.1.5) an. Bevor dieses webbasierte Intranet näher beschrieben und eine genaue Definition gegeben wird, wird die Organisation, der DED, kurz beschrieben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert den Hintergrund, definiert die Fragestellungen und beschreibt den Untersuchungsgegenstand, das Webportal des DED.
2. INTERNET UND RAUM – RÄUMLICHE STRUKTUREN UND FORMEN DER INTERNETNUTZUNG: Dieses Kapitel diskutiert die Bedeutung des Internets für Raum und Zeit, thematisiert den "Digital Divide" und untersucht die räumlichen Ausprägungen und Interaktionsformen im Internet.
3. INFORMATIONSTECHNOLOGIEN IN ORGANISATIONEN – FORMEN DER ZUSAMMENARBEIT UND DEREN GRENZEN: Hier werden die Funktionen von Webportalen, Wissensmanagementsystemen und Formen der virtuellen Zusammenarbeit analysiert sowie die Barrieren des technischen Supports beleuchtet.
4. AKZEPTANZ VON TECHNISCHEN INNOVATIONEN: Dieses Kapitel erörtert verschiedene Akzeptanzmodelle (insbesondere TAM 2), um theoretische Einflussfaktoren auf die Nutzung von IT-Systemen zu verstehen.
5. ZWISCHENFAZIT UND HYPOTHESEN: Hier werden die theoretischen Grundlagen zusammengeführt und die Arbeitshypothesen für die empirische Untersuchung formuliert.
6. METHODIK: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, bestehend aus einer quantitativen Logfileanalyse und leitfadengestützten Experteninterviews.
7. DIE NUTZUNG DES WEBPORTALS IN DER ORGANISATION – ERGEBNISSE DER ARBEIT: Der Ergebnisteil präsentiert die räumliche Nutzungsanalyse, diskutiert die Portal-Funktionen und identifiziert individuelle Einflussfaktoren auf die selektive Nutzung.
8. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und zieht Schlussfolgerungen hinsichtlich der Bedeutung der Nutzerakzeptanz für den Erfolg von Webportalen.
Schlüsselwörter
Webportal, Intranet, DED, Internetnutzung, Wissensmanagement, Akzeptanzforschung, TAM 2, Digital Divide, Logfileanalyse, Experteninterviews, Virtuelle Zusammenarbeit, Communities of Practice, Informationstechnologie, räumliche Strukturen, technologische Innovation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Nutzung und die Akzeptanz eines webbasierten Intranets in einer internationalen Organisation (DED) über verschiedene geografische Regionen hinweg.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind der Zusammenhang zwischen technischer Infrastruktur, der tatsächlichen Nutzung durch Mitarbeiter und die Bedeutung individueller sowie organisatorischer Faktoren für die Akzeptanz von IT-Systemen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, regionale Unterschiede in der Nutzung des Webportals zu identifizieren und die Gründe für eine selektive Nutzung durch die Mitarbeiter zu erforschen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Es wurde eine methodische Triangulation gewählt, bestehend aus einer quantitativen Logfileanalyse des Webportals und einer qualitativen Befragung mittels leitfadengestützter Experteninterviews.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?
Im Hauptteil werden räumliche Strukturen des Internets, theoretische Ansätze zur Technologieakzeptanz (TAM 2) sowie Funktionen von Webportalen und Wissensmanagement detailliert dargelegt.
Was charakterisiert die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verbindung von geographischer Diffusionsforschung, Informationstechnik-Diskursen und praxisnaher empirischer Analyse bei einer Entwicklungshilfeorganisation aus.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen Zentrale und Außenstruktur eine Rolle?
Die Analyse zeigt signifikante Unterschiede in der Nutzungsintensität und den technischen Rahmenbedingungen, wobei die Zentrale in Bonn aufgrund besserer Infrastruktur und Standardeinstellungen eine Sonderstellung einnimmt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin zum Einfluss von IT?
Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die bloße Bereitstellung von Technologie (wie einem Portal) nicht ausreicht; der tatsächliche Nutzen und die individuelle Akzeptanz der Mitarbeiter sind entscheidend für eine erfolgreiche Nutzung.
- Arbeit zitieren
- Diplom Geographin Diana Lantzen (Autor:in), 2008, Regionale Differenzen der Internetnutzung in einer internationalen Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/267084