Die Arbeit setzt sich mit den verschiedenen Ausprägungen des Kreationismus auseinander. Unter Anhängern des Kreationismus versteht man im Allgemeinen Menschen, die an einer wörtlichen Auslegung der Bibel festhalten und die heute gängige Theorie der Evolution anfechten. Neben einer Einführung in die verschieden Gruppierungen des Kreationismus setzt sich die Arbeit kritisch mit deren neuem wissenschaftlichem Anspruch dem "Scientific Creationism" auseinander. Im Zuge dessen werden die Thesen von diesem näher beleuchtet und mit denen der Wissenschaft verglichen. Zuletzt wird die neueste Form des Kreationismus die "intelligent Design Bewegung" vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Evolutionstheorie und der Kreationismus
2.1. Darwins Herausforderung an den Schöpfungsglauben
2.2. Darstellung verschiedener kreationistischer Ausrichtungen
2.2.1. Die Junge-Erde-Kreationisten
2.2.2. Die progressiven Kreationisten
2.2.3. Die theistischen Kreationisten
3. Selbstdarstellung als Wissenschaft - ideologische Wandlung
3.1. Die Argumentation der Kreationisten
3.2. Die Gegendarstellung der Wissenschaft
4. Das Ende des traditionellen Kreationismus
4.1. Die Entstehung des Intelligent-Design
4.2. Die irreduzible Komplexität
4.3. ideologisches Vorgehen der ID-Bewegung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Bestreben kreationistischer Strömungen, ihre religiös begründeten Weltanschauungen unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit als gleichwertige Alternative zur Evolutionstheorie zu etablieren. Dabei wird analysiert, inwieweit diese Bewegungen wissenschaftlichen Standards gerecht werden.
- Wissenschaftsverständnis und methodische Standards
- Kategorisierung kreationistischer Ausrichtungen
- Strategien des Scientific Creationism
- Übergang vom klassischen Kreationismus zum Intelligent Design
- Kritische Reflexion der "Scientific Creationism" Rhetorik
Auszug aus dem Buch
3.1. Die Argumentation der Kreationisten
Die Strategie des von Morris ins Leben gerufene Scientific Creationism ist es nicht, mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden die kreationistische Theorie zu beweisen, sie dient vielmehr der Verdeutlichung, dass auch die Evolution nur eine Theorie ist und somit mit der der Kreationisten gleichzustellen sei. „Since evolution is merely a model, and is not testable by experimentation, one must have faith that it is true.(...) Therefore evolution and creation are really competing scientific models.“ (Williams 1983, 93) Seine Vorgehensweise bezeichnet er als den „two model approch“ (Ruse 1982, 75).
Da die Entstehung von Arten niemals wiederholt oder beobachtet werden kann, bedürfen beide Modelle, des Glaubens der Menschen. Morris geht auf Grund des Aspekts von Glaube sogar so weit Evolution, als grundlegend religiös zu bezeichnen (Morris 1974, 196) Im ersten Kapitel seines Buches „Scientific Creationism“, stellt der Autor die, seiner Meinung nach, gleichwertigen Theorien gegenüber, um zu verdeutlichen warum Beide sich jeglicher Beweisbarkeit entzögen. So sei kein Wissenschaftler in der Lage einen möglichen Evolutionsprozess zu beobachten, da dieser (falls er existiere) Millionen von Jahre andauern würde. Da Evolution nicht widerlegbar sei, gebe es auch keine Möglichkeit diese zu belegen, somit sei die Theorie als Dogma zu klassifizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der Evolutionstheorie nach Charles Darwin und der daraus resultierenden Herausforderung für christliche Glaubensvorstellungen, was die Entstehung des Kreationismus als Gegenbewegung einleitet.
2. Die Evolutionstheorie und der Kreationismus: Darstellung der historischen Entwicklung des Konflikts und Differenzierung verschiedener kreationistischer Lager, von den Junge-Erde-Kreationisten bis hin zu theistischen Positionen.
3. Selbstdarstellung als Wissenschaft - ideologische Wandlung: Analyse der Argumentationsmuster des Scientific Creationism und dessen Abgleich mit wissenschaftstheoretischen Kriterien, insbesondere hinsichtlich Falsifizierbarkeit und wissenschaftlichem Selbstverständnis.
4. Das Ende des traditionellen Kreationismus: Untersuchung der Entstehung der Intelligent-Design-Bewegung als Reaktion auf juristische Niederlagen des traditionellen Kreationismus und deren spezifische argumentative Strategien wie die irreduzible Komplexität.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftlichen Haltbarkeit kreationistischer Ansätze und der zugrunde liegenden Motivationen der jeweiligen Strömungen.
Schlüsselwörter
Kreationismus, Evolutionstheorie, Scientific Creationism, Intelligent Design, Darwin, Wissenschaftstheorie, Falsifizierbarkeit, Junge-Erde-Kreationismus, irreduzible Komplexität, Paradigmenwechsel, Schöpfungslehre, Henry M. Morris, Wissenschaftlichkeit, Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Auseinandersetzung zwischen der Evolutionstheorie und verschiedenen kreationistischen Strömungen, die versuchen, ihre religiös geprägten Weltbilder als wissenschaftliche Theorien zu legitimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die verschiedenen Ausprägungen des Kreationismus, der Versuch der Abgrenzung zur Religion durch den "Scientific Creationism" und der Übergang zur Intelligent-Design-Bewegung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob kreationistische Theorien den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erfüllen können oder ob sie lediglich eine ideologische Strategie zur Verteidigung religiöser Dogmen darstellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine wissenschaftstheoretische Analyse, bei der die Aussagen der Kreationisten an Kriterien wie der Falsifizierbarkeit nach Karl Popper und den allgemeinen Anforderungen der "scientific community" gemessen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Argumentationsweisen der Kreationisten, den Vergleich von Evolution und Schöpfung als "Modelle" sowie die spezifischen Konzepte der ID-Bewegung, wie die irreduzible Komplexität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind unter anderem Kreationismus, Evolutionstheorie, Intelligent Design, Scientific Creationism, Falsifizierbarkeit und Wissenschaftlichkeit.
Wie unterscheidet sich der Intelligent Design-Ansatz vom traditionellen Kreationismus?
Während der traditionelle Kreationismus explizit auf der wörtlichen Auslegung der Bibel basiert, versucht die Intelligent Design-Bewegung, explizit religiöse Bezüge zu vermeiden, um im Bildungssystem als Alternative zur Evolutionstheorie Fuß zu fassen.
Warum wird der Begriff der "irreduziblen Komplexität" kritisiert?
Die Kritik basiert darauf, dass dieser Begriff aus dem Vergleich mit technischen Konstrukten abgeleitet wird, was wissenschaftlich als unzulässiger Analogieschluss gewertet wird, da Lebewesen nicht nach dem Prinzip menschlicher Artefakte entstanden sind.
- Quote paper
- Kira Gehrmann (Author), 2010, Kreationismus. Darwins Antagonisten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/267001