Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu untersuchen, ob Frauen tatsächlich benachteiligt werden und somit das Phänomen der „Diskriminierung“ durch die Unternehmen vorliegt oder ob andere Faktoren für die vertikale Geschlechtersegregation verantwortlich sind.
Untergliedert ist die vorliegende Arbeit in zwei Hauptteile.
Im Punkt 2. werden zunächst die wichtigsten theoretischen Grundlagen zur Erklärung der vertikalen Geschlechtssegregation vorgestellt, die die Basis für die da-rauffolgenden Hypothesen bezüglich der zu untersuchenden Fragestellung bilden.
Im Folgenden erfolgt im Kapitel 3 eine Überprüfung der aufgestellten Hypothesen anhand der Daten des Statistischen Bundesamtes und anderer vorliegenden Studien. Abschließend wird in Kapitel 4 ein Fazit aus den erarbeiteten Ergebnissen gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Überlegungen und Hypothesen
2.1 Theoretische Ansätze zu der Geschlechtssegregation in Führungspositionen
2.1.1 Theorie der statistischen Diskriminierung
2.1.2 Humankapitaltheorie
2.1.3 Sozialisationstheorie
2.2 Hypothesen
3. Daten und Ergebnisse
3.1 Diskriminierung von Frauen – Empirischer Befund
3.2 Daten und Ergebnisse zu dem Bildungsstand von Frauen und Männern
3.3 Die Brigitte-Studie
4. Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen in Deutschland. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob diese Diskrepanz primär auf eine bewusste Diskriminierung durch Unternehmen zurückzuführen ist oder ob andere Faktoren, wie individuelle Karriereentscheidungen oder Bildungsunterschiede, eine entscheidende Rolle spielen.
- Theoretische Erklärungsmodelle zur vertikalen Geschlechtersegregation
- Diskriminierungshypothesen vs. Selbstselektionsprozesse
- Analyse des Bildungsstandes im Geschlechtervergleich
- Empirische Untersuchung der Karriereorientierung junger Frauen
- Die Bedeutung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und Stereotypen
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Theorie der statistischen Diskriminierung
Die diskriminierungstheoretische Erklärungsperspektive geht auf Becker (1971) zurück und sieht die Gründe für die Unterrepräsentanz von weiblichen Führungskräften auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarktes.
Insbesondere das Modell der statistischen Diskriminierung soll die ungünstige Arbeitsmarktsituation von Frauen in höheren Berufsetagen erklären. Hierbei liegt die Annahme der unvollständigen Information über die Produktivität der potenziellen Arbeitnehmer bei Unternehmen zugrunde. Unternehmen stützen sich auf Erfahrungswerte und beurteilen einzelne Personen einer Gruppe aufgrund von „Durchschnittserwartungen über das Verhalten der ganzen Gruppe“ (Littmann-Wernli und Schubert 2001, 136), um Risiken im Betrieb zu reduzieren.
Nach dem beschriebenen Erklärungsansatz wird Frauen aufgrund einer Doppelbelastung durch Beruf und Familie eine höhere Fluktuation, Berufsunterbrechungen und folglich eine geringere Durchschnittsproduktivität von Unternehmen unterstellt. Im Ergebnis werden sie im Vergleich zu Männern seltener für Führungspositionen rekrutiert (Littmann-Wernli und Schubert 2001).
Daraus lässt sich folgern, dass Frauen, die überdurchschnittlich produktiv sind, durch diesen Mechanismus enorm benachteiligt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der "gläsernen Decke" ein und skizziert das Ziel der Untersuchung sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Überlegungen und Hypothesen: Hier werden akteur- und strukturorientierte Theorien sowie zentrale Hypothesen zur Erklärung der Geschlechtersegregation vorgestellt.
3. Daten und Ergebnisse: Dieser Abschnitt überprüft die aufgestellten Hypothesen anhand empirischer Studien zum Diskriminierungsempfinden, zum Bildungsstand und zu Lebensentwürfen von Frauen.
4. Zusammenfassung und Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass Diskriminierung ein wesentlicher, wenn auch nicht alleiniger Faktor für die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen ist.
Schlüsselwörter
Führungskräfte, Frauenanteil, Geschlechtersegregation, gläserne Decke, statistische Diskriminierung, Humankapitaltheorie, Sozialisationstheorie, Karriereorientierung, Bildungsstand, Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit, Beruf und Familie, Management, Frauenquote, Stereotypen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Ursachen für die geringe Anzahl von Frauen in Führungspositionen in deutschen Unternehmen und analysiert, inwieweit Diskriminierung oder individuelle Präferenzen der Frauen hierfür verantwortlich sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen ökonomische und soziologische Theorien zur Geschlechtersegregation, die Analyse des Bildungsniveaus von Männern und Frauen sowie die Untersuchung von Karriereinteressen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu klären, ob Frauen aktiv benachteiligt werden ("Diskriminierung") oder ob andere Faktoren wie Bildungsentscheidungen oder Lebensentwürfe die vertikale Segregation erklären können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung bestehender Ansätze sowie eine Sekundärdatenanalyse basierend auf amtlichen Daten des Statistischen Bundesamtes und ausgewählten empirischen Studien, wie etwa der Brigitte-Studie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (u.a. Humankapital- und Sozialisationstheorie) und eine empirische Überprüfung, in der Daten zu Bildungsständen und Karriereorientierungen analysiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "gläserne Decke", "Geschlechtersegregation", "Diskriminierung" und "Vereinbarkeit von Beruf und Familie" charakterisiert.
Was besagt die Theorie der statistischen Diskriminierung konkret?
Sie besagt, dass Unternehmen Arbeitnehmer aufgrund von Durchschnittserwartungen über eine Gruppe bewerten, um Risiken zu minimieren, was Frauen pauschal Nachteile aufgrund unterstellter geringerer Produktivität bringt.
Warum spielt der Bildungsstand in der Argumentation eine zentrale Rolle?
Der Bildungsstand dient dazu, die Hypothese zu überprüfen, ob ein Mangel an qualifizierten Frauen die Unterrepräsentanz in Führungsebenen erklärt. Die Arbeit zeigt jedoch, dass Frauen heute oft besser qualifiziert sind als Männer.
- Arbeit zitieren
- Natalie Philips (Autor:in), 2012, Werden weibliche Führungskräfte diskriminiert?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/266475