Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Communications - Media and Politics, Politic Communications

Kampf der politischen Kulturen. Türkische Medienpolitik zwischen Kemalismus und islamischem Konservativismus

Title: Kampf der politischen Kulturen. Türkische Medienpolitik zwischen Kemalismus und islamischem Konservativismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 40 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oliver Moebel (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

In der Berichterstattung über das politische Geschehen in der Türkei bemühen deutsche Medien seit einigen Jahren regelmäßig das urdeutsche Wort vom „Kulturkampf“, um die Auseinandersetzung zwischen islamischen und säkularen Kräften im Land zu umschreiben. Anders als im Deutschen Reich zu Bismarcks Zeiten befinden sich jedoch in der Republik Türkei die „Säkularen“ seit dem Wahlsieg der islamisch-konservativen AKP 2002 durchgehend in der Defensive. Selbst die türkischen Streitkräfte als traditionelle Verfechter des Laizismus gelten mittlerweile nicht mehr als unantastbar.

Doch handelt es sich, wie es die Kulturkampf-Rhetorik nahe legt, ausschließlich um einen Kampf darum, ob Religion in der Politik eine Rolle spielen darf oder nicht? Denn die von der AKP hinterfragte Gründungsideologie der Republik Türkei, der Kemalismus, umfasst wesentlich mehr als nur einen strikten Laizismus. Auf der anderen Seite haben die „Islamisten“ sich bereits vor Beginn der der Beitrittsverhandlungen zur EU immer wieder an Reformen in Bereichen herangewagt, die mit Religion wenig bis gar nichts zu tun haben – etwa in Bezug auf die Rechte für die kurdische Minderheit im Land oder in Hinblick auf die Medienregulierung. Es liegt daher nahe, in Bezug auf die Türkei weniger von einem Kulturkampf mit seinem starren Fokus auf eine Auseinandersetzung zwischen Laizisten und Religiösen zu sprechen, sondern weiter gefasst von einem „Kampf der politischen Kulturen“, bei dem der Streit um die Rolle der Religion nur einen (wenngleich zentralen) Aspekt darstellt.

Es soll daher in dieser Arbeit versucht werden, sich einem Teilgebiet der innenpolitischen Auseinandersetzungen – der Medienpolitik – mit dem Konzept der politischen Kultur anzunähern. In der Form, wie sie von Almond und Verba 1963 vorgestellt wurde, gilt das Konzept zwar heute nicht mehr als „en vogue“ – Kritik daran zielt etwa häufig auf die mangelnde Fähigkeit zur Erklärung politischer Entwicklungen ab. Es bietet mit seiner Typologie politischer Kulturen jedoch weiterhin ein plausibles und handhabbares Instrument zur Beschreibung politischer Systeme. Unter ergänzendem Einbezug weiterer Theorien erscheint es zudem durchaus möglich, den „klassischen“ Ansatz auch zur Erklärung konkreter politischer Prozesse zu nutzen. Dieser Versuch soll mit der vorliegenden Arbeit in Bezug auf die türkische Medienpolitik gewagt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Fragestellung

2. Aufbau der Arbeit

3. Literaturbericht

II. Theoretische Grundlagen – Das Konzept Politische Kultur

1. Der Ansatz von Almond und Verba

2. Weiterführende Überlegungen

2.1 Das AGIL-Schema

2.2 Die Stabilisierung politischer Kultur und die Rolle der Medien(politik)

3. Zwischenfazit: Politische Kultur und Medienpolitik

III. Politische Kulturen und Medienpolitik in der Türkei – Die parochiale politische Kultur des Kemalismus

1. Der Aufstieg Mustafa Kemals

2. Die Grundzüge des Kemalismus

3. Medienpolitik in der Ära Atatürk (von 1923 bis 1938)

4. Medienpolitik in der Zeit der Militärinterventionen (bis 1983)

5. Zwischenfazit: Die „kemalistische“ Medienpolitik und deren Resultate

IV. Politische Kulturen und Medienpolitik in der Türkei – Die Untertanenkultur des Politischen Islams

1. Der Politische Islam in der Türkei – Grundzüge und Entwicklung

2. Medienpolitik in der Ära Özal (zwischen 1983 und 1991)

3. Medienpolitik in der „Zwischenperiode“ (von 1991 bis 2002)

4. Medienpolitik während der Regierungszeit der AKP (ab 2002)

5. Zwischenfazit: „subject culture“ und Medienpolitik von 1983 bis heute

V. Empirische Befunde – die politische Kultur der Türkei im Wandel?

VI. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die türkische Medienpolitik im Zeitraum von 1923 bis heute unter Anwendung des politikwissenschaftlichen Konzepts der „politischen Kultur“. Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen den herrschenden politischen Strömungen, den Regierungsentscheidungen im Mediensektor und den gesellschaftlichen Erwartungshaltungen zu analysieren, um das türkische Mediensystem theoretisch einzuordnen.

  • Analyse des Konzepts der politischen Kultur nach Almond und Verba in Verbindung mit dem AGIL-Schema.
  • Untersuchung der kemalistischen Medienpolitik und ihrer Rolle bei der Etablierung einer parochialen politischen Kultur.
  • Evaluierung der Medienpolitik in der Ära des Politischen Islams unter besonderer Berücksichtigung der AKP-Regierung.
  • Empirische Überprüfung des Wandels der politischen Kultur in der Türkei anhand von Daten des World Value Surveys (WVS).

Auszug aus dem Buch

3. Medienpolitik in der Ära Atatürk (von 1923 bis 1938)

Für den Aufbau der jungen Republik waren die Massenmedien von zentraler Bedeutung. Sie sollten unter Aufsicht Atatürks und der kemalistischen Eliten dabei mitwirken, der Bevölkerung die neue Ideologie näher zu bringen, ihr Legitimität zu verschaffen sowie oppositionelle Strömungen zu diskreditieren. Eine „republikanische Presse“ bot aus Sicht der neuen Machthaber beste Chancen dafür, den allgemeinen Widerstand gegen die tief greifenden gesellschaftspolitischen Reformen zu zerstreuen (vgl. Yılmaz/Burak 2011: 115).

Mit Gründung der Republik entstanden zahlreiche kemalistisch orientierte Tageszeitungen. 1924 wurde etwa die Cumhuriyet („Republik“) gegründet, die bis heute kompromisslos für Säkularismus und Nationalismus eintritt (vgl. Open Source Center 2008: 15). Dem Einsatz der Presse zur „Volkserziehung“ stand in den Anfangstagen der Republik allerdings eine sehr hohe Analphabetenrate entgegen, was Pressesubventionen nötig machte. In Verbindung mit der staatlich kontrollierten Einfuhr von Druckmaschinen und Papier ergab sich so allerdings auch die Möglichkeit, eine effektive und vergleichsweise sanfte Pressekontrolle auszuüben, welche die Gewährung finanzieller und materieller Unterstützung von einer wohlwollenden Berichterstattung abhängig machte (vgl. Kiliç 2003: 42f.).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob es sich bei den politischen Entwicklungen in der Türkei um einen „Kulturkampf“ oder einen „Kampf der politischen Kulturen“ handelt.

II. Theoretische Grundlagen – Das Konzept Politische Kultur: Das Kapitel erläutert das theoretische Instrumentarium, insbesondere den Ansatz von Almond und Verba sowie das AGIL-Schema zur Analyse politischer Systeme.

III. Politische Kulturen und Medienpolitik in der Türkei – Die parochiale politische Kultur des Kemalismus: Dieses Kapitel untersucht die kemalistische Ära und zeigt auf, wie Medien zur Stabilisierung der Ideologie und zur Etablierung einer parochialen politischen Kultur genutzt wurden.

IV. Politische Kulturen und Medienpolitik in der Türkei – Die Untertanenkultur des Politischen Islams: Das Kapitel analysiert die Phase ab 1983, geprägt durch wirtschaftliche Liberalisierung und Repression, und ordnet sie als Untertanenkultur ein.

V. Empirische Befunde – die politische Kultur der Türkei im Wandel?: Hier werden Umfragedaten des World Value Surveys genutzt, um die theoretischen Herleitungen zur politischen Kultur der Türkei empirisch zu überprüfen.

VI. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des türkischen Medienmarktes.

Schlüsselwörter

Türkei, Medienpolitik, Politische Kultur, Kemalismus, Politischer Islam, AKP, Civic Culture, Almond und Verba, AGIL-Schema, Pressefreiheit, Rundfunk, Demokratisierung, Medienkonzentration, Untertanenkultur, World Value Survey.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Medienpolitik der Türkei von 1923 bis zur Gegenwart und nutzt dazu das politikwissenschaftliche Konzept der politischen Kultur.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Kemalismus, der Entwicklung des Politischen Islams in der Türkei, der Rolle der Massenmedien bei der Systemstabilisierung sowie der empirischen Untersuchung gesellschaftlicher Einstellungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie sich die Medienpolitik der Türkei im Kontext des Konzepts der politischen Kultur nach Almond und Verba erklären lässt und ob sich ein Wandel der politischen Kultur feststellen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die theoretische Konzepte auf historische Fallbeispiele anwendet und die Ergebnisse zudem mit empirischen Daten des World Value Surveys abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Phasen: Die kemalistische Ära bis 1980 und die anschließende Ära des Politischen Islams ab 1983, wobei jeweils die medienpolitischen Regulierungen und deren Auswirkungen untersucht werden.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Medienpolitik, Türkei, Politische Kultur, Kemalismus, Islam, AKP, Medienfreiheit und Systemstabilität.

Wie beeinflusste der Kemalismus die Medien in der frühen Republik?

Die Medien dienten als Instrument zur Verbreitung der Staatsideologie, zur Volkserziehung und zur Diskreditierung oppositioneller Strömungen unter starker staatlicher Kontrolle.

Welche Rolle spielt die AKP bei der aktuellen Medienpolitik?

Die AKP-Regierung wird im Text durch ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Liberalisierung und einer Intensivierung des strafrechtlichen Vorgehens gegen kritische Journalisten und Medienhäuser charakterisiert.

Excerpt out of 40 pages  - scroll top

Details

Title
Kampf der politischen Kulturen. Türkische Medienpolitik zwischen Kemalismus und islamischem Konservativismus
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft)
Course
Medienpolitik in Europa
Grade
1,0
Author
Oliver Moebel (Author)
Publication Year
2013
Pages
40
Catalog Number
V266457
ISBN (eBook)
9783656565482
ISBN (Book)
9783656565512
Language
German
Tags
Politische Kultur Parochiale Kultur Untertanenkultur Subject Culture Civic Culture Gabriel A. Almond Sidney Verba The Civic Culture. Political Attitudes and Democracy in Five Nations. Kemalismus Politischer Islam Islamischer Konservatismus Antonio Gramsci Hegemonietheorie AGIL-Schema Mustafa Kemal Kemal Pascha Atatürk CHP Cumhuriyet Halk Partisi TRT Türkiye Radyo ve Televizyon Kurumu RTÜK Radyo ve Televizyon Üst Kurulu Turgut Özal Nakşibendi Necmettin Erbakan MSP Millî Selamet Partisi ANAP Anavatan Partisi Doğan Holding Magic Box Promotionen Medienzensur Anti-Terror-Gesetz Strafgesetz §143 RP Refah Partisi Süleyman Demirel AKP Adalet ve Kalkınma Partisi Recep Tayyip Erdoğan Uzan Rupert Murdoch News Corporation TGRT Fox Turkiye Hurriyet Ergenekon Kommission der Europäischen Gemeinschaften Fortschrittsbericht Türkei Türkiye Cumhuriyeti Medien Politik Medienpolitik Mediensystem Politische Kultur Türkei Türkei Politische Kultur Politische Kultur der Türkei
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Moebel (Author), 2013, Kampf der politischen Kulturen. Türkische Medienpolitik zwischen Kemalismus und islamischem Konservativismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/266457
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  40  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint