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Rezension zu Paul Willis: Spaß am Widerstand

Title: Rezension zu Paul Willis: Spaß am Widerstand

Literature Review , 2013 , 6 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ingmar Ehler (Author)

Sociology - Children and Youth

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Das rege Interesse an jugendlichen Peergroups und Jugendkulturen, das aktuell in der sozial- und erziehungswissenschaftlichen Forschung herrscht, gibt Anlass, auch ältere Studien zu diesem Thema zu betrachten, einerseits um Jugendkulturen historisch zu vergleichen und zu verstehen, inwiefern sich ihre Rolle in einem größeren gesellschaftlichen Kontext verändert hat, andererseits um nachzuvollziehen, wie sich die Forschung methodisch entwickelt hat, ob und wenn ja welche anderen Aspekte von Jugendkulturen, z.B. im Hinblick auf die weitere Entwicklung ihrer Mitglieder, nun fokussiert werden. Vielleicht hilft hier gerade das Studium vergangener Forschung auch, den Blick für das Verhältnis von Forschungsinteresse und -ergebnis zu schärfen, insofern bei älteren Studien eher mit anderen Paradigmata zu rechnen ist, als bei neueren.
Für diesen Zweck ist Paul Willis „Spaß am Widerstand“ sehr gut geeignet (Titel der Originalausgabe: „Learning to labour. How working class kids get working class jobs.“). Dabei handelt es sich um den Bericht über ein Projekt, in dem Willis von 1972 bis 1975 den „Übertritt von Jungen aus der Arbeiterklasse ohne höhere Schulbildung ins Arbeitsleben“ (S. 9) untersuchte, und dessen Analyse. In einer der ersten rein qualitativen Studien in diesem Forschungsbereich hat er die Schüler einer Schulklasse in einer mittelenglischen Großstadt in ihren letzten Schuljahren und in der Zeit danach begleitet. In seinem Buch geht er der Frage nach, welche Rolle die spezifische Jugendkultur einer Gruppe von Arbeiterkindern in dieser Klasse, die sich in klarer Opposition zu den Werten der Schule befand, bei diesem Übergang gespielt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ethnografie der Schule und der oppositionellen Kultur der Arbeiterjugendlichen

1.1 Charakterisierung der „lads“-Kultur

1.2 Die „Gegen-Schulkultur“ als Opposition gegen die Autorität

1.3 Informelle Infrastruktur und „Weltklugheit“

1.4 Die Rolle von Humor, Gewalt und Maskulinität

1.5 Abgrenzung gegenüber Mädchen und ethnischen Minderheiten

1.6 Übergang in die Betriebskultur und Arbeitswelt

2. Analyse der kulturellen Ebene und soziale Reproduktion

2.1 Theorie der halb-autonomen kulturellen Ebene

2.2 Durchdringung und Beschränkung als zentrale Konzepte

2.3 Ideologie „von oben“ und soziale Reproduktion

2.4 Praktisch-politische Implikationen der Studie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit rezensiert Paul Willis’ ethnografische Studie „Spaß am Widerstand“, welche untersucht, wie die spezifische Jugendkultur einer Gruppe von Arbeiterkindern („lads“) in einer mittelenglischen Schule deren Übergang in das Arbeitsleben und ihre Haltung gegenüber Arbeit sowie Autorität prägt.

  • Ethnografische Analyse von jugendlichen Gegenkulturen
  • Verhältnis zwischen informeller Schülerkultur und schulischer Autorität
  • Soziale Reproduktion durch kulturelle Prozesse
  • Mechanismen von „Durchdringung“ und „Beschränkung“
  • Geschlechterspezifische Dynamiken und maskuline Betriebskultur

Auszug aus dem Buch

Die Infrastruktur der informellen Gruppe

Die Infrastruktur der informellen Gruppe – der Gruppe der „lads“, die im Gegensatz zur Schule ohne öffentliche Rollen, physische Strukturen, anerkannte Hierarchien und Institutionen auskommt – „lokalisiert und ermöglicht alle anderen Elemente der [Gegen-Schul-]Kultur“ (vgl. ebd.). Dazu gehört auch etwas, das als ‚Weltklugheit‘ bezeichnet wird, ein Wissen, das sich durch außerschulische Kontakte mit der Arbeit und andere Klassenkontakte speist, die durch ein Netzwerk vermittelt werden, das von dieser Gruppe ausgeht. Willis beschreibt ‚Weltklugheit‘ als „Fähigkeit, einerseits öffentliche Sachverhalte und Ziele zu registrieren und andererseits dahinterzublicken, ihre Implikationen zu erwägen und herauszufinden, was tatsächlich vorgeht.“ (S. 46) Die Opposition gegen den „mächtigsten erkennbaren Zweck [der Schule]: einen zur Arbeit zu bringen“ (S. 48) gestaltet sich höchst virtuos. Neben Schwänzen zählen dazu Aktivitäten, wie ein Schuljahr lang nichts zu schreiben und sich jederzeit frei in der Schule zu bewegen, was auch einen Angriff auf die offiziellen Zeitbegriffe der Schule darstellt, gegen das Diktat des Stundenplans und die Auffassung von Zeit als etwas, mit dem man sorgfältig haushalten muss, für Ziele in der Zukunft.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ethnografie der Schule und der oppositionellen Kultur der Arbeiterjugendlichen: Dieser Abschnitt beschreibt die Lebenswelt der „lads“, ihre informelle Kultur sowie ihre bewusste Ablehnung schulischer Werte und Autoritäten als Ausdruck ihrer spezifischen Identität.

2. Analyse der kulturellen Ebene und soziale Reproduktion: Im zweiten Teil liefert Willis eine theoretische Einordnung, in der er untersucht, wie kulturelle Strukturen trotz individueller Kreativität zur sozialen Reproduktion der Arbeiterklasse beitragen.

Schlüsselwörter

Jugendkultur, Arbeiterjugendliche, Schule, Gegen-Schulkultur, Ethnografie, informelle Gruppe, soziale Reproduktion, Arbeitsethos, Maskulinität, Durchdringung, Beschränkung, Bildungssoziologie, Widerstand, Klassengesellschaft, Betriebskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit rezensiert Paul Willis’ Klassiker der Bildungssoziologie, der den Übergang von Jungen aus der Arbeiterklasse von der Schule in die Arbeitswelt untersucht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entstehung von Gegen-Schulkulturen, die Bedeutung informeller Gruppen für die Identitätsbildung und die Mechanismen, die zur Übernahme typischer Arbeiterrollen führen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu verstehen, wie und warum Jugendliche aus der Arbeiterklasse eine Kultur entwickeln, die den Werten der Schule entgegensteht und wie diese Kultur ihre spätere Erwerbsbiografie vorbereitet.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative ethnografische Studie, die auf teilnehmender Beobachtung, Gruppen- und Einzelinterviews basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Feldforschung zur Schulkultur der „lads“ und eine theoretische Reflexion über die Dynamiken von kultureller Dominanz und sozialer Reproduktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Jugendkultur, Widerstand, Arbeiteridentität, informelle Lernprozesse und das Zusammenspiel von Schule und Arbeitswelt.

Was bedeutet der Begriff „lads“ im Kontext der Studie?

„Lads“ bezeichnet die Gruppe von männlichen Schülern, die sich aktiv durch informelles Verhalten, Humor und Arbeitsverweigerung gegen die offizielle Kultur der Schule auflehnen.

Warum spielt das Konzept der „Weltklugheit“ eine so wichtige Rolle?

Weltklugheit bezeichnet die Fähigkeit der Jugendlichen, die Absichten der Schule zu durchschauen, um sich den schulischen Anforderungen zu entziehen und ihre eigene, auf der Gruppe basierende Identität zu wahren.

Wie erklärt Willis das paradoxe Verhältnis der Arbeiter zu ihrer Arbeit?

Willis zeigt auf, dass die Jugendlichen die körperliche Arbeit einerseits als Ausdruck von Männlichkeit bejahen, obwohl sie gleichzeitig deren langfristige Sinnlosigkeit und Unfreiheit im Arbeitsprozess registrieren.

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Details

Title
Rezension zu Paul Willis: Spaß am Widerstand
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Klassiker der Bildungssoziologie (Dr. Tobias Röhl)
Grade
1,0
Author
Ingmar Ehler (Author)
Publication Year
2013
Pages
6
Catalog Number
V265988
ISBN (eBook)
9783656560029
ISBN (Book)
9783656575368
Language
German
Tags
rezension paul willis spaß widerstand
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ingmar Ehler (Author), 2013, Rezension zu Paul Willis: Spaß am Widerstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/265988
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