Im Zuge der Lehrveranstaltung Supply Chain Management durften wir am LOGTIME Planspiel teilnehmen. In diesem Planspiel werden zur Simulation eines realen Unternehmens, die einzelnen Fertigungsschritte, inklusive deren logistischen Prozesse, einer Uhrenmanufaktur abgebildet. Dabei wird verdeutlicht wie viel Einfluss ein Unternehmen auf hohe Bestände, die Qualität seiner Produkte, sowie auf lange Durchlaufzeiten in der Produktion haben kann. Unstrukturierte Prozesse und komplexe Arbeitsabläufe können Be-stände und die daraus resultierenden gebundenen Kapitalkosten sehr schnell ansteigen lassen. Ist die Produktion nicht eng an die Nachfrage des Kunden geknüpft, werden im Zeitverlauf gravierende Probleme in der Produktionsplanung auftreten. Durch die falsche Anordnung der einzelnen Arbeitsstationen entstehen unnötige Wartezeiten, überflüssige Tätigkeiten sowie lange Transportwege. Die Folge sind verlängerte Durchlaufzeiten der produzierten Produkte. Sämtliche dieser Faktoren resultieren aus unorganisierten Arbeitsabläufen und verschwenden unnötig Ressourcen und Kapital. Um konkurrenzfähig zu sein, müssen Unternehmen Lösungen anstreben, die diesen Verschwendungen entgegenwirken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufgabenstellung
3. Ausgangssituation
3.1 Arbeitsablauf des Fertigungsprozess
4. Problembeschreibung
4.1 Erhöhte Bearbeitungszeit
4.2 Erhöhter Logistikaufwand
4.3 Zentralisierte Qualitätssicherung
4.4 Fehlende Flexibilität
5. Fertigungssteuerung
5.1 KANBAN
5.1.1 Ablauf
5.1.2 Geeignete bzw. ungeeignete Artikel
5.1.3 Voraussetzungen
6. Meine umsetzbare Konzeption für LOGTIME-Runde 3
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung einer optimierten Konzeption für die dritte Runde des LOGTIME-Planspiels, um durch eine effiziente Fertigungssteuerung die vorgegebenen Zielwerte für Liefertreue, Qualität, Bestände und Lohnanteile zu erreichen.
- Analyse der Ist-Situation und bestehender Prozessschwachstellen
- Grundlagen der Fertigungssteuerung mit Fokus auf KANBAN
- Konzeptionelle Neuausrichtung der Fertigungsabläufe
- Implementierung von Lean-Management-Prinzipien und One-Piece-Flow
Auszug aus dem Buch
4. Problembeschreibung
Wie bereits im Kapitel Ausgangssituation beschrieben, bestellen die Kunden von LOGTIME nach zehn Minuten in 30 Sekundentakten. Dies entspricht einem Kundentakt von 0,5 min. / Stk.. Unter Kundentakt werden die Stückzahlen, die der Kunde in einer Zeiteinheit benötigt, verstanden. Die Produktion sollte bestrebt sein, die Schlagzahlen des Kundentakts möglichst genau in ihrer Planung abzubilden um eine größtmögliche Kostenreduktion zu erreichen. (Vgl. Dickmann 2009, S. 132)
Das aktuelle Problem besteht darin, dass die aktuellen Bearbeitungszeiten der einzelnen Stationen die Kundentaktzeit von 30 Sekunden beträchtlich überschreiten und somit eine zeitgerecht Befriedigung der Nachfrage im fortgeschrittenen Spielverlauf, ohne hohe Lagerbestände, nicht zu bewerkstelligen ist.
4.2 Erhöhter Logistikaufwand
Jede Abteilung versorgt sich aktuell selbständig mit Material und liefert nach der Bearbeitung die Erzeugnisse wieder zurück in das Lager. Wie in Darstellung 2 deutlich zu erkennen ist, werden dabei unnötige Wegstrecken (Lager und wieder retour) zurückgelegt. Da dieser zusätzliche Aufwand, der sich jedoch nicht gänzlich vermeiden lässt, keinen Nutzen für den Kunden generiert, kann diese Tätigkeit nicht weiterverrechnet werden. Dadurch entstehen erhöhte Kosten und ein erheblicher Zeitverlust im Produktionsprozess.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Kontext des LOGTIME-Planspiels und beschreibt die negativen Auswirkungen ineffizienter Produktionsabläufe auf Bestände und Durchlaufzeiten.
2. Aufgabenstellung: Dieses Kapitel definiert die Zielvorgaben für die dritte Planspiel-Runde, insbesondere hinsichtlich Liefertreue, Qualität, Bestandsreduktion und Effizienz.
3. Ausgangssituation: Hier wird der aktuelle Fertigungsprozess in Werkbankform und die Steuerung über fixe Produktionspläne detailliert dargestellt.
4. Problembeschreibung: Das Kapitel identifiziert Kernprobleme wie erhöhte Bearbeitungszeiten, ineffizienten Logistikaufwand, zentralisierte Qualitätssicherung und mangelnde Flexibilität.
5. Fertigungssteuerung: Es werden theoretische Grundlagen der Push- und Pull-Prinzipien vermittelt, mit einem besonderen Schwerpunkt auf der Funktionsweise und den Voraussetzungen des KANBAN-Systems.
6. Meine umsetzbare Konzeption für LOGTIME-Runde 3: Das abschließende Kapitel beschreibt das neue Konzept, das auf Fließfertigung, One-Piece-Flow und dezentraler Qualitätssicherung basiert, um die gesetzten Ziele zu erreichen.
Schlüsselwörter
LOGTIME, Planspiel, Supply Chain Management, Fertigungssteuerung, KANBAN, Pull-Prinzip, One-Piece-Flow, Lagerbestände, Durchlaufzeit, Prozessoptimierung, Qualitätssicherung, Lean Management, Kundentakt, Werkbankprinzip, Produktionsplanung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung von Fertigungsprozessen im Rahmen des LOGTIME-Planspiels durch die Anwendung wissenschaftlicher Steuerungsprinzipien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Analyse der Ist-Situation, die Gegenüberstellung von Push- und Pull-Steuerungsstrategien sowie die praktische Implementierung von KANBAN und One-Piece-Flow.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Konzeption einer effizienten Produktionsstrategie für die dritte Planspiel-Runde, die eine deutliche Steigerung der Liefertreue und Qualität bei gleichzeitiger Senkung der Bestände und Bearbeitungszeiten ermöglicht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine prozessorientierte Analyse der Ist-Situation durchgeführt, gefolgt von einer Ableitung verbesserter Abläufe auf Basis bekannter logistischer Fachliteratur (z.B. KANBAN, Lean-Management-Methoden).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Schwachstellen des aktuellen Systems (wie hohe Nacharbeitsquoten und lange Transportwege) und leitet daraus ein neues, auf U-förmige Fließfertigung basierendes Konzept ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kritische Begriffe sind unter anderem Supply Chain Management, KANBAN, Pull-Steuerung, One-Piece-Flow und Prozessoptimierung.
Warum ist die zentrale Qualitätssicherung bei LOGTIME problematisch?
Die zentrale Qualitätssicherung am Ende des Prozesses führt zu hohen Nacharbeitskosten und verzögert die Fehlererkennung, was die Gesamteffizienz erheblich mindert.
Welchen Einfluss hat das U-förmige Layout auf die Produktion?
Durch die U-förmige Anordnung der Arbeitsstationen können unnötige Transportwege reduziert und die Kommunikation zwischen den Arbeitsschritten verbessert werden.
Was bedeutet das One-Piece-Flow Prinzip in diesem Konzept?
Es bedeutet den Verzicht auf fixe Losgrößen zugunsten einer Einzelstückfertigung, bei der ein Artikel unmittelbar nach Fertigstellung an die nächste Station weitergegeben wird, um Staus zu vermeiden.
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- Martin Lutz (Author), 2013, Meine umsetzbare Konzeption der LOGTIME-Runde 3, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/265877