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Transnationale Beziehungen zwischen Konstanz und Europa

Städtepartnerschaften, ein überholtes Relikt aus der Nachkriegszeit?

Titel: Transnationale Beziehungen zwischen Konstanz und Europa

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 28 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Johannes Stekeler (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es bestehen derzeit rund 6000 Partnerschaften deutscher Kommunen in allen Teilen der Welt, vornehmlich jedoch in Europa. Über 2000 entfallen dabei auf
Partnerschaften mit dem Nachbarn Frankreich. Städte- und Gemeindepartnerschaften kamen (erst) nach dem zweiten Weltkrieg in Europa auf
und sollten die neuen Europäischen Gedanken der Politik unterstützen. Auf der
Ebene der kommunalen Beziehungen, so die Idee, könnten die vom Krieg
gebeutelten Menschen wieder Vertrauen zum ehemaligen Kriegsgegner schöpfenauf
deutscher wie auf französischer Seite. Doch wie gut ließen sich diese
Partnerschaften schließen, waren die Menschen bereit sich auf die „Fremden“
einzulassen und wie sollte eine erfolgreich geschlossene Partnerschaft geführt
werden? Wie lange sollte eine solche Verbindung bestehen- lohnt es sich fast 70 Jahre nach Kriegsende in einer globalen Welt wie der heutigen solche zeit- und kostenintensive Kontakte weiterhin mit viel Einsatz zu pflegen?
Die Stadt Konstanz unterhält ein solches „Relikt“ der Städtepartnerschaften seit nunmehr 50 Jahren mit einer Stadt in Frankreich und drei weitere in anderen europäischen Ländern. Hinzu kommen zwei Städtefreundschaften in China und Serbien. Frankreich und Deutschland stehen sich näher denn je und pflegen nun auf staatlicher Ebene seit vielen Jahren freundschaftliche Beziehungen zueinanderwieso machen sich also von Generation zu Generation die Menschen in Konstanz und Frankreich diese Mühe Kontakt zu halten?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Historisch, politisches Umfeld der Städtepartnerschaften

Vier Phasen in der Entwicklung der europäischen Städtepartnerschaften

Den „Erzfeind“ kennenlernen – Fontainebleau

Ein Dreiergespann entsteht - Richmond

Das Reichen der Hände durch den Eisernen Vorhang - Tábor

Das zweite Dreiergespann entsteht - Lodi

Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung kommunaler Städtepartnerschaften am Beispiel der Stadt Konstanz. Sie beleuchtet, wie durch transnationale Beziehungen auf lokaler Ebene Versöhnungsprozesse nach dem Zweiten Weltkrieg gefördert wurden und welche Rolle diese Partnerschaften heute im Kontext einer globalisierten Welt spielen.

  • Historische Entwicklung von Städtepartnerschaften in der Bundesrepublik Deutschland
  • Die Rolle von Einzelpersonen und Akteuren bei der Entstehung von Partnerschaften
  • Die Funktion von Städtepartnerschaften als Instrument der Friedenssicherung
  • Entwicklungslinien und Herausforderungen im Zeitverlauf
  • Beispielhafte Analyse der Konstanzer Partnerschaften mit Fontainebleau, Richmond, Tábor und Lodi

Auszug aus dem Buch

Den „Erzfeind“ kennenlernen – Fontainebleau

Wie kam die erste und wohl intensivste Konstanzer Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Fontainebleau zustande und warum viel die Wahl genau auf diese Stadt? Paul Séramy, Bürgermeister der französischen Partnerstadt zur Zeit der Partnerschaftsunterzeichnung beantworte die Frage „Konstanz und Fontainebleau, ist es ein Zufall oder eine absichtliche Wahl?“ wie folgt: „Sagen wir es doch ganz einfach; zwei sich ähnelnden Schicksalen schienen Wege vorbestimmt zu sein, die sich dann kreuzten. […] Ohne Zweifel gibt es zwischen unseren beiden Regionen eine Art Wahlverwandtschaft, die ein gnädiger Gott vorausgeplant hatte.“

Ganz allein göttliche Fügung oder Vorbestimmung war die Wahl der beiden Städte trotz der enthusiastischen Worte Séramys jedoch nicht. Seit Ende der fünfziger Jahre bis 1966 befand sich 65km südlich von Paris, im Schloss Fontainebleau, der Sitz des NATO-Hauptquartiers (Supreme Headquarters Allied Powers Europe, Abk. SHAPE). Als General der Bundeswehr und Oberbefehlshaber der alliierten Landstreitkräfte in Mitteleuropa (Commander Allied Land Forces Central Europe) trug der gebürtige Metzinger Dr. Hans Speidel dort die Verantwortung für eine reibungslose Eingliederung der Bundeswehr in die NATO. Daher und aufgrund „geistiger Verwandtschaft“ pflegte Speidel enge Beziehungen zum dortigen Bürgermeister Maître Pajot. Zeitgleich stand der Vier-Sterne-General in Verbindung mit Dr. Franz Knapp, dem damaligen Oberbürgermeister der Stadt Konstanz.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung von Städtepartnerschaften nach dem Zweiten Weltkrieg und stellt die Forschungsfrage nach deren langfristigem Nutzen in einer globalisierten Welt anhand des Beispiels der Stadt Konstanz.

Historisch, politisches Umfeld der Städtepartnerschaften: Das Kapitel beschreibt die internationalen Grundlagen und die Notwendigkeit der Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich als Basis für ein geeintes Europa.

Vier Phasen in der Entwicklung der europäischen Städtepartnerschaften: Die Autorin gliedert die Entwicklung der Städtepartnerschaften in der Bundesrepublik Deutschland in vier zeitliche Abschnitte, die eng mit der nationalen Außenpolitik verknüpft sind.

Den „Erzfeind“ kennenlernen – Fontainebleau: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehungsgeschichte der ersten und intensivsten Konstanzer Städtepartnerschaft und analysiert die Rolle von persönlichen Kontakten wie jenen von General Hans Speidel.

Ein Dreiergespann entsteht - Richmond: Es wird die Entstehung der zweiten Städtepartnerschaft mit Richmond-upon-Thames beschrieben, die als „Dreieck-Verhältnis“ durch das Engagement von Prof. Dr. Kurt Wels zustande kam.

Das Reichen der Hände durch den Eisernen Vorhang - Tábor: Das Kapitel beleuchtet die historische Belastung der Beziehung durch Jan Hus und wie diese schließlich in eine offizielle Städtepartnerschaft überführt wurde.

Das zweite Dreiergespann entsteht - Lodi: Hier wird die Entstehung der vierten Städtepartnerschaft mit Lodi analysiert, wobei das Konstanzer Konzil als historischer Knotenpunkt fungiert.

Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der kommunalen Außenpolitik, die als unverzichtbares Instrument zur Förderung von Verständigung und Frieden auf persönlicher Ebene gewürdigt wird.

Schlüsselwörter

Städtepartnerschaft, Konstanz, Fontainebleau, Aussöhnung, Friedenssicherung, Kommunale Außenpolitik, Völkerverständigung, Geschichte, Westbindung, Europäische Integration, Bürgerschaftliches Engagement, Richmond, Tábor, Lodi, Nachkriegszeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und der Bedeutung von Städtepartnerschaften als Instrument der kommunalen Außenpolitik, basierend auf dem Beispiel der Stadt Konstanz.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Partnerschaften, die Rolle des persönlichen Engagements einzelner Akteure und die friedensfördernde Wirkung grenzüberschreitender zwischenmenschlicher Kontakte.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, warum Städte auch Jahrzehnte nach Kriegsende noch zeit- und kostenintensive Partnerschaften pflegen und welchen Beitrag diese zur europäischen Integration leisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse und Aufarbeitung, die auf Literaturrecherche, Dokumentenauswertung sowie der Analyse von Archivmaterial und persönlichen Berichten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine historische Einordnung in vier Entwicklungsphasen und die detaillierte Darstellung der vier Konstanzer Städtepartnerschaften mit Fontainebleau, Richmond, Tábor und Lodi.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Städtepartnerschaft, Konstanz, Aussöhnung, Friedenssicherung, kommunale Außenpolitik und europäische Integration.

Welche Bedeutung kommt der Person Jan Hus für die Partnerschaft mit Tábor zu?

Jan Hus dient als historischer Anknüpfungspunkt; sein Tod in Konstanz während des Konzils begründete eine jahrhundertealte Verbindung, die später die Basis für die offizielle Partnerschaft bildete.

Warum wird die Partnerschaft mit Fontainebleau als "intensivste" bezeichnet?

Aufgrund ihrer Entstehung in einer Zeit der unmittelbaren Nachkriegsbesatzung und der engen Verzahnung mit der deutsch-französischen Aussöhnung sowie durch das persönliche Wirken prominenter Akteure wie Dr. Hans Speidel nimmt sie eine Vorreiterrolle ein.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Transnationale Beziehungen zwischen Konstanz und Europa
Untertitel
Städtepartnerschaften, ein überholtes Relikt aus der Nachkriegszeit?
Hochschule
Universität Konstanz  (FB Geschichte und Soziologie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Transnationale Gesellschaftsbeziehungen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg am Beispiel der Bodenseeregion
Note
2,3
Autor
Johannes Stekeler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V265165
ISBN (eBook)
9783656547389
ISBN (Buch)
9783656547471
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konstanz Städtepartnerschaften Lodi Fontainebleau Richmond Transnationale Beziehungen Tabor Jan Hus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johannes Stekeler (Autor:in), 2012, Transnationale Beziehungen zwischen Konstanz und Europa, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/265165
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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