Die Zusammenhänge zwischen körperlichen und psychischen Folgen von Stress sind nicht neu und schon in den 1970er Jahren ein häufiges Thema in der Literatur. Während hier noch nicht von Mobbing und Burnout gesprochen wurde, sind dennoch direkte Zusammenhänge zwischen den beruflichen Stressoren am Arbeitsplatz und der körperlichen und psychischen Folgen beschrieben.
Psychische Belastungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz werden heute aller Orten diskutiert. Hintergrund hierfür ist die alarmierende Höhe der Diagnosen im Bereich der psychischen und Verhaltensstörungen bei den Arbeitsunfähigkeitstagen (AUT). Anfang 2012 hatte die Krankenkasse DAK-Gesundheit eine repräsentative Analyse vorgelegt, die auf eine ansteigende Entwicklungen hinweist. Die psychischen Erkrankungen nahmen um 4 Prozentpunkte zu und rückten erstmals auf Platz zwei aller Krankschreibungen. Für ihre Untersuchung wertete die DAK-Gesundheit die Daten von 2,7 Millionen Beschäftigten aus.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung
2. Berufsbedingte psychische Erkrankungen und deren Unterscheidung
2.1 Definition Stress
2.2 Unterscheidung depressive Störung und Burnout
2.3 Definition Angststörung
3. Ursachen für berufsbedingte psychische Erkrankungen
3.1 Einteilung der Belastungsfaktoren
3.2 Belastungsfaktoren als Auslöser für psychische Erkrankungen
3.2.1 apersonale Belastungsfaktoren
3.2.2 interpersonale Belastungsfaktoren
3.2.3 personale Belastungsfaktoren
4. Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeiter
5. Auswirkungen für die Unternehmen
6. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Problematik berufsbedingter psychischer Erkrankungen in Deutschland, analysiert deren zentrale Ursachen sowie die gravierenden Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeiter und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen.
- Definition und Abgrenzung psychischer Erkrankungen wie Burnout, Depressionen und Angststörungen
- Kategorisierung berufsbedingter Belastungsfaktoren in apersonale, interpersonale und personale Ursachen
- Analyse der psychischen und physischen Folgen für das Individuum
- Untersuchung der ökonomischen und betrieblichen Konsequenzen für Unternehmen
- Diskussion der Notwendigkeit aktiver betrieblicher Gesundheitsförderung
Auszug aus dem Buch
3.2.2 interpersonale Belastungsfaktoren
Ganz anders als bei den apersonalen Belastungsfaktoren waren bei den psychischen Belastungspotenzialen der Arbeit in den letzten Jahren eine kontinuierliche Zunahme zu konstatieren. Was sind nun interpersonale Belastungsfaktoren? Sie treten dort auf, wo Menschen zusammenarbeiten und miteinander agieren. Wenn aus dieser Zusammenarbeit unlösbare Konflikte entstehen, kommt es häufig zu gravierenden Verschlechterungen des Betriebsklimas, einer Einschränkung in der Arbeitsleistung und einer möglichen psychosomatischen Stressreaktion.
Konflikte positiver Natur können zu konstruktiven, und für alle MA positiven Erfahrungen beitragen. Anders verhält es sich mit negativen Konflikten, die auf dem Rücken der MA und deren verletzbaren Emotionen ausgetragen werden. Als extremes Beispiel der Eskalation negativer Konflikte wollen wir hier das Mobbing anführen. Der Begriff „to mob“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „anpöbeln, bedrängen“. Mobbing kann den Berufsalltag zur Hölle machen, darunter fallen typische Mobbinghandlungen wie die Verbreitung falscher Tatsachen, Arbeitsleistungen falsch zu bewerten, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben und ständige Kritik an der Arbeit.
Für die Betroffenen ist Mobbing ein „Karrierekiller“. Psychisches Mobbing lässt sich, empirisch bewiesen, in 5 Verlaufsphasen unterteilen. Diese haben unterschiedliche Eskalationsstufen. Der Betroffene wird systematisch und zielgerichtet ausgegrenzt und sozial isoliert. Das langfristige Ziel ist, dass Betroffene schlussendlich das UN verlassen. Wichtig hierbei ist nochmals die Unterscheidung zu den üblichen harmlosen Reibereien im Berufsalltag. Der betroffene MA erhält beim Mobbing keine soziale Hilfestellung und kann das Geschehen nicht beeinflussen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der stressbedingten psychischen Belastungen am Arbeitsplatz ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit.
2. Berufsbedingte psychische Erkrankungen und deren Unterscheidung: Hier werden theoretische Grundlagen zu Stress, Burnout, Depressionen und Angststörungen erarbeitet und voneinander abgegrenzt.
3. Ursachen für berufsbedingte psychische Erkrankungen: Das Kapitel kategorisiert Belastungsfaktoren in apersonale, interpersonale und personale Ursachen, um die Entstehungsbedingungen psychischer Störungen zu erläutern.
4. Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeiter: Der Fokus liegt hier auf den psychischen und physischen Folgen für den Mitarbeiter sowie den spezifischen Belastungen durch Mobbing.
5. Auswirkungen für die Unternehmen: Dieses Kapitel analysiert die negativen Konsequenzen psychischer Erkrankungen für Unternehmen, insbesondere in Bezug auf Produktivitätsverlust und Fehlzeiten.
6. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Situation und betont die Notwendigkeit von Prävention und einem Umdenken in der betrieblichen Gesundheitsförderung.
Schlüsselwörter
Psychische Erkrankungen, Stress, Burnout, Depression, Angststörung, Belastungsfaktoren, Mobbing, Workaholismus, Betriebsklima, Fehlzeiten, Arbeitsplatz, Gesundheitsförderung, Prävention, Arbeitsschutz, Leistungsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen berufsbedingten Belastungen und der Entwicklung psychischer Erkrankungen bei Mitarbeitern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die theoretische Definition von Stress, die Ursachenforschung in Unternehmen sowie die Analyse der negativen Folgen für das Personal und das Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die Darstellung der häufigsten berufsbedingten psychischen Erkrankungen und eine Untersuchung ihrer Auswirkungen auf Mitarbeiter und Unternehmen anhand aktueller Daten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und bestehende Erkenntnisse sowie Statistiken zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition psychischer Krankheitsbilder, die Analyse verschiedener Belastungsfaktoren und die detaillierte Darstellung der Auswirkungen für Individuen und Organisationen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Psychische Erkrankungen, Stress, Burnout, Mobbing und betriebliche Gesundheitsförderung.
Wie unterscheidet der Autor zwischen interpersonalen und apersonalen Faktoren?
Apersonale Faktoren betreffen objektive, umgebungsbedingte Einflüsse wie Lärm oder Arbeitsplatzgestaltung, während interpersonale Faktoren das soziale Miteinander und Konflikte zwischen Personen beschreiben.
Welche Bedeutung hat Mobbing für den Verlauf der Untersuchung?
Mobbing dient als extremes Fallbeispiel innerhalb der interpersonalen Belastungsfaktoren, um die Eskalation von Konflikten und deren zerstörerische Wirkung auf Mitarbeiter und Betriebsklima aufzuzeigen.
Warum wird Burnout als "Sonderstellung" in der Arbeit hervorgehoben?
Weil Burnout oft schleichend verläuft, vom Betroffenen meist spät erkannt oder geleugnet wird und erst bei einem totalen Zusammenbruch zu notwendigen Konsequenzen führt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin für Unternehmen?
Die Autorin plädiert dafür, dass Unternehmen aktiv in Früherkennung und Prävention investieren müssen, da die Erhaltung der psychischen Gesundheit der Mitarbeiter eine essenzielle Voraussetzung für die langfristige wirtschaftliche Stabilität ist.
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- Andrea Wachter (Author), 2013, Auswirkungen berufsbedingter psychischer Erkrankungen auf Mitarbeiter und Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/265093