Was vor einigen Jahren undenkbar schien, ist heute im Rahmen des Möglichen: eine Koalition aus Christlich Demokratischer Union (CDU), Christlich-Sozialer Union (CSU) und Bündnis 90/Die Grünen – kurzum eine Schwarz-grüne Regierung auf Bundesebene.
Und längst ist dieses Projekt dabei der Phase eines bloßen „Hirngespinstes“ oder eines Herumprobierens auf Landesebene entwachsen. Nach kommunalen Zusammenarbeiten seit den 1990er Jahren , der Kooperation in Großstädten wie Frankfurt am Main und einem keineswegs an inhaltlichen Fragen gescheiterten Regierungsbündnisses in Hamburg zwischen 2008 und 2010 , erscheint auch auf nächstgrößerer Ebene Schwarz-Grün nach der Bundestagswahl am 22. September 2013 möglich.
Stabile Mehrheiten hätte eine solche Koalition nach aktuellen Prognosen jedenfalls und auch inhaltlich, programmatisch und nicht zuletzt personell haben sich beide Parteien – die sich noch in den 1980er Jahren diametral gegenüberstanden – angenähert. Dinge wie Atomausstieg, Ganztagesbetreuung, Umweltschutz und Klimawandel – um nur einige der grünen Kernthemen zu nennen – sind längst auch im Lager der Konservativen angekommen und werden gleichsam als Ziele christlich-demokratischer Politik propagiert.
Gleichzeitig sind die Grünen von der Öko-Klientel und Protestpartei in die Mitte der Gesellschaft gerückt, wo sie heute bereits als „neue Liberale“ gehandelt werden. Nicht zuletzt sind darüber hinaus die alten „Steinewerfer“ um Joschka Fischer einer neuen Gruppe von Politikern gewichen, denen, wie etwa Winfried Kretschmann – immerhin in Regierungsverantwortung in Baden-Württemberg – oder Katrin Göring-Eckhardt als Spitzenkandidatin der Grünen in Berlin, Sympathien für eine Zusammenarbeit mit der CDU nachgesagt werden. Die Kanzlerin gilt ihrerseits ja ohnehin als Meisterin der Absorption kleinerer Parteien und könnte angesichts der derzeitigen Schwäche ihres Wunschpartners FDP auf die Grünen als neue „Funktionspartei“ zugehen.
Doch wie konnte es zu diesem Wandel der deutschen Parteienlandschaft kommen, in der die Grünen als bis dato untrennbarer Partner der SPD plötzlich zum möglichen „Kanzlerinnenmacher“ werden? Welche Chancen und Möglichkeiten hat ein Schwarz-grünes Bündnis tatsächlich? Welche Aussagen gibt es diesbezüglich von deutschen Spitzenpolitikern und wie sind diese zu bewerten?
Mit eben jenen Fragen wird sich vorliegende Arbeit im unmittelbaren Vorfeld der Bundestagswahl auseinandersetzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
a) Begriffe
Koalition
Koalitionssignale
office-seeking
policy-seeking
vote-seeking
identity-seeking
2. Schwarz-grün
a) In der Vergangenheit
Kommunale Bündnisse und erste Bestrebungen auf Landesebene
Das erste Schwarz-grüne Bündnis auf Landesebene
b) Gegenwart
Aussagen der Parteien vor der Wahl (Koalitionssignale):
Inoffizielle Stimmen
Prognosen und Schlussfolgerungen
„Sieben Gründe für Schwarz-Grün“
Fünf Gründe gegen Schwarz-Grün
3. Schlussbetrachtung
a) Zusammenfassung der bisherigen Analyse
b) Persönliche Einschätzung
4. Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Wahrscheinlichkeit eines Schwarz-grünen Regierungsbündnisses auf Bundesebene im Vorfeld der Bundestagswahl 2013, analysiert Koalitionssignale der beteiligten Akteure und bewertet die Chancen sowie Risiken vor dem Hintergrund politikwissenschaftlicher Kategorien.
- Historische Entwicklung von Schwarz-grünen Bündnissen auf kommunaler und Landesebene.
- Analyse offizieller Koalitionssignale und inoffizieller Stimmungsbilder im Wahlkampf 2013.
- Anwendung der Konzepte office-seeking, policy-seeking, vote-seeking und identity-seeking.
- Gegenüberstellung von Argumenten für und gegen eine Schwarz-grüne Koalition.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Was vor einigen Jahren undenkbar schien, ist heute im Rahmen des Möglichen: eine Koalition aus Christlich Demokratischer Union (CDU), Christlich-Sozialer Union (CSU) und Bündnis 90/Die Grünen – kurzum eine Schwarz-grüne Regierung auf Bundesebene.
Und längst ist dieses Projekt dabei der Phase eines bloßen „Hirngespinstes“ oder eines Herumprobierens auf Landesebene entwachsen. Nach kommunalen Zusammenarbeiten seit den 1990er Jahren, der Kooperation in Großstädten wie Frankfurt am Main und einem keineswegs an inhaltlichen Fragen gescheiterten Regierungsbündnisses in Hamburg zwischen 2008 und 2010, erscheint auch auf nächstgrößerer Ebene Schwarz-Grün nach der Bundestagswahl am 22. September 2013 möglich.
Stabile Mehrheiten hätte eine solche Koalition nach aktuellen Prognosen jedenfalls und auch inhaltlich, programmatisch und nicht zuletzt personell haben sich beide Parteien – die sich noch in den 1980er Jahren diametral gegenüberstanden – angenähert. Dinge wie Atomausstieg, Ganztagesbetreuung, Umweltschutz und Klimawandel – um nur einige der grünen Kernthemen zu nennen – sind längst auch im Lager der Konservativen angekommen und werden gleichsam als Ziele christlich-demokratischer Politik propagiert.
Gleichzeitig sind die Grünen von der Öko-Klientel und Protestpartei in die Mitte der Gesellschaft gerückt, wo sie heute bereits als „neue Liberale“ gehandelt werden. Nicht zuletzt sind darüber hinaus die alten „Steinewerfer“ um Joschka Fischer einer neuen Gruppe von Politikern gewichen, denen, wie etwa Winfried Kretschmann – immerhin in Regierungsverantwortung in Baden-Württemberg – oder Katrin Göring-Eckhardt als Spitzenkandidatin der Grünen in Berlin, Sympathien für eine Zusammenarbeit mit der CDU nachgesagt werden. Die Kanzlerin gilt ihrerseits ja ohnehin als Meisterin der Absorption kleinerer Parteien und könnte angesichts der derzeitigen Schwäche ihres Wunschpartners FDP auf die Grünen als neue „Funktionspartei“ zugehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung operationalisiert zentrale Begriffe und skizziert die Ausgangslage sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit zur Untersuchung möglicher Schwarz-grüner Regierungsbündnisse.
2. Schwarz-grün: Dieses Hauptkapitel analysiert historische Beispiele, aktuelle Koalitionssignale, Umfragedaten sowie die Chancen und Risiken einer solchen Koalition auf Bundesebene anhand verschiedener politikwissenschaftlicher Theorien.
3. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Analyseergebnisse zusammen und bietet eine persönliche Einschätzung des Autors zur Realisierbarkeit eines Schwarz-grünen Bündnisses.
4. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet sämtliche verwendeten Quellen und Belege der Hausarbeit auf.
Schlüsselwörter
Schwarz-Grün, Koalitionsdemokratie, Bundestagswahl 2013, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Koalitionssignale, Regierungsbildung, office-seeking, policy-seeking, vote-seeking, identity-seeking, Parteienlandschaft, deutsche Politik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wahrscheinlichkeit und die Bedingungen für ein Schwarz-grünes Regierungsbündnis auf Bundesebene im Kontext der Bundestagswahl 2013.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung von Schwarz-Grün, aktuelle programmatische Annäherungen der Parteien und die Bewertung von Koalitionssignalen im Wahlkampf.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie wahrscheinlich ein Schwarz-grünes Bündnis nach der Bundestagswahl 2013 ist und welche Chancen sowie Hindernisse diesem Szenario entgegenstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive Analyse auf Basis von Fachliteratur, aktuellen Wahlprognosen sowie der Auswertung von Medienberichten, Kommentaren und Interviews mit Spitzenpolitikern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung vergangener Bündnisse, eine Analyse aktueller Koalitionssignale und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Pro- und Contra-Argumenten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Typische Begriffe sind Schwarz-Grün, Koalitionsdemokratie, policy-seeking, Koalitionssignale und Parteienlandschaft.
Wie bewertet der Autor die Rolle von "Pizza-Connection"?
Die "Pizza-Connection" dient als historisches Beispiel für informelle, personelle Annäherungen zwischen Vertretern von CDU und Grünen, die ein Fundament für spätere Kooperationsgedanken legten.
Was war die Konsequenz der Koalition in Hamburg 2008?
Das Hamburger Bündnis gilt als erstes praktisches Beispiel auf Landesebene, das jedoch trotz anfänglicher Erfolge aufgrund von Misstrauen und dem Rücktritt zentraler Identifikationsfiguren nach einer Volksabstimmung scheiterte.
Warum wird im Text die Große Koalition thematisiert?
Die Große Koalition wird als reale Alternative und primärer Konkurrent zu Schwarz-Grün diskutiert, da aktuelle Umfragedaten und strategische Erwägungen der Parteien diese Option in den Fokus rücken.
- Arbeit zitieren
- Maik Kretschmar (Autor:in), 2013, Die Wahrscheinlichkeit eines schwarz-grünes Bündnisses nach der Bundestagswahl 2013, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264880