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Pflegesicherungssysteme unterschiedlicher Wohlfahrtsstaaten im Vergleich

Titel: Pflegesicherungssysteme unterschiedlicher Wohlfahrtsstaaten im Vergleich

Hausarbeit , 2012 , 11 Seiten

Autor:in: Sebastian Lindinger (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Es ist allgemein bekannt, dass die Menschen immer älter werden und länger leben, vor allem in den Industrieländern, bedingt durch die steigende Lebenserwartung und den Rückgang der Fertilitätsraten (vgl. Skuban 2004, S. 47). Mit zunehmendem Alter steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten, besonders bei alten Menschen treten oft mehrere Krankheiten gleichzeitig auf, hier spricht man von „Multimorbidität“. Je älter die Menschen, desto immobiler werden sie. Sie sind also oftmals nicht mehr im Stand ihren Alltag zu bewältigen und werden pflegebedürftig (ebd., S. 55 f.). Aufgrund dieser Entwicklungen sind die sozialen Sicherungssysteme weltweit mit einer ständig wachsenden Zahl an alten, pflegebedürftigen Menschen konfrontiert. Dazu kommt noch, dass die Familie als Pflegedienstleister zunehmend wegfällt (ebd., S. 15).
Verschiedene Wohlfahrtsstaaten versuchen das „Lebensriskiko“ Pflegebedürftigkeit auf unterschiedliche Art und Weise abzusichern. Ich möchte in meiner Arbeit das Pflegesicherungssystem von 2 Wohlfahrtsstaaten des konservativen (oder korporatistischen) Typs nach dem Bismarck System am Beispiel Österreich und Deutschland, mit dem eines Wohlfahrtsstaats sozialdemokratischen Typs nach dem Beveridge System am Beispiel Dänemarks vergleichen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffserklärung

2.1 Dekommodifizierung

2.2 Solidaritätsprinzip

2.3 Subsidiaritätsprinzip

2.4 Prinzip der Leistungsgerechtigkeit

2.5 Prinzip der Bedarfsgerechtigkeit

3. Wohlfahrtsstaatsmodelle nach Esping Anderson

3.1 Liberales Wohlfahrtsstaatsmodell

3.2 Konservatives (oder korporatistisches) Wohlfahrtsstaatsmodell

3.3 Sozialdemokratisches Wohlfahrtsstaatsmodell

4. Wohlfahrtsstaaten nach dem Bismarck- oder Beveridgesystem

4.1 Bismarck

4.2 Beveridge

5. Das Pflegesicherungssystem in einem konservativen (oder korporatistischen) Wohlfahrtsstaat des Bismarcktyps

5.1 Österreich

5.2 Deutschland

6. Das Pflegesicherungssystem in einem sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat des Beveridgetyps

6.1 Dänemark

7. Zukünftige Herausforderungen an die Pflegesicherungssysteme

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht die unterschiedlichen Ansätze zur Absicherung des Lebensrisikos Pflegebedürftigkeit in verschiedenen Wohlfahrtsstaaten. Dabei wird untersucht, wie konservative Systeme (Österreich und Deutschland) im Vergleich zu einem sozialdemokratischen Modell (Dänemark) mit den Herausforderungen des demografischen Wandels und dem Rückgang familiärer Pflegekapazitäten umgehen.

  • Typologisierung von Wohlfahrtsstaaten nach Esping Anderson
  • Differenzierung zwischen Bismarck- und Beveridge-Systemen
  • Analyse der Pflegesicherung in Österreich, Deutschland und Dänemark
  • Bewertung des Einflusses von Subsidiarität und Leistungsgerechtigkeit
  • Diskussion zukünftiger Herausforderungen für Pflegesysteme

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Es ist allgemein bekannt, dass die Menschen immer älter werden und länger leben, vor allem in den Industrieländern, bedingt durch die steigende Lebenserwartung und den Rückgang der Fertilitätsraten (vgl. Skuban 2004, S. 47). Mit zunehmendem Alter steigt aber auch die Wahrscheinlichkeit für Krankheiten, besonders bei alten Menschen treten oft mehrere Krankheiten gleichzeitig auf, hier spricht man von „Multimorbidität“. Je älter die Menschen, desto immobiler werden sie. Sie sind also oftmals nicht mehr im Stand ihren Alltag zu bewältigen und werden pflegebedürftig (ebd., S. 55 f.). Aufgrund dieser Entwicklungen sind die sozialen Sicherungssysteme weltweit mit einer ständig wachsenden Zahl an alten, pflegebedürftigen Menschen konfrontiert. Dazu kommt noch, dass die Familie als Pflegedienstleister zunehmend wegfällt (ebd., S. 15).

Verschiedene Wohlfahrtsstaaten versuchen das „Lebensriskiko“ Pflegebedürftigkeit auf unterschiedliche Art und Weise abzusichern. Ich möchte in meiner Arbeit das Pflegesicherungssystem von 2 Wohlfahrtsstaaten des konservativen (oder korporatistischen) Typs nach dem Bismarck System am Beispiel Österreich und Deutschland, mit dem eines Wohlfahrtsstaats sozialdemokratischen Typs nach dem Beveridge System am Beispiel Dänemarks vergleichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und die damit verbundene Zunahme an Pflegebedürftigkeit sowie die Fragestellung der Arbeit.

2. Begriffserklärung: Hier werden zentrale Konzepte wie Dekommodifizierung, Solidaritätsprinzip und Subsidiaritätsprinzip definiert, die für das Verständnis der Wohlfahrtsmodelle notwendig sind.

3. Wohlfahrtsstaatsmodelle nach Esping Anderson: Dieses Kapitel erläutert die Typologie der Wohlfahrtsstaaten in liberale, konservative und sozialdemokratische Modelle.

4. Wohlfahrtsstaaten nach dem Bismarck- oder Beveridgesystem: Hier erfolgt eine Unterscheidung zwischen beitragsorientierten Bismarck-Systemen und steuerfinanzierten Beveridge-Systemen.

5. Das Pflegesicherungssystem in einem konservativen (oder korporatistischen) Wohlfahrtsstaat des Bismarcktyps: Es wird analysiert, wie Österreich und Deutschland das Pflegerisiko unter Berücksichtigung des Äquivalenzprinzips absichern.

6. Das Pflegesicherungssystem in einem sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat des Beveridgetyps: Dieses Kapitel beschreibt das dänische System, das durch Universalität und Bedarfsgerechtigkeit geprägt ist.

7. Zukünftige Herausforderungen an die Pflegesicherungssysteme: Es wird erörtert, wie gesellschaftliche Veränderungen, wie die Erwerbstätigkeit von Frauen, den Druck auf informelle Pflegestrukturen erhöhen.

8. Fazit: Das Fazit fasst die Unterschiede zwischen den Systemen zusammen und diskutiert mögliche Lösungsansätze für die Alterseinsamkeit und den Pflegebedarf.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, Pflegesicherung, Bismarck-System, Beveridge-System, Österreich, Deutschland, Dänemark, Subsidiaritätsprinzip, Äquivalenzprinzip, Pflegebedürftigkeit, Sozialversicherung, demografischer Wandel, Pflegegeld, Sachleistungen, stationäre Pflege.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie verschiedene Wohlfahrtsstaaten das Risiko der Pflegebedürftigkeit absichern und welche strukturellen Unterschiede dabei zwischen konservativen und sozialdemokratischen Modellen bestehen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Typologisierung von Wohlfahrtsstaaten, die Analyse der Finanzierungslogiken (Bismarck vs. Beveridge) und der Umgang mit dem demografischen Wandel in der Pflege.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der Pflegesicherung in Österreich und Deutschland (konservativ) mit dem dänischen Modell (sozialdemokratisch), um Unterschiede und Herausforderungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Analyse auf Basis bestehender Literatur und wissenschaftlicher Theorien (insbesondere Esping Anderson) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Wohlfahrtsmodellen und untersucht die konkreten Pflegesysteme der drei gewählten Länder unter Berücksichtigung ihrer historischen und politischen Voraussetzungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialpolitik, Pflegesicherung, Wohlfahrtsstaatsmodell, Subsidiarität und Lebensstandardsicherung.

Warum wird im deutschen System trotz Pflegeversicherung häufig Sozialhilfe benötigt?

Da die Leistungen der Pflegeversicherung oft nicht ausreichen, um die tatsächlichen Kosten, insbesondere in der stationären Pflege, vollständig zu decken, müssen Pflegebedürftige häufig auf ihr privates Vermögen oder Sozialhilfe zurückgreifen.

Worin liegt der Hauptunterschied des dänischen Systems zu den anderen beiden Ländern?

Das dänische System ist steuerfinanziert und universalistisch, es unterscheidet nicht strikt zwischen Krankheit und Pflege und weist eine stärkere staatliche Zuständigkeit auf.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Pflegesicherungssysteme unterschiedlicher Wohlfahrtsstaaten im Vergleich
Hochschule
Johannes Kepler Universität Linz  (Institut für Gesellschaftspolitik und Sozialpolitik)
Autor
Sebastian Lindinger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
11
Katalognummer
V264772
ISBN (eBook)
9783656540939
ISBN (Buch)
9783656542735
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pflegesicherungssysteme wohlfahrtsstaaten vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Lindinger (Autor:in), 2012, Pflegesicherungssysteme unterschiedlicher Wohlfahrtsstaaten im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264772
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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