Der vorliegende Artikel ist ein Projektbericht zum Thema klinisches Projektmanagement auf der Intensivstation. Er beschreibt die Wissenschafltiches Vorgehensweise währen des Projekts,die Analsyse der einzelnen Prozessschritte und die theoretische Einordnung in die Modelle der Prozessmanagements.
Einleitung
Im Rahmen des Arbeitswissenschaftlichen Seminars „Klinisches Prozessmanagement“ der Technischen Universität Berlin fand eine enge Kooperation mit dem Ernst von Bergmann Klinikum in Potsdam statt. Während des Seminars wurden insgesamt drei Stationen des Klinikums von Studierenden besucht, beobachtet und anschließend analysiert. Unsere Gruppe hat sich mit der Operativen Intensivstation beschäftigt. Ziel des Seminars war es, die Prozesse einer ungeplanten Aufnahme auf der Intensivstation zu beobachten und zu dokumentieren und sie mit Hilfe von arbeitswissenschaftlichen Methoden zu analysieren und darzustellen....
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Methodisches Vorgehen
3 Station Operative Intensivmedizin
4 Der Aufnahmeprozess
4.1 Was ist eine ungeplante Aufnahme
4.2 Die Prozesse der ungeplanten Aufnahmen
4.2.1 Notfälle
4.2.2 Andere Bereiche des Krankenhauses
4.2.3 Verlegung aus anderen Kliniken
4.3 Vollendung der Aufnahme
5 Der Prozess im 6-Ebenen-Modell
5.1 Aufbau des 6-Ebenen-Modells
5.2 Die ungeplante Aufnahme im 6-Ebenen-Modell
6 Diskussion und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die komplexen und häufig unstrukturierten Abläufe bei einer ungeplanten Aufnahme auf einer operativen Intensivstation mittels arbeitswissenschaftlicher Methoden zu erfassen, zu visualisieren und kritisch zu analysieren, um Grundlagen für Prozessoptimierungen zu schaffen.
- Analyse der Prozessgestaltung ungeplanter Patientenaufnahmen auf einer Intensivstation.
- Anwendung des 6-Ebenen-Modells zur Strukturierung klinischer Arbeitsabläufe.
- Untersuchung der Auswirkungen ökonomischer Rahmenbedingungen (DRG) auf den Klinikalltag.
- Identifikation sicherheitskritischer Schnittstellen und Kommunikationswege im Stationsbetrieb.
- Erörterung des Spannungsfeldes zwischen individueller Patientenversorgung und standardisierter Prozessoptimierung.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Notfälle
Zu den ungeplanten Aufnahmen zählen in erster Linie alle Notfälle, die das Klinikum erreichen. Die Station erhält zunächst einen Anruf mit einer Anfrage, ob die Station einen Patienten aufnehmen kann. Der Anruf kommt meistens vom Krankentransport, also vom Rettungswagen oder Helikopter.
Der Anruf wird an den Oberarzt weitergeleitet, der das Gespräch führt und die Entscheidungsgewalt über die Aufnahme hat. Der Oberarzt klärt durch eine allgemeine Einschätzung des Krankheitsbilds ob eine Behandlung auf der Intensivstation wirklich notwendig ist, Details zum Fall werden noch nicht ausgetauscht. Vor allem aber überprüft der Oberarzt die Lage auf seiner Station. Sind Kapazitäten vorhanden, so wird über die Anfrage positiv entschieden und der Krankentransport steuert das Krankenhaus an. Sollten keine Kapazitäten vorhanden sein, oder müsste man diese erst mühsam schaffen wird der Patient abgelehnt. Der Arzt im Krankentransport ruft in diesem Falle das nächste Krankenhaus an.
Der Patient erreicht das Klinikum und durchläuft zunächst die Stationen der Notaufnahme und des OP. Das verschafft der Intensivstation ein Zeitfenster, was es sehr erleichtert sich auf die ungeplante Aufnahme vorzubereiten.
Zur Vorbereitung gehört untern anderem das herrichten des Patientenbetts. Wenn es eine Prognose zum schweregrad des Patienten gibt, kann er auch, zumindest vorläufig, einem Zimmer und somit auch einem Pfleger zugeordnet werden.
Im Falle, dass eine OP nötig ist, diese aber nicht sofort durchgeführt werden muss, kann der Patient von der Notaufnahme auch direkt auf die Intensivstation verlegt werden, um auf freie OP-Kapazität zu warten. In Abbildung 4-2 sind die Prozessschritte in einem Flussdiagramm dargestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die Kooperation zwischen der TU Berlin und dem Ernst von Bergmann Klinikum sowie die Relevanz des Themas Prozessmanagement angesichts ökonomischer Anforderungen an Krankenhäuser.
2 Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt die angewandten arbeitswissenschaftlichen Methoden, darunter Beobachtungen, die Critical Incident Technique sowie Experteninterviews zur Erfassung kritischer Prozesse.
3 Station Operative Intensivmedizin: Hier wird der Aufbau der Intensivstation, die Personalstruktur und die Besonderheit der interdisziplinären Zusammenarbeit sowie der infrastrukturellen Planung der Station dargestellt.
4 Der Aufnahmeprozess: Dieses Kapitel detailliert die verschiedenen Szenarien der ungeplanten Aufnahme, von Notfällen über patienteninterne Verlegungen bis hin zu externen Kliniktransfers.
5 Der Prozess im 6-Ebenen-Modell: Hier wird das 6-Ebenen-Modell theoretisch erläutert und zur strukturierten Analyse der ungeplanten Aufnahme auf die intensivmedizinischen Abläufe angewandt.
6 Diskussion und Ausblick: Das Abschlusskapitel reflektiert die Ergebnisse der Prozessdarstellung, diskutiert die Herausforderungen der Kommunikation sowie die Akzeptanz von Veränderungen im klinischen Alltag.
Schlüsselwörter
Klinisches Prozessmanagement, Operative Intensivstation, Ungeplante Aufnahme, 6-Ebenen-Modell, Arbeitswissenschaft, DRG, Patientenbehandlung, Prozessoptimierung, Notfallversorgung, Krankenhausorganisation, Stationscontrolling, Arbeitsabläufe, Dokumentation, Klinikalltag, Patientensicherheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und transparenten Darstellung von Prozessen bei ungeplanten Aufnahmen auf einer operativen Intensivstation des Ernst von Bergmann Klinikums.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung klinischer Arbeitsabläufe, der Anwendung systematischer Prozessmodelle und dem Einfluss wirtschaftlicher Faktoren wie Fallpauschalen auf die medizinische Versorgung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die häufig intransparenten Abläufe bei Notfallaufnahmen exakt zu erfassen, um durch die Identifikation von Schwachstellen eine effizientere und sicherere Prozessgestaltung zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden verschiedene arbeitswissenschaftliche Methoden kombiniert, darunter passive und aktive Beobachtung, die Critical Incident Technique zur Risikoanalyse sowie halbstrukturierte Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die konkreten Aufnahmewege von Patienten, unterteilt in Notfälle, interne Verlegungen und Transfers aus anderen Kliniken, und überführt diese in ein strukturiertes 6-Ebenen-Modell.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Klinisches Prozessmanagement, ungeplante Aufnahme, 6-Ebenen-Modell, operative Intensivstation und Prozessoptimierung.
Wie beeinflusst das 6-Ebenen-Modell das Verständnis der Aufnahmeprozesse?
Das Modell ermöglicht eine hierarchische Aufschlüsselung der Versorgung von der medizinischen Ebene bis hin zu konkreten Einzelmaßnahmen, wodurch das Management von Ressourcen und Workflows transparenter wird.
Welche Rolle spielt die Kommunikation im untersuchten Klinikalltag?
Die Arbeit identifiziert die mündliche Kommunikation zwischen Ärzten und Pflegern als zentralen, aber auch herausfordernden Faktor, der trotz hoher Komplexität für reibungslose Abläufe essenziell ist.
- Arbeit zitieren
- Anna Hudalla (Autor:in), 2013, Klinisches Prozessmanagement. Die ungeplante Aufnahme auf der operativen Intensivstation, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264761