„Lebst Du schon, oder wohnst Du noch?“ Dieser Werbe-Slogan aus der IKEA-Werbung soll verdeutlichen, dass das „Wohnen“, die Art und Weise des Wohnens und die Wohnqualität eine immense Bedeutung für das Leben haben. Dem Kunden soll suggeriert werden, dass nur IKEA-Einrichtungen eine besondere Art des Wohnens schaffen, die sich vom „Wohnen“ ohne IKEA-Möbel abhebt. In dieser Arbeit soll es jedoch nicht um den Vergleich zwischen Einrichtungsgegenständen verschiedener Marken, sondern um eine Übersicht und einen Vergleich derjenigen Methoden gehen, die im Bereich der ökologischen Psychologie, speziell in der ökopsychologischen Erforschung des Wohnens, angewandt werden. Die Wichtigkeit des Wohnens für den Menschen, das Eingebunden-Sein des Wohnens in das menschliche Leben in seiner ganzen Fülle, d.h. die Komplexität des Untersuchungsgegenstandes, spiegelt sich in einer Vielzahl unterschiedlichster Methoden, ihn zu betrachten und wissenschaftlich zu verwerten, wider.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung/ Hinführung zum Thema
2 Erläuterung von Grundbegriffen
2.1 Wohnen
2.2 Methode
2.3 Modell
3 Methoden und theoretische Zugänge
3.1 Laborforschung vs. Feldforschung
3.2 objektivistische vs. subjektivistische Datenerhebung
3.3 Systemtheorie
3.4 Handlungstheorie(n)
4 Modelle
4.1 Das Lebensraum-Konzept
4.2 Das Behaviour Setting-Konzept
4.3 Die Maslowsche Bedürfnispyramide
4.4 Das ERG-Modell
4.5 Herzbergs 2-Faktoren Theorie
5 Resümee
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit gibt einen strukturierten Überblick über die zentralen Methoden und Modelle der ökologischen Psychologie in Bezug auf die Erforschung des Wohnens. Ziel ist es, verschiedene wissenschaftliche Herangehensweisen zu vergleichen und zu evaluieren, inwieweit unterschiedliche theoretische Ansätze zur Analyse von Wohnbedürfnissen und -bedingungen beitragen können.
- Methoden der psychologischen Forschung (Labor vs. Feld, Datenerhebung)
- Systemtheoretische und handlungstheoretische Zugänge
- Klassische psychologische Modelle (Lebensraum-Konzept, Behaviour Setting-Konzept)
- Übertragbarkeit von Motivationsmodellen (Maslow, ERG-Modell, Herzberg) auf das Wohnen
Auszug aus dem Buch
3.1 Laborforschung vs. Feldforschung
Möchte man die Wirkung eines bestimmten Einflussfaktors bestimmen, so kann dies dadurch geschehen, dass man verschiedene Situationen vergleicht, in denen dieser Einflussfaktor variiert. Eine Wirkung auf die Zielgröße kann jedoch nur dann bestimmt (Sonderfall: quantifiziert) werden, wenn die Wirkung aller anderen Einflussfaktoren auf die Zielgröße schon bekannt sind oder ausgeschaltet werden. Daher ist die Laborforschung, bei der Störgrößen reduziert und Randbedingungen leichter konstant gehalten werden können, einfacher durchzuführen, als Feldforschung.
Partry ((1986,1987) zitiert nach Kruse (1990) S. 184) weist allerdings daraufhin, dass von Laborversuchen nur dann auf Feldversuche geschlossen werden dürfe, wenn eine „transsituationale Konsistenz“ unterstellt werde. Dazu müsse die Annahme getroffen werden, dass Menschen sich in unterschiedlichen Situationen gleich verhalten. Dies ist jedoch insofern problematisch, als dass sich das Verhalten von Menschen möglicherweise dann ändert, wenn sie wissen, dass sie an einem wissenschaftlichen Experiment teilnehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung/ Hinführung zum Thema: Vorstellung der Relevanz des Themas Wohnen und Definition des Ziels, einen Überblick über ökopsychologische Forschungsansätze zu geben.
2 Erläuterung von Grundbegriffen: Klärung der zentralen Fachbegriffe Wohnen, Methode und Modell als Basis für die weitere wissenschaftliche Argumentation.
3 Methoden und theoretische Zugänge: Analyse wissenschaftlicher Forschungsmethoden wie Labor- und Feldforschung sowie Einführung in systemtheoretische und handlungstheoretische Konzepte.
4 Modelle: Vorstellung und kritische Prüfung spezifischer Modelle, darunter das Lebensraum-Konzept, das Behaviour Setting-Konzept sowie verschiedene Motivationstheorien.
5 Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der untersuchten Konzepte und Ausblick auf die Bedeutung der ökologischen Psychologie für zukünftige Wohnbedingungen.
Schlüsselwörter
Ökologische Psychologie, Wohnen, Wohnbedürfnisse, Laborforschung, Feldforschung, Systemtheorie, Handlungstheorie, Lebensraum-Konzept, Behaviour Setting, Maslowsche Bedürfnispyramide, ERG-Modell, Herzberg 2-Faktoren Theorie, Umwelteinflüsse, psychologische Forschungsmethoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodischen und theoretischen Grundlagen der ökologischen Psychologie bei der Erforschung des menschlichen Wohnens.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Fokus stehen Forschungsmethoden (Labor vs. Feld), verschiedene theoretische Modelle zur Erklärung von Verhalten im Raum sowie die Übertragbarkeit von Motivationsmodellen auf Wohnbedürfnisse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick über grundlegende Methoden und Modelle der ökopsychologischen Wohnforschung zu geben und deren Anwendbarkeit zu prüfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, um bestehende psychologische Modelle zu diskutieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Gegenüberstellung (z.B. objektivistische vs. subjektivistische Datenerhebung) und die Vorstellung theoretischer Modelle von Lewin, Barker, Maslow, Alderfer und Herzberg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wohnpsychologie, ökologische Psychologie, Forschungsmethodik, Motivationstheorien, Wohnbedürfnisse.
Inwiefern ist das TOTE-Modell für die Forschung relevant?
Es dient als ein bekanntes Regelungssystem innerhalb der Systemtheorie, um zielgerichtetes Handeln und den Prozess der Korrekturschleifen bei einer Operation zu beschreiben.
Warum wird das ERG-Modell von Alderfer als relevant für Wohnbedürfnisse diskutiert?
Da es im Gegensatz zu Maslow komplexere Zielbeziehungen und das Phänomen der Frustrations-Regressions-Hypothese erlaubt, was besser zur oft langfristigen und schwer revidierbaren Entscheidung des Wohnens passt.
- Arbeit zitieren
- Markus Andreas Mayer (Autor:in), 2004, Methoden und Modelle in der psychologischen Erforschung des Wohnens, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/26470