In der vorliegenden Arbeit sollen unterschiedliche Thesen zur Raumsprache der Lyrik A. A. Bloks vorgestellt werden. Als Grundlage wurden Holger Gembas ‚Untersuchungen der Raumsprache im lyrischen Werk A. A. Bloks‘ gewählt, da in ihnen sowohl der Forschungsstand zu diesem Thema reflektiert, als auch eine eigene ‚Methode der systematischen Erfassung von „Bedeutsamkeiten“‘ vorgeschlagen wird.
Nach einer Einführung in die Terminologie Gembas soll diese erweitert und anschließend auf Bloks Poem Dvenadcat` angewendet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methoden zur Beschreibung der Raumsprache A. A. Bloks
2.1.1. Die ‚These einer sich steigernden Dimensionalität‘ bei Minc
2.1.2. Bowlts ‚Raummodell des leeren Zwischenraums‘
2.1.3. Feinbergs Opposition ‚linear vs. nichtlinear‘
2.2. Gembas ‚Methode der systematischen Erfassung von Bedeutsamkeiten‘
2.2.1. Gembas Symbolbegriff – Symbolfunktionen und Lesarten
2.2.2. Semantische Raumkategorien
2.2.3. Ebenen der Interpretation
2.2.4. Ergebnisse
3. Die Raumkonfiguration des Poems Dvenadcat´
3.1. 'Hinten'
3.2. 'Mitte'
3.3. 'Vorne'
3.4 Vollständige Analyse nach Symbolfunktionen und Lesarten
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Raumsymbolik im lyrischen Werk von Aleksandr Blok unter Anwendung der methodischen Ansätze von Holger Gemba, um eine fundierte, systematisierte Analyse der symbolischen Bedeutsamkeiten und Raumkonfigurationen zu ermöglichen.
- Reflexion des Forschungsstands zur Raumsprache in Bloks Lyrik (Minc, Bowlt, Feinberg).
- Etablierung und Anwendung der Methode der systematischen Erfassung von Bedeutsamkeiten.
- Analyse der Raumkonfiguration im Poem 'Dvenadcat´' anhand der Ebenen 'Hinten', 'Mitte' und 'Vorne'.
- Deutung der Raumsymbole durch Symbolfunktionen und spezifische Lesarten.
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Die ‚These einer sich steigernden Dimensionalität‘ bei Minc
Minc unterstreicht die Bedeutung der Raumsprache für das lyrische Gesamtwerk Bloks und weist auf die Bezüge zwischen der Figurendarstellung und der Funktion des Raumes hin. Sie konstatiert eine zunehmende Komplexität der Raumdarstellungs-verfahren in der Lyrik Bloks. Diese als Reifungsprozeß interpretierte Entwicklung des Dichters wird an drei Phasen (die sich fast deckungsgleich auf die drei Lyrikbände Bloks zurückführen lassen) festgemacht und mit drei unterschiedlichen, biographisch motivierten Raumerlebnissen verbunden.
Kennzeichnend für die erste Phase der Lyrik Bloks (u.a. Ante Lucem, Stichi o Prekrasnoj Damie), die nach Minc auf die Raumerfahrung der ‚mittelrussichen Landschaft von Šachmatovo‘ zurückgeht, ist das eindimensionale Raummodell eines horizontal begrenzten, jedoch nach oben offenen Raumes. Die grundlegende Raumopposition dieses Modells ist die Opposition ‚verch-niz‘, auch die Oppositionen ‚dal´-blizka‘ und ‚vperedi-szadi‘ würden von Blok lediglich als Synonym für diese vertikale Raumopposition verwendet.
Das Raumerlebnis der ‚Sumpflandschaft um Petersburg‘ löst nach Minc die Hinwendung Bloks zu einem zweidimensionalen Raummodell aus, welches typisch für die die zweite Phase der Lytik Bloks (u.a. Puzyri Semli, Gorod) ist. Die Kategorie des Raumes wird hierbei als horizontal unbegrenzt, jedoch nach oben geschlossen erfahren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Thesen zur Raumsprache Bloks und Einführung in die methodische Grundlage der Arbeit nach Holger Gemba.
2. Methoden zur Beschreibung der Raumsprache A. A. Bloks: Darstellung der Forschung von Minc, Bowlt und Feinberg sowie die detaillierte Einführung der Systematik Gembas.
3. Die Raumkonfiguration des Poems Dvenadcat´: Anwendung der erarbeiteten Analyseebenen und Symbolfunktionen auf das Poem Dvenadcat´ zur Entschlüsselung seiner Raumkonfiguration.
4. Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Analyseergebnisse und Bestätigung der Leistungsfähigkeit der gewählten Untersuchungsmethode.
Schlüsselwörter
Aleksandr Blok, Raumsymbolik, Dvenadcat´, Holger Gemba, Symbolfunktion, Lesart, Raumkonfiguration, russischer Symbolismus, mystische Suche, Raum-Abstrakta, Raum-Konkreta, literarische Analyse, Raumtheorie, Lyrik, Semantik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die komplexe Raumsymbolik im lyrischen Werk von Aleksandr Blok.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte von Raum, Symbolik, die Entwicklung von Raumsprachen und die spezifische Interpretation des Poems Dvenadcat´.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Gembas Methode der systematischen Erfassung von Bedeutsamkeiten zu erläutern und auf das Poem Dvenadcat´ anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Methode von Holger Gemba genutzt, die symbolische Funktionen und Lesarten hierarchisch ordnet und interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine methodische Einführung und eine anschließende detaillierte Analyse der Raumebenen 'Hinten', 'Mitte' und 'Vorne' in Bloks Poem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Raumsymbolik, Symbolfunktionen, Lesarten und Raumkonfiguration charakterisiert.
Wie unterscheidet die Arbeit die Raumebenen in 'Dvenadcat´'?
Die Arbeit unterteilt das Poem in drei Ebenen: 'Hinten' als Welt des alten Russlands, 'Mitte' als apokalyptisches Geschehen und 'Vorne' als Raum des Mysteriums.
Warum wird die 'mystische Suche' als zentrales Motiv hervorgehoben?
Dieses Motiv dient als inhaltlicher Schlüssel für die Interpretation der Ebenen der Raumkonfiguration und deren Symbolisierung im Gesamtwerk Bloks.
Welche Rolle spielen die 'Raum-Abstrakta' und 'Raum-Konkreta'?
Sie werden als referentiell unterschiedene Formen desselben Prozesses der Zuweisung symbolischer Bedeutsamkeiten verstanden, die je nach Werkphase unterschiedlich gewichtet sind.
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- Heinz Rosenau (Author), 2000, Die Raumsymbolik im lyrischen Werk A. A. Bloks, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264690