Die Arbeit soll aufzeigen, welchen Beitrag sogenannte Partizipations- und Beteiligungsprozesse zu "gemeinwohlorientiertem Handeln" in der heutigen Zeit leisten können. Konkret soll dabei auf das Modell der Public-Citizen-Partnership eingegangen werden und dessen Möglichkeiten, aber auch Grenzen und Herausforderungen genauer erläutern.
Wichtig ist es dabei die Problematik des Begriffes "Gemeinwohl" aufzuzeigen, da sich das Erstellen einer allgemein gültige Begriffsbestimmung und Abgrenzung als schwer herausstellt. Der Begriff kann sehr breit gefasst werden und wird oft sehr subjektiv verwendet. Je nach persönlichen Interessen, Position und Einstellung ändert sich die Anschauung von Gemeinwohl und somit der Anspruch der zur Erreichung dessen verfolgt wird (vgl. Sonderegger 2012: 6).
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Problemaufriss
2. Fragestellung und Herangehensweise
3. Das Problem mit dem Gemeinwohl
4. Public-Citizen Partnership
4.1. Rechtsform Genossenschaft
4.3. Voraussetzungen
4.3. Positive Effekte
4.4. Grenzen
4.5. Beispiele
4.6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie das Modell der Public-Citizen-Partnership (PCP) als Kooperationsform zwischen Gemeinde und BürgerInnen einen Beitrag zu gemeinwohlorientiertem Handeln in der Raumplanung leisten kann. Ziel ist es, die Möglichkeiten, Grenzen und Voraussetzungen dieses partizipativen Modells kritisch zu analysieren.
- Analyse des Spannungsfeldes zwischen Einzel- und Gemeinwohl
- Untersuchung der Rechtsform Genossenschaft als Instrument der Partizipation
- Vergleich von Public-Private Partnerships (PPP) und Public-Citizen Partnerships (PCP)
- Diskussion von Best-Practice Beispielen aus Deutschland und Österreich
- Identifikation von Hemmnissen und Erfolgsfaktoren für kommunale Kooperationen
Auszug aus dem Buch
4. Public-Citizen Partnership
Public-Citizen Partnership (PCP) ist ein möglicher Lösungsansatz, um mit den zunehmenden Herausforderungen und Problemen der Gemeinden und Städten wie sinkende finanzielle Ressourcen, steigender Standortwettbewerb und stärkere Beteiligung der BürgerInnen umzugehen. PCP bedeutet, dass BürgerInnen und Gemeinde mittels der Rechtsform einer Genossenschaft gemeinsam zusammen arbeiten und bestehende Probleme kooperativ lösen. Solch einen neue Form von Zusammenarbeit kann dazu beitragen, kommunale Infrastrukturen kostengünstig zu erhalten bzw. neue Einrichtungen und Leistungen zu schaffen (vgl. Rößl et al. 2012: 6).
Seit Jahren werden immer mehr Public-Private Partnerships (PPP) gestartet, bei welchen die öffentliche Hand mit privaten WirtschaftsakteurInnen eine Partnerschaft bzw. Kooperation eingeht um bestimmte Projekte und Vorhaben durchführen zu können. Besonders die finanziellen Ressourcen der Investoren aus der Privatwirtschaft spielen hier die entscheidende Rolle. Dabei kommen oft die Interessen der betroffenen Bevölkerung zu kurz (vgl. Helfrich 2007: online).
In Abgrenzung zu einer PPP wird der Fokus bei einer PCP auf die BürgerInnen gelegt. Die "Citizen" agieren zwar auch als "private AkteurInnen", doch verfolgen diese nicht das wirtschaftlich getriebene Ziel möglichst viel finanziellen Gewinn aus dieser Zusammenarbeit zu erlangen. Vielmehr stehen Erhaltung bzw. Erhöhung der Lebensqualität im Mittelpunkt. Durch die Gründung einer Genossenschaft, werden kommunale Aufgaben "(Teil-)Ausgegliedert" (Rößl et al. 2007: 29) und mittels bürgerschaftlichem Engagement weiter geführt (vgl. ebd.). Dies darf aber nicht bedeuten, dass sich die Gemeinde zur Gänze zurück zieht und die Problembehebung der Selbstorganisation der BürgerInnen überlässt (vgl. Helfrich 2007: online).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Partizipationsprozesse und die Motivation zur Untersuchung von Public-Citizen Partnerships als Alternative zu Public-Private Partnerships.
1. Problemaufriss: Analyse der finanziellen und strukturellen Herausforderungen von Gemeinden und der Problematik der Privatisierung kommunaler Aufgaben.
2. Fragestellung und Herangehensweise: Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich des Beitrags von PCP zum Gemeinwohl und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
3. Das Problem mit dem Gemeinwohl: Theoretische Auseinandersetzung mit der Schwierigkeit, den Begriff Gemeinwohl in der Raumplanung konsensfähig zu definieren.
4. Public-Citizen Partnership: Detaillierte Betrachtung des PCP-Modells und der Genossenschaft als Organisationsform für bürgerschaftliches Engagement.
4.1. Rechtsform Genossenschaft: Erläuterung der Funktionsweise, Organe und Vorteile einer Genossenschaft für partizipative Projekte.
4.3. Voraussetzungen: Analyse der notwendigen Rahmenbedingungen für das Funktionieren von PCP, wie Sozialkapital und Verantwortungsabgabe.
4.3. Positive Effekte: Darlegung der demokratischen und finanziellen Potenziale, die durch bürgerschaftlich getragene Genossenschaften entstehen.
4.4. Grenzen: Aufzeigen der Herausforderungen hinsichtlich Dauerhaftigkeit, Reproduzierbarkeit und der Informationsdefizite bei BürgerInnen und Gemeinden.
4.5. Beispiele: Vorstellung erfolgreicher Pilotprojekte in Deutschland und Österreich aus den Bereichen Nahversorgung, Energie und soziale Infrastruktur.
4.6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der PCP als wertvolles, aber voraussetzungsreiches Modell zur Stärkung der kommunalen Daseinsvorsorge.
Schlüsselwörter
Public-Citizen-Partnership, Gemeinwohl, Raumplanung, Genossenschaft, Partizipation, Bürgerbeteiligung, Daseinsvorsorge, kommunale Entwicklung, Sozialkapital, Öffentlich-private Zusammenarbeit, Empowerment, Regionalentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie BürgerInnen über das Modell der "Public-Citizen-Partnership" (PCP) aktiv in die Gestaltung ihrer Gemeinde und die Sicherung kommunaler Leistungen eingebunden werden können, um das Gemeinwohl zu stärken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die Problematik der kommunalen Finanznot, die Grenzen herkömmlicher Public-Private Partnerships, die theoretischen Herausforderungen des Gemeinwohlbegriffs sowie die Potenziale von Genossenschaften als bürgerschaftliche Organisationsform.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch genossenschaftliche Modelle bürgerschaftliches Engagement gefördert und kommunale Aufgaben gemeinwohlorientiert und partizipativ gelöst werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es erfolgt eine fundierte Literaturrecherche, ergänzt durch die Analyse von Best-Practice Beispielen aus Deutschland und Österreich, um das theoretische Modell in der Praxis zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Problemstellung (Globalisierung und Wettbewerbsdruck), die begriffliche Einordnung des Gemeinwohls sowie die detaillierte Ausarbeitung des PCP-Modells inklusive seiner Rechtsform, Voraussetzungen, Potenziale und Grenzen.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Public-Citizen-Partnership, Gemeinwohlorientierung, Genossenschaftswesen, Partizipation und kommunale Daseinsvorsorge.
Warum wird die Rechtsform der Genossenschaft für PCP bevorzugt?
Die Genossenschaft wird aufgrund ihres demokratischen Prinzips ("Ein Mitglied – eine Stimme"), ihrer Ausrichtung auf Mitgliederförderung statt Profitmaximierung und ihrer hohen Stabilität als besonders geeignet für das Ziel der Gemeinwohlorientierung eingestuft.
Welche Rolle spielt die Gemeinde bei einer PCP?
Die Gemeinde sollte nicht nur als passiver Beobachter auftreten, sondern bereit sein, Verantwortung und Freiräume an die BürgerInnen abzugeben, während sie gleichzeitig unterstützende und beratende Funktionen wahrnimmt.
Welche Beispiele belegen den Erfolg des Modells?
Beispiele wie das Naturerlebnisbad Luthe, die Wassergenossenschaft Ellerhoop oder die interkommunale Energiegenossenschaft NEW zeigen, dass bürgerschaftliches Engagement in unterschiedlichen Sektoren effektiv zur Erhaltung von Infrastruktur beitragen kann.
- Arbeit zitieren
- BA Katharina Jutz (Autor:in), 2013, Public-Citizen Partnerships und deren Beitrag zum Gemeinwohl, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264226