Hausarbeit über den Tod des Protagonisten Don Fabrizio und der Vergleich zu Thomas Buddenbrook und Iwan Iljitsch.
Il Gattopardo ist der einzige Roman des italienischen Schriftstellers Giuseppe Tomasi di Lampedusa (1896-1957). Er wurde 1957 nach Lampedusas Tod bei Feltrinelli in Italien veröffentlicht und gilt seitdem als „der größte Sizilienroman der Weltliteratur“. Il Gattopardo schildert in acht Aufteilungen aus dem Leben der sizilianischen Fürstenfamilie Salina – insbesondere aus dem Leben des Protagonisten Don Fabrizio – während der Jahre 1860 und 1910.2
Im Folgenden werde ich mich mit der Todesszene von Don Fabrizio im siebten Teil des Romans beschäftigen und dieses gravierende Kapitel mit der Sterbeszene von Thomas Buddenbrook aus die Buddenbrooks und der Erzählung Der Tod des Iwan Iljitsch vergleichen. Da die Erzählung Der Tod des Iwan Iljitsch zu den wichtigsten der Sterbeliteratur gehört, werde ich mich nicht nur mit der eigentlichen Sterbeszene beschäftigen, sondern mit der Erzählung im Allgemeinen und sie auf die Todesszene von Don Fabrizio beziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Der Tod Don Fabrizios
2.2. Die Buddenbrooks
2.3. Der Tod des Iwan Iljitsch
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die Darstellung der Sterbeszenen in Giuseppe Tomasi di Lampedusas "Il Gattopardo", Thomas Manns "Buddenbrooks" und Lew Tolstois "Der Tod des Iwan Iljitsch". Ziel ist es, die unterschiedlichen Herangehensweisen der Autoren an das universelle Thema des Sterbens sowie die individuelle Wahrnehmung des Todes durch die Protagonisten herauszuarbeiten und auf Gemeinsamkeiten sowie signifikante Unterschiede zu prüfen.
- Vergleichende Analyse der Sterbeszenen in der Weltliteratur
- Die Symbolik des Todes im Kontext der Lebensgestaltung
- Die Rolle von Visionen und spirituellen Erfahrungen im Sterbeprozess
- Untersuchung der Todessehnsucht versus Todesangst
- Bedeutung der sozialen Schicht und persönlichen Identität für das Sterben
Auszug aus dem Buch
Der Tod Don Fabrizios
Im siebten Teil des Gattopardo nimmt Don Fabrizio Abschied vom Leben. Ende Juli 1883 unternimmt er eine Reise nach Neapel um den Professor Sèmmola zu konsultieren. Während der An- und Abreise fühlte er sich bereits geschwächt und während der Rückfahrt fiel er des Öfteren in Ohnmacht. Es wurde beschlossen eine Rast im Hotel Trinacria einzulegen. Seine Tochter Concetta und sein Enkel Fabrizietto begleiteten den Fürsten bei dieser Reise. In Palermo und anschließend im Hotel stoßen noch weitere Familienmitglieder hinzu, darunter Tancredi und Angelica. Alle hatten bereits die Vermutung, dass der Fürst dem Ende nahe steht, sie entschuldigen jedoch seine schlechte körperliche Verfassung mit der anstrengenden Reise.
Bereits zu Beginn des siebten Teils schildert Don Fabrizio, dass er fühlte wie seine Lebenskraft seit Jahrzehnten aus ihm herausströmte. Er vergleicht dies mit dem Bild der Sanduhr aus Dürers Ritter, Tod und Teufel aus dem der Sand durch den engen Hals stetig hinaus floss: „Erano decenni che sentiva come il fluido vitale, la facoltà di esistere, la vita insomma, e forse anche la volontà di continuare a vivere andassero uscendo da lui lentamente ma continuare come i granellini che si affollano e sfilano ad un ad uno, ohne fretta e senza soste, dinanzi allo stretto orifizio di un orologio a sabbia.” Doch war es für ihn kein unangenehmes und beängstigendes Gefühl: Für Don Fabrizio war der Verlust seiner Lebensenergie Beweis dafür, dass er sein Leben im vollem Bewusstsein gefühlt und genutzt hat. Je nach Situation empfand er das Gefühl des Hinausströmens seiner Lebenskraft unterschiedlich intensiv.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Sterbens im "Il Gattopardo" ein und erläutert die Absicht, Don Fabrizios Tod mit Thomas Buddenbrook und Iwan Iljitsch zu vergleichen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in drei Unterkapitel, welche die einzelnen Sterbeszenen der Protagonisten detailliert beschreiben und deren spezifische Charakteristika und Symbolik herausarbeiten.
2.1. Der Tod Don Fabrizios: Dieses Kapitel analysiert das Sterben des Fürsten Don Fabrizio, dessen bewusste Auseinandersetzung mit dem Tod und dessen Vision der Erlösung.
2.2. Die Buddenbrooks: Hier wird das Sterben von Thomas Buddenbrook betrachtet, seine Identitätssuche kurz vor dem Ende und die ähnliche Auffassung des Todes als Erlösung wie bei Don Fabrizio.
2.3. Der Tod des Iwan Iljitsch: Dieses Kapitel beleuchtet den Leidensweg von Iwan Iljitsch, dessen Angst vor dem Tod und die fundamentale Verschiedenheit seiner Todeswahrnehmung im Vergleich zum Fürsten.
3. Resümee: Das Resümee fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und betont die signifikanten Unterschiede in der Todeswahrnehmung zwischen Don Fabrizio und Iwan Iljitsch.
Schlüsselwörter
Sterbeliteratur, Giuseppe Tomasi di Lampedusa, Il Gattopardo, Thomas Mann, Buddenbrooks, Lew Tolstoi, Der Tod des Iwan Iljitsch, Literaturvergleich, Todessehnsucht, Sterbeprozess, Lebensbilanz, Jenseitsvorstellung, Vision, Sterben, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die literarische Darstellung des Sterbens anhand von drei bedeutenden Werken der Weltliteratur und analysiert, wie die jeweiligen Protagonisten ihrem Lebensende begegnen.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Im Mittelpunkt stehen die Sterbeszenen von Don Fabrizio, Thomas Buddenbrook und Iwan Iljitsch, wobei insbesondere die psychologische Verarbeitung, religiöse Aspekte und die Symbolik des Todes beleuchtet werden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist der Vergleich der unterschiedlichen Todesbilder: Während Don Fabrizio und Thomas Buddenbrook den Tod eher als Erlösung betrachten, wird Iwan Iljitschs Weg als leidvoll und bedrohlich dargestellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, die die Primärquellen durch Sekundärliteratur zu den Themen Sterben und Literatur stützt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Betrachtung der drei Sterbeszenen, wobei jeder Protagonist in einem eigenen Unterkapitel auf seinen individuellen Umgang mit dem Sterben geprüft wird.
Durch welche Schlüsselwörter wird die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sterbeliteratur, Todessehnsucht, Identität und den Vergleich der drei Romane klassifizieren.
Wie unterscheidet sich die Vision des Fürsten Don Fabrizio von der des Iwan Iljitsch?
Don Fabrizio erfährt eine visionäre Erlösung durch eine junge Dame, die den Tod verkörpert, wohingegen Iwan Iljitsch den Weg durch einen dunklen Raum als wesentlich bedrohlicher und negativer empfindet.
Spielt die soziale Herkunft der Protagonisten eine Rolle für ihr Sterben?
Ja, die Arbeit stellt fest, dass etwa die Stellung als Fürst bei Don Fabrizio oder als wohlhabender Erbe bei Buddenbrook Einfluss auf ihren Habitus und ihren Wunsch hat, mit einer gewissen Etikette oder Würde zu sterben.
- Arbeit zitieren
- Franziska Schmidt (Autor:in), 2012, Giuseppe Tomasi di Lampedusa: Il Gattopardo, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264143