Von einem interdisziplinären Team spricht man, wenn eine Gruppe von fachlich unterschiedlich spezialisierten Menschen an einem Ziel arbeitet, in der Zusammenarbeit fortlaufend auf Koordination und Kommunikation angewiesen ist und der Arbeitserfolg von keinem für sich allein erreicht werden kann. Das Team bei der Behandlung des Parkinson-Patienten ist multiprofessionell. Es hat ein gemeinsames Konzept und ein gemeinsames Ziel, an dem jeder entsprechend seinem Berufsbild und seinen Kenntnissen arbeitet. Die Leitung des Teams koordiniert und überprüft Informationen, Ziele, Planungen und Handlungen. Die Leitungsaufgaben bestehen in der Angleichung der Kenntnisse und Kompetenz im fachlichen und persönlichen Bereich sowie der Kontrolle über die Einhaltung des Konzeptes. Die Gesamtverantwortung für die Anwendung medizinischer Maßnahmen und deren Auswirkungen liegt beim behandelnden Arzt.
Die ganzheitliche Analyse eines chronisch kranken Patienten und seiner Lebenssituation ergibt in der Regel so viele unterschiedliche Fragestellungen und Lösungsansätze, dass der Einsatz verschiedener wechselnder Fachkompetenzen erforderlich ist. Der Erfolg der Behandlung hängt wesentlich davon ab, eine Struktur und Atmosphäre zu schaffen, in der ein echter Austausch von Informationen nicht nur auf der verbalen Ebene stattfindet und in der gemeinsam geplant und interveniert wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Krankheit M. Parkinson
1.1 Definition
1.2 Ätiologie
1.3 Symptome
1.3.1 Der typische Parkinson-Patient zeigt folgendes Bild:
1.3.2 Weitere Begeleitsymptome:
2. Allgemeine Kennzeichen und Auswirkungen chronischer Erkrankungen
3. Behandlung
3.1 Medizinische Therapie
3.2. Nichtmedikamentöse Therapiemaßnahmen
3.2.1 Psychosoziale Maßnahmen
3.2.2 Pflege
3.2.3 Logopädie
3.2.4 Ergotherapie
3.2.5 Physiotherapie
4. Die interdisziplinäre Behandlung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Möglichkeiten einer interdisziplinären Behandlung des Parkinson-Patienten darzustellen, um dessen bestmögliche Selbstständigkeit im Alltag zu fördern und zu erhalten.
- Pathophysiologie und Symptomatologie des Morbus Parkinson
- Herausforderungen in der Betreuung chronisch erkrankter Menschen
- Medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeiten
- Bedeutung der fachübergreifenden Kooperation und Kommunikation
- Praktische Handlungsansätze für Pflege, Ergo- und Physiotherapie
Auszug aus dem Buch
3.2.5 Physiotherapie
Ziele und Aufgaben der Krankengymnastik sind:
Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Gelenkbeweglichkeit und der Koordination
Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Atembeweglichkeit
Verbesserung des venösen Rückstroms, um orthostatischen Krisen entgegenzuwirken
Schmerzlinderung
Verbesserung der allgemeinen Mobilität
Reduktion des Muskeltonus
Verbesserung von Reaktion und Gleichgewicht
Normalisierung der Haltung
Verbesserung des Gangbildes und der Gangsicherheit
Vermeidung des Freezing-Phänomens
Aufklärung des Patienten
Schulung von Trickbewegungen
Verbesserung der Transfers (aufstehen vom Bett, aufstehen von einem Stuhl, hinsetzten, sich im Bett drehen, vom Bett in den Rollstuhl kommen)
Arbeiten mit rhythmischer Musik, um das Gangbild bzw. den Gangrhythmus zu verbessern
Indikation von Gehhilfen, Gangschule mit Gehhilfen
Der Patient soll in die Lage gebracht werden, Übungen selbstständig durchführen zu können. Das steigert Frequenz und Wirkung der Therapie und vermittelt vor allem die Überzeugung, den eigenen Zustand mindestens zum Teil autonom kontrollieren zu können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Krankheit M. Parkinson: Einführung in die Krankheitsentstehung, die neurobiologischen Ursachen sowie die klinischen Haupt- und Begleitsymptome.
2. Allgemeine Kennzeichen und Auswirkungen chronischer Erkrankungen: Erörterung der psychologischen und sozialen Folgen chronischer Leiden und die damit verbundenen Anforderungen an Kommunikation und Empathie.
3. Behandlung: Detaillierte Darstellung der medikamentösen Ansätze und der verschiedenen therapeutischen Disziplinen wie Logopädie, Ergotherapie und Pflege.
4. Die interdisziplinäre Behandlung: Erläuterung des Konzepts der multiprofessionellen Zusammenarbeit und der Notwendigkeit einer koordinierten, ganzheitlichen Betreuung.
Schlüsselwörter
Morbus Parkinson, Dopamin, interdisziplinäre Behandlung, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, chronische Erkrankung, Gangbild, Tremor, Rigor, Akinese, Lebensqualität, Rehabilitation, Clinical Reasoning, Pflegemaßnahmen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ganzheitliche und fachübergreifende therapeutische Versorgung von Patienten, die unter Morbus Parkinson leiden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Symptomkontrolle, den verschiedenen Therapieformen und der effizienten Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Fachberufe.
Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Darstellung von Wegen, wie durch eine interdisziplinäre Behandlung die Selbstständigkeit des Patienten im Alltag bestmöglich gewahrt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der strukturierten Aufarbeitung klinischer Behandlungsstandards für Parkinson-Patienten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Krankheitssymptomatik, die Herausforderungen chronischer Krankheitsverläufe sowie die detaillierten Aufgabenbereiche von Medizin, Pflege, Logopädie, Ergo- und Physiotherapie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Parkinson, Interdisziplinarität, Rehabilitation, Lebensqualität und therapeutisches Clinical Reasoning.
Welche Bedeutung kommt der Ergotherapie bei Parkinson zu?
Die Ergotherapie fokussiert sich auf die Verbesserung der Feinmotorik und die Anpassung des Wohnumfeldes, um die Bewältigung alltäglicher Aufgaben (ADLs) zu ermöglichen.
Was ist das zentrale Prinzip der physiotherapeutischen Arbeit bei Parkinson-Patienten?
Das Ziel ist die größtmögliche Autonomie des Patienten durch Übungen, die unter anderem durch Rhythmus und Musik unterstützt werden, um das Gangbild zu verbessern.
Wie definiert die Autorin die interdisziplinäre Zusammenarbeit?
Interdisziplinarität wird als ein fortlaufender Prozess von Koordination und Kommunikation zwischen fachlich spezialisierten Professionen verstanden, die auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.
- Quote paper
- Nathalie Heiß (Author), 2012, Die interdisziplinäre Behandlung des Parkinson-Patienten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/264094