Im zweiten Kapitel wird das theoretische Grundgerüst für die vorliegende Thesis gelegt. Die Begriffe Merger & Acquisitions werden definiert und es wird eine Abgrenzung zu anderen Formen von Unternehmensverbindungen vorgenommen. Im Anschluss wird der Transaktionsprozess in seinen Grundzügen erläutert. Kapitel 2.4 liefert theoretische Erklärungsansätze, aus welchen Gründen M&A-Transaktionen sinnvoll sind, diese betreffen vor allem den Bereich der Neuen Institutionenökonomie.
Das dritte Kapitel widmet sich der Analyse der Erfolgsfaktoren. Zunächst erfolgt eine Eingrenzung des Untersuchungsfeldes, dem deutschen Bankensektor. Im weiteren Verlauf werden die Motive vorgestellt, aus denen M&A-Transaktionen getätigt werden. Anschließend werden verschiedene Erfolgsmesskonzepte erläutert, welche sich in kapitalmarktorientierte, jahresabschlussorientierte und subjektive Konzepte unterscheiden lassen. Daraufhin werden, auf der Basis verschiedener Ansätze der M&A-Forschung, endogene Erfolgsfaktoren analysiert. Im weiteren Verlauf wird auf die Besonderheiten des deutschen Bankensektors eingegangen, die sich als exogene Faktoren auf eine Transaktion auswirken. Abgeschlossen wird das Kapitel durch eine Übersicht der endogenen und exogenen Erfolgsfaktoren.
Diese Übersicht dient als Grundlage für das anschließende vierte Kapitel. Auf Basis der in zuvor gewonnenen Erkenntnisse über relevante Erfolgsfaktoren, wird die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank analysiert. Die zentrale Fragestellung, welche Erfolgsfaktoren im Vorfeld der Transaktion identifiziert wurden und wie sich diese nachhaltig ausgewirkt haben, wird, nach einer kurzen Charakterisierung der beiden Unternehmen, anhand der Unternehmensdaten und der Historie beantwortet. Der Inhalt des fünften Kapitels fasst die bis dato gewonnenen Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftigen M&A-Aktivitäten im deutschen Bankensektor sowie auf weitere zu vertiefende Forschungsfelder.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen und Erscheinungsformen von M&A
2.1 Abgrenzung der relevanten Fachbegriffe
2.1.1 Mergers & Acquisitions
2.1.2 Asset Deal
2.1.3 Share Deal
2.1.4 Kooperationen, Allianzen und Joint Ventures
2.2 Ablauf von M&A-Transaktionen
2.2.1 Strategische Analyse- und Konzeptionsphase
2.2.2 Transaktionsphase
2.2.3 Integrationsphase
2.3 Theoretische Erklärungsansätze für M&A
2.3.1 Transaktionskostenansatz
2.3.2 Die Prinzipal-Agent-Theorie
2.3.3 Synergien
2.3.4 Economies of Scale
2.3.5 Economies of Scope
2.3.6 Die Monopolstellung
3 Wertbestimmende Faktoren von M&A-Transaktionen
3.1 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
3.1.1 Aufbau des deutschen Bankensystems
3.1.2 Bedeutende Transaktionen der letzten fünf Jahre
3.2 Motive und Ziele von M&A-Transaktionen
3.2.1 Strategische Motive
3.2.2 Finanzielle und spekulative Motive
3.2.3 Persönliche Motive
3.3 Theoretische Messkonzepte
3.3.1 Kapitalmarktorientierte Erfolgsmessung
3.3.2 Jahresabschlussorientierte Erfolgsmessung
3.3.3 Subjektive Erfolgsmessung
3.4 Endogene Erfolgsfaktoren
3.4.1 Financial Economics School
3.4.2 Strategic Management School
3.4.3 Process School
3.4.4 Organizational Behaviour School
3.5 Exogene Erfolgsfaktoren
3.5.1 Wettbewerbssituation im deutschen Bankensektor
3.5.2 M&A-Klima im deutschen Bankensektor
3.6 Übersicht der entscheidenden Erfolgsfaktoren
4 Analyse der Dresdner Bank-Übernahme durch die Commerzbank
4.1 Vorstellung der Transaktionsbeteiligten
4.1.1 Unternehmensporträt der Commerzbank vor der Übernahme
4.1.2 Unternehmensporträt der Dresdner Bank vor der Übernahme
4.2 Die Schlüsselfaktoren der Übernahme
4.3 Beurteilung der Transaktion
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erfolgsfaktoren von M&A-Transaktionen im deutschen Bankensektor, um zu analysieren, welche Faktoren eine Übernahme erfolgreich machen und wie dieser Erfolg messbar ist. Anhand theoretischer Konzepte und einer Fallstudie der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank wird aufgezeigt, ob und wie diese Erfolgsfaktoren in der Praxis wirken.
- Grundlagen und Erscheinungsformen von M&A im Bankwesen
- Theoretische Erklärungsansätze (Transaktionskosten, Prinzipal-Agent-Theorie)
- Analyse endogener und exogener Erfolgsfaktoren
- Methoden der Erfolgsmessung (Kapitalmarkt, Jahresabschluss, Subjektiv)
- Detaillierte Analyse der Dresdner Bank-Übernahme
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Transaktionsphase
Ist ein geeignetes Zielobjekt gefunden und auf beiden Seiten besteht die Bereitschaft die Transaktion einzugehen, beginnt die Transaktionsphase. In dieser Phase werden Verhandlungen auf einer vorvertraglichen Ebene geführt. Es wird eine Absichtserklärung abgegeben, welche auch als Letter of Intent bezeichnet wird. Die Absichtserklärung enthält ein unverbindliches Angebot, die bisherigen Verhandlungsergebnisse sowie das Recht, die Verhandlungen jederzeit beenden zu können.
Eine vertrauliche Informationsbasis bildet die Grundlage für eine Due Diligence. „Es handelt sich [bei der Due Diligence] um die bewusste, systematische, professionelle Untersuchung der Unternehmens-Chancen und –Risiken während der laufenden Kaufverhandlungen. Sie beurteilt mit möglichst präzisen Analysen, ob und wieweit der Wert der zu erwerbenden Gesellschaft zu erhöhen oder eben zu diskontieren ist – unter den Perspektiven der strategischen Ziele und der kostenreduzierenden Synergien.“ Für die Durchführung der Due Diligence wird ein Datenraum, auch Data Room genannt, durch den Verkäufer eingerichtet. In Diesem werden sämtliche Dokumente des internen und externen Rechnungswesens, der Personalabteilung, der Rechtsabteilung und des Vertriebs bereitgestellt. Sind mehrere Kaufinteressenten vorhanden, empfiehlt sich die Einrichtung eines Datenraumes umso mehr, da die Dokumente so nur einmal aufbereitet werden müssen. Im Rahmen der vorher geschlossenen Vertraulichkeitserklärung (Letter of Intent) können Klauseln vereinbart werden, die die Geheimhaltung und Diskretion der Daten sichern.
Die Due Diligence kann in verschiedene Funktionsgebiete gegliedert werden, die von verschiedenene Experten durchgeführt wird. Abbildung 3 zeigt die verschiedenen Gebiete, in denen eine Due Diligence durchgeführt werden kann.
Ein wichtiger Bestandteil der Transaktionsphase ist die Kaufpreisfindung. Dazu wird auf Basis der in der Due Diligence gewonnenen Erkenntnisse eine Unternehmensbewertung durchgeführt. Dabei ist es wichtig, dass die Bewertung an die Transaktionsstruktur angepasst wird. Als Bewertungsmodell für einen Share Deal bietet sich beispielsweise das Discounted Cash-Flow Verfahren (DCF) nach der Nettomethode (Flow to Equity) an. Bei einem Asset Deal kann wird hingegen das Discounted Cash-Flow Verfahren nach der Bruttomethode (DCF-Entity) angewandt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein, erläutert die Bedeutung von M&A im deutschen Bankensektor und definiert das Ziel der Untersuchung.
2 Grundlagen und Erscheinungsformen von M&A: Dieses Kapitel definiert die zentralen Fachbegriffe, beschreibt den Ablauf von M&A-Transaktionen und stellt die theoretischen Erklärungsansätze der Neuen Institutionenökonomie vor.
3 Wertbestimmende Faktoren von M&A-Transaktionen: Der Hauptteil analysiert endogene und exogene Erfolgsfaktoren im deutschen Bankensektor und stellt Methoden zur Erfolgsmessung (kapitalmarkt-, jahresabschluss- und subjektiv-orientiert) vor.
4 Analyse der Dresdner Bank-Übernahme durch die Commerzbank: Anhand einer Fallstudie wird die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank untersucht, um die Anwendung der zuvor identifizierten Erfolgsfaktoren zu prüfen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass eine Beachtung von Erfolgsfaktoren den Erfolg nicht garantiert, da exogene Faktoren (wie die Finanzkrise) überwiegen können.
Schlüsselwörter
M&A, Bankensektor, Commerzbank, Dresdner Bank, Due Diligence, Erfolgsfaktoren, Integration, Transaktionskosten, Prinzipal-Agent-Theorie, Synergien, Economies of Scale, Unternehmenskultur, Finanzkrise, Unternehmensbewertung, Wertsteigerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die kritischen Erfolgsfaktoren für Fusionen und Übernahmen im deutschen Bankensektor und untersucht, inwiefern diese Faktoren zur Wertschöpfung oder zum Scheitern beitragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen von M&A, die Analyse von endogenen (unternehmensinternen) und exogenen (umweltbedingten) Erfolgsfaktoren sowie die spezifische Betrachtung der Konsolidierung im deutschen Bankenmarkt.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Faktoren für eine erfolgreiche M&A-Transaktion im deutschen Bankensektor verantwortlich sind und wie sich der Erfolg von Unternehmenstransaktionen objektiv und subjektiv messen lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur Herleitung von Erfolgsfaktoren sowie eine Fallstudienmethode zur praktischen Anwendung dieser Erkenntnisse auf die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Theorien der M&A), eine Analyse der Erfolgsfaktoren (Schools of Thought) und eine detaillierte Ausarbeitung des deutschen Bankenumfelds.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind M&A-Transaktionen, deutsche Bankenlandschaft, Due Diligence, Synergiepotenziale, Integrationsmanagement und Erfolgsmessung.
Warum wird die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank als Fallbeispiel gewählt?
Sie wurde aufgrund der großen Relevanz im deutschen Bankensektor und des erheblichen öffentlichen Interesses an dieser Transaktion ausgewählt, um die Anwendung theoretischer Erfolgsfaktoren in der Praxis zu spiegeln.
Kann der Erfolg einer M&A-Transaktion durch das Aktienkursmodell exakt bestimmt werden?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass der Aktienkurs durch viele externe Faktoren beeinflusst wird, sodass eine exakte Isolierung der reinen Transaktionswirkung schwierig ist.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur für den Erfolg?
Die Unternehmenskultur ist laut der Arbeit ein entscheidender Faktor für die Integration; bei totaler Gegensätzlichkeit der Kulturen droht die Transaktion zu scheitern.
- Arbeit zitieren
- Patrick Lommertin (Autor:in), 2013, Erfolgsfaktoren von M&A-Transaktionen im deutschen Bankensektor, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/263379