- Aussagen in der einschlägigen Literatur zu Qualitätszeichen und Zertifizierungen
- Qualitätsbegriff
- Bildungsstandards (Vergleichsarbeiten) als Instrument der Qualitätsauszeichnung?
- Der Deutsche Schulpreis als Vorbild
- Forschungsergebnisse zu Motiven und Erwartungen der Makro- und der Meso-Ebene anhand des Tiroler Beispiels
- Resümee und Perspektiven
Inhaltsverzeichnis
1 Das Gütesiegel Lesen für Tiroler Volksschulen –Forschungsgegenstand und -interesse
1.1 Entwicklung und Umfeld
1.2 Das Forschungsanliegen
2 Gutes tun und darüber reden – Gibt es theoretische Aussagen zur Praxis von Auszeichnungen für Schulen?
2.1 Position der Schulentwicklung
2.2 Welche Qualität eigentlich?
2.3 Qualitätsauszeichnung durch Bildungsstandards?
2.4 Qualität verbriefen – warum eigentlich und wie?
2.5 Qualität preisen
2.6 Zwischenbilanz
3 Welchen Motiven folgen die Protagonist/innen? – Empirische Befunde aus den Ebenen des Systems
3.1 Methodisches Konzept
3.2 Qualitative Befragung auf der Makro-Ebene
3.2.1 Auswahlverfahren
3.2.2 Erhebungsverfahren
3.2.3 Aufbereitungsverfahren
3.2.4 Auswertungsverfahren
3.2.5 Ergebnisdarstellung
3.2.6 Interpretation
3.3 Quantitative Befragung auf der Meso-Ebene
3.3.1 Auswahlverfahren
3.3.2 Erhebungsverfahren
3.3.3 Aufbereitungsverfahren
3.3.4 Auswertungsverfahren
3.3.5 Ergebnisdarstellung
3.3.6 Interpretation
3.4 Zusammenführung der Ergebnisse der empirischen Erhebungen
4 Das Gütesiegel Lesen für Tiroler Volksschulen – eine Initiative mit fast identen Motiven und Erwartungen bei Initiator/innen und Teilnehmenden
Zielsetzung & Themen
Die Forschungsarbeit untersucht die Kongruenz zwischen den Motiven und Erwartungen der Initiatoren des „Gütesiegel Lesen für Tiroler Volksschulen“ (Makro-Ebene) und den umsetzenden Schulleiterinnen und Schulleitern (Meso-Ebene). Ziel ist es, die interne Ausrichtung und die wahrgenommenen Wirkungen dieser Schulentwicklungsmaßnahme zu analysieren.
- Schulentwicklung durch Zertifizierungen und Gütesiegel
- Empirische Analyse von Motiven und Erwartungen im Bildungssystem
- Vergleich zwischen Schulaufsicht und Schulleitungen
- Methodik der Triangulation mittels qualitativer Experteninterviews und quantitativer Fragebögen
Auszug aus dem Buch
2.1 Position der Schulentwicklung
Helmut Fend beschreibt 2012 in einem Aufsatz über Systemsteuerung im Bildungswesen eine große Bereitschaft zu Reformen nach Zeiten des Stillstands im Bildungswesen und konstatiert eine Verlagerung der Evaluation auf die Systemebene. Er führt dazu aus:
„Die klassische Systemsteuerung manifestierte sich traditionell in der Polarität von Einzellehrkraft und politisch-administrativer Kontrolle. Diese Polarität beginnt sich sukzessive aufzulösen. Dabei wird die intermediäre Ebene der Schule entdeckt und zu einem zentralen Ort der Entwicklungsarbeit. Die Entwicklung einer grossen Zahl von Instrumenten zielt darauf, die pädagogische Qualität der Einzelschule zu stärken und sie zu einem teilautonomen Ort führungsintensiver pädagogischer Gestaltung zu machen.“
Fend hält die Stärkung des Einzelstandorts für plausibel „angesichts der Heterogenität der Probleme vor Ort, die weder aus der Ferne noch individuell und einzelkämpferisch bewältigt werden können.“
Hans-Günther Rolff beschreibt „Schulentwicklung als Trias von Organisations-, Unterrichts- und Personalentwicklung“ und hält fest, dass die Einzelschule bereits seit 1990 als Entwicklungsmotor gilt, verwendet aber noch 2010 den Terminus „neue[s] Paradigma“ für den Vorrang der Entwicklung der Einzelschule vor der Entwicklung des Systems.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Das Gütesiegel Lesen für Tiroler Volksschulen –Forschungsgegenstand und -interesse: Dieses Kapitel führt in die Entstehung der Initiative „Gütesiegel Lesen“ ein und definiert das Forschungsanliegen im Kontext der Tiroler Schullandschaft.
2 Gutes tun und darüber reden – Gibt es theoretische Aussagen zur Praxis von Auszeichnungen für Schulen?: Es erfolgt eine theoretische Einbettung von Schulentwicklung, Qualität und der Rolle von Zertifizierungen im Bildungssystem.
3 Welchen Motiven folgen die Protagonist/innen? – Empirische Befunde aus den Ebenen des Systems: Der Hauptteil erläutert das methodische Vorgehen der Triangulation durch Interviews und Fragebögen sowie die detaillierte Präsentation und Interpretation der Ergebnisse.
4 Das Gütesiegel Lesen für Tiroler Volksschulen – eine Initiative mit fast identen Motiven und Erwartungen bei Initiator/innen und Teilnehmenden: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt die hohe Kongruenz der Motive zwischen den Akteuren der Makro- und Meso-Ebene fest.
Schlüsselwörter
Schulentwicklung, Gütesiegel Lesen, Tiroler Volksschulen, Bildungsstandards, Qualitätsauszeichnung, Systemsteuerung, Schulleitung, Leseförderung, empirische Sozialforschung, Triangulation, Experteninterview, Meso-Ebene, Makro-Ebene, Professionalisierung, Bildungsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Motive und Erwartungen hinter der Initiative „Gütesiegel Lesen“ für Tiroler Volksschulen und untersucht, ob diese bei den Initiatoren und den Schulleitern übereinstimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Schulentwicklung, Qualitätssicherung durch Zertifikate, Leseförderung als pädagogisches Ziel und die Steuerung von Bildungsprozessen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Frage lautet: Wie kongruent sind die Motive und Erwartungen der Initiatoren des Gütesiegels und der Schulleiter, welche die Initiative an ihren Schulen umsetzen?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt die Triangulation: eine qualitative Expertenbefragung (Interviews mit der Schulaufsicht) und eine quantitative Online-Befragung (Fragebögen für Schulleiter).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das methodische Konzept, die Datenerhebung auf Makro- und Meso-Ebene sowie die detaillierte Auswertung und Interpretation der Ergebnisse dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulentwicklung, Zertifizierung, Qualitätsmanagement, Leseförderung, Systemsteuerung und Kongruenz von Erwartungen.
Welche Rolle spielt das Gütesiegel für die Schulen?
Das Gütesiegel dient als Instrument der Schulentwicklung, um Leseförderung als Kernaufgabe zu stärken, die Schule nach außen zu positionieren und dem Kollegium eine Orientierung zu geben.
Welche Überraschung ergab die Auswertung?
Überraschend war die ablehnende Haltung gegenüber den „Erwartungen der Stakeholder“ seitens der Schulleiter sowie die differenzierte Wahrnehmung der „Außenwirkung“ als Motiv.
- Arbeit zitieren
- MSc Raimund Senn (Autor:in), 2013, Zertifizierungen als Mittel zur Schulentwicklung?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/262795