Die Auferstehung Jesu ist ein äußerst komplexes Thema, das die Meinungen spaltet. Während sie für die einen das zentrale Heilsereignis des christlichen Glaubens ist, durch das der Tod überwunden wurde; spielt die Auferstehung für viele Menschen heutzutage kaum noch eine Rolle. „Die Auferstehung des am Kreuz hingerichteten Jesus, die das NT einstimmig behauptet, widerspricht dem modernen Weltbild.“
Am Gymnasium ist die Behandlung des Themas im Rahmen der übergeordneten Einheit »Sterben, Tod und Auferstehung« vorgesehen. Angelehnt an den Lehrplan für das Fach Evangelische Religion habe ich meinen Unterrichtsentwurf für eine neunte Klasse konzipiert. In der ausgewählten Stunde geht es um die Darstellung Jesu als der Auferstandene. Hierzu soll mit einer modernen Jesusdarstellung gearbeitet werden, die das Auferstehungsgeschehen in die heutige Zeit transportiert und werbeästhetisch umsetzt. Es handelt sich dabei um das Bild »Die Emmausjünger« aus dem Fotoband INRI von Serge Bramly und Bettina Rheims. Der Schwerpunkt liegt auf der Fragestellung, wie der Bibeltext über die Erscheinung des Auferstandenen vor den Emmausjüngern in Lk 24,13-35 in moderner Kunst aufgegriffen und verarbeitet wird.
Ein zentrales Ziel der gesamten Unterrichtseinheit ist es, die SchülerInnen zu einer persönlichen Meinungsbildung anzuleiten. Zu Beginn der ausgewählten Stunde, die den Einstieg ins das Thema darstellt, sollen sie zunächst unreflektiert ihre bisherigen Gedanken zur Auferstehung Jesu äußern und am Ende der Einheit ihre anfängliche Meinung reflektieren und gegebenenfalls revidieren.
Innerhalb der Stunde soll ein Bild beschrieben und analysiert bzw. der Inhalt eines Bibeltextes selbstständig erschlossen werden. Anhand des Bildes soll untersucht werden, wie biblische Motive zum Tod und zur Auferstehung Jesu in moderner Kunst aufgegriffen und dargestellt werden. Ferner sollen sich die SchülerInnen in eine Person des Bildes hineinversetzen, sich über die Gedanken und Gefühle dieser Person bewusst werden und diese schließlich in Form eines inneren Monologs verschriftlichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Situative Voraussetzungen
3 Einordnung der Stunde in die Einheit
4 Sachanalyse
4.1 Auferstehung Jesu
4.2 Bildanalyse „Die Emmausjünger“
4.3 Gegenüberstellung von Bild und Bibeltext (Lk 24,13-35)
5 Unterrichtsplanung
5.1 Verlaufsplan und Unterrichtsziele
5.2 Didaktisch-methodische Strukturierung
6 Resümee
7 Anhang
7.1 Literaturverzeichnis
7.2 Arbeitsmaterial
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen didaktisch fundierten Unterrichtsentwurf für eine neunte Gymnasialklasse zum Thema der Auferstehung Jesu zu entwickeln. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie eine moderne, werbeästhetische Darstellung des Emmaus-Ereignisses – konkret das Foto „Die Emmausjünger“ von Serge Bramly und Bettina Rheims – genutzt werden kann, um bei Schülerinnen und Schülern einen Reflexionsprozess über die Bedeutung des Auferstehungsglaubens anzustoßen.
- Didaktische Inszenierung des Auferstehungsthemas für die neunte Jahrgangsstufe
- Einsatz moderner Kunst als Provokation zur persönlichen Meinungsbildung
- Vergleichende Analyse zwischen dem biblischen Text Lk 24,13-35 und zeitgenössischer Fotografie
- Förderung von Glaubens- und Symbolverständnis nach dem Modell von Fowler
- Erkenntnisprozesse der Schüler durch die Methode des inneren Monologs
Auszug aus dem Buch
Bildanalyse „Die Emmausjünger“
Im Folgenden soll das Foto „Die Emmausjünger“ von Serge Bramley und Bettina Rheims aus dem Jahr 1998 mit Hilfe des Verfahrens der Qualitative Bildanalyse - bestehend aus Phänomen-, Bedeutungs- und Dokumentsinn - analysiert werden.
Ich beginne mit der Beschreibung von Bildelementen und bildräumlichen Komponenten. Auf dem Foto ist eine Barszene abgebildet. Einige Menschen befinden sich innerhalb der Bar und andere schauen von draußen durch die Scheiben hinein. Im Zentrum des Bildes steht ein Mann, der ganz in weiß gekleidet ist. Durch seine offene Handhaltung zeigen sich Wundmale auf beiden Händen. Mit einer Ausnahme schauen ihn alle Anwesenden direkt an. Er selbst steht aufrecht und schaut gerade aus. Innerhalb der Bar sitzen drei Männer sitzen am Tisch. Einer von ihnen hat seinen Blick auf die Kellnerin gerichtet, die sich an der Theke abstützt. Alle sind schwarz gekleidet. Neben den rechts auf der Theke stehenden Flaschen liegen auf der linken Seite auch eine Zange und ein großer Nagel. Die Bar hat große Glasfenster, durch die die übrigen fünf Menschen von draußen hineinschauen. Betrachtet man die bildästhetischen Elemente fallen besonders die Licht und Schattenverhältnisse ins Auge. Der Mann im Zentrum des Bildes wird vor allem von einem Scheinwerfer am rechten Bildrand angestrahlt und wirkt daher extrem hell. Er hebt sich stark von seiner Umgebung ab, die eher dunkel gestaltet ist. Darüber hinaus wurde für die Aufnahme eine große Brennweite benutzt, sodass die gesamte Szene scharf abgebildet wird. Durch die Kamera wird also kein bestimmter Fokus gesetzt. Die Szene wirkt insgesamt sehr gestellt, da die Personen sich nicht bewegen und alle in einer festen Körperhaltung verharren. Durch den starken hell-dunkel Kontrast und den Einsatz von Nebel wirkt die Barszene ferner recht geheimnisvoll.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung benennt die Komplexität der Auferstehungsthematik und erläutert die Zielsetzung, durch eine moderne Jesusdarstellung eine persönliche Meinungsbildung der Schülerinnen und Schüler anzuregen.
2 Situative Voraussetzungen: Hier werden die Altersstufe und der Entwicklungsstand der Lerngruppe basierend auf dem Glaubensstufenmodell nach Fowler analysiert, um die Voraussetzungen für eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem Thema zu definieren.
3 Einordnung der Stunde in die Einheit: Dieses Kapitel verortet das Thema im gymnasialen Lehrplan und betont die notwendige Vorarbeit im Bereich der Leidens- und Todesproblematik, bevor die Auferstehung thematisiert wird.
4 Sachanalyse: Die Sachanalyse bietet eine theologische Aufarbeitung des Auferstehungsbegriffs und eine detaillierte bildästhetische sowie biblische Analyse des Emmaus-Motivs.
5 Unterrichtsplanung: Das Kapitel detailliert den methodischen Ablauf der 90-minütigen Doppelstunde inklusive der Lernziele und der didaktischen Strukturierung.
6 Resümee: Das Resümee reflektiert die Eignung der gewählten Methode und unterstreicht die Bedeutung der Stunde als Anstoß für eine begründete persönliche Positionierung der Lernenden.
7 Anhang: Der Anhang versammelt das Literaturverzeichnis sowie die konkret verwendeten Arbeitsmaterialien für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Auferstehung Jesu, Religionsunterricht, Didaktik, Emmausjünger, Bildanalyse, Glaube, Moderne Kunst, INRI, Glaubensstufenmodell, Fowler, Symbolverständnis, Meinungsbildung, Heilsereignis, Lukasevangelium, Subjektive Visionstheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Konzeption einer Unterrichtsstunde für die neunte Klasse zum Thema „Jesus als der Auferstandene“ unter Verwendung moderner Kunst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theologie der Auferstehung, der didaktischen Förderung von Glaubens- und Symbolentwicklung sowie der Analyse moderner religiöser Bildwelten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, Schülerinnen und Schüler durch die Konfrontation mit einem provokanten, zeitgenössischen Foto zur persönlichen Meinungsbildung über die Bedeutung der Auferstehung für ihr Leben anzuregen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine didaktische Unterrichtsplanung erstellt, ergänzt durch eine qualitative Bildanalyse nach gängigen theologischen und kunstpädagogischen Verfahren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theologische Sachanalyse zum Ostergeschehen, die spezifische Bildanalyse eines Fotos aus dem Band „INRI“ sowie eine Gegenüberstellung mit dem biblischen Text der Emmausjünger.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Auferstehung, Religionsunterricht, Bilddidaktik, Emmausjünger, Glaubensstufenmodell und symbolkritisches Verstehen.
Warum wurde gerade ein modernes Foto für den Unterricht gewählt?
Das Foto dient als Provokation, um ein für Schülerinnen und Schüler oft als fremd empfundenes Thema in die heutige Lebenswelt zu transferieren und somit ein echtes Interesse an der Auseinandersetzung zu wecken.
Welche Rolle spielt das Glaubensstufenmodell nach Fowler?
Das Modell dient der Analyse des Entwicklungsstands der Schüler, um Aufgabenstellungen anzubieten, die sie sowohl dort abholen, wo sie stehen, als auch zur Weiterentwicklung ihres Denkens herausfordern.
Wie soll die Erkenntnis der Schüler gesichert werden?
Durch die Methode des inneren Monologs, bei dem sich die Schüler in eine Person des Bildes hineinversetzen und ihre Gedanken schriftlich formulieren, wird eine tiefe individuelle Reflexion gefördert.
- Arbeit zitieren
- Linda Lau (Autor:in), 2013, Unterrichtsentwurf zum Thema »Jesus als der Auferstandene«, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/262634