Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der eingangs beschriebenen Herausforderung des Problemlösungsprozess auseinander. Dabei wird der Zusammenhang zwischen dem Lernen über Handlungen bzw. aus Erfahrungen, dem Denken, den entwickelten Kompetenzen und der Fähigkeit Probleme zu lösen, rekonstruiert. Darüber hinaus wird untersucht, ob die Fähigkeit der Kreativität in diesem Prozess Anwendung findet und mit der speziellen Technik des lateralen Denkens von dem maltesischen Mediziner und Kreativitätsexperten Edward De Bono eine Möglichkeit kreativ bei Problemlösungen vorzugehen, präsentiert. Es wird der Frage auf den Grund gegangen, welchen Beitrag Kreativität am Beispiel des lateralen Denkens im Rahmen von Problemlösungsprozessen leisten kann.
Im Rahmen des methodischen Vorgehens wird zunächst der Begriff Problem beleuchtet und eine Klassifizierung von Problemlösungen vorgenommen. Der Problemlösungsprozess wird im Kontext von Handlung, Lernen, Kompetenz betrachtet und eine Arbeitsdefinition für das Problemlösen erarbeitet. In einem nächsten Schritt wird der Terminus Kreativität eingeführt, dessen Entwicklung nachgezeichnet, verschiedene theoretische Ansätze vorgestellt und Kreativitätstechniken klassifiziert. Danach wird mit dem lateralen Denken eine Möglichkeit vorgestellt, wie Problemlösungsprozesse gestaltet werden können. Laterales Denken wird dazu von divergentem und vertikalem Denken abgegrenzt und auf seine potenzielle Bedeutung für Problemlösungsprozesse untersucht. Abschließend wird im Schlussteil die Leitfrage nochmals aufgegriffen und geprüft, ob sie im Hauptteil beantwortet wurde. Außerdem werden die zentralen Forschungsergebnisse zusammengefasst und einer kritischen Bewertung unterzogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Problemlösungsprozess
3. Kreativität
3.1 Begriffsentwicklung
3.2 Menschenzentrierter und utilitaristischer Ansatz
3.3 Eigenschaften von Kreativität
3.4 Kreativitätstechniken
4. Das laterale Denken
4.1 Laterales Denken und divergentes Denken
4.2 Laterales Denken und Kreativität
4.3 Laterales Denken und vertikales Denken
4.4 Laterales Denken und Problemlösungsprozesse
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Beitrag, den Kreativität am Beispiel des lateralen Denkens nach Edward De Bono innerhalb von Problemlösungsprozessen leisten kann. Dabei wird der Zusammenhang zwischen Handlung, Lernen, Kompetenz und Problemlösen rekonstruiert sowie die methodische Anwendbarkeit des lateralen Denkens analysiert.
- Grundlagen des Problemlösungsprozesses und Handlungsregulation.
- Entwicklung und Ansätze des Kreativitätsbegriffs.
- Abgrenzung von divergentem, vertikalem und lateralem Denken.
- Bedeutung der Kreativitätstechniken für die Ideengenerierung.
- Integration des lateralen Denkens in Problemlösungsstrategien.
Auszug aus dem Buch
4.3 Laterales Denken und vertikales Denken
De Bono geht es beim lateralen Denken vor allem um die menschliche Wahrnehmung (vgl. Brunner 2009, S. 19). Um das laterale Lernen zu erklären, bedient er sich dem Vergleich mit einem Haus, um das der Mensch herumgeht und von allen Seiten zu betrachten versucht. Ebenso, wie das Haus kann der Mensch auch ein Problem aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Dabei können alle Standpunkte als richtig gelten und friedlich nebeneinander existieren. Die einzelnen Perspektiven werden jedoch nicht vernetzt, sondern unabhängig voneinander entwickelt. Auf das Beispiel Haus übertragen, geht der Mensch um das Haus herum und fotografiert dieses aus verschiedenen Blickwinkeln, wobei alle Blickwinkel gleichermaßen Gültigkeit haben. (Vgl. Brunner 2009, S. 19f.)
Das Pendant zum lateralen Denken stellt für De Bono das vertikale Denken dar. „Im Gegensatz zum vertikalen Denken, das heißt selektiven, analytischen, folgerichtigen, kritisch-evaluierenden Denken ist laterales Denken als ein generatives, provokatives, sprunghaftes, ausschweifendes und unbegrenztes Denken zu verstehen, das sich in Bewegung setzt, um eine Richtung zu finden, ohne bestimmte Wege durch Verneinung und Kritik zu blockieren. Laterales Denken begrüßt zunächst alles, was sich an Ideen zufällig aufdrängt und erforscht auch den am wenigsten wahrscheinlichen Weg.“ (De Bono 1989, S. 42) De Bono vergleicht das vertikale Denken mit einem Loch, welches man in die Erde gräbt. Solange man ein Loch gräbt, kann man kein zweites an einer anderen Stelle graben. Beim vertikalen Denken wird eine bestimmte Position eingenommen und versucht auf dieser Grundlage fortzufahren. Der nächste Schritt hängt von dieser bestimmten Position ab und muss an diese anknüpfen bzw. sich logisch daraus ableiten lassen. So wird ein vorhandenes Gerüst schrittweise weiterentwickelt bzw. dasselbe Loch tiefer gegraben. (Vgl. ebd., S. 51)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Problemlösens ein und definiert die Leitfrage hinsichtlich des Beitrags von Kreativität und lateralem Denken.
2. Der Problemlösungsprozess: Das Kapitel fokussiert und klassifiziert den Begriff des Problems und erarbeitet eine für die Arbeit gültige Arbeitsdefinition im Kontext von Handlung, Lernen und Kompetenz.
3. Kreativität: Es wird die Entstehung des Begriffs Kreativität nachgezeichnet, verschiedene theoretische Ansätze werden vorgestellt und Kreativitätstechniken klassifiziert.
3.1 Begriffsentwicklung: Hier wird der etymologische Ursprung sowie die historische Entwicklung des Kreativitätsbegriffs in den USA beleuchtet.
3.2 Menschenzentrierter und utilitaristischer Ansatz: Dieser Abschnitt differenziert zwischen einer zweckfreien, menschenzentrierten und einer nutzenorientierten, utilitaristischen Herangehensweise an Kreativität.
3.3 Eigenschaften von Kreativität: Das Kapitel beschreibt die Faktoren und Begabungen, die bei kreativen Menschen korrelieren und die Kreativität fördern oder hemmen können.
3.4 Kreativitätstechniken: Es wird erläutert, wie Kreativitätstechniken heuristische Prinzipien formalisieren, um den Übergang von verfestigten Denkstrukturen zu neuen Problemlösungsansätzen zu ermöglichen.
4. Das laterale Denken: Dieses Kapitel stellt das laterale Denken von Edward De Bono als systematische Methode zur Gestaltung von Problemlösungsprozessen vor.
4.1 Laterales Denken und divergentes Denken: Hier wird die Abgrenzung zwischen divergentem Denken und dem von De Bono geprägten Konzept des lateralen Denkens vorgenommen.
4.2 Laterales Denken und Kreativität: Es wird das Verhältnis zwischen dem allgemeinen Kreativitätsbegriff und der präziseren, prozessorientierten Definition des lateralen Denkens untersucht.
4.3 Laterales Denken und vertikales Denken: Dieser Teil kontrastiert das generative laterale Denken mit dem selektiv-analytischen vertikalen Denken mittels bildhafter Vergleiche.
4.4 Laterales Denken und Problemlösungsprozesse: Es wird dargelegt, inwiefern laterales Denken zur Neuanordnung von Informationen und zur Lösung komplexer Problemtypen beitragen kann.
5. Schluss: Der Schlussteil fasst die zentralen Forschungsergebnisse zusammen und bewertet kritisch, wie laterales Denken die Anforderungen an effektive Problemlösungsprozesse erfüllt.
Schlüsselwörter
Kreativität, laterales Denken, vertikales Denken, Problemlösungsprozess, Kompetenzentwicklung, Handlungsregulation, Ideengenerierung, divergentes Denken, Edward De Bono, Lernprozesse, Evolutionsstrategie, Entscheidungsfindung, kognitive Fähigkeiten, Wissensmanagement, Problemanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Beitrag, den Kreativität – speziell durch die Anwendung der Technik des lateralen Denkens – zur Bewältigung von Problemlösungsprozessen leisten kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Problemlösens, die Definition und Entwicklung des Kreativitätsbegriffs sowie die Konzepte des lateralen und vertikalen Denkens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Welchen Beitrag kann die Kreativität am Beispiel des lateralen Denkens im Rahmen von Problemlösungsprozessen leisten?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und literaturbasierte Analyse der Konzepte von Problemlösen, Kreativitätsforschung und der Denkschule von Edward De Bono.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Problemlösens, die Analyse des Kreativitätsbegriffs und eine detaillierte Auseinandersetzung mit den verschiedenen Denkmodellen nach De Bono.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kreativität, laterales Denken, Problemlösungsprozess, Handlungsregulation, Kompetenzentwicklung und kognitive Prozesse.
Wie unterscheidet De Bono laterales Denken von vertikalem Denken?
Während vertikales Denken selektiv und analytisch wie das Graben eines Lochs an einer Stelle funktioniert, ist laterales Denken generativ und provokativ, um durch Seitwärtsbewegungen neue Perspektiven und Alternativen zu erschließen.
Warum ist laterales Denken für Problemlösungsprozesse relevant?
Es ermöglicht die Überwindung verfestigter Denkmuster, unterstützt die Beschaffung relevanter Informationen und fördert die Integration dieser Informationen in ein adäquates Situationsmodell.
Kann Kreativität nach De Bono trainiert werden?
Ja, durch die Anwendung spezifischer Methoden des lateralen Denkens kann die Fähigkeit zur systematischen Ideensuche und Problemlösung erlernt und trainiert werden.
Was ist das Fazit der Arbeit bezüglich der Forschungsfrage?
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass laterales Denken einen wesentlichen Beitrag zur Problemlösung leistet, indem es die Anforderungen an Information, Perspektivenwechsel und flexible Entscheidungsfindung erfüllt.
- Arbeit zitieren
- Daniel Zäck (Autor:in), 2013, Laterales Denken, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/262510