Krisen sind in der heutigen Welt der Kommunikation an der Tagesordnung und fordern den von ihnen betroffenen Unternehmen, Organisationen und Personen eine zunehmend professioneller werdende Gestaltung ihrer PR ab. Je nach Form und Ausmaß einer Krise müssen die Betroffenen entscheiden, ob und wie sie der Öffentlichkeit gegenüber treten.
Da durch die Vielzahl vorhandener Medienkanäle, die Kommunikation rasanter denn je verläuft, ist ein schnelles und gezieltes Handeln der betroffenen PR-Fachmänner und -frauen gefragt, um negative Schlagzeilen möglichst zu vermeiden. (vgl. Möhrle 2007, S. 7ff) Denn auch für die Krisen-PR gilt Watzlawicks Erkenntnis, dass man nicht nicht kommunizieren kann. (vgl. Watzlawick / Beavin / Jackson 2007, S. 50ff)
In der Krise auf ein persönliches Informieren der Öffentlichkeit zu verzichten, ist genauso ein Statement, wie offensiv PR zu betreiben. Die Kommunikation kann Krisen nicht nur in Ordnung bringen, sondern sie kann sie in selbem Maße heraufbeschwören. Im Ernstfall muss also entschieden werden, in wie weit es sinnvoll ist die bisherige Kommunikationsstrategie weiterzuführen, oder ob Veränderungen zu Gunsten einer neuen Strategie stattfinden müssen. (vgl. Merten 2006, S. 13) Voraussetzung hierfür ist das Vorhandensein eines aktuellen Kommunikationskonzeptes. Dabei ist die Aktualität von größter Bedeutung, denn jede Krise ist individuell und bedarf in der Regel einer eigenen Strategie. (vgl. Schmidbauer 2006, S. 29)
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Krisen, Krisenkommunikation und Krisen-PR
2. Strategische Krisenkommunikation
2.1 Fallbeispiel: Die BP-Ölkatastrophe „Deepwater Horizon“
2.2 Kommunikationskonzept und Analyse
2.3 Strategie
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung professioneller Unternehmenskommunikation in Krisensituationen und analysiert, wie durch strategisches Krisenmanagement Reputationsschäden minimiert und existenzielle Risiken für Unternehmen reduziert werden können.
- Definition und Abgrenzung von Krisen, Krisenkommunikation und Krisen-PR
- Analyse des Krisenverlaufs und der Kommunikationsstrategie am Beispiel der BP-Ölkatastrophe „Deepwater Horizon“
- Entwicklung systematischer Kommunikationskonzepte unter Anwendung von Ressourcen-Risiken-Matrizen
- Strategische Maßnahmenplanung für Krisensituationen (Stakeholder-Analyse und Kernaussagen-Definition)
- Reflexion über das Verhältnis von operativen Krisenmaßnahmen und kommunikativer Begleitung
Auszug aus dem Buch
2.1 Fallbeispiel: Die BP-Ölkatastrophe „Deepwater Horizon“
Am 20. April 2010 ereignet sich auf einer Tiefsee-Ölbohrplattform im Golf von Mexiko ein Unfall, welcher international für Aufruhr sorgte. Auf der Plattform namens Deepwater Horizon, betrieben durch den Mineralölkonzern Transocean, welcher für das internationale Energieunternehmen BP Tiefsee-Bohrungen durchführt, kommt es zu einer Explosion bei der 11 Mitglieder der 126-köpfigen Besatzung sterben und enorme an Mengen Rohöl freigesetzt wurden. Hauptrsache war die unzureichende Zementabdichtung und Kontrolle eines Bohrlochs, welche dazu führte, dass es beim routinemäßigen Austausch des Bohrschlamms durch Meerwasser zu einem Austreten von Gas kam, in Folge dessen eine Schlammfontäne aus dem Bohrturm schoss. Um den Druck zu verringern, öffnete die Besatzung folglich ein Ventil am Bohrrohr, wobei eine gigantische Gasblase aufstieg, welche sich unmittelbar an der Oberfläche entzündete und zu einer enormen Explosion führte. Der Versuch der Besatzung durch das Aktivieren eines sogenannten „Blowout Preventers“ (im Folgenden als BOP abgekürzt), das Rohr zu kappen und zu schließen scheiterte. Am nächsten Tag kam es zu einer weiteren Detonation, in deren Folge die Plattform schließlich im Meer versank, dies führte zu einer ökologischen Katastrophe sondergleichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Notwendigkeit professioneller Krisen-PR in einer von hoher Mediengeschwindigkeit geprägten Welt und definiert den Rahmen der Untersuchung.
1.1 Krisen, Krisenkommunikation und Krisen-PR: Dieser Abschnitt differenziert den Krisenbegriff im unternehmerischen Kontext und grenzt die Krisenkommunikation von der regulären PR ab.
2. Strategische Krisenkommunikation: Hier werden theoretische Ansätze zur strategischen Planung von Kommunikationsprozessen in Ausnahmesituationen dargelegt.
2.1 Fallbeispiel: Die BP-Ölkatastrophe „Deepwater Horizon“: Dieser Teil liefert eine detaillierte deskriptive Analyse des Unglücks von 2010 und dient als empirische Basis für die Untersuchung.
2.2 Kommunikationskonzept und Analyse: Es wird die Erstellung systematischer Planungspapiere erläutert, wobei insbesondere die Identifikation von Krisenindikatoren und die Nutzung von Ressourcen-Risiken-Matrizen im Fokus stehen.
2.3 Strategie: Dieses Kapitel behandelt die operative Umsetzung der Krisenkommunikation, von der Zieldefinition bis zur Positionierung gegenüber Stakeholdern.
3. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion der erarbeiteten Ergebnisse und zieht Lehren aus dem BP-Fall für die zukünftige Krisenprävention und -bewältigung.
Schlüsselwörter
Krisenkommunikation, Krisen-PR, Unternehmensführung, Deepwater Horizon, BP, Reputationsmanagement, Krisenmanagement, Kommunikationskonzept, Ressourcen-Risiken-Matrix, Stakeholder-Analyse, Strategie, Notfallmanagement, Unternehmenskrise, Kommunikationskatastrophe, Öffentlichkeitsarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen im Krisenfall kommunikativ reagieren müssen, um ihre Reputation zu schützen und das Vertrauen der Öffentlichkeit nicht zu verlieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Früherkennung von Krisen, dem Aufbau eines professionellen Krisen-Kommunikationsteams und der strategischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Stakeholder-Gruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein strukturiertes Kommunikationskonzept hilft, negative PR in Ausnahmesituationen zu minimieren und langfristige Imageschäden zu verhindern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung der Krisen-PR, kombiniert mit einer Fallstudienanalyse des BP-Unfalls von 2010.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Krisen, die Analyse der BP-Ölkatastrophe und die Erläuterung eines fünfschrittigen Leitfadens zur Strategieentwicklung in der Krisenkommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Krisenkommunikation, Reputationsmanagement, Stakeholder-Analyse, Ressourcen-Risiken-Matrix und die Fallstudie Deepwater Horizon.
Warum ist das Fallbeispiel BP für diese Arbeit so relevant?
BP verdeutlicht eindrücklich, wie unprofessionelle Kommunikation und das Fehlen einer klaren Strategie eine ökologische Katastrophe zu einer schweren Kommunikationskrise eskalieren lassen können.
Welche Rolle spielt die sogenannte Ressourcen-Risiken-Matrix?
Sie dient als Analyseinstrument, um interne Stärken und externe Chancen gegen interne sowie externe Risiken abzuwägen und daraus eine zielgerichtete Strategie abzuleiten.
Was empfiehlt der Autor für das Verhalten in Krisensituationen?
Der Autor betont, dass eine proaktive und transparente Kommunikation essenziell ist und Unternehmen unbedingt Fehler in der Krisenbewältigung reflektieren müssen, um daraus zu lernen.
Inwieweit kann eine Krise auch Chancen bieten?
Obwohl eine Krise zunächst eine Gefahr darstellt, bietet sie laut Arbeit bei professioneller Bewältigung die Möglichkeit für das Unternehmen, aus den Fehlern zu lernen und notwendige positive Veränderungen oder Neuausrichtungen einzuleiten.
- Arbeit zitieren
- Teresa Höhn (Autor:in), 2013, Unternehmenskommunikation im Krisenfall, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/262238