A) Einleitung
Anfang Dezember 2003 findet in Genf der erste “world summit on the information society” (“WSIS”) der Vereinten Nationen (VN) statt. In den dazu bereitgestellten “basic informations” heißt es:
„The modern world is undergoing a fundamental transformation as the industrial society that marked the 20 th century rapidly gives way to the information society of the 21th century. This dynamic process promises a fundamental change in all aspects of our lives, including knowledge dissemination, social interaction, economic and business practices, political engagement, media, education, health, leisure and entertainment. We are indeed in the midst of a revolution, perhaps the greatest that humanity has ever experienced. To benefit the world community, the successful and continued growth of this new dynamic requires global discussion”.
Was aber sind eigentlich die Grundlagen dieses Wandels von der Industrie- zur Informationsgesellschaft? Dies werde ich zu Beginn meiner Arbeit kurz zu skizzieren versuchen (Teil B). Daraus werde ich in einem weiteren Schritt ableiten, worin das Wesen der Informationsgesellschaft besteht (Teil C). Handelt es sich vielleicht um einen völlig neuen Gesellschaftstypus oder etwa doch um einen altbekannten und was folgt daraus? Welche Chancen und Risiken birgt die Revolution, die gegenwärtig stattfindet, für unser Leben? Wenn ich der Ansicht wäre, dass wir uns auf einem linearen Weg in eine wirklich „schöne neue Welt“ befinden würden, würde der letzte Punkt meiner Gliederung fehlen, nämlich die Frage, welche rechtlichen Regelungen erforderlich sind, um die Risiken der Informationsgesellschaft zu verringern (Teil D). Wo kann der Staat unter den neuen Bedingungen der Informationsgesellschaft ansetzen? Und was bedeutet dies für die Regelung beispielhaft ausgewählter Bereiche? [...]
Inhaltsverzeichnis
A) Einleitung
B) Die Grundlagen der Informationsgesellschaft
I) Technologie
1) Computer
2) Computer und Internet
II) Öffnung der Märkte und Räume
C) Das Wesen der Informationsgesellschaft, Chancen und Risiken
I) Beschleunigung
II) Globalisierung
III) Dematerialisierung
IV) Dezentralisierung
V) Siegeszug der englischen Sprache
VI) Änderung des Denkens
VII) Fazit und Ausblick
D) Regelungsbedarf
I) Information als Schlüsselbegriff
II) Regulierungsmodelle in der Informationsgesellschaft
1) Globaler Rahmen
2) Hilfe zur Selbsthilfe
3) Selbstregulierung
III) Exemplarische Bereiche
1) Datenschutz
a) USA und Europa
b) Deutschland
2) Geistiges Eigentum am Beispiel der Softwareproduktion
3) Digital Divide
a) OECD-Staaten
b) „Entwicklungsländer“
4) Elektronische Demokratie
a) Online-Wahlen
b) Direkte Demokratie / virtuelle Agora
c) Transparenz und Öffentlichkeit
E) Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den grundlegenden gesellschaftlichen Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft, analysiert die damit verbundenen Chancen und Risiken und erörtert, welche rechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich sind, um die Risiken in einer globalisierten Welt zu bewältigen.
- Grundlagen und Entstehung der modernen Informationsgesellschaft
- Kapitalistische Verlaufsformen und gesellschaftliche Strukturveränderungen
- Rechtliche Regulierungsmodelle für digitale Information und Kommunikation
- Herausforderungen in den Bereichen Datenschutz, geistiges Eigentum und digitale Kluft
- Potentiale und Grenzen der elektronischen Demokratie
Auszug aus dem Buch
I) Technologie
Im Zentrum der technischen Entwicklung stehen – ebenfalls stark vereinfacht – die Verbreitung von „Computer“ und „Internet“, zusammengefasst Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) genannt.
1) Computer
Mit dem Computer gehen wir heute nahezu täglich um. Dabei gerät seine eigentliche Bedeutung leicht in Vergessenheit, nämlich die einer ganz besonderen Maschine. Im Unterschied zu den Handwerkzeugen und Maschinen des Industriezeitalters erleichtert und automatisiert der Computer nämlich erstmals keine körperliche Arbeit mehr, sondern unterstützt und ersetzt geistige Arbeit. Im Gegensatz zu den „Handwerkzeugen“ des Industrie und Vorindustriezeitalters handelt es sich beim Computer also um ein „Denkwerkzeug“, mit dem es möglich ist, Inhalte verschiedenster Art wie Texte, Sprache, Töne und Bilder zu digitalisieren und zu verarbeiten.
Dies ist der Grund, warum zur Zeit eine Vielzahl von intellektuell gesteuerten Prozessen in Verwaltung und Wirtschaft daraufhin überprüft wird, ob es sich um automatisierbare Prozesse handelt. Da implizites Wissen im Gegensatz zu explizitem Wissen von den heutigen Computern noch nicht verarbeitet werden kann, sind zudem eine Vielzahl von „Wissensarbeitern“ damit beschäftigt, implizites in explizites Wissen zu transferieren. Der Computer steht also für die Technisierung des Wissens selber, während es vor seiner Entwicklung „nur“ um die Technisierung durch Wissen ging.
Zusammenfassung der Kapitel
A) Einleitung: Die Einleitung skizziert den globalen Transformationsprozess in die Informationsgesellschaft und benennt die zentralen Fragestellungen der Arbeit hinsichtlich der rechtlichen Regulierungsnotwendigkeiten.
B) Die Grundlagen der Informationsgesellschaft: Dieses Kapitel erläutert die technologischen Treiber sowie die markt- und raumöffnenden Prozesse als Basis der Informationsgesellschaft.
C) Das Wesen der Informationsgesellschaft, Chancen und Risiken: Es werden die Phänomene Beschleunigung, Globalisierung, Dematerialisierung, Dezentralisierung, die Dominanz der englischen Sprache sowie die Änderung von Denkmustern kritisch untersucht.
D) Regelungsbedarf: Dieser Hauptteil widmet sich der Definition von Information als Schlüsselbegriff, diskutiert Regulierungsansätze und analysiert exemplarische Problemfelder wie Datenschutz, geistiges Eigentum und digitale Spaltung.
E) Schluss: Das Schlusskapitel fasst zusammen, dass trotz des massiven technologischen Wandels grundlegende menschliche Bedürfnisse bestehen bleiben.
Schlüsselwörter
Informationsgesellschaft, Globalisierung, digitaler Kapitalismus, Informationstechnologie, Datenschutzrecht, geistiges Eigentum, Informationsgerechtigkeit, digitale Kluft, Online-Wahlen, elektronische Demokratie, Wissensarbeit, Regulierungsmodelle, Selbstregulierung, Medienrecht, Weltgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Übergang der Gesellschaft von der Industrie- zur Informationsgesellschaft im Kontext der Globalisierung und den damit einhergehenden rechtlichen Herausforderungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die technischen Grundlagen, der Wandel kapitalistischer Strukturen, die rechtliche Einordnung von Informationen sowie die Folgen der digitalen Revolution für Demokratie und Recht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Transformationsprozess zu beschreiben und zu hinterfragen, welche staatlichen oder globalen Regulierungsansätze sinnvoll sind, um Chancen zu nutzen und Risiken der Informationsgesellschaft zu begrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine rechts- und gesellschaftswissenschaftliche Analyse, die verschiedene theoretische Ansätze und aktuelle politische Entwicklungen integriert.
Was wird im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Wesen der Informationsgesellschaft, den drei Regulierungsmodellen sowie exemplarischen Bereichen wie dem Datenschutzrecht, dem Schutz des geistigen Eigentums und der digitalen Kluft.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der Informationsgesellschaft vor allem der digitale Kapitalismus, die digitale Kluft, Regulierungsbedarf und die Möglichkeiten der elektronischen Demokratie.
Wie bewertet der Autor die "Digital Divide"?
Der Autor sieht darin eine Gefahr der Verschärfung bestehender Ungleichheiten, wobei zwischen den Herausforderungen in OECD-Staaten und Entwicklungsländern differenziert wird.
Welche Rolle spielt der Datenschutz?
Der Datenschutz rückt aufgrund der steigenden Bedeutung von Informationen als Rohstoff vom Rand in das Zentrum des Wirtschaftsrechts, wobei der Autor den "privaten Selbstschutz" als Ergänzung zu staatlichen Verboten betont.
- Arbeit zitieren
- Carsten Steinert (Autor:in), 2003, Informationsgesellschaft und Globalisierung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/24765