1. EXECUTIVE SUMMARY
E-Commerce wird das Gesundheitswesen stark verändern und die Beziehungen zwischen Arzt, Patient und Pharma-Unternehmen nachhaltig beeinflussen. Aus dieser Erwartung heraus hat die Unternehmensberatung Gemini Consulting, heute Cap Gemini Ernst & Young, eine Studie initiiert, die zum Ziel hatte, eben diese Annahmen zu überprüfen, und konkrete Entwicklungen im Gesundheitswesen und künftige Einsatzmöglichkeiten der Neuen Medien zu zeigen.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Ärzteblatt befragte Gemini Consulting schriftlich 5.000 Ärzte im Bundesgebiet, darunter 2.605 Kliniker und 2.395 niedergelassene Ärzte, repräsentativ geschichtet nach Geschlecht, Alter und Bundesland. Durch Einbeziehen von Klinikärzten sollte bewusst eine im Durchschnitt jüngere, aktiv in die Forschung eingebundene Zielgruppe angesprochen werden.
Der Zeitraum der Studie umfaßt das erste Halbjahr 2000. Die Fragebögen wurden im letzten Quartal 1999 an die ausgewählten Ärzte verschickt. Die Rücklaufquote betrug 34%, das ist ein sehr gutes Ergebnis für eine schriftliche Befragung. Dies lässt den Schluss zu, dass das Thema innerhalb der Ärzteschaft auf großes Interesse gestoßen ist. Die Antworten besitzen ein hohes Repräsentationsniveau und lassen dadurch Rückschlüsse auf die gesamte Ärzteschaft zu.
Inhaltsverzeichnis
1. Executive Summary
2. Ergebnisse der Umfrage zu Akzeptanz und Auswirkungen der Neuen Medien
2.1. Ärztebefragung und erste Ergebnisse
2.2. Der „konservative High-Tech-User“
3. Auswirkungen auf das Gesundheitswesen
4. Medizinische Informationen im WorldWideWeb - eine Bestandsaufnahme
5. Marktperspektiven – neue Kriterien bestimmen den Erfolg
6. Ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss des E-Commerce und digitaler Informationsmedien auf das Gesundheitswesen, mit besonderem Fokus auf die veränderten Beziehungen zwischen Ärzten, Patienten und Pharmaunternehmen.
- Akzeptanz Neuer Medien bei niedergelassenen Ärzten und Klinikern
- Die Rolle des Internets als Informations- und Vertriebskanal
- Einfluss der Digitalisierung auf das Arzt-Patienten-Verhältnis
- Marktstrukturen und Erfolgsfaktoren für Online-Gesundheitsportale
Auszug aus dem Buch
2.2. DER KONSERVATIVE HIGH-TECH-USER
Bezüglich der beruflichen Nutzung rangieren traditionelle ärztliche Informationsmedien, wie Fachzeitschriften, Fachbücher, Tagungen und Kongresse sowie Besuche von Pharma-Referenten deutlich vor der Nutzung der Neuen Medien. Fast 90% der Befragten gaben an, Fachzeitschriften häufig oder sehr häufig als Informationsquelle zu nutzen (vgl. Abb. 2). Hier besteht kein Unterschied zwischen beiden Ärztegruppen.
Dagegen nehmen weniger als 20% häufig oder sehr häufig das Internet bzw. Online-Dienste in Anspruch. Dabei zeigt sich wiederum ein Unterschied zwischen Klinikern und niedergelassenen Ärzten: erstere nehmen mit 27% Neue Medien in Anspruch, im Vergleich zu 12% ihrer Kollegen im niedergelassenen Bereich.
Ein Blick in die USA zeigt, dass 63% der amerikanischen Ärzte täglich e-Mail nutzen und 22% vorwiegend via e-Mail mit ihren Patienten kommunizieren.
Die weitere Analyse der Daten zeigte, dass auch bei Neuen Medien eher konventionell geprägte Dienste wie Homebanking und e-Mail im Vordergrund stehen. Niedergelassene Ärzte nutzen den PC häufig für die Datenübertragung zur Abrechnungsstelle, die Kollegen aus der Klinik hingegen in erster Linie für wissenschaftliche Recherche bzw. für Kommunikation per e-Mail.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Executive Summary: Kurze Zusammenfassung der Studienergebnisse von Gemini Consulting zur Internetnutzung durch Ärzte im Jahr 2000.
2. Ergebnisse der Umfrage zu Akzeptanz und Auswirkungen der Neuen Medien: Detaillierte Darstellung der statistischen Daten zur digitalen Ausstattung und zum Nutzungsverhalten verschiedener Ärztegruppen.
2.1. Ärztebefragung und erste Ergebnisse: Analyse der Internetreichweite und des Vernetzungsgrades bei Klinikärzten im Vergleich zu niedergelassenen Ärzten.
2.2. Der „konservative High-Tech-User“: Untersuchung der Bevorzugung traditioneller Informationsmedien gegenüber modernen Online-Diensten.
3. Auswirkungen auf das Gesundheitswesen: Betrachtung der langfristigen strukturellen Veränderungen durch E-Commerce, insbesondere im Pharma-Vertrieb und Patientenverhältnis.
4. Medizinische Informationen im WorldWideWeb - eine Bestandsaufnahme: Überblick über den aktuellen Stand kommerzieller und nicht-kommerzieller Gesundheitsportale im Web.
5. Marktperspektiven – neue Kriterien bestimmen den Erfolg: Erörterung der wirtschaftlichen Erfolgsfaktoren für digitale Gesundheitsangebote und der Bedeutung von Nutzervertrauen.
6. Ein Fazit: Zusammenfassende Einschätzung über die fortschreitende Digitalisierung und die damit verbundene Machtverschiebung hin zum Patienten.
Schlüsselwörter
E-Commerce, Gesundheitswesen, Ärztebefragung, Internet, Pharma-Unternehmen, Online-Gesundheitsmarkt, Arzt-Patienten-Verhältnis, Digitalisierung, Neue Medien, Patienteninformation, Online-Apotheken, Gesundheitsportal, Marktperspektiven, Informationstechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet, wie E-Commerce und das Internet das Gesundheitswesen beeinflussen und welche Auswirkungen dies auf die Akteure wie Ärzte, Patienten und die Pharmaindustrie hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die digitale Mediennutzung durch Ärzte, der Wandel von Informationswegen im medizinischen Bereich sowie die wirtschaftlichen Potenziale des Online-Gesundheitsmarktes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis einer Umfrage unter 5.000 Ärzten den aktuellen Stand der Mediennutzung zu erheben und künftige Entwicklungen im Gesundheitswesen zu prognostizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Untersuchung basiert auf einer schriftlichen quantitativen Befragung der Ärzteschaft, kombiniert mit einer Analyse bestehender Markt- und Internetdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Nutzungsverhalten der Ärzte, die Bestandsaufnahme medizinischer Informationsangebote im Web sowie die Marktperspektiven und Herausforderungen für digitale Portale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem über Begriffe wie E-Commerce, Digitalisierung, Gesundheitsmarkt, Arzt-Patienten-Beziehung und Pharma-Marketing definieren.
Wie unterscheidet sich das Mediennutzungsverhalten von Klinikern und niedergelassenen Ärzten?
Kliniker sind tendenziell jünger und weisen eine höhere Internetreichweite sowie eine intensivere berufliche Nutzung der Online-Medien auf als ihre Kollegen im niedergelassenen Bereich.
Warum ist das Thema "Publikumswerbeverbot" für die Arbeit relevant?
Das Verbot schränkt die direkte Kommunikation pharmazeutischer Informationen an Patienten ein, wobei der internationale Druck durch das Internet diese rechtlichen Rahmenbedingungen zunehmend in Frage stellt.
- Arbeit zitieren
- Arndt Zeitzschel (Autor:in), 2001, Das Gesundheitswesen im Wandel - Ärzte und Patienten unter dem Einfluss von e-Commerce, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/2417