Eine Auseinandersetzung mit Klaus Pranges "Die Formen des pädagogischen Handelns". Dabei werden sowohl die elementaren, als auch die komplexen Formen der Erziehung behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist pädagogisches Handeln?
3. Die elementaren Formen mit dem Schwerpunkt des „ostensiven Zeigens“ nach Prange
3.1 Einleitung – Das Zeigen
3.2 Das repräsentative Zeigen (die Darstellung)
3.3 Das direktive Zeigen (die Aufforderung)
3.4 Das reaktive Zeigen (das Rückmelden)
3.5 Das ostensive Zeigen (die Übung)
3.6 Zwei Stufen des Übens
4. Die komplexen Formen nach Prange und Giesecke
4.1 Das Arrangement nach Prange und Giesecke
4.2 Das Spiel nach Prange
4.3 Das Unterrichten nach Giesecke
4.4 Die Beratung nach Giesecke
4.5 Die Arbeit nach Prange
4.5.1 Historischer Wandel der Arbeit
4.5.2 Theorien und Ansätze
4.5.2.1 Kapitalismus
4.5.2.2 Sozialismus
4.5.2.3 Soziale Marktwirtschaft
4.6 Fazit
5. Ein Rückblick auf das Seminar „Zwischen Arrangieren und Beraten in den Grundformen“
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Begriff des pädagogischen Handelns auseinander, um diesen in der erziehungswissenschaftlichen Theorie greifbarer zu machen und seine elementaren sowie komplexen Erscheinungsformen zu strukturieren.
- Grundverständnis und Definitionen von pädagogischem Handeln
- Analyse der elementaren Zeigeformen nach Prange (ostensiv, repräsentativ, direktiv, reaktiv)
- Untersuchung komplexer pädagogischer Handlungsformen wie Arrangement, Spiel, Unterricht und Beratung
- Historische und theoretische Kontextualisierung des Arbeitsbegriffs
- Reflexion der erziehungswissenschaftlichen Bedeutung des Lernens und der Kommunikation
Auszug aus dem Buch
3.2 Das repräsentative Zeigen (die Darstellung)
Ziel des repräsentativen Zeigens ist es, dem Edukanten etwas vor Augen zu führen, das nicht direkt gegeben ist. „Wir brauchen Darstellungen zur Ordnung des Erlebens und zur vereinfachenden Orientierung in einer Welt, die viel zu komplex ist, um unmittelbar und real erfasst und gedeutet zu werden“ ( Prange/Strobel-Eisele 2006, S. 64). Gleichzeitig gehört zu dieser Form des Zeigens auch stets das Verbergen, denn immer wo explizit auf etwas gezeigt wird, bleibt etwas anderes (bewusst oder unbewusst) verdeckt (vgl. Prange 2012). Man versucht die Kinder zu schützen, in dem man ihnen gewisse Dinge vorenthält, die man für schädlich erachtet. Die bedeutendste Form des ihnen repräsentativen Zeigens ist allerdings das Erzählen. Es gibt so viele Eindrücke, die Kindern verborgen bleiben würden, wenn ihnen nicht davon erzählt würde. Somit können sie einen Einblick in Welten erlangen, die ihnen sonst verschlossen bleiben würden. Ohne Erzählungen oder Bilder würden viele nicht einmal wissen, was beispielsweise eine Giraffe ist, denn wer hatte schon einmal die Chance einer solchen gegenüber zu stehen? Sicherlich nicht all zu viele. Es ist beeindruckend, wie es allein durch Worte möglich ist „zeitliche sowie räumliche Begebenheiten in [so] einer Weise gegenwärtig zu machen, dass sie von den Zuhörern unmittelbar sinnlich mitgefühlt und nachempfunden werden können“ ( Prange/Strobel-Eisele 2006, S. 64). Dies ermöglicht ein Lernen, das viel weiter reichen kann. Beim Erzählen ist die beruhigende Nähe des Erzählers von großer Bedeutung, vor allem wenn von ernsten Themen die Rede ist. Das ist eben auch das besondere am Erzählen, es ist vollkommen elastisch (vgl. ebd.). Wenn man feststellt, dass ein Kind mit den erzählten Themen überfordert ist oder dass es Angst bekommt, steht es dem Erzähler vollkommen frei den Ausgang seiner Erzählung spontan zu verändern. Vor allem bei Märchen lässt sich die erzieherische Bedeutung des Erzählens nachvollziehen, da es immer auch ein Gut und Böse in den Geschichten gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass der Begriff des pädagogischen Handelns in der Praxis oft unklar verwendet wird, und skizziert das Ziel der theoretischen Aufarbeitung.
2. Was ist pädagogisches Handeln?: Dieses Kapitel beleuchtet verschiedene Definitionen und Merkmale des pädagogischen Handelns als bewusstes, zielgerichtetes Tun im pädagogischen Kontext.
3. Die elementaren Formen mit dem Schwerpunkt des „ostensiven Zeigens“ nach Prange: Hier werden die grundlegenden Formen des Zeigens (repräsentativ, direktiv, reaktiv, ostensiv) erläutert, die als notwendige Bedingungen für Erziehungsprozesse dienen.
4. Die komplexen Formen nach Prange und Giesecke: In diesem Kapitel werden fortgeschrittene Handlungsformen wie das Arrangement, Spiel, Unterricht und Beratung sowie die Rolle der Arbeit eingehend analysiert.
5. Ein Rückblick auf das Seminar „Zwischen Arrangieren und Beraten in den Grundformen“: Der Autor reflektiert den persönlichen Erkenntnisgewinn aus der Seminararbeit und die praktische Umsetzung theoretischer Konzepte in Rollenspielen.
Schlüsselwörter
Pädagogisches Handeln, Erziehungswissenschaft, Zeigen, Prange, Giesecke, Arrangement, Spiel, Unterrichten, Beratung, Arbeit, Kapitalismus, Sozialismus, Soziale Marktwirtschaft, Lernprozess, Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Bestimmung und Strukturierung des Begriffs „pädagogisches Handeln“ auf Basis der erziehungswissenschaftlichen Konzepte von Prange und Giesecke.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit untersucht elementare Zeigeformen, komplexe pädagogische Arrangements, spielerische Lernformen, die Rolle des Unterrichts und der Beratung sowie eine historische Einordnung des Arbeitsbegriffs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den oft vage gebrauchten Begriff des pädagogischen Handelns durch eine systematische Aufarbeitung der elementaren und komplexen Formen theoretisch präziser zu fassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse und -aufbereitung zentraler erziehungswissenschaftlicher Standardwerke, ergänzt durch die Reflexion von seminarbegleitenden Arbeitsformen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der elementaren Zeigeformen (repräsentativ, direktiv, reaktiv, ostensiv) und komplexer Handlungsformen (Arrangement, Spiel, Unterrichten, Beratung, Arbeit).
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie pädagogisches Handeln, Zeigen, Erziehung, Lernen, pädagogisches Arrangement und die differenzierte Betrachtung gesellschaftlicher Arbeitsmodelle.
Warum ist das „repräsentative Zeigen“ für Kinder so bedeutsam?
Es ermöglicht Kindern den Zugang zu Welten und Wissen, die ihnen durch unmittelbare Erfahrung nicht zugänglich wären, wobei das Erzählen eine zentrale Rolle als elastisches und bildendes Medium einnimmt.
Wie unterscheidet sich die „Arbeit“ im pädagogischen Kontext von der reinen Erwerbsarbeit?
Während Erwerbsarbeit oft auf ökonomische Mehrwertproduktion zielt, betont die Pädagogik bei der Arbeit den erzieherischen Wert, den Anschluss an die reale Welt und die Disziplinierung durch gesellschaftliche Erfordernisse.
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- Sonja Trenker (Author), 2013, Eine Auseinandersetzung mit den Eigenschaften des pädagogischen Handelns und ihrer Formen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/233673