Diese qualitative Arbeit wurde mit der Methode der Grounded Theory durchgeführt. Dabei wurde vor allem die methodologische Variante nach Strauss/Corbin, aber auch die Variante nach Charmaz verwendet. Zur Datenerhebung fanden narrative und problemzentrierte Interviews statt, um persönliche Migrationserfahrungen Deutscher in Österreich zu erfassen. Inhaltlich werden nicht nur die konkreten Erfahrungen der Personen analysiert, sondern auch ihr Umgang damit. Ebenso werden die Auswirkungen dieser Erfahrungen auf die persönliche Lebenswelt untersucht. Somit wurde ein qualitativer Beitrag zum bisher nur mäßig erforschtem Gebiet der persönlichen Migrationserfahrungen von Deutschen in Österreich geleistet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Forschungsstand
3. Methode
4. Ergebnisse
4.1 Zentrales Modell
4.2 Bedingungsmatrix nach Strauss/Corbin
4.3 Thesen, Fazit und Theorie
4.4 Reflexion des Forschungsprozesses
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht qualitativ die Migrationserfahrungen von Deutschen in Österreich unter Anwendung der Grounded Theory. Ziel ist es, neue Erkenntnisse über diesen bisher wenig erforschten Bereich zu gewinnen, individuelle Migrationsmotive zu beleuchten und den Migrationsprozess theoretisch zu modellieren.
- Phänomen der internationalen Migration von Deutschland nach Österreich
- Anwendung der qualitativen Methode "Grounded Theory"
- Analyse von Migrationsmotiven und Einflussfaktoren
- Untersuchung von Diskriminierungserfahrungen und Integrationsstrategien
Auszug aus dem Buch
Die Grounded Theory:
Für unsere Forschung über die Migrationserfahrungen Deutscher in Österreich haben wir, da diese im Rahmen des Seminars Grounded Theory (GT) stattfand, ebendiese Methode angewandt. Die GT ist ein Verfahren das von Barney Glaser und Anselm Strauss in den 1960ern, im Zuge ihrer Studien in Krankenhäusern entwickelt wurde. Das gemeinsame Werk von Glaser und Strauss „The discovery of the Grounded Theory“ gilt als die klassische GT. Im Rahmen des Seminars von Frau Dr.in Supper haben wir uns jedoch vor allem mit der Variante von Anslem Strauss und Juliet Corbin bzw. dem konstruktivistischen Ansatz von Kathy Charmaz beschäftigt. In der Gruppe entschieden wir vor allem mit der GT von Strauss und Corbin zu arbeiten, da wir als AnfängerInnen das Arbeiten mit klaren Richtlinien bevorzugten.
Strauss und Corbin beschreiben die GT als eine gegenstandverankerte (Anm: „grounded“) Theorie, die induktiv aus der Untersuchung des Phänomens abgeleitet wird. Am Anfang der Forschung steht keine Theorie sondern ein Untersuchungsbereich. Was genau an dem Bereich relevant ist, stellt sich im Prozess der Forschung heraus. Datensammlung, Analyse und Theorie stehen in einem wechselseitigen Verhältnis. Der Name Grounded „Theory“ mag darauf hindeuten, dass es sich hier um eine Theorie handeln könnte. Die GT ist jedoch eine Methode oder ein Verfahren bzw. eine Reihe von Verfahren die dazu dienen eine (induktiv abgeleitete, gegenstandverankerte) Theorie über ein Phänomen zu entwickeln (vgl. Strauss/Corbin 1996: 4ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, begründet die Wahl des Forschungsfeldes "Deutsche MigrantInnen in Österreich" und skizziert den Forschungsverlauf sowie die Definition von Migration.
2. Theoretischer Forschungsstand: Hier werden soziologische Theorien zur Migration, insbesondere Aspekte der Arbeitsmigration und die Rolle des "Fremden", im Kontext des Forschungsstandes diskutiert.
3. Methode: Die Autoren beschreiben die Anwendung der Grounded Theory nach Strauss und Corbin, inklusive des Vorgehens bei der Datenerhebung, der theoretischen Sensibilität und dem Zugang zum Feld.
4. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die Forschungsergebnisse präsentiert, ein zentrales Modell entwickelt, die Bedingungsmatrix dargestellt sowie Thesen und ein abschließendes Fazit formuliert.
Schlüsselwörter
Grounded Theory, Migration, Deutsche in Österreich, Qualitative Sozialforschung, Migrationserfahrungen, Bedingungsmatrix, Theoretische Sensibilität, Integrationsstrategien, Arbeitsmigration, Bildungsmigration, Diskriminierung, Lebensbiographie, Soziologie, Feldzugang, Qualitative Analyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den persönlichen Erfahrungen und Motiven von deutschen StaatsbürgerInnen, die nach Österreich migriert sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Migrationsmotiven, den Herausforderungen bei der Integration, dem Aufbau neuer Netzwerke und der Wahrnehmung von Unterschieden im Zielland.
Was war das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel war es, die Forschungslücke über deutsche MigrantInnen in Österreich zu schließen und den Prozess der Migration mittels qualitativer Methoden zu verstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die AutorInnen nutzten die "Grounded Theory" nach Anselm Strauss und Juliet Corbin als methodisches Fundament für ihre Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung, die Beschreibung der angewandten Kodier-Prozesse, die Vorstellung eines zentralen Modells sowie eine Reflexion des gesamten Forschungsprozesses.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Grounded Theory", "Internationale Migration", "Bedingungsmatrix", "Theoretische Sensibilität" und "Migrationserfahrungen".
Warum wurde gerade die Gruppe der deutschen MigrantInnen in Österreich gewählt?
Die Autoren wählten diese Gruppe aufgrund ihrer Relevanz, ihrer Rolle als größte Einwanderungsgruppe in Österreich und der persönlichen Nähe des Forschungsteams zum Thema durch ihr Studium.
Hat sich die Forschungsfrage während der Arbeit verändert?
Ja, die initiale Fokussierung auf Diskriminierungserfahrungen wurde im Laufe der Interviews zu Gunsten eines breiter gefassten Begriffs der "Migrationserfahrungen" angepasst, da Diskriminierung im Datenmaterial eine untergeordnete Rolle spielte.
Welche Rolle spielten "bilaterale Lücken" bei der Migration?
Die Studie identifizierte das Ausnutzen von administrativen Lücken zwischen Deutschland und Österreich als eine Strategie, um bürokratische Hürden, etwa bei der Inskription an Universitäten, zu umgehen.
- Arbeit zitieren
- Heinz Piwonka (Autor:in), Tina Hunstorfer (Autor:in), 2013, Migrationserfahrungen Deutscher in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/233296