Dem Corporate Governance wird in der Unternehmenswelt des 21. Jahrhunderts zunehmend Beachtung gewidmet, denn es verkörpert die Anstrengungen der Unternehmenslenker, das Vertrauen der internationalen und nationalen Anleger, der Kunden, der Mitarbeiter und der Öffentlichkeit, zu gewinnen. Ziel dieser Bemühungen
ist es, die wahre wirtschaftliche Situation des Unternehmens transparent und nachvollziehbar im Konzernabschluss und Konzernlagebericht für die Stakeholder abzubilden. Im Zuge der jüngsten Finanzkrisen wurden erhebliche Summen an (Börse-)Kapital vernichtet und das Vertrauen in die Unternehmensentscheider
aller Branchen und Größen auf die Probe gestellt. Anteilseigner als auch Stakeholder machen zunehmend höhere Ansprüche über die berichteten Informationen geltend. In Anbetracht der Notwendigkeit zur Wiederherstellung der Glaubwürdigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung, ist die Forderung nach effizienteren bzw. werthaltigen Kontroll- und Berichtsystemen berechtigt. Ein allumfassendes
Berichtwesen muss mehr darstellen als nur ein nüchternes Zahlenwerk
und dabei seine inhaltliche Struktur auf regulatorische, gesellschaftliche Rahmenbedingungen sowie auf ökologische Einflussgrößen ausweiten, welche mit den herkömmlichen Bewertungsmethoden des Controllings nur unzureichend quantifizierbar
sind. Mehr Glaubwürdigkeit braucht einen offenkundigen und ehrlichen
Dialog mit mehr Durchblick bei den bisher vernachlässigten nicht-finanziellen, qualitativen Faktoren.
Das deutsche Rechnungslegungs Standard Committee (DRSC) hat mit der Verabschiedung des Standsards Nr. 20 (DRS 20) Konzernlagebericht auf die geänderten Informationsbedürfnisse reagiert und den Konzernlagebericht als stützende Säule zur Bilanz und GuV überarbeitet. Mit der Zusammenfassung aus DRS 5 (Risikoberichterstattung) plus DRS 15 (Lageberichterstattung) gleich DRS 20 wurde in die rechnerische Trickkiste gegriffen. Auch inhaltlich wurde an dem neuen Standard gewerkelt, um das Regelwerk über die Lageberichterstattung tiefer zu untergliedern und übersichtlicher bzw. anwenderfreundlicher zu gestalten. Die Zusammenfassung der historisch gewachsenen, einzelnen Aspekte in einen einzigen Standard dient einem branchenübergreifenden Regelwerk und wird zur Anlaufstelle für jegliche Fragestellungen in der deutschen Berichterstattung.[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Motivation und Problemstellung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Der Konzernlagebericht
2.1. Allgemeines zum Konzernlagebericht
2.2. Zweck des Konzernlageberichts
2.3. Inhalt des Konzernlageberichts
3. DRS 20 - Anwendung und Zielsetzung
3.1. Grundlagen- Definitionen
3.2. Leistungsindikatoren
3.3. Chancen-Prognose Risikobericht
3.4. Nachtragsbericht
3.5. Wirtschaftsbericht
3.6. Zusatzbericht
3.7. Auswirkungen
4. Integrated Reporting und Corporate Governance Kodex
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Deutschen Rechnungslegungs Standards Nr. 20 (DRS 20) auf die Konzernlageberichterstattung. Ziel ist es, die Entwicklung dieses Standards kritisch zu hinterfragen, dessen Hintergründe zu beleuchten und darzustellen, wie die neuen Anforderungen die Unternehmenskommunikation sowie die Rolle des Konzernlageberichts als Instrument für eine transparente, wertorientierte Berichterstattung beeinflussen.
- Analyse der inhaltlichen Neuerungen durch DRS 20 im Vergleich zu DRS 15
- Untersuchung des Verhältnisses zwischen finanziellen und nicht-finanziellen Leistungsindikatoren
- Einordnung des Konzernlageberichts in das Konzept des Integrated Reporting
- Differenzierung der Berichtsanforderungen zwischen kapitalmarktorientierten und nicht-kapitalmarktorientierten Unternehmen
- Diskussion über das Spannungsfeld zwischen regulatorischer Transparenz und der Belastung durch zusätzliche Berichterstattungspflichten
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlagen
Die Standards zur Risikoberichterstattung DRS 5, 5-10, 5-20 und Lageberichterstattung 15, 15a und 17 wurden im Zeitablauf der geschichtlichen Entwicklung zeitnah auf Basis der jeweiligen Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt. Auch diesmal war es die Folge der Finanzkrise die das DSRC auf den Prüfstand gerufen haben. In 2008 gab das DSRC eine Studie zur Prüfung der Anwenderfreundlichkeit aus der Perspektive unterschiedlicher Anwenderkreise (u.a. Ersteller, Kapitalgeber, Wirtschaftsprüfer oder Analysten) der Lageberichterstattung an den Lehrstuhl für internationale Unternehmensrechnung der Universität Münster in Auftrag. Die Ergebnisse verdeutlichten insbesondere eins: Die Deutschen Rechnungslegungs Standards sind nur unzureichend auf die unterschiedlichen Bedürfnisse zwischen kapitalmarktorientierten und nicht-kapitalmarktorientierten Unternehmen ausgelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Relevanz einer effizienten Corporate Governance und führt in die Überarbeitung des Standards Nr. 20 zur Verbesserung der Glaubwürdigkeit und Transparenz der Berichterstattung ein.
2. Der Konzernlagebericht: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen, den Zweck des Konzernlageberichts als eigenständiges Berichtsinstrument sowie die gesetzlichen Anforderungen an die Erstellung für Mutterunternehmen.
3. DRS 20 - Anwendung und Zielsetzung: Der Hauptteil analysiert die methodischen Neuerungen des DRS 20, insbesondere in Bezug auf Leistungsindikatoren, Risikoberichterstattung und die differenzierte Behandlung verschiedener Unternehmensgrößen.
4. Integrated Reporting und Corporate Governance Kodex: Dieses Kapitel beleuchtet die Verknüpfung von finanziellem Kapital mit nicht-finanziellen Aspekten im Kontext des Integrated Reporting als zukunftsweisendes Konzept.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen des Standards auf die künftige Entwicklung der Unternehmensberichterstattung im Spannungsfeld zwischen Transparenz und Regulierungsaufwand.
Schlüsselwörter
DRS 20, Konzernlagebericht, Rechnungslegung, Integrated Reporting, Corporate Governance, Leistungsindikatoren, Risikoberichterstattung, HGB, Finanzmanagement, Unternehmensbewertung, Stakeholder, Transparenz, Publizität, Nachhaltigkeit, Wertorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Einführung und die Auswirkungen des Deutschen Rechnungslegungs Standards Nr. 20 (DRS 20) auf die Konzernlageberichterstattung deutscher Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Harmonisierung der Berichterstattung, die Integration von Finanz- und Nachhaltigkeitskennzahlen sowie die Auswirkungen auf unterschiedliche Unternehmensgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Hinterfragung der neuen Anforderungen des DRS 20 und deren Einfluss auf die Qualität und Transparenz der Unternehmensberichterstattung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet aktuelle Rechnungslegungsstandards sowie empirische Erkenntnisse aus Studien zur Lageberichterstattung aus.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt detailliert die Anwendungsbereiche des DRS 20, die Anpassung der Berichterstattung bei Risiken und Chancen sowie die Entwicklung hin zum Integrated Reporting.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Konzernlagebericht, DRS 20, Corporate Governance, Leistungsindikatoren und Integrated Reporting.
Wie unterscheidet sich die Berichterstattung nach Unternehmensgröße?
Die Arbeit zeigt durch das Prinzip der Informationsabstufung auf, dass nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen weniger detaillierte Anforderungen erfüllen müssen als kapitalmarktorientierte Konzerne.
Was bedeutet das Konzept des Integrated Reporting in diesem Kontext?
Integrated Reporting zielt darauf ab, die isolierte Betrachtung von Finanz- und Nicht-Finanzkennzahlen aufzubrechen, um ein ganzheitliches Bild der unternehmerischen Wertschaffung zu vermitteln.
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- Maria Moissiadou (Author), 2013, DRS 20- Impulse für den Konzernlagebericht der Zukunft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/233131