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Bewertung von Finanzinstrumenten nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

Übeschneidungen und Abweichungen zu IFRS

Title: Bewertung von Finanzinstrumenten nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes

Bachelor Thesis , 2012 , 59 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Anna Chau (Author)

Business economics - Accounting and Taxes

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Summary Excerpt Details

Seit Inkrafttreten des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes zum 01.10.2010 werden Finanzinstrumente, die zu Handelszwecken erworben sind, mit dem Fair Value (Marktwert) bewertet. Dieser Paradigmenwechsel führt zur Durchbrechung des jahrzehntelang gültigen Prinzips, dass Vermögensgegenstände maximal mit den Anschaffungs- und Herstellungskosten bewertet werden können. Das den HGBJahresabschluss
bestimmende Vorsichtsprinzip wird dadurch aufgeweicht. Dies
führte bereits zu Diskussionen, bevor das Gesetz in Kraft trat. Kritisiert wird dabei, dass die an die internationale Rechnungslegung angepasste Zeitwertbilanzierung sogar mit ursächlich für Finanzkrisen sein könne. Diesem Vorwurf sowie das Ausmaß, inwieweit sich das deutsche Recht bei der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert an die internationale Rechnungslegung anlehnt, soll in der vorliegenden
Arbeit nachgegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. BilMoG – Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung

1.1 Grundlegende Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers

1.2 Spezielle Motive und Zielsetzung des Gesetzgebers bei der Bewertung von Finanzinstrumenten

2. Einführung der Fair-Value-Bewertung für Finanzinstrumente

2.1 Definition und Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach HGB

2.2 Bewertung von Finanzinstrumenten

2.2.1 Gesetzliche Regelung vor dem BilMoG

2.2.2 Gesetzliche Neuregelung

3. Vergleich zu IFRS

3.1 Definition und Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach IFRS

3.1.1 Financial Assets at Fair Value through Profit or Loss

3.1.2 Available for Sale Financial Assets

3.1.3 Held to Maturity Investments

3.1.4 Loans and Receivables

3.2 Bewertung von Finanzinstrumenten nach IFRS

3.3 Überschneidungen und Abweichungen zum HGB

4. Wirtschaftliche Auswirkungen der neuen Bewertungsvorschrift

4.1 Positive Auswirkungen der Fair-Value-Konzeption

4.2 Negative Auswirkungen der Fair-Value-Konzeption

4.3 Mögliche Konsequenzen in Boomzeiten der Wirtschaft

4.4 Mögliche Konsequenzen in Krisenzeiten der Wirtschaft

5. Fazit und Ausblick

5.1 Fair Value - mehr Fluch als Segen

5.2 Vorschläge für die Anwendung des Fair Value in Maßen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) auf die Bewertung von Finanzinstrumenten im deutschen Handelsrecht und setzt diese in Bezug zu den internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS). Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, inwieweit der durch das BilMoG eingeleitete Paradigmenwechsel – weg vom reinen Anschaffungskostenprinzip hin zur Fair-Value-Bewertung – sinnvoll ist und welche Konsequenzen dieser für die Unternehmen sowie für das deutsche Bilanzwesen hat.

  • Analyse des BilMoG als Reforminstrument zur Internationalisierung der Rechnungslegung
  • Vergleichende Untersuchung der Bewertungsverfahren für Finanzinstrumente nach HGB und IFRS
  • Untersuchung der ökonomischen Konsequenzen der Fair-Value-Bewertung in unterschiedlichen Konjunkturphasen
  • Kritische Würdigung des Vorsichtsprinzips im Kontext moderner Bewertungskonzepte
  • Entwicklung von Vorschlägen zur angemessenen Anwendung des Fair-Value-Modells

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Gesetzliche Neuregelung

Die Neugestaltung der handelsrechtlichen Vorschriften ist bei allen Geschäftsjahren, die nach dem 31.12.2008 beginnen, heranzuziehen. Grundsätzlich hat der Gesetzgeber zwei unterschiedliche Rechtsbestimmungen veranlasst. Für Handels-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen, im Folgenden als Nicht-Banken zusammengefasst, findet der Gesetzestext unter § 253 Abs. 1 Satz 3 HGB Anwendung, welcher laut § 340a Abs. 2 HGB auch für Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute gelten würde. Indes sind Banken verpflichtet, sich an die Regelung nach § 340e Abs. 3 HGB zu halten. Gemäß BilMoG haben Nicht-Banken das „Full Fair Value-Konzept“ anzusetzen, sofern die in Kapitel 2.1. definierten Voraussetzungen für zu Handelszwecken erworbene Finanzinstrumente erfüllt sind. Dagegen sieht die Reform weder ein „Full Fair Value-Konzept“ noch ein „Imparitätisches Fair Value-Konzept“ für Banken vor, weil Finanzinstitute abzüglich vom Fair Value einen Risikoabschlag abzuführen haben.

Die Anwendung der Zeitwertbilanzierung unterliegt der Voraussetzung des Going-Concern-Prinzips (§ 252 Abs. 1 Satz 2 HGB). Demgemäß hegt das Unternehmen weder die Intention noch ist es gezwungen, dessen Vermögensgegenstände zu liquidieren, den Geschäftsbetrieb einzuschränken oder Geschäftsverträge zu unvorteilhaften Konditionen abzuschließen. Somit wird verhindert, dass der Fair Value auf Basis von notgedrungenen Verkäufen, Zwangsgeschäften oder unfreiwilligen Liquidationen ermittelt wird. Nichtsdestotrotz liefert der beizulegende Zeitwert dennoch eine Aussage über die Kreditwürdigkeit des Finanzinstruments und damit auch des emittierenden Unternehmens.

Zusammenfassung der Kapitel

BilMoG – Internationalisierung der deutschen Rechnungslegung: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe des Gesetzgebers für die Reform und die Ziele der Modernisierung, insbesondere im Hinblick auf eine stärkere internationale Vergleichbarkeit der Abschlüsse.

Einführung der Fair-Value-Bewertung für Finanzinstrumente: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und die Klassifizierung von Finanzinstrumenten nach HGB sowie die spezifischen Regelungen zur Bewertung detailliert dargestellt.

Vergleich zu IFRS: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der Definitionen, Kategorien und Bewertungsansätze von Finanzinstrumenten zwischen HGB und IFRS.

Wirtschaftliche Auswirkungen der neuen Bewertungsvorschrift: Dieses Kapitel analysiert die Chancen und Gefahren der Fair-Value-Bewertung und beleuchtet die Folgen für Unternehmen in Boom- und Krisenzeiten.

Fazit und Ausblick: Der abschließende Teil bewertet das Fair-Value-Konzept kritisch und unterbreitet Vorschläge für eine moderatere Anwendung dieser Bewertungsmethode im deutschen Recht.

Schlüsselwörter

Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz, BilMoG, Finanzinstrumente, Fair Value, beizulegender Zeitwert, HGB, IFRS, Anschaffungskostenprinzip, Vorsichtsprinzip, Handelsbestand, Zeitwertbilanzierung, Risikoabschlag, Finanzkrise, Unternehmensbewertung

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Kerninhalt dieser Bachelorarbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der durch das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz eingeführten Fair-Value-Bewertung von Finanzinstrumenten und vergleicht diese mit den internationalen Standards (IFRS).

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Schwerpunkte sind die gesetzlichen Änderungen durch das BilMoG, die Klassifizierung von Finanzinstrumenten, der Vergleich mit IFRS sowie die wirtschaftlichen Folgen für Banken und Industrieunternehmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Ausmaß der Annäherung des deutschen Handelsrechts an die IFRS zu beleuchten und zu hinterfragen, ob die Fair-Value-Bewertung in der Praxis tatsächlich vorteilhaft ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und analytische Arbeit, die auf Basis von Gesetzesauslegungen, Literaturstudien und praxisorientierten Fallbeispielen erstellt wurde.

Womit befasst sich der Hauptteil?

Im Hauptteil werden die konkreten Bewertungsvorschriften vor und nach dem BilMoG erläutert, ein detaillierter Vergleich mit den IFRS-Kategorien angestellt und die Auswirkungen auf die Unternehmensbilanzen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind BilMoG, Fair Value, Finanzinstrumente, Zeitwertbilanzierung und die Auswirkungen auf das Vorsichtsprinzip.

Wie unterscheiden sich die Bewertungsvorschriften für Banken und Nicht-Banken nach dem BilMoG?

Nicht-Banken folgen primär einem Full-Fair-Value-Konzept unter bestimmten Voraussetzungen, während Banken zusätzliche Risikoabschläge vornehmen müssen und einen Sonderposten für Bankrisiken bilden.

Warum wird das Fair-Value-Konzept als "prozyklisch" bezeichnet?

Da der Fair Value auf Marktpreisen basiert, führt er in Hochkonjunkturphasen zu Zuschreibungen und in Krisenzeiten zu Abschreibungen, was die konjunkturellen Schwankungen in der Bilanz verstärkt.

Welche Rolle spielt das Vorsichtsprinzip in der Arbeit?

Das Vorsichtsprinzip wird als Eckpfeiler des HGB verteidigt; die Arbeit analysiert, wie die Fair-Value-Bewertung dieses Prinzip aufweicht und welche Risiken dies für den Gläubigerschutz birgt.

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Details

Title
Bewertung von Finanzinstrumenten nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes
Subtitle
Übeschneidungen und Abweichungen zu IFRS
College
Munich University of Applied Sciences
Grade
2,3
Author
Anna Chau (Author)
Publication Year
2012
Pages
59
Catalog Number
V232560
ISBN (Book)
9783656494119
ISBN (eBook)
9783656494478
Language
German
Tags
IFRS Bilanzrechtmodernisierungsgesetz Bewertung Finanzinstrumente Fair Value HGB beizulegender Zeitwert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anna Chau (Author), 2012, Bewertung von Finanzinstrumenten nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/232560
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