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Die Funktionen von Ironie an Toilettenwänden

Zwischen "Salting a Wound" und "Sugaring a Pill"

Titel: Die Funktionen von Ironie an Toilettenwänden

Studienarbeit , 2013 , 17 Seiten

Autor:in: Katharina Unkelbach (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Fungiert Ironie, wie Goethe einst sinnierte, als „Das Körnchen Salz, durch welches das Aufgetischte überhaupt erst genießbar wird“ (GOETHE, zitiert nach MANN 2006: 16) oder doch eher als „Das Salz in der Wunde“ (vgl. COLSTON 2007), das diese umso furchtbarer brennen lässt? In den vergangenen Jahrzehnten wurde Ironie mit Hilfe verschiedener Theorieansätze (siehe WILSON & SPERBER 1981; CLARK & GERRIG 1984; BROWN & LEVINSON 1987; KUMON-NAKAMURA 1993) zwar eingehend untersucht, was Ironie ist und wie diese entsteht; der funktionalen Komponente jedoch wurde weitaus weniger Beachtung geschenkt. Ich möchte argumentieren, dass die konkrete Funktion von Ironie in einer bestimmten Situation, die formale Seite in signifikantem Maße determiniert. Aus diesem Grund ist eine Betrachtung der funktionalen Komponente von Ironie unerlässlich und soll im Augenmerk der folgenden Analyse stehen.
Aufgrund des beschränkten Rahmens dieser Arbeit fokussiert sich die Betrachtung auf einen speziellen, (nicht nur hinsichtlich der Ironie) unerforschten Kommunikationskontext: Die Toilettenwände der Mainzer Universität. Hierbei soll primär untersucht werden, welche konkreten Funktionen Ironie im Kontext „Toilette“ für den Schreibenden sowie den Adressaten erfüllt. In diesem Zusammenhang wird das quantitative Vorkommen der fünf Hauptironietypen jocularity, sarcasm, hyperbole, rhetorical question, understatements (nach GIBBS 2007: 339) betrachtet. Zudem soll die Hypothese überprüft werden, ob Ironie an Toilettenwänden – aufgrund der außergewöhnlichen sozio-kommunikativen Grundkonstellation (siehe Kapitel 3) – primär der Verstärkung negativer Kritik dient.
Um die Ergebnisse der Studie in einen klar definierten Kontext einordnen zu können, erhält der Leser in Kapitel 2 zunächst einen Einblick in die Datengrundlage des verwendeten Bildkorpus sowie etwaige Problematiken, die bei der Auswertung und Interpretation der Daten auftreten können. In Kapitel 3 wird knapp die sozio-kommunikative Grundkonstellation an der Toilettenwand skizziert, da diese in ursächlichem Zusammenhang mit der funktionalen Verwendung von Ironie steht. Anschließend wird in Kapitel 4 das quantitative Vorkommen verschiedener Ironietypen betrachtet. Kapitel 5 thematisiert zunächst die prinzipiell möglichen Funktionen von Ironie, die anschließend im Kontext „Toilette“ analysiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Abstract

1. Einleitung

2. Datengrundlage, Ironieverständnis und Problematik

3. Sozio-kommunikative Grundkonstellation „Toilettenwand“

4. Ironietypen an der Toilettenwand

5. Funktionen von Ironie

5.1 Potenzielle Funktionen von Ironie

5.1.1 Bewertung: Kritik und „Spiegelfunktion“

5.1.2 Interpersonelle (soziale) Funktionen

5.2 Funktionen von Ironie im Kontext „Toilette“

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die funktionalen Aspekte von Ironie in einem bisher weitgehend unerforschten Kommunikationsraum: den Toilettenwänden der Universität Mainz. Ziel der Forschungsarbeit ist es, die spezifischen Funktionen ironischer Äußerungen in diesem anonymen, asynchronen Medium zu identifizieren und die Hypothese zu überprüfen, ob Ironie dort primär der Verstärkung negativer Kritik dient.

  • Analyse des kommunikativen Kontextes der „Toilettenwand“ und deren Einfluss auf die Ironieverwendung.
  • Quantitative Untersuchung der fünf Hauptironietypen nach Gibbs (jocularity, sarcasm, hyperbole, rhetorical question, understatements).
  • Evaluierung potenzieller Funktionen von Ironie (Bewertung, Kritik, Spiegelfunktion, soziale Interaktion).
  • Gegenüberstellung von humoristischen Zielen gegenüber aggressiven, kritikverstärkenden Intentionen.

Auszug aus dem Buch

4 Ironietypen an der Toilettenwand

Um die konkreten Funktionen von Ironie an Toilettenwänden herauszuarbeiten, ist es zunächst einmal sinnvoll, das quantitative Vorkommen verschiedener Ironietypen zu betrachten, da diese Klassifizierung bereits ein erster Indikator für die funktionale Ironieverwendung darstellt. Hierzu wurden die ironischen Äußerungen den fünf Haupttypen der Ironie jocularity, hyperbole, rhetorical question, sarcasm und understatements (nach GIBBS 2007: 339) zugeordnet.

An dieser Stelle möchte ich kritisch anmerken, dass eine strikte Unterteilung in verschiedene Ironietypen, wie von GIBBS vorgeschlagen, in der Praxis problembehaftet ist, da eine Abgrenzung der verschiedenen Typen nicht immer eindeutig möglich ist. Hinzu kommt, dass die Klassifizierung nach GIBBS 2007 Form und Inhalt beziehungsweise Funktion vermischt. Die rhetorische Frage („rhetorical question“) beispielsweise bezieht sich auf die Form, aus der nicht zwangsläufig hervorgeht, welche Wirkung oder Funktion die ironische Äußerung hat. So kann die rhetorische Frage unter anderem mit der Intention gebraucht werden, zu scherzen („jocularity“), sarkastisch zu sein („sarcasm“), zu übertreiben („hyperbole“) oder zu untertreiben („understatement“). Ironische Äußerungen, die keiner der fünf Hauptironietypen nach GIBBS entsprechen, wurden der Restkategorie „other“ zugeordnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der funktionalen Rolle von Ironie im spezifischen Kontext der Universitäts-Toilettenwände.

2. Datengrundlage, Ironieverständnis und Problematik: Dieses Kapitel erläutert die Methodik der Korpusanalyse (394 Inschriften) sowie die Herausforderungen bei der Identifikation und Interpretation schriftlicher Ironie ohne prosodische Merkmale.

3. Sozio-kommunikative Grundkonstellation „Toilettenwand“: Es wird analysiert, wie Anonymität und die fehlende direkte Konfrontation die asynchrone Kommunikation an Toilettenwänden prägen und welche Auswirkungen dies auf soziale Normen hat.

4. Ironietypen an der Toilettenwand: Das Kapitel bietet eine quantitative Auswertung der ironischen Äußerungen nach verschiedenen Kategorien wie Scherzhaftigkeit oder Übertreibung.

5. Funktionen von Ironie: Dieser Hauptteil vergleicht theoretische Ansätze zur Ironiefunktion mit den tatsächlichen Beobachtungen im untersuchten Bildkorpus.

6. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei die zentrale Erkenntnis hervorgehoben wird, dass Ironie hier primär humoristische Ziele verfolgt und nicht der Aggression dient.

Schlüsselwörter

Ironie, Toilettenwand, Kommunikation, Humor, Scherzhaftigkeit, Kritik, Sprachwissenschaft, Sozio-kommunikative Konstellation, Korpusanalyse, Anonymität, Funktionsanalyse, Sarkasmus, Rhetorische Figur, Universitätskontext, Pragmatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Analyse von Ironie an Toilettenwänden der Universität Mainz und untersucht, welche Funktionen diese in einem anonymen, asynchronen Kommunikationsraum erfüllt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionalität von Ironie, der soziokommunikativen Struktur von Toilettenwand-Graffiti sowie der Anwendung linguistischer Kategorisierungssysteme für Ironie auf diesen speziellen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es zu klären, ob Ironie an Toilettenwänden dazu genutzt wird, negative Kritik zu verstärken (sog. „Salting a Wound“), oder ob sie eher humoristischen Zwecken dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine quantitative Analyse von 24 als ironisch identifizierten Inschriften aus einem Korpus von insgesamt 394 Toilettenwand-Botschaften durchgeführt, basierend auf Ironietypen nach Gibbs (2007).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Ironiefunktionen erörtert, bevor diese Erkenntnisse auf das in der Studie erhobene Datenmaterial angewandt und statistisch ausgewertet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ironie, Kommunikation, Humor, Pragmatik, Anonymität und Funktionsanalyse beschreiben.

Warum wird die „Maskentheorie“ in der Arbeit erwähnt?

Die Maskentheorie wird angeführt, um zu erklären, wie ironische Sprecher durch die Verwendung von Ironie eine Distanz zum Gesagten aufbauen können, um sich selbst zu schützen oder kontrollierter zu wirken.

Bestätigen die Ergebnisse die Hypothese zur negativen Kritik?

Nein, die Hypothese konnte nicht bestätigt werden. Die Analyse zeigt deutlich, dass humoristische Intentionen („Jocularity“) weitaus häufiger vorkommen als aggressive, kritikverstärkende Absichten („Sarkasmus“).

Welche Rolle spielt die Anonymität im untersuchten Kontext?

Die Anonymität befreit die Schreibenden von der Notwendigkeit, soziale Konventionen wie den Beziehungserhalt aktiv zu pflegen, wodurch Ironie an Toilettenwänden nicht als „soziales Schmiermittel“ fungieren muss.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Funktionen von Ironie an Toilettenwänden
Untertitel
Zwischen "Salting a Wound" und "Sugaring a Pill"
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Autor
Katharina Unkelbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V232544
ISBN (Buch)
9783656486183
ISBN (eBook)
9783656486565
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ironie Toilettenwand
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katharina Unkelbach (Autor:in), 2013, Die Funktionen von Ironie an Toilettenwänden, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/232544
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  17  Seiten
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